gf8295p0004gnu

Notrufsystem Funktion

Typ gf · Thema 82.95 · Version 0101 · 2016-04-06

Gültig für: Typ 166 ab Modell-J. 2016 mit Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) außer Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa) Typ 292 mit Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) außer Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa)'

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 82 Elektrische Anlage, Aufbau › 82.95 Notrufsysteme — Baureihe 166 · Baureihe 292

GF82.95-P-0004GNU

Notrufsystem Funktion

06.04.2016

Typ

166

ab Modell-J. 2016

mit Code 348 (Notruf-/Assistentsystem)

außer Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa)

Typ

292

mit Code 348 (Notruf-/Assistentsystem)

außer Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa)

Notrufsystem Funktion

P82.95-3056-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

N10/8

Steuergerät Fond

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

A2

Radio (mit Code 505 (Radio 20 NTG5 nicht navigationsfähig) oder mit Code 522 (Radio Audio 20))

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

CAN A

Telematik-CAN

A2/5

Antennenweiche Global Positioning System

N40/3

Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit Code 810 (Sound-System) oder Code 811 (Advanced Sound-System))

CAN B

Innenraum-CAN

A2/52

Antenne Notrufsystem

N70

Steuergerät Dachbedieneinheit

CAN D

Diagnose-CAN

A28/11

Kombiantenne

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

A40/3

Steuereinheit COMAND (mit Code 531 (COMAND APS))

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

A40/8

Audio-/COMAND-Display

N123/4

Steuergerät Notrufsystem

LIN B13

Dach-LIN

A67b1

Mikrofongruppe Freisprecheinrichtung

N135

Lenkradelektronik

LIN E1

Lenkungs-LIN

H4/27

Lautsprecher Instrumententafel Mitte

S93/3s2

Taste Notrufsystem

LVDS

Low Voltage Differential Signal

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

S93/3s4

Taste Pannendienst

MOST

Media Oriented System Transport

N10

Steuergerät SAM

S93/3s5

Taste MB-Info

Funktionsvoraussetzungen Notrufsystem allgemein

Klemme 30

Transportmodus nicht aktiv

Jeder fahrzeugnahe Dienst ist separat autorisiert.

Das Kommunikationsmodul des Steuergeräts Notrufsystem ist mit der Rufnummer des entsprechenden Diensteanbieters konfiguriert.

Der Fahrzeughalter ist in der Dienstzentrale registriert und autorisiert.

Notrufsystem allgemein

Mit dem Steuergerät Notrufsystem werden die folgenden fahrzeugnahen Dienste realisiert:

Autorisierung ("Provisioning")

Notruf manuell oder automatisch

MB-Info-Ruf

Pannendienst

Benachrichtigung bei Einbruch- und Diebstahlwarnung ("Anti Theft Notification")

Fahrzeugauffindung ("Diebstahlverfolgung")

Fahrzeug-Fernentriegelung

Fahrzeug-Fernverriegelung

Ferndiagnose ("Remote Diagnosis")

Übertragen der Fahrzeugposition ("Vehicle Locator")

Benachrichtigung bei Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit ("Speed Alert")

Benachrichtigung bei Erreichen oder Verlassen eines bestimmten Gebiets ("Geo Fencing")

Übertragen von Informationen (z. B. Daten für die Navigation) zum Fahrzeug ("Remote Information Feed")

Übertragen von Updates zum Fahrzeug ("Remote Update")

Optische und akustische Fahrzeugerkennung ("Flash Lights and Sound Horn")

Internetverbindung

Das Steuergerät Notrufsystem wird nicht für das normale Telefonieren eingesetzt.

Die Funktion Notrufsystem setzt sich zunächst aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Selbstdiagnose

Anzeige des Status Notrufsystem

Auswahl der Telefonantenne

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Standortbestimmung

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Manueller oder automatischer Notruf

Weitere Teilfunktionen sind in separaten Dokumenten beschrieben:

Weitere Telematikdienste Funktion

Internetverbindung Funktion

Die Internetverbindung wird nicht über das Steuergerät Notrufsystem gesteuert, sondern über das Audiogerät. Informationen zur Priorisierung der Dienste erhalten Sie am Ende dieses Dokuments.

