SI07.16-P-0004A | Service-Information: Rauchbildung | 23.4.01 |
MOTOR 612.963, 628.963 im TYP 163
MOTOR 668.940 /941 /942 im TYP 168
MOTOR 611.960 im TYP 202
MOTOR 611.962, 612.962 im TYP 203
MOTOR 611.961, 612.961, 613.961 im TYP 210
MOTOR 613.960, 628.960 im TYP 220
MOTOR 628.962 im TYP 463
MOTOR 668.914 im TYP 414
Fahrzeuge mit Common-Rail-Dieselmotoren werden vereinzelt wegen Rauchentwicklung beanstandet.
Es handelt sich hierbei hauptsächlich um vier Schwerpunkte zu denen die nachfolgenden Informationen als Argumentationshilfe dienen sollen.
Voraussetzung ist, daß keine Fehlfunktionen am Common-Rail-Einspritzsystem, im Bereich der Luftführung (EKAS, Ladeluftführung) und an den Komponenten der Abgasrückführung (Abgasrückführventil, Heißfilmluftmassenmesser) vorliegen.
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Schwarzrauchbildung bei Vollastbeschleunigung nach längerer Teillastfahrt:
In der Abgasanlage sammeln sich durch die geringen Strömungsgeschwindigkeiten während der Teillastfahrt Russpartikel. Diese Partikel lagern sich an den Katalysatoroberflächen und an den Wandungen der Abgasanlage an. Bei Vollastbeschleunigungen werden diese Russpartikel durch die Erhöhung der Abgas-Strömungsgeschwindigkeiten aus der Abgasanlage ausgeblasen. Dieser Effekt tritt durch die bei Direkt-Einspritz-Dieselmotoren feuchteren Partikel stärker auf als bei den Vorgängermotoren mit Vorkammer-Einspritz-Verfahren.
Im Vergleich zum Motor 602.982 und auch im Vergleich zum Wettbewerb sind bei den aktuellen Fahrzeugen mit CDI Dieselmotoren keine besonderen Auffälligkeiten zu verzeichnen.
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Schwarzrauchstoss bei Vollastbeschleunigung:
Fahrzeuge mit CDI Dieselmotoren werden aufgrund ihrer Agilität besonders positiv beurteilt. Dieser Agilitätsgewinn im Vergleich zu den Vorgängermotoren wurde u.a. durch eine deutlich stärkere Progresivität der Fahrpedalkennlinie erreicht.
Zur Reduzierung der Schadstoffemission im Teillastbereich werden zusätzlich Abgase zur Nachverbrennung rückgeführt. Beim Beschleunigen, wird die Abgasrückführmenge sehr schnell reduziert.
Die noch im Saugrohr verbleibenden Abgase führen dann in Verbindung mit der sehr schnell zunehmenden Einspritzmenge zu einer kurzzeitigen Überfettung des Kraftstoff/Luftgemisches im Brennraum. Dies gilt nur für den Beginn der Beschleunigungsphase.
Diese Auslegung stellt einen Kompromiss zwischen Rauchverhalten und Agilität dar. Eine Veränderung dieser Strategie würde zu einer erheblichen Verschlechterung der Agilität führen.
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Blaurauchbildung nach Start in Verbindung mit niedrigen Außentemperaturen:
Dieser Effekt tritt nur in Verbindung mit den leistungsgesteigerten CDI Motoren mit variablem Turbolader (CDI2) auf. Hauptursache hierfür ist die Absenkung des Verdichtungsverhältnisses aus Emissionsgründen und zur Reduzierung der Triebwerksbelastung.
Befindet sich das Verdichtungsverhältnis des Motors an der untersten Toleranzgrenze, so tritt die Beanstandung verstärkt auf.
Durch Maßnahmen an verschiedenen Bauteilen wurde ab 01/01 eine geringere Streuung des Verdichtungsverhältnisses erreicht und damit eine deutliche Reduzierung der Beanstandung erwartet.
Aufgrund der Komplexität der Änderungen steht aber keine Reparaturlösung für bereits ausgelieferte Fahrzeuge zur Verfügung.
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Blaurauchbildung unter Vollast nach längerer Teillastfahrt:
Während längerer Teillastfahrten kondensieren unverbrannte Kohlenwasserstoffe im Abgas auf den Oberflächen der Katalysatoren. Dieser Vorgang wird durch die vergleichsweise niedrigen Abgastemperaturen der CDI Dieselmotoren begünstigt. Bei steigender Motorlast und damit steigenden Abgastemperaturen verdampfen diese Bestandteile und werden z.T. aus der Abgasanlage ausgeblasen. Durch die kühle Umgebungsluft hinter dem Fahrzeug kondensieren diese Bestandteile erneut und werden als Blaurauch sichtbar. Dieses Verhalten ist systembedingt. Untersuchungen bezüglich einer geänderterten Katalysatorauslegung brachte keine Verbesserung. Eine Veränderung dieses Verhaltens durch Erhöhung der Abgastemperaturen hätte eine deutliche Verbrauchserhöhung zur Folge.
Bei Betrieb der Fahrzeuge mit Dieselkraftstoffen, die einen deutlich erhöhten Schwefelanteil aufweisen, kann es zu verstärkter Blaurauchbildung auch bei Konstantfahrt kommen. Für Märkte, in denen Kraftstoff mit hohem Schwefelanteil angeboten wird und deren Abgasgesetzgebung dies zulässt, ist eine geänderte Abgasanlage für die Motoren 611, 612 in Vorbereitung. Sobald entsprechende Teile zur Verfügung stehen werden wir Sie entsprechend informierten.