gf4245p2000m

ESP Bremsmomentregelkreis Funktion

Typ gf · Thema 42.45 · Version 0100 · 2002-08-20

Gültig für: TYP 163 ab 1.9.02 mit CODE (472a) Electronic-Stability-Program (ESP)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.45 Electronic Stability Program (ESP), Stabilitätsregelung (SR) — Baureihe 163

GF42.45-P-2000M

ESP Bremsmomentregelkreis Funktion

7.3.02

TYP 163 ab 1.9.02 mit CODE (472a) Electronic-Stability-Program (ESP)

CAN-Datenbus

Steuergerät
ESP/BAS

(N47-5)

Steuergerät Verteilergetriebe (N78)

Motorsteuergerät

Getriebesteuergerät

Drehzahlgeber vorn links (L6/1)

Drehzahlgeber vorn rechts (L6/2)

Drehzahlgeber hinten links (L6/3)

Drehzahlgeber hinten rechts (L6/4)

Bremsdrucksensor ESP (B34)

Schalter für Feststellbremskontrolle (S12)

Schalter ESP OFF (S76/6)

Lenkwinkelsensor (N49)

Spannungsversorgung Klemme 15, 30, 31

Relais Bremslicht-unterdrückung ESP (F1k6)

Hydraulikeinheit für Traktionssysteme (A7/3)

Hochdruck- und Rückförderpumpe (A7/3m1)

Magnetventile

(A7/3y6 bis A7/3y23

Relais Hochdruck-/
Rückförderpumpe (F1k25)

Kombi-Instrument (A1)

Kontrolleuchte ABS (A1e17)

Kontrolleuchte ETS (A1e35)

Warnleuchte ESP (A1e41)

Kontrolleuchte BAS/ESP (A1e47)

Prüfkupplung für Diagnose X11/4

Bremskraftverstärker
BAS (A7/7)

Magnetventil für BAS (A7/7y1)

Löseschalter für BAS (A7/7s1)

Membranwegsensor für BAS (A7/7b1)

Sensor Drehgeschwindigkeit und Querbeschleunigung (B24/15)

Mit den Bauteilen der Elektrik/Elektronik werden die entsprechenden Funktionen des Bremsmomentregelkreises gesteuert. Dabei werden ein oder mehrere Räder durch Regelung des Druckes der Bremsflüssigkeit im entsprechenden Radbremszylinder gezielt abgebremst.

Die Spannungsversorgung des Steuergerätes ESP (N47-5) erfolgt über das Sicherungs- und Relaismodul (F1).

Das Steuergerät ESP (N47-5) steuert alle Funktionen des Bremsmomentenregelkreises und benötigt dazu die Signale folgender Bauteile:

4 Raddrehzahlgeber

Lenkwinkelsensor

Sensor Drehgeschwindigkeit und
Querbeschleunigung über CAN-Datenleitung

Bremsdrucksensor ESP

Schalter Feststellbremse

Steuergerät ME über CAN-Datenleitung

Steuergerät EGS über CAN-Datenleitung

Schalter ESP OFF

Löseschalter BAS

Membranwegsensor BAS

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Eingangssignale werden im Steuergerät ESP (N47-5) zu Ausgangssignalen für folgende Bauteile verarbeitet:

Magnetventil BAS

Magnetventile in der Hydraulikeinheit

Hochdruck-und Rückförderpumpe

Motorsteuergerät über CAN-Datenleitung

Steuergerät EGS über CAN-Datenleitung

Warn- und Kontrolleuchten im Kombiinstrument über CAN Datenleitung:

Kontrolleuchte ABS (A1e17)

Kontrolleuchte ETS (A1e35)

Warnleuchte ESP (A1e41)

Kontrolleuchte BAS/ESP (A1e47)

-----------------------------------------------------------------------------------------

Das Steuergerät ESP (N47-5) entscheidet aufgrund der Eingangssignale, welche der 7 Betriebsarten geschaltet werden muß:

Normalbetrieb

ABS-Regelbetrieb

ETS/ASR-Regelbetrieb

MSR-Regelbetrieb (siehe Antriebsmomentregelkreis)

ESP-Regelbetrieb

BAS-Betrieb

Elektronische Bremskraftverteilung

ESP-Aus-Betrieb

Normalbetrieb

Bei Normalbetrieb liegt kein Fahrzustand vor der einen Regelbetrieb erfordert. Sämtliche Magnetventile in der Hydraulikeinheit ESP (A7/3) sind in Grundstellung, also stromlos geschaltet. Das System ist bremsbereit. Die Antriebsmomentregelung ist nicht aktiviert.

Diese Betriebsart besteht auch, wenn eine Störung bei BAS, ABS oder ESP vorliegt.

-----------------------------------------------------------------------------------------

ABS-Regelbetrieb

Aus den Raddrehzahlsignalen erkennt das Steuergerät ESP (N47-5), daß die Kriterien für eine ABS-Regelung vorliegen. Daraufhin werden die entsprechenden Magnetventile in der Hydraulikeinheit angesteuert.