Selbstdiagnose

Erhält das Steuergerät Notrufsystem vom Steuergerät elektronisches Zündschloss die Botschaft "Klemme 15R", führt das Steuergerät Notrufsystem eine Selbstdiagnose durch (ca. 8 bis 10 s). Die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst leuchten für ca. 10 s.

Das Steuergerät Notrufsystem erhält die Botschaft "Klemme 15R" über den Diagnose-CAN vom Steuergerät elektronisches Zündschloss. Nach erfolgreicher Selbstdiagnose ist das Notrufsystem betriebsbereit und die Leuchtdioden erlöschen.

Bei einem Fehler erscheint je nach Fehlerart eine Fehlermeldung im Kombiinstrument, zusätzlich werden die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst permanent angesteuert. Der Fehler wird je nach Fehlerart auch im Fehlerspeicher des Steuergeräts Notrufsystem abgelegt.

Anzeige des Status Notrufsystem

Der Status des Notrufsystems wird auf folgende Arten angezeigt:

Anzeige des Status durch Leuchtdioden

Anzeige des Status im Kombiinstrument

Anzeige des Status auf dem Audio-/COMAND-Display

Bei einigen Diensten erfolgt keine systemspezifische Statusanzeige im Fahrzeug.

Anzeige des Status durch Leuchtdioden

Die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst dienen zur Anzeige folgender Status:

Selbstdiagnose des Notrufsystems, Leuchtdioden leuchten für ca. 10 s.

Aktiver Dienst, jeweilige Leuchtdiode blinkt.

Fehler im Notrufsystem, Leuchtdioden leuchten permanent.

Systembereitschaft des Notrufsystems, Leuchtdioden sind aus.

Diagnose

Das Steuergerät Notrufsystem steuert die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst über folgenden Weg an:

Diagnose-CAN 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Innenraum-CAN 

Steuergerät SAM 

Dach-LIN 

Steuergerät Dachbedieneinheit

Anzeige des Status im Kombiinstrument

Der Status des Notrufsystems wird in folgenden Fällen durch eine Textmeldung im Kombiinstrument angezeigt:

Aktiver Dienst

Fehler im Notrufsystem

Die Anzeige der Meldung im Kombiinstrument erfolgt vom Steuergerät Notrufsystem über folgenden Weg:

Diagnose-CAN 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Innenraum-CAN

Anzeige des Status auf dem Audio-/COMAND-Display

Ein aktiver Dienst des Notrufsystems wird durch eine Textmeldung oder ein Pop-up-Fenster (mit Bestätigungsaufforderung) auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt.

Die Anzeige der Meldung oder des Pop-up-Fensters erfolgt durch das Steuergerät Notrufsystem über folgenden Weg:

Diagnose-CAN 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Innenraum-CAN 

Audiogerät 

LVDS-Leitung 

Audio-/COMAND-Display

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Auswahl der Telefonantenne

Defekt der Kombiantenne oder unzureichender Empfang

Auswahl der Telefonantenne

Im Normalfall sendet und empfängt das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul alle Mobilfunksignale über die Kombiantenne. Bei unzureichendem Empfang oder einem Defekt der Kombiantenne sendet und empfängt das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul die Mobilfunksignale automatisch über die Antenne Notrufsystem.

Das Steuergerät Notrufsystem überwacht die Kombiantenne über eine direkte Leitung und erkennt den Ausfall oder unzureichenden Empfang. Das Steuergerät Notrufsystem sendet oder empfängt daraufhin automatisch die Mobilfunksignale der jeweiligen fahrzeugnahen Dienste über die Antenne Notrufsystem.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Einer der folgenden fahrzeugnahen Dienste ist ausgelöst:

Manueller oder automatischer Notruf

MB-Info-Ruf

Pannendienst

Fahrzeugauffindung

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Unabhängig von der Art des ausgelösten fahrzeugnahen Dienstes (z. B. MB-Info-Ruf) wird eine Sprachverbindung zur Dienstzentrale aufgebaut. Nach Rückmeldung der Dienstzentrale mittels eines speziellen Tons wird eine SMS-Botschaft an die Dienstzentrale gesendet. Diese SMS enthält die Fahrzeugposition, Kunden- und Fahrzeugidentifikationsdaten sowie weitere Fahrzeugdaten ("Initial Summary"). Anschließend kann der Nutzer über die noch bestehende Sprachverbindung mit einem Kundenbetreuer sprechen.

