gf2550w2002f

Retarderbetrieb Funktion

Typ gf · Thema 25.50 · Version 0100 · 2019-04-08

Gültig für: Typ 963 mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung) mit Code V2B (Actros Modellgeneration 5) Typ 963 mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung) mit Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5) Typ 964 mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung) mit Code V2J (Arocs Modellgeneration 5) Typ 964 mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung) mit Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 25 Kupplung › 25.50 Flüssigkeitskupplung — Baureihe 963 · Baureihe 964

GF25.50-W-2002F

Retarderbetrieb Funktion

08.04.2019

Typ

963

mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung)

mit Code V2B (Actros Modellgeneration 5)

Typ

963

mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung)

mit Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5)

Typ

964

mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung)

mit Code V2J (Arocs Modellgeneration 5)

Typ

964

mit Code G3Y (Turbo-Retarder-Kupplung)

mit Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Retarderbetrieb Funktion

Kraftflussschema im Retarderbetrieb

1

Schwungrad

2

Trockenkupplung

3

Kupplungsdruckplatte (mit Aufnahme für Nebenabtrieb)

4

Hohlwelle

5

Turbo-Retarder-Kupplung

6

Pumpenrad

7

Turbinenrad

8

Turbinenradbremse

9

Klemmkörperfreilauf

10

Getriebeeingangswelle

W25.50-1075-76

Funktion Retarderbetrieb

In allen Fahrstufen kann die in der Turbo­Retarder­Kupplung (5) integrierte Retarderfunktion bei geschlossener Trockenkupplung (2) genutzt werden. Dazu wird die Turbinenradbremse (8) aktiviert und somit das Turbinenrad (7) fest gegen das Gehäuse der Turbo­Retarder­Kupplung (5) abgebremst. Gleichzeitig wird Öl in den Arbeitsraum zwischen Pumpenrad (6) und Turbinenrad (7) geleitet. Das von der Getriebeeingangswelle (10) über die Trockenkupplung (2) und die Hohlwelle (4) angetriebene Pumpenrad (6) wird dabei zum Rotor, das Turbinenrad (7) zum Stator. Die Steuerung des Retarderbremsmoments erfolgt durch Veränderung der Menge des Öls im Arbeitsraum der Turbo­Retarder­Kupplung (5). Beim Anfahren wird das Drehmoment geregelt. Mit dem Unterschied, dass der Arbeitsraum der Turbo­Retarder­Kupplung (5) nur mit einer geregelten Teilmenge Öl und nicht mit einer Maximalbefüllung befüllt wird.

Die während des Retarderbetriebs anfallende Wärme wird über den Wärmetauscher (15) in das fahrzeugseitige Kühlmittelsystem abgeführt. Das abrufbare Retarderbremsmoment ist durch den geschalteten Gang, die Belastungsgrenze des Getriebes, die Temperatur des Kühlmittels und die Öltemperatur der Turbo­Retarder­Kupplung (5) begrenzt.

Bei Erreichen der maximalen Kühlmittel- bzw. Öltemperatur erfolgt automatisch eine Reduzierung des zur Verfügung stehenden Retarderbremsmoments, bis hin zum kompletten Abschalten der Retarderfunktion. Dies wird dem Fahrer durch eine optische Hinweismeldung im Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) bzw. Steuergerät Bildschirm Kombiinstrument (ICS) (A153) angezeigt.

Anforderungsmöglichkeiten für die Retarderfunktion

In folgenden Fällen wird die Retarderfunktion angefordert:

Die Betriebsbremse wird betätigt und das Steuergerät elektronisches Bremssystem (EBS) (A10b) benötigt zur Unterstützung der Bremsleistung die Retarderfunktion der Turbo­Retarder­Kupplung (5).

Der Tempomat ist aktiviert und zur Anpassung der Fahrzeuggeschwindigkeit ist die Retarderfunktion der Turbo­Retarder­Kupplung (5) notwendig, z. B. bei Bergabfahrt.

Der Abstandshalte­Assistent (Code S1I) ist aktiviert und zur Abstandsregelung ist eine Anforderung der Retarderfunktion der Turbo­Retarder­Kupplung (5) notwendig.

