Aufgrund häufiger i. O. Ausbauten von Traggelenke möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass eine Prüfung der Traggelenke auf Axialspiel nicht erforderlich und möglich ist.
Das Verschleißverhalten der Traggelenke ist konstruktiv auf eine Fahrzeug-"Lebensdauer" ausgelegt.
Voraussetzung hierfür ist eine unbeschädigte Gummimanschette.
Diese kann jedoch durch Überprüfungen mit Montierhebeln oder anderen scharfkantigen Werkzeugen zerstört werden.
Im Rahmen von Wartungsarbeiten sind Dichtheits- und Zustandsprüfungen der Manschetten vorzunehmen, um sicherzustellen, dass das Traggelenk nicht durch Korrosionseinflüsse bleibend geschädigt wird.
Ein Anheben des Fahrzeuges an den Querlenkern ist aus Sicherheitsgründen und einer möglichen Beschädigung des Traggelenkes nicht erlaubt (siehe Dokument AR00.60-D-1000A).
Durch die Anordnung der Traggelenke in den Querlenkern ist selbst bei einem geschädigten Gelenk ein Ausknöpfen der Kugel nicht möglich.
D33.00-1102-79
1 Vorderachsgehäuse
2 Querlenker
3 Querblattfeder
4 Dämpferbein
5 Zahnstangenlenkung
6 Feder-Endanschlag
7 Achsschenkel
8 Traggelenk
Kräfteverhältnis an der Vorderachse
Die Konstruktion der Sprinter Vorderachse ist so angelegt, dass das Blattende der eingespannten Querblattfeder (3) in jedem möglichen Ein- und Ausfederungszustand mit einer Kraft "F" auf den Querlenker (2) drückt. Der Querlenker (2) erzeugt auf den Kugelkopf des Traggelenkes (8) die Kraft "F1".
Im Fahrbetrieb drückt die Radaufstandskraft "R" über den Achsschenkel (7) mit der Kraft "R1" den Kugelkopf in die Kugelpfanne.
Wird das Fahrzeug an der Vorderachse entlastet oder aufgebockt, so wird die Radaufstandskraft "R" null. Das Dämpferbein (4) geht in den Zuganschlag und erreicht den Kugelkopf des Traggelenkes (8) über den Achsschenkel (7) mit der Kraft "A", die vorgespannte Querblattfeder (3) wirkt mit der Kraft "F" über den Querlenker (2) auf die Kugelpfanne mit der Kraft "F1".
Hiermit ist gewährleistet, dass weder bei einem Fahrmanöver noch in aufgebockten Zustand der Kugelzapfen des Traggelenks auf Zug beansprucht wird.
Die Kugel des Traggelenkes (8) wird in jedem Lastfall in die Kugelpfanne gedrückt, es findet keine Wechselbeanspruchung Zug-Druck statt!