Motor | 354, 356.9, 357.9, 364, 366.9, 602, 900.9, 902.9, 904.9, 906.9, 924.9, 926.9 |
Motor | 354.9, 364.9, 904.9 |
Motor | 356, 364, 366, 401, 421, 422, 440, 441, 442, 445, 446 |
Motor | 356.9, 364.9, 366.9, 904.9, 906.9 |
Motor | 401.9, 402.9, 421.9, 422.9, 423.9, 440.9, 441.9, 442.9, 443.9, 445, 446, 457.9, 541.9, 542.9, 902.9, 906.9, 926.9 |
Diese Information enthält die Ergebnisse neuester Untersuchungen und ersetzt daher alle bisherigen Informationen zum Thema Fettsäuremethylester (FAME). Alle älteren Ausgaben sind umgehend gegen die aktuelle Ausgabe auszutauschen. Die Ausgabe eignet sich auch zur Weitergabe an die Kunden.
Hinweise zum Betrieb mit FAME
1. Freigaben
Nachstehende Fahrzeuge/Motoren sind für den Betrieb mit FAME frei gegeben oder nicht frei gegeben.
Vorbemerkung
Zur Beschreibung von Fettsäuremethylester sind drei Abkürzungen gebräuchlich.
FAME Fettsäuremethylester
In der EU-Normung verwendeter Oberbegriff
PME Pflanzenölfettsäuremethylester
Früher verwendeter Oberbegriff im deutschen Sprachraum
RME Rapo-Methylester
Fettsäuremethylester aus Rapsöl
Typ | Motor-Baureihe | FAME-Betrieb möglich | Umrüstung notwendig |
405.050/100/101/102/103/120/121/122/123/200/201/220/221, 437.420/421/425/426/430/431/435/436 | 900 | Ja | Nein |
408 | 600 | Nein | Nein |
417, 418, 427, 435, 437 | 300 | Ja, ab Baujahr 1988 | Nein |
601, 602, 611 | 600 | Nein | Nein |
615, 616, 617, 619, 673, 674, 675, 676, 677, 678, 679 | 300 | Ja. ab Baujahr 1988 | Nein |
625, 650, 651, 652, 653, 654, 655, 656, 657, 658, 659 | 400 | Ja, ab Baujahr 1988 | Ja |
631 | 600 | Nein | Nein |
667, 668, 670 | 300 | Nein | Nein |
667, 668, 670 | 600 | Nein | Nein |
667, 668, 670 | 900 | Nein | Nein |
673, 674, 676 | 900 | Ja | Nein |
930, 932, 933, 934, 950.0/1/2/3, 952.0/1/2/3, 953.1/3, 954.0/1/2 | 500 | Ja | Nein |
940, 942, 943, 944 | 457.9 | Ja | Nein |
950.5/6, 952.5/6, 953.6, 954.5, 970, 972, 974, 975, 976 | 900 | Ja | Nein |
957 | 900 | Ja | Nein |
Industrieaggregate | 300 | Ja, ab Baujahr 1988 | Nein |
Industrieaggregate | 400 | Ja, ab Baujahr 1988 | Ja |
Industrieaggregate | 457.9 | Ja | Nein |
Industrieaggregate | 500 | Ja | Nein |
Industrieaggregate | 600 | Nein | Nein |
Industrieaggregate | 900 | Ja | Nein |
Bei Omnibussen ist ein Betrieb mit FAME nur in Abstimmung mit EvoBus möglich.
Bei den Typen 667, 668 und 670 mit der Motor-Baureihe 900 sind vor dem Betrieb mit FAME serienmäßige Kraftstoffleitungen und Dichtungen gegen FAME-beständige Ausführungen auszuwechseln.
Die Leckkraftstoffleitungen der Einspritzdüsen bei den Motor-Baureihen 400 sind gegen eine FAME-beständige Ausführung auszuwechseln und an den Kraftstoffvorlauf anzuschließen.