Der Schalter Dauerbremse (S23 s4) am Multifunktionshebel rechts wird betätigt.

Voraussetzungen

Antiblockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ASR), ESP® sind nicht im Regelbetrieb.

Die Kühlmitteltemperatur und Öltemperatur der Turbo­Retarder­Kupplung (5) haben den maximalen Grenzwert nicht überschritten.

Retarderbetrieb Funktion

W25.50-A009-79

6

Pumpenrad

A2

Steuergerät Zentrales Gateway (CGW)

S23

Multifunktionshebel rechts

7

Turbinenrad

A3a

Steuergerät Fahrregelung (CPC5)

Y23

Proportionalventil

8

Turbinenradbremse

A7

Steuergerät Advanced Signalerfass- und Ansteuermodul (ASAM)

Y24

Magnetventil Schnellentleerung

9

Klemmkörperfreilauf

A69

Steuergerät Turbo-Retarder-Kupplung (CCM)

Y48

Magnetventil Turbinenradbremse

11

Ölabscheider

B88

Drucksensor Ölvorratsraum

A

Ölzulauf Arbeitsraum

12

Profilentlüftung

B89

Drucksensor Entlüftung

B

Ölrücklauf Arbeitsraum

13

Filter

B90

Temperatursensor Öl

C

Luftkanal (zur Be- und Entlüftung)

14

Auslassdrossel

B91

Temperatursensor Kühlmittel

D

Kühlmittelkreislauf

15

Wärmetauscher

B93

Drehzahlsensor Turbinenrad

E

Ölkanal (Ölversorgung Turbinenradbremse)

16

Rückschlagventil Auslass

CAN 2

Innenraum-CAN

F

Druckluftversorgung

17

Absperrventil Ölzulauf

CAN 3

Rahmen-CAN

G

Drucklose Leitung

18

Ölvorratsraum

CAN 4

Antriebs-CAN

a

Nebenverbraucherkreis

19

Kontrollleuchte Dauerbremse

LIN 15

ASAM-LIN 1

Ablauf der Ansteuerung

Beim Bremsen wird das angeforderte Bremsmoment vom Steuergerät Fahrregelung an das Steuergerät Turbo­Retarder­Kupplung über den Antriebs­CAN weitergeleitet. Das Steuergerät Turbo­Retarder­Kupplung gibt ein elektrisches Signal an das Proportionalventil weiter.

Das Proportionalventil ist mit dem Nebenverbraucherkreis (a) der Druckluftanlage des Fahrzeugs verbunden. Sobald das Proportionalventil ein elektrisches Eingangssignal vom Steuergerät Turbo­Retarder­Kupplung erhält, wird dieses Signal in einen pneumatischen Stelldruck umgewandelt. Dieser wirkt über Luftkanal (C) auf das Öl im Ölvorratsraum (18).

Gleichzeitig wird das Magnetventil Turbinenradbremse aktiviert und die Turbinenradbremse (8) geschaltet. Dadurch wird das Turbinenrad (7) gegen das Gehäuse der Turbo­Retarder­Kupplung (5) festgebremst.

Der Drucksensor Ölvorratsraum erfasst den pneumatischen Stelldruck im Ölvorratsraum (18) und wandelt ihn in ein elektrisches Signal um. Eine Abweichung von der zulässigen Drucktoleranz wird vom Steuergerät Turbo­Retarder­Kupplung erkannt und im Steuergerät Kombiinstrument bzw. Steuergerät Bildschirm Kombiinstrument als Fehlermeldung angezeigt.

Über das geöffnete Absperrventil Ölzulauf (17) und den Ölzulauf Arbeitsraum (A) wird das Öl durch Einlasskanäle im Pumpenrad (6) dem Arbeitsraum zwischen Turbinenrad (7) und Pumpenrad (6) zugeführt.

Das über die Hohlwelle (4) angetriebene und sich drehende Pumpenrad (6) nimmt das Öl in seine Drehbewegung mit auf und beschleunigt es. Im Turbinenrad (7), das als Stator wirkt, wird das Öl umgelenkt und am Innendurchmesser des Arbeitsraums dem Pumpenrad (6) wieder zugeführt. Es baut sich ein Auslassdruck auf, der ein Bremsmoment auf das antreibende Pumpenrad (6) bewirkt.