Für die Spracheingabe wird die Mikrofongruppe Freisprecheinrichtung verwendet. Die Signale der Mikrofongruppe Freisprecheinrichtung werden zum Audiogerät übertragen, dort durchgeschleift und zu dem im Steuergerät Notrufsystem integrierten Kommunikationsmodul weitergeleitet. Anschließend sendet das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul die Signale der Mikrofongruppe Freisprecheinrichtung an die Dienstzentrale. Das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul sendet und empfängt die Mobilfunksignale über die Kombiantenne.

Bei einem Ausfall der Kombiantenne oder bei unzureichendem Empfang sendet und empfängt das Steuergerät Notrufsystem die Mobilfunksignale automatisch über die Antenne Notrufsystem.

Der Aufbau einer Sprachverbindung zur Dienstzentrale wird nach mehreren erfolglosen Anwahlversuchen durch das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul abgebrochen. Der Abbruch des Verbindungsaufbaus wird durch eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument sowie auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt. Die Sprachausgabe erfolgt ausschließlich über den Lautsprecher Instrumententafel Mitte. Der Lautsprecher Instrumententafel Mitte wird über direkte Leitungen vom Steuergerät Notrufsystem angesteuert. Für alle anderen Anwendungen (z. B. Audiobetrieb) werden der Lautsprecher Instrumententafel Mitte und alle anderen ausstattungsabhängig verbauten Lautsprecher durch ein Mute-Signal vom Steuergerät Notrufsystem stummgeschaltet.

Bei Fahrzeugen außer Code 810 (Sound-System) und außer Code 811 (Advanced Sound-System) wird das Mute-Signal über eine direkte Leitung an das Audiogerät gesendet. Bei Fahrzeugen mit Code 810 (Sound-System) oder Code 811 (Advanced Sound-System) wird das Mute-Signal über eine direkte Leitung zum Steuergerät Verstärker Soundsystem gesendet. Die Sprachverbindung wird im Normalfall durch die Dienstzentrale oder den Nutzer beendet.

Bei einem Notruf kann die Sprachverbindung nur durch die Dienstzentrale beendet werden oder dadurch, dass das Beenden der Telefonverbindung über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts mindestens 15 s lang ausgeführt wird.

Standortbestimmung

Zur Standortbestimmung verwendet das Steuergerät Notrufsystem das satellitengestützte Ortungssystem Global Positioning System (GPS). GPS steht weltweit zur Verfügung. Die GPS-Ortung ist nach einem Fahrzeugtransport (z. B. Zug-, Fähr- und Abschleppfahrten) unersetzlich. Eine GPS-Neuortung (nach Unterbrechung des Satellitenempfangs) kann mehrere Minuten dauern (bei Erstinbetriebnahme des Steuergeräts Notrufsystem bis zu 20 min). Die Basis-Standortbestimmung läuft parallel zur GPS-Standortbestimmung ab.

Die Funktion Standortbestimmung setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

GPS-Standortbestimmung

Basis-Standortbestimmung

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung GPS-Standortbestimmung

Klemme 15R EIN oder Auslösen eines autorisierten Dienstes

GPS-Standortbestimmung

Der im Steuergerät Notrufsystem integrierte GPS-Empfänger erhält die GPS-Signale über die Antennenweiche Global Positioning System von der Kombiantenne. Aus den GPS-Signalen berechnet das Steuergerät Notrufsystem die aktuelle Position des Fahrzeugs (Empfänger). Darüber hinaus wird mithilfe der Abfolge der mit GPS berechneten Standorte die Fahrtrichtung des Fahrzeugs ermittelt.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Basis-Standortbestimmung

Klemme 15R EIN

Basis-Standortbestimmung

Zur Basis-Standortbestimmung benötigt das Steuergerät Notrufsystem Raddrehzahl- und Gierratensignale vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.

Die Raddrehzahl- und Gierratensignale vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm werden auf folgendem Weg übertragen:

Fahrwerk-CAN 1 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Diagnose-CAN 

Steuergerät Notrufsystem

Das Steuergerät Notrufsystem berechnet aus den Daten die momentane Fahrzeugposition (Längengrad und Breitengrad).