Bei Industrieaggregat OM 447hLA ist zusätzlich der serienmäßige elektrohydraulische Absteller gegen eine FAME-beständige Ausführung auszuwechseln.
Alle in dieser Information genannten Angaben, Hinweise und Einschränkungen gelten auch für Motoren in Euro-4-Norm und Euro-5-Norm Ausführung.
Motoren in EPA 04 und EPA 07-Ausführung (mit gekühlter Abgasrückführung) sind nicht für den Betrieb mit FAME frei gegeben.
2. Kraftstoff
Der Kraftstoff muss der DIN EN 14214 entsprechen. Ein Betrieb mit Kraftstoff minderer Qualität kann zu Schäden und Funktionsstörungen führen. Die Daimler AG haftet nicht für Unregelmäßigkeiten und Schäden, die durch Kraftstoffe minderer Qualität entstehen.
Es kann wahlweise FAME oder Dieselkraftstoff eingesetzt werden. Die sich im Kraftstoffbehälter dabei einstellenden unterschiedlichen Mischungen zwischen FAME und normalem Dieselkraftstoff sind unbedenklich.
Der Einsatz von Dieselkraftstoff mit einem FAME-Zusatz von maximal 7 % ist unbedenklich. Dieser Kraftstoff kann auch in Fahrzeugen eingesetzt werden, die für den Betrieb mit FAME nicht frei gegeben sind, und hat auch keinen Einfluss auf die Ölwechselintervalle.
Die Verwendung von reinen Pflanzenölen als Alternative zum Dieselkraftstoff oder FAME lehnen wir aufgrund negativer Erfahrungen (Motorschäden durch Verkokungen, Ablagerungen in den Brennräumen und Ölverschlammung) grundsätzlich ab.
Bei nicht ausreichender Kältestabilität oder tieferen Außentemperaturen ist eine Kraftstoffvorwärmung erforderlich.
Die Europäische Norm DIN EN 14214 verlangt für FAME folgende Kältestabilitäten:
Zeitraum | Kältestabilität bis |
15.04. - 30.09. | 0 °C |
01.10. - 15.11. | -10 °C |
16.11. - 28.02. | -20 °C |
01.03. - 14.04. | -10 °C |
3. Motoröl und Wartung
Für den FAME-Betrieb sind bevorzugt Motoröle nach Mercedes-Benz Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 228.5 bzw. 228.51 (frei gegeben für Motor-Baureihen 457, 541, 542, 900, 902, 924, 926 mit Euro-4-Norm und Euro-5-Norm ohne Dieselpartikelfilter) zu verwenden. Motoröle nach Blatt 228.3 bzw. 228.31 (frei gegeben für die Motor-Baureihen 457, 541, 542, 900, 902, 924, 926 mit Euro-4-Norm und Euro-5-Norm ohne Dieselpartikelfilter) können bei zusätzlich verkürzten Ölwechselintervallen ebenfalls verwendet werden.
Mercedes-Benz Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 228.51 bzw. 228.31 ist nicht gültig für Typ 405, 437.
Über die Kolben und die Zylinder gelangt immer ein gewisser Anteil Kraftstoff in das Motoröl. Aufgrund seines hohen Siedepunkts verdunstet FAME nicht und bleibt vollständig im Motoröl enthalten. Unter bestimmten Bedingungen kann es dabei zu chemischen Reaktionen zwischen FAME und Motoröl kommen. Das kann zu Motorschäden führen.
Daher sind sowohl im reinen FAME- als auch im FAME-Diesel-Mischbetrieb die Wechselintervalle für Motoröl und dem Ölfilter zu verkürzen.
Die Code MY8 (Motorölwechselintervall bei 150.000 km) führt beim Betrieb mit FAME zu verlängerten Ölwechselintervallen.
Die Sonderausführung Code MJ9 (Vorteilpaket, Betrieb mit FAME (Biodiesel)) beinhaltet einen Kraftstoffvorfilter mit einem Wasserabscheider, einen Zusatz-Kraftstoffbehälter/Kombitank für den Betrieb mit Zusatzheizung sowie motorseitige Maßnahmen. Die Code MJ9 (Vorteilpaket, Betrieb mit FAME (Biodiesel)) gestattet verlängerte Ölwechselintervalle beim Betrieb mit FAME.
