P27.60-4134-79
Beispielhafte Darstellung |
1 | Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung |
Übersicht
Dieses Dokument enthält Informationen zu:
Allgemeines
Funktion
Allgemeines
Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung steuert die elektromechanischen Hydraulikventile in Abhängigkeit der ausgewerteten Eingangssignale. Die elektromechanischen Hydraulikventile bestimmen die Getriebeübersetzung und den Arbeitsdruck.
Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für:
Leeres Fahrzeug
Warmer Betriebszustand
Ebene Fahrbahn
Meereshöhe
Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:
Beladungszustand des Fahrzeugs
Änderung des Fahrwiderstands
Fahrpedalbewegung
Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gewählter Fahrstufe
Fahrpedalstellung
Fahrprogrammwahl
Gewähltem Gang
Signalen auf dem Antriebs-CAN
Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung |
2 | Kontaktträger |
3 | Deckel-/Schiebergehäuse |
4 | Elektrische Zusatzölpumpe |
5 | Zwischenblech |
6.1 | Elektromagnet Kupplungssteuerung |
6.2 | Elektromagnet Kupplungssteuerung |
6.3 | Elektromagnet Kupplungssteuerung |
7.1 | Elektromagnet Lamellenbremssteuerung |
7.2 | Elektromagnet Lamellenbremssteuerung |
7.3 | Elektromagnet Lamellenbremssteuerung |
8 | Schiebergehäuse |
9 | Elektromagnet Schmierdruck |
10 | Elektromagnet Arbeitsdruck |
11 | Ventilblock |
12 | Elektromagnet Wandlerüberbrückungskupplung |
13 | Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung |
14 | Getriebestecker |
P27.60-4133-82
Funktion
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Kick-down
Notlauf
Drehzahlsensorik
Arbeitsdruck
Schmierdruck
Schaltdruck
Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Die elektronische Getriebesteuerung verwaltet die Gangwahl, Anpassung des jeweiligen Drucks und das zu übertragende Moment. Die hydraulischen Elemente in der Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung verwalten die Leistungsansteuerung des Automatikgetriebes. Die über die Antriebswelle verbundene Ölpumpe und elektrische Zusatzölpumpe versorgen die hydraulischen Elemente (hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) mit Öl. Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung des Drucks an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase.
Kick-down
Ab einem Pedalweg > 90 % des Fahrpedalsensors wird die Funktion Kick-down aktiviert.
Das Kick-down-Signal wird vom Steuergerät Verbrennungsmotor an das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung übermittelt.
Um maximale Fahrleistungen zu erzielen, steuert das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung die Elektromagnete so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen.
Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit durchgeführt.
Notlauf
Wenn ein Defekt an einem der Elektromagneten auftritt, wird der entsprechende Gang gesperrt und nicht mehr geschaltet. Über den DIRECT SELECT-Wählhebel kann der Fahrer die gewünschte Fahrstufe P, R, N oder D einlegen. Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Automatikgetriebe unterbrechen.
Im Fehlerspeicher werden die Fehler abgelegt. Diese können mit dem XENTRY Diagnosis COM Kit ausgelesen werden. Den Diagnosestatus Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung vom Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung.
Manuelle Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge haben, werden nicht ausgeführt.
Drehzahlsensorik
Drehzahlsensor interne Antriebsdrehzahl
Die interne Antriebsdrehzahl wird mit einem aktiven Sensor (Differenz-Hall-Sensor mit integriertem Magnet) erfasst. Als passives Sensorelement für die interne Antriebsdrehzahl wird der Außenlamellenträger verwendet.
Drehzahlsensor Turbinenrad
Die Turbinenraddrehzahl wird mit einem passiven Sensor (Differenz-Hall-Sensor) erfasst. Als aktives Sensorelement für die Turbinendrehzahl wird ein Polrad verwendet, welches auf den Planetenradträger des Planetenradsatzes P4 aufgepresst ist.
Drehzahlsensor Abtriebswelle
Die Abtriebsdrehzahl wird mit einem aktiven Sensor mit Drehrichtungserkennung (Differenz-Hall-Sensor mit integriertem Magnet) erfasst. Als passives Sensorelement für die Abtriebsdrehzahl wird der Außenlamellenträger verwendet, welcher mit der Abtriebswelle verschweißt ist.
Zusätzlich besitzt die Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung Drehzahlsensoren, welche nicht einzeln erneuert werden können.
Arbeitsdruck
Der von der Primärpumpe erzeugte Öldruck wird durch den Regelschieber Arbeitsdruck in den Arbeitsdruck umgewandelt. Die Höhe des Arbeitsdrucks ist abhängig von der Stellung des Regelschiebers und somit von dessen Geometrie.
Die Stellung des Regelschiebers Arbeitsdruck wird durch den Elektromagnet Arbeitsdruck last- und gangabhängig beeinflusst. Vom Arbeitsdruck werden alle anderen für die Getriebesteuerung notwendigen Öldrücke abgeleitet.
Schmierdruck
Am Regelschieber Arbeitsdruck wird Überschussöl zum Regelschieber-Schmierdruck abgeleitet und von dort geregelt zur Schmierung und Kühlung der mechanischen Getriebeteile und des Drehmomentwandlers verwendet. Außerdem wird über die Regelung des Schmierdrucks der Öldruck im Drehmomentwandler begrenzt.
Schaltdruck
Der Schaltdruck (Öldruck in der Lamellenkupplung oder in der Lamellenbremse) wird vom Arbeitsdruck abgeleitet. Der jeweilige Elektromagnet beeinflusst die Stellung des dazugehörigen Regelschiebers. Die Stellung beeinflusst den in der Lamellenbremse oder in der Lamellenkupplung herrschenden Öldruck. Der Schaltdruck ist somit abhängig von der Geometrie des jeweiligen Regelschiebers.
Die Regelventile Schaltstangen sind Proportionalventile, die folgende Ventilstellungen ermöglichen:
Offen
Zwischenstellung
Geschlossen
Die Ansteuerung der Regelventile erfolgt durch pulsweitenmodulierte Signale.
Die Regelventile Gangsteuerung sind federbelastet und zusätzlich mit Öldruck beaufschlagt, der die Federkraft unterstützt. Dadurch wird ein sanfterer Druckanstieg ermöglicht.
Im unbestromten Zustand werden die Regelventile Gangsteuerung durch die Federkraft in die jeweilige Grundstellung zurückgedrückt.
Referenzierte Dokumente
- gf2760p1002b Schaltung Grundfunktion