Die Magnetventile der Vorder- und Hinterachse in der Hydraulikeinheit ESP (A7/3) werden einzeln angesteuert (4-Kanal-Regelung).

-----------------------------------------------------------------------------------------

ETS/ASR-Regelbetrieb

Im Steuergerät ETS (N47-2) werden die Drehzahlen aller Räder erfaßt und verarbeitet. Es wird daraus eine Fahrzeugreferenzgeschwindigkeit errechnet.

Erkennt das Steuergerät ESP (N47-5) aus den Drehzahlsignalen, daß ein oder mehrere Antriebsräder zum Durchdrehen neigen, beginnt der ETS/ASR-Regelbetrieb. Bei niedrigsten Reibwerten ist ein Bremsdruckaufbau an allen 4 Rädern gleichzeitig möglich.

Man unterscheidet:

A Regelung im Straßengang (komfortorientiert)

B Regelung im Geländegang (traktionsorientiert)

A ETS-Funktion bei eingelegtem Straßengang

Das oder die durchdrehenden Antriebsräder werden über die zugehörigen Radbremsen abgebremst bis der berechnete Antriebsschlupf (ca. 5 km/h über Referenzgeschwindigkeit) erreicht ist. Es wird an jedem Rad nur so viel Schlupf zugelassen, wie für optimale Traktion notwendig ist.

Zum Abbremsen des durchdrehenden Rades wird über ein Drucksystem in der Hydraulikeinheit der Bremsflüssigkeitsdruck in den Bremssattel geleitet (Druckaufbau).

-----------------------------------------------------------------------------------------

Über Magnetventile in der Hydraulikeinheit ESP (A7/3) wird das Bremsmoment durch Druckaufbau, Druckhalten, Druckabbau geregelt.

Dieser ETS-Regelbetrieb wird bei erfüllten Zuschaltbedingungen nur im Geschwindigkeitbereich von 0-60 km/h zugelassen.

Bleiben bei einem Beschleunigungsvorgang die Zuschaltbedingungen über die 60 km/h-Schwelle hinweg erhalten, so ist der ETS/ASR-Regelbetrieb bis ca. 80 km/h wirksam.

B ETS-Funktion bei eingelegtem Geländegang (LOW RANGE)

Grundfunktion wie bei eingelegtem Straßengang. Es wird jedoch beginnend bei 5 km/h Sollschlupfvorgabe, der Sollschlupf auf

2 km/h abgesenkt, wenn ein größerer Traktionsausfall vorliegt und die Fahrzeuggeschwindigkeit < 20 km/h ist. Zusätzlich wird die Druckmodulation beeinflußt.

-----------------------------------------------------------------------------------------

ESP-Regelbetrieb

Im Steuergerät ESP (N47-5) werden die Raddrehzahlen, der Lenkwinkel, die Drehgeschwindigkeit und Querbeschleunigung des Fahrzeuges sowie der druckstangen- (DK) und schwimmkreisseitige (SK) Bremsdruck vom integrierten Fahrzustandsregler erfaßt und verarbeitet.

Nach Auswertung der Eingangssignale werden das Magnetventil für BAS (A7/7y1), die Hochdruck- und Rückförderpumpe (A7/3m1) und die entsprechenden Magnetventile der Hydraulikeinheit Traktionssysteme (A7/3) angesteuert, um den Bremsdruck in den einzelnen Radbremsen einzuregeln.

BAS-Betrieb

Aus der Pedalgeschwindigkeit des Bremspedals erkennt das Steuergerät ESP (N47-5) eine Notfallbremsung und leitet den BAS-Betrieb ein, (siehe BAS Funktion).

Elektronische Bremskraftverteilung

Mit Hilfe der Raddrehzahlen wird eine sensible Schlupfüberwachung der Hinterräder bei jeder Bremsung durchgeführt. Durch Ansteuern der entsprechenden Magnetventile in der Hydraulikeinheit wird eine Überschreitung der zulässigen Hinterachsschlupfwerte verhindert.

ESP-Ausbetrieb (ESP OFF)

Bei Betätigung des Schalters ESP OFF (S76/6) wird die Antriebsmomentregelung und die Motorschleppmoment- (MSR) Regelung abgeschaltet.

Zusätzlich wird die ESP-Stabilitätsfunktion beim Beschleunigen und im Freirollzustand aufgehoben. Beim Bremsen durch den Fahrer bleibt die ESP-Stabilitätsfunktion weiterhin erhalten.

ABS Regelbetrieb Funktion

GF42.45-P-3000D

ASR Regelbetrieb Funktion

GF42.45-P-3500D

ESP Regelbetrieb Funktion

GF42.45-P-3700D

Elektronische Bremskraftverteilung Funktion

GF42.35-P-3600A

BAS Funktion

GF42.31-P-0001A

Referenzierte Dokumente