Verlängerte Ölwechselintervalle beim Betrieb mit FAME sind für Industrieaggregate möglich. Dazu müssen die Motoren mit dem Code MK21 (motorseitige Maßnahmen) und Code MK04 (Kraftstoff-Vorfilter mit Wasserabscheider) ausgestattet sein.
Ölwechselintervalle für Fahrzeuge ohne Wartungssystem (WS) beim Betrieb mit Fettsäuremethylester (FAME) |
Fahrzeug/ | Ölqualität | Fernverkehr | Nahverkehr | Erschwerter Betrieb |
Typ 615, 616, 617, 619, 673, 674, 675, 676, 677, 678, 679 | 228.3 | 15.000 km | 10.000 km | 3.000 km |
Typ 625, 650, 651, 652, 653, 654, 655, 656, 657, 658, 659 | 228.5 | 30.000 km | 20.000 km | 6.000 km |
Typ 625, 650, 651, 652, 653, 654, 655, 656, 657, 658, 659 | 228.5 | 40.000 km | 25.000 km | 10.000 km |
Typ 944 | 228.5 | 25.000 km | 15.000 km | 8.000 km |
Typ 673, 674, 676 | 228.5 | 15.000 km | 15.000 km | 3.000 km |
Typ 940, 942, 943, 944 | 228.5 | 25.000 km | 15.000 km | 7.500 km |
Typ 940, 942, 943, 944 | 228.5 | 50.000 km | 30.000 km | 15.000 km |
Typ 950.5/6, 952.5/6, 953.6, 954.5, 970, 972, 974, 975, 976 | 228.5 | 30.000 km | 15.000 km | 8.000 km |
Typ 970, 972, 974, 975, 976 | 228.5 | 25.000 km | 15.000 km | 7.500 km |
Typ 970, 972, 974, 975, 976 | 228.5 | 50.000 km | 30.000 km | 15.000 km |
Ölwechselintervalle für Fahrzeuge mit Wartungssystem (WS) oder mit Betriebsstundenzähler beim Betrieb mit Fettsäuremethylester (FAME) |
Fahrzeug/ | Ölqualität | |
Typ 405.050/100/101/102/103/120/121/122/123/200/201/220/221, 437.420/421/425/426/430/431/435/436 | 228.5 | 600 Bh |
Typ 418, 427, 437.0/1 | 228.3 | 400 Bh |
Typ 930, 932, 933, 934 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) "FAME" einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 930, 932, 933, 934 | Im Wartungssystem (WS) "FAME" einstellen, maximal erreichbar 45 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff | |
Typ 930, 932, 933, 934 | Im Wartungssystem (WS) "FAME" einstellen, maximal erreichbar 50 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff | |
Typ 930, 932, 933, 934 | Im Wartungssystem (WS) "FAME" einstellen, maximal erreichbar 75 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff | |
Typ 940, 942, 943, 944 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf > 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 940, 942, 943, 944 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf 0,3 - 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 50 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 950.0/1/2/3, 952.0/1/2/3, 953.1/3, 954.0/1/2 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf > 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 970, 972, 974, 975, 976 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf > 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 950, 952, 953, 954 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf > 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 950, 952, 953, 954 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf 0,3 - 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 50 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Typ 957 | 228.3 | Im Wartungssystem (WS) den Schwefelgehalt auf > 0,8 % einstellen, maximal erreichbar 30 % des Intervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Industrieaggregate-Ölwechselintervalle beim Betrieb mit Fettsäuremethylester (FAME) |
Motor | |
Motoren ohne Code MK21 (motorseitige Maßnahmen) und ohne Code MK04 (Kraftstoff-Vorfilter mit Wasserabscheider) | Reduzierung des Ölwechselintervalls auf 30 % des Wechselintervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Motoren mit Code MK21 (motorseitige Maßnahmen) und mit Code MK04 (Kraftstoff-Vorfilter mit Wasserabscheider) | Reduzierung des Ölwechselintervalls auf 50 % des Wechselintervalls beim Betrieb mit fossilem Dieselkraftstoff |
Die angegebenen Ölwechselintervalle sind unbedingt einzuhalten.