Die Luft, die sich im Arbeitsraum befindet, wird vom Öl verdrängt und über die Profilentlüftung (12) und den Ölabscheider (11) der Atmosphäre zugeführt.

Das erwärmte Öl strömt über den Ölrücklauf Arbeitsraum (B) und die Auslassdrossel (14) in den Wärmetauscher (15), wo es die aufgenommene Wärmeenergie an den Kühlmittelkreislauf (D) abgibt. Abhängig vom Betriebszustand wird das abgekühlte Öl dann über den Wärmetauscher (15) und das Rückschlagventil Auslass (16) dem Arbeitsraum wieder zugeführt, oder es fließt zurück in den Ölvorratsraum (18).

Beim Beenden des Bremsvorgangs wird das Proportionalventil deaktiviert. Der Stelldruck im Ölvorratsraum (18) baut sich über den Luftkanal (C) und das Proportionalventil ab. Es entlüftet über einen separaten Luftkanal in den Gehäusezwischenraum von Turbo­Retarder­Kupplung (5) und Getriebe.

Zeitgleich wird das Magnetventil Schnellentleerung aktiviert und beaufschlagt das Absperrventil Ölzulauf (17) mit Druck. Dadurch wird das Absperrventil Ölzulauf (17) geschlossen und der Ölzustrom zum Arbeitsraum unterbrochen. Das "Restöl" im Arbeitsraum wird über den Wärmetauscher (15) und das Rückschlagventil Auslass (16) in den Ölvorratsraum (18) zurückgeführt. Nach dem Entleervorgang des Arbeitsraums wird das Magnetventil Schnellentleerung deaktiviert und das Absperrventil Ölzulauf (17) öffnet durch eine Rückstellfeder.

Um ein Entleeren des Öls im Wärmetauscher (15) in den Ölvorratsraum (18) zu verhindern, ist das Rückschlagventil Auslass (16) wieder geschlossen.

Das Magnetventil Turbinenradbremse wird deaktiviert. Der Vorratsdruck über dem Kolben der Turbinenradbremse (8) entweicht an die Atmosphäre und die Turbinenradbremse (8) öffnet.

Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) Bauteilbeschreibung

Nur bei Fahrzeugen mit Code J6A (Classic Cockpit)
A1

GF54.30-W-6001H

Steuergerät Fahrregelung (CPC) Bauteilbeschreibung

A3a

GF30.35-W-4105H

Steuergerät Turbo-Retarder-Kupplung (CCM) Bauteilbeschreibung

A69

GF25.50-W-1018H

Bildschirm Kombiinstrument (ICS) Bauteilbeschreibung

Nur bei Fahrzeugen mit Code J6B (Multimedia Cockpit) oder mit Code J6C (Multimedia Cockpit, interactive)
A153

GF54.30-W-6006F

Drucksensor Ölvorratsraum Bauteilbeschreibung

B88

GF25.50-W-1004H

Drucksensor Entlüftung Bauteilbeschreibung

B89

GF25.50-W-1005H

Temperatursensor Öl Bauteilbeschreibung

B90

GF25.50-W-1007H

Temperatursensor Kühlmittel Bauteilbeschreibung

B91

GF25.50-W-1008H

Drehzahlsensor Turbinenrad Bauteilbeschreibung

B93

GF25.50-W-1014H

Proportionalventil Bauteilbeschreibung

Y23

GF25.50-W-1003H

Magnetventil Schnellentleerung Bauteilbeschreibung

Y24

GF25.50-W-1009H

Magnetventil Turbinenradbremse Bauteilbeschreibung

Y48

GF25.50-W-1010H

Wärmetauscher Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1015H

Profilentlüftung Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1017H

Rückschlagventil Auslass Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1012H

Absperrventil Ölzulauf Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1021H

Ölabscheider Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1006H

Turbinenrad Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1002H

Pumpenrad Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1001H

Turbinenradbremse Bauteilbeschreibung

GF25.50-W-1000H

Referenzierte Dokumente