Ortungsfehler bei der Standortbestimmung: Rückwärtsrollen bei "Klemme 15 AUS" (Zündung ausgeschaltet) oder ein Transport des Fahrzeugs verfälschen die Basis-Standortbestimmung. Die Abweichung wird von dem im Steuergerät Notrufsystem integrierten Navigationsrechner bei Empfang von GPS-Daten in beiden Fällen automatisch korrigiert.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Klemme 15R EIN

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Bei einem Unfall mit Airbagauslösung wird sofort ein automatischer Notruf (E-Call) abgesetzt. Dabei spielt die Schwere des erkannten Unfalls keine Rolle. Das Steuergerät Notrufsystem erhält die Crash-Informationen über eine direkte Leitung als digitales Crash-Signal vom Steuergerät Supplemental Restraint System.

Zusätzlich (redundant) werden die Crash-Informationen, inkl. Crash-Level, über folgenden Weg übertragen:

Fahrwerk-CAN 1 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Diagnose-CAN 

Steuergerät Notrufsystem

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet über denselben Weg wie die Crash-Informationen inkl. Crash-Level alle 500 ms ein "LIFE"-Signal ("Lebenszeichen" des Steuergeräts Supplemental Restraint System). Damit wird die Kommunikation mit dem Steuergerät Supplemental Restraint System und die ordnungsgemäße Funktion der Crash-Erkennung permanent vom Steuergerät Notrufsystem überwacht.

Manueller oder automatischer Notruf

Befindet sich der Fahrer in einem entlegenen Gebiet in einer Notsituation, kann ein Mitarbeiter der Dienstzentrale sich mithilfe der vom Steuergerät Notrufsystem erhaltenen Daten (Sprachverbindung und SMS) einen Überblick über den Zustand im Inneren des Fahrzeugs verschaffen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten. Ein Notruf kann manuell oder automatisch ausgelöst werden.

Ziel dieser Notrufe sind folgende Punkte:

Automatische Alarmierung der Rettungsdienste nach Unfall

Alarmierung der Rettungskräfte auf Knopfdruck (eigene Notsituation, beobachteter Unfall)

Verkürzen der Rettungszeiten durch schnelle Notmeldung mit Angabe des exakten Einsatzorts

Bei einem manuellen oder automatischen Notruf kann die Dienstzentrale bei Bedarf Daten für die Navigation zum Fahrzeug übertragen. Die Daten werden dem Navigationsmodul des Audiogeräts zur Verfügung gestellt.

Bei einem Notruf kann die Sprachverbindung nur durch die Dienstzentrale beendet werden oder dadurch, dass das Beenden der Telefonverbindung über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts mindestens 15 s lang ausgeführt wird.

Das Signal wird von der Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts auf folgendem Weg übertragen:

Lenkradelektronik 

Lenkungs-LIN 

Steuergerät Mantelrohrmodul 

Fahrwerk-CAN 1 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Fahrwerk-CAN 2 

Kombiinstrument

Das Signal der Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts wird auf folgendem Weg vom Kombiinstrument übertragen:

Innenraum-CAN 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Diagnose-CAN 

Steuergerät Notrufsystem

Die Funktion Notruf setzt sich aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Auslösen eines manuellen Notrufs

Auslösen eines automatischen Notrufs

Übertragen der Notrufdaten und Kommunikation mit der Dienstzentrale

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Auslösen eines manuellen Notrufs

Kein höher priorisierter fahrzeugnaher Dienst (automatischer Notruf) ist aktiv.

Auslösen eines manuellen Notrufs

Durch Betätigen der Taste Notrufsystem wird der manuelle Notruf ausgelöst. Die Taste Notrufsystem ist mit einer Sicherungsklappe abgedeckt. Durch Antippen der Sicherungsklappe wird diese entriegelt und öffnet sich mithilfe eines Federmechanismus selbstständig.

Das Steuergerät Dachbedieneinheit sendet die Signale der Taste Notrufsystem über folgenden Weg:

Dach-LIN 

Steuergerät SAM 

Innenraum-CAN 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Diagnose-CAN 

Steuergerät Notrufsystem

Auslösen eines automatischen Notrufs

Das Steuergerät Notrufsystem erhält vom Steuergerät Supplemental Restraint System ein Crash-Signal über eine direkte Leitung.