Das Überziehen der Wechselintervalle kann zu Motorschäden führen.
Erschwerter Betrieb
Zu erschwerten Betriebsbedingungen bei Nutzfahrzeugen (ohne Unimog) zählen:
Extremer Kurzstreckenverkehr
Sehr schlechte Straßenverhältnisse
Fahren mit Allradantrieb
Hoher Staubanfall
Baustellenbetrieb
Betrieb von Kommunalfahrzeugen oder von vergleichbaren Betriebsbedingungen.
Löschfahrzeug oder Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft mit einer Laufstrecke < 10.000 km pro Jahr.
Etwa 1.000 km (bzw. nach ca. 50 Betriebsstunden) nach der Umstellung auf FAME sollte wegen der Gefahr des Verstopfens durch gelöste Ablagerungen (FAME hat eine hohe Reinigungswirkung) ein Kraftstoff- und Motorölfilterwechsel erfolgen.
Der Betrieb mit FAME erfordert verkürzte Wechselintervalle für den Kraftstofffilter. Der Kraftstofffilter ist bei jedem Ölwechsel auszutauschen.
Bei Kraftstofffiltern ist eine reduzierte Filterstandzeit über einen längeren Zeitraum möglich, wenn Altablagerungen aus der Kraftstoffanlage in den Filter gespült werden. Als Verbesserungsmaßnahme kann ein spezieller frei gegebener Kraftstoffvorfilter eingebaut werden. Fahrzeuge mit Code MJ9 (Vorteilpaket, Betrieb mit FAME (Biodiesel)) und Industrieaggregate mit dem Code MK04 (Kraftstoff-Vorfilter mit Wasserabscheider) sind bereits mit einem Kraftstoffvorfilter ausgestattet.
Steckpumpen benötigen als Maßnahme gegen inneren Verschleiß eine sehr feine spezielle Kraftstofffilterung. Der Einbau nicht frei gegebener Kraftstofffiltereinsätze führt zu erhöhtem Steckpumpenverschleiß.
4. Motorleistung und Kaltstart
Heizwertbedingt sinkt die Motorleistung beim Einsatz von FAME um ca. 8 %. Dies führt zu einem entsprechenden Kraftstoffmehrverbrauch im Vergleich zum Betrieb mit Dieselkraftstoff. Eine Korrektur der Motorleistung ist nicht zulässig.
Unimog: Für sehr tiefe Außentemperaturen empfehlen wir den Einbau einer Flammanlage oder eines Heizelement Ladeluftvorwärmung.
Zur Vermeidung von Verklebungen ist die Kraftstoffanlage vor längeren Motorstillstandszeiten mit Dieselkraftstoff durchzuspülen. Dazu mindestens 30 Minuten fahren. Bei Fahrzeugen mit generell langen Standzeiten (z. B. Feuerwehr) ist ein FAME-Betrieb nicht sinnvoll.
5. Zusatzheizungen
Generell können alle Zusatzheizungen über einen Zusatz-Kraftstoffbehälter/Kombitank mit Dieselkraftstoff oder Heizöl betrieben werden. Diese Lösung sichert einen einwandfreien Betrieb der Zusatzheizung bei tiefen Außentemperaturen.
6. Verschiedenes
FAME ist ein sehr effektives Lösungsmittel. Deshalb ist ein Kontakt mit dem Lack zu vermeiden. Wir übernehmen keine Gewährleistung für Lackschäden, die durch den Kontakt mit FAME entstanden sind.
Nicht jeder Hersteller von Motoröl auf Zweitraffinat-