Ventilnadeldichtsitz am Injektor |
A | Erosionsverschleiß (partiell) |
B | Erosionsverschleiß (flächig) |
W07.16-A019-81
Diese Service-Information enthält die Ergebnisse neuester Untersuchungen und eignet sich auch zur Weitergabe an die Kunden.
Aktuell besteht in einigen Bereichen Europas ein Kraftstoff-Qualitätsproblem mit importierten Kraftstoffen. Aktuell betroffen sind vor allem die Regionen Norddeutschland und Süd- bzw. Südost-Großbritannien. Messungen zeigen, dass einige dieser importierten Kraftstoffe mit einer sehr hohen Anzahl harter, kleinster Partikel (1-2 µm) belastet sind, welche sowohl über den historischen als auch über Werten von aktuellen Erzeugnissen aus anderen Raffinerien in Europa liegen. Trotz bester fahrzeug- und motorseitiger Kraftstofffilter können diese Kleinstpartikel auch mit modernsten Filtertechnologien nicht vollständig abgeschieden werden und können somit Schäden an Komponenten der Common-Rail-Dieseleinspritzsysteme verursachen.
Die Kleinstpartikel im Kraftstoff bewirken einen erosiven Sitzverschleiß (A, B) an den Ventilen von Common-Rail-Injektoren. Diese Sitzerosion führt zu einer inneren Undichtigkeit dieser Ventile. Als Folge dessen kommt es zu einem zu raschen Raildruckabbau beim Abstellen des Motors, welcher durch die On-Board-Diagnose erkannt und als Fehler (MCM Fehlercode 35040E, gelbe Warnmeldung) gemeldet wird. Tritt dieser Fehler auf, muss er durch die geführte Fehlersuche in XENTRY abgearbeitet werden und je nach Ergebnis ist ein Tausch der betroffenen Injektoren notwendig.
Mercedes-Benz Trucks arbeitet mit den namhaften Kraftstoff- und Mineralölfirmen eng zusammen, um in den betroffenen Regionen und Vertriebsgebieten die Qualität der Kraftstofferzeugnisse wieder zu verbessern. Darüber hinaus wird, beauftragt durch die CEN (Europäisches Komitee für Normung), zum einen an der Ursachenforschung der Partikelkontamination und zum anderen an der Abgabe von Empfehlungen zur Änderung der aktuell gültigen EN590 Dieselspezifikation mit Hochdruck gearbeitet. Basierend auf heutigen Erfahrungswerten der CEN sollte ein Kraftstoff mindestens die Anforderung nach ISO 4406 Code 20 erfüllen (Größe: 4 µ Partikel; Anzahl < 10.000/ml), um langfristig für die Verwendung in modernen Common-Rail-Dieseleinspritzsystemen geeignet zu sein. Zudem wird derzeit an einer Aufnahme dieser Grenzwerte in die EN590 Dieselspezifikation gearbeitet.
Wir bitten Sie, bei Reklamationen zum MCM-Fehlercode 35040E Ihren Kunden auf die dafür ursächliche Kraftstoffqualität hinzuweisen und ihm eine Änderung seines Tankverhaltens zu empfehlen.