Gleichzeitig sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System das Crash-Signal (redundant) und den Crash-Level über folgenden Weg:

Fahrwerk-CAN 1 

Steuergerät elektronisches Zündschloss 

Diagnose-CAN 

Steuergerät Notrufsystem

Übertragen der Notrufdaten und Kommunikation mit der Dienstzentrale

Nach Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs baut das Steuergerät Notrufsystem eine Sprachverbindung zur Dienstzentrale auf. Nach der Rückmeldung der Dienstzentrale mittels eines speziellen Tons sendet das Steuergerät Notrufsystem über das integrierte Kommunikationsmodul automatisch eine SMS an die Dienstzentrale.

Die automatisch gesendete SMS an die Dienstzentrale enthält folgende Daten:

Fahrzeugposition, Fahrtrichtung und Historie

Fahrzeugdaten und Crash-Informationen

Das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul sendet und empfängt die Mobilfunksignale über die Kombiantenne.

Bei einem manuellen oder automatischen Notruf werden andere fahrzeugnahe Dienste (z. B. MB-Info-Ruf (MB-Info-Call)) unterbrochen.

Bei einem Ausfall der Kombiantenne oder bei unzureichendem Empfang sendet und empfängt das Steuergerät Notrufsystem die Mobilfunksignale automatisch über die Antenne Notrufsystem.

Kommt bei einer Auslösung des automatischen Notrufs keine Verbindung mit der Dienstzentrale zu Stande, so wird automatisch eine Sprachverbindung mit einer Notrufnummer aufgebaut und die aufgeführten Daten müssen mündlich übermittelt werden.

Priorisierung

Das Steuergerät Notrufsystem kann eine Sprach- oder Datenverbindung und parallel eine SMS-Verbindung verwalten. Die Datenverbindung kann durch das zeitversetzte Übertragen von Datenpaketen von mehreren Diensten parallel genutzt werden. Das Prioritätenmanagement beruht auf folgenden Grundsätzen:

SMS-fähige Dienste werden bei Aktivierung eines der vier Dienste mit der höchsten Priorität per SMS ausgeführt und die weiteren Verbindungsressourcen für den priorisierten Dienst frei gegeben.

Nicht SMS-fähige Dienste oder eine Internetverbindung werden bei Aktivierung eines der vier Dienste mit der höchsten Priorität beendet und die Verbindungsressourcen für den priorisierten Dienst frei gegeben.

Die Datenermittlung für die Ferndiagnose verfügt über einen eigenen Datenkanal und kann zusätzlich zu jedem anderen Dienst durchgeführt werden.

Die vier Dienste mit der höchsten Priorität werden ausgeführt, wenn kein höher priorisierter Dienst aktiv ist.

SMS-fähige Dienste sind:

Fahrzeugauffindung ("Diebstahlverfolgung")

Fahrzeug-Fernentriegelung

Fahrzeug-Fernverriegelung

Benachrichtigung bei Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit ("Speed Alert")

Benachrichtigung bei Erreichen oder Verlassen eines bestimmten Gebiets ("Geo Fencing")

Optische und akustische Fahrzeugerkennung ("Flash Lights and Sound Horn")

In der folgenden Tabelle sind die vier Dienste mit der höchsten Priorität aufgeführt.

Priorität

Dienst

1

Automatischer Notruf

2

Manueller Notruf

3

Pannendienst

4

MB-Info

MB-Info und Pannendienst können durch Drücken der Taste eines höher priorisierten Dienstes in diesen höher priorisierten Dienst umgewandelt werden, ohne dass die Sprachverbindung unterbrochen wird. Ein MB-Info-Ruf wird z. B. in einen manuellen Notruf umgewandelt, wenn bei aktivem MB-Info-Ruf die Taste Notrufsystem gedrückt wird.

Funktionsschema Elektrik Anzeige des Status Notrufsystem Funktion

PE82.95-P-2061-97NBA

Funktionsschema Elektrik Manueller oder automatischer Notruf Funktion

PE82.95-P-2066-97NBA

Funktionsschema Elektrik Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale Funktion

PE82.95-P-2069-97NBA

Funktionsschema Elektrik Standortbestimmung Funktion

PE82.95-P-2070-97NBA

Weitere Telematikdienste Funktion

GF82.95-P-2025GNU

Übersicht Systembauteile Telematik

GF82.85-P-9999GN

Referenzierte Dokumente