Funktionsvoraussetzung allgemein
Klemme 15R Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).
Supplemental Restraint System auslösen allgemein
Das Supplemental Restraint System überwacht den Belegungszustand des Beifahrersitzes, sowie den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.
Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Funktionen:
Systemüberwachung
Auswerten des Belegungszustands des Beifahrersitzes
Erkennen des Status der Sicherheitsgurte
Aufprallerkennung
Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Zusatzfunktionen im Crashfall
Systemüberwachung
Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:
Kontrollleuchte Supplemental Restraint System (A1e15) im Kombiinstrument (A1)
Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF (N72/1e1) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))
Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON (N72/1e2) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))
Nach erfolgreichem Selbsttest (4 s) wird die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) wird über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON oder über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF der entsprechende Belegungszustand des Beifahrersitzes angezeigt.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der Kontrollleuchte Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument.
Typ 205 bis Modelljahr 2019, Typ 205 ab Modelljahr 2019 außer Code 446 (Touchpad only), Typ 253 (außer 253.99):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag über Benutzerschnittstelle-CAN, Headunit (A26/17), Telematik-CAN (CAN A), Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) und UBF-LIN (LIN A3) an das Steuergerät Oberes Bedienfeld (N72/1).
Typ 205 ab Modelljahr 2019 mit Code 446 (Touchpad only), Typ 253.99 mit Code 446 (Touchpad only):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag über Benutzerschnittstelle-CAN, Headunit, Telematik-CAN, Touchpad (A105) und UBF-LIN an das Steuergerät Oberes Bedienfeld.
Das Steuergerät Oberes Bedienfeld steuert die entsprechende Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag direkt an.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb weiterhin ständig das Supplemental Restraint System. Fehler werden über das Multifunktionsdisplay (A1p13) und die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System im Kombiinstrument an den Fahrer gemeldet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.
Auswerten des Belegungszustands des Beifahrersitzes
Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite wird anhand des Belegungszustands des Beifahrersitzes angepasst.
Typ 205, 253
außer Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung)
Der Status der Sitzbelegungserkennung hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.
Erkennen des Status der Sicherheitsgurte
Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird anhand des Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst. Der Status des jeweiligen Sicherheitsgurts wird über den entsprechenden Schalter definiert:
Schalter Gurtschloss Fahrer (S68/3)
Schalter Gurtschloss Beifahrer (S68/4)
Schalter Gurtschloss Fond links (S68/11)
Schalter Gurtschloss Fond rechts (S68/12)
Schalter Gurtschloss Fond Mitte (S68/14) (Typ 205.0/1/2, 253)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Gurtschloss Fahrer und den Status des Schalters Gurtschloss Beifahrer direkt ein.
Das Steuergerät SAM hinten (N10/8) liest den Status der Schalter Gurtschloss Fond direkt ein und sendet diesen über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Typ 205.0/1/2, 253
Der Status des Schalters Gurtschloss Fond Mitte hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.
Aufprallerkennung
Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:
Frontalaufprall
Seitenaufprall
Heckaufprall
Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)
Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:
Integrierte Sensoren
Sensor Sidebag links (A53)
Sensor Sidebag rechts (A54)
Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)
Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)
Drucksensor Vordertür links (B48/7)
Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)
Drucksensor Fondtür links (B48/9) (Typ 205.0/1/2, 253 mit Code 298 (Sidebag im Fond inkl. Gurtkraftbegrenzung))
Drucksensor Fondtür rechts (B48/10) (Typ 205.0/1/2, 253 mit Code 298 (Sidebag im Fond inkl. Gurtkraftbegrenzung))
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest die Sensorsignale direkt ein.
Zusätzlich wird die Querbeschleunigung des Fahrzeugs ausgewertet. Diese wird von dem in das Steuergerät Supplemental Restraint System integrierten Beschleunigungssensor erfasst.
Typ 205, 253
mit Code 239 (DISTRONIC PLUS)
Typ 205, 253
mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket)
Typ 205, 253
mit Code 258 (COLLISION PREVENTION ASSIST)
Der Verkehrsraum vor dem Fahrzeug wird von der radargestützten Umfeldbewertung überwacht. Dadurch kann eine drohende Kollision frühzeitig erkannt werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte werden situationsbezogen angepasst. Bei Fahrzeugen mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket) wird zusätzlich der Verkehrsraum hinter dem Fahrzeug überwacht.
Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)
Zündpille 1 Beifahrer-Airbag (R12/4)
Zündpille 2 Beifahrer-Airbag (R12/5)
Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)
Zündpille 1 Fahrer-Airbag (R12/13)
Zündpille 2 Fahrer-Airbag (R12/14)
Zündpille Kneebag Beifahrer (R12/24) (Typ 205.3/4 mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25)
Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (R12/37) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (R12/38) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Entlüftungsventil Beifahrer-Airbag (R12/44) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Position des Fahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer (S68/19) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Fahrerairbags. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer direkt ein.
Position des Beifahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer (S68/20) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Beifahrerairbags. Dies gilt jedoch nur, wenn ein belegter Beifahrersitz erkannt wurde. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer direkt ein.
Belegungszustand des Beifahrersitzes:
Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und die Gurtschlosszunge nicht gesteckt, werden auf der Beifahrerseite keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und die Gurtschlosszunge gesteckt, wird der Beifahrer-Airbag nicht ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz mit einer Person belegt und die Gurtschlosszunge nicht gesteckt, werden der Gurtstraffer, der Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) und der Gurtkraftbegrenzer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschloss Fahrer:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge werden der Gurtstraffer, der Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) und der Gurtkraftbegrenzer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)
Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)
Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11) (mit Code 298 (Sidebag im Fond inkl. Gurtkraftbegrenzung))
Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12) (mit Code 298 (Sidebag im Fond inkl. Gurtkraftbegrenzung))
Zündpille Windowbag links (R12/22) (Typ 205.0/1/2/3, 253)
Zündpille Windowbag rechts (R12/23) (Typ 205.0/1/2/3, 253)
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Headbag links (R12/39) (Typ 205.4)
Zündpille Headbag rechts (R12/40) (Typ 205.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Belegungszustand des Beifahrersitzes:
Ist der Beifahrersitz nicht belegt und die Gurtschlosszunge nicht gesteckt, werden der Gurtstraffer, der Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) und der Sidebag auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz belegt (Person oder Kindersitz) und die Gurtschlosszunge nicht gesteckt, werden der Gurtstraffer und der Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschloss Fahrer:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge werden der Gurtstraffer und der Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge werden der entsprechende Gurtstraffer und Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Windowbag links (Typ 205.0/1/2/3, 253)
Zündpille Windowbag rechts (Typ 205.0/1/2/3, 253)
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Headbag links (Typ 205.4)
Zündpille Headbag rechts (Typ 205.4)
Zündpille Überrollbügel links (R12/61) (Typ 205.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (R12/62) (Typ 205.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge werden der entsprechende Gurtstraffer und Endbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht gesteckter Gurtschlosszunge wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Zusatzfunktionen im Crashfall
Die Zusatzfunktionen im Crashfall umfassen folgende Teilfunktionen:
Abstellen des Motors (außer Typ 253.99)
Auslösen des Inertisierungssystems (mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ) und Motor 177, 264, 274, 276)
Auslösen des pyrotechnischen Trennelements (K88) (Typ 205.012/013/047/147/212/213/247, 253.354/954)
Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 205.012/013/047/147/212/213/247, 253.354/954/992)
Abschalten der Klimaanlage
Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Automatischer Notruf (Typ 205 mit Code 347 (Mercedes-Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa) oder Code 351 (Notrufsystem (HERMES)) oder Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))
Aktivieren der Funktion Warnblinken
Einschalten der Innenbeleuchtung
Öffnen der Zentralverriegelung
Öffnen der Seitenfenster
Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))
Abstellen des Motors (außer Typ 253.99)
Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird der Motor automatisch abgestellt und die Kraftstoffversorgung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Motor-CAN (CAN C) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor). Dieses veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors und das Abschalten der Kraftstoffversorgung.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME übermittelt.
Auslösen des Inertisierungssystems (mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ) und Motor 177, 264, 274, 276)
Das Inertisierungssystem verhindert, dass sich austretendes Kältemittel der Klimaanlage an heißen Motorteilen entzünden kann.
Wenn das Steuergerät Supplemental Restraint System einen Frontalaufprall detektiert, steuert es die Zündpille Inertisierungsanlage (R12/69) an. Wenn die Zündpille Inertisierungsanlage ausgelöst wird, strömt Argonschutzgas aus dem Gasbehälter in den Motorraum aus. Dadurch wird der Luftsauerstoff im motornahen, brandgefährdeten Bereich verdrängt. Die Gefahr eines Brands durch das Ausströmen des Kältemittels der Klimaanlage wird verhindert.
Auslösen des pyrotechnischen Trennelements (Typ 205.012/013/047/147/212/213/247, 253.354/954)
Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird die Batterieleitung durch das Auslösen des pyrotechnischen Trennelements vom Bordnetz getrennt.
Die Batterieleitung ist innerhalb des Gehäuses als Leitungsschiene mit Sollbruchstelle (3) ausgeführt. Nach Eintreten eines entsprechenden Crashereignisses wird das pyrotechnische Trennelement vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert. Durch das Auslösen baut sich in der Kammer (1) ein Druck auf. Der Kolben (2) fährt daraufhin gegen die Sollbruchstelle (3) und trennt somit die Leitungsschiene.
Zeitablauf:
Nach 300 μs startet die Kolbenbewegung.
Nach 450 μs ist die Trennung der Leitungsschiene beendet.
P91.60-3611-71
Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 205.012/013/047/147/212/213/247, 253.354/954/992)
Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, werden die Hochvoltkomponenten automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Hybrid-CAN (CAN L) an das Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2). Dieses schaltet die Hochvoltkomponenten ab.
Redundant dazu wird die Steuerklemmenleitung (Klemme 30c) durch das Auslösen der Pyrosicherung (F63) unterbrochen. Durch diesen Spannungsabfall an den Hochvoltkomponenten wird eine Abschaltung des Hochvolt-Bordnetztes erwirkt. Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Pyrosicherung direkt an.
Abschalten der Klimaanlage
Um nach einem Unfall das Eindringen schädlicher Gase in den Fahrzeuginnenraum zu verhindern, schaltet das Steuergerät Klimatisierung (N22/1) die Klimaanlage ab und schließt die Umluftklappe. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Klimatisierung, das diese Anforderung umsetzt.
Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird die Standheizung automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Klimatisierung. Bei eingeschalteter Standheizung aktiviert das Steuergerät Klimatisierung die Notabschaltung Standheizung. Dazu sendet es die Anforderung Heizen (0 %) über Klimasteuerungs-LIN 2 (LIN B8-2) an das Steuergerät Standheizung (A6n1). Die Standheizung wird daraufhin dauerhaft abgeschaltet.
Automatischer Notruf (Typ 205 mit Code 347 (Mercedes-Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa) oder Code 351 (Notrufsystem (HERMES)) oder Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))
Nach einem Unfall wird automatisch ein Notruf abgesetzt.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal je nach Fahrzeugausstattung über folgende Verbindungen:
Über Benutzerschnittstelle-CAN an die Headunit (mit Code 347 (Mercedes-Benz Notrufsystem))
Über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN (CAN D) an das Kommunikationsmodul Telematikdienste (N112/1) (mit Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))
Über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES (N112/9) (mit Code 351 (Notrufsystem (HERMES)) oder Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))
Über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät Notrufsystem (N123/4) (mit Code 348 (Notruf-/Assistentsystem))
Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die Notrufzentrale übermittelt:
GPS-Positionsdaten des Fahrzeugs
Letzte GPS-Positionsdaten der Fahrtroute
Fahrtrichtung
Fahrzeug-Identifizierungsnummer
Geschätzte Unfallschwere
Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug
Antriebsart des Fahrzeugs
Aktivieren der Funktion Warnblinken
Um nach einem Unfall andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, wird automatisch die Funktion Warnblinken aktiviert. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn (N10/6). Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Funktion Warnblinken.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Einschalten der Innenbeleuchtung
Um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen nach einem Unfall die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern, wird die Innenbeleuchtung automatisch eingeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Öffnen der Zentralverriegelung
Nach einem Unfall werden automatisch alle Türen, der Kofferraumdeckel oder die Heckklappe und der Tankdeckel über die Zentralverriegelung entriegelt. Das Entriegeln der Türen ermöglicht es helfenden Personen, zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen. Das Entriegeln des Kofferraumdeckels oder der Heckklappe ermöglicht den Zugang zu Hilfsmaterial wie Warndreieck und Verbandskasten. Das Entriegeln des Tankdeckels ermöglicht den Zugang zu dem im Tankdeckel angebrachten QR-Code. Mit dem QR-Code können die Rettungskräfte die entsprechende Rettungskarte für das Fahrzeug schnell ermitteln.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät SAM hinten
Steuergerät Vordertür links (N69/1)
Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)
Steuergerät Fondtür links (N69/3) (Typ 205.0/1/2, 253)
Steuergerät Fondtür rechts (N69/4) (Typ 205.0/1/2, 253)
Die Zentralverriegelung wird nach einer Wartezeit von 10 s entriegelt. Bei einem Heckaufprall wird die Zentralverriegelung sofort entriegelt.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Öffnen der Seitenfenster
Bei der Auslösung der pyrotechnischen Rückhaltemittel entstehen Rauchpartikel im Fahrzeuginnenraum. Um ein schnelles Abziehen dieser Rauchpartikel zu erreichen, werden automatisch die Seitenfenster vorn von den elektrischen Fensterhebern um einen Spalt geöffnet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät Vordertür links
Steuergerät Vordertür rechts
Die Steuergeräte Vordertür setzen diese Anforderung um, die Seitenfenster werden geöffnet.
Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))
Um dem Fahrer das Aussteigen bzw. den Ersthelfern das Bergen des Fahrers aus dem Fahrzeug nach einem Unfall zu erleichtern, wird die crashaktive Ausstiegshilfe aktiviert.
Nach dem Eintreten eines Crashereignisses wird die Lenksäule bei folgenden Aktionen automatisch nach oben in eine fest definierte Position eingestellt:
Öffnen der Fahrertür
Wechsel des Klemmenstatus Klemme 15C Ein nach Klemme 15C Aus
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Fahrersitz (N32/1), das die Funktion crashaktive Ausstiegshilfe steuert.
Referenzierte Dokumente
- gf9160p9996rf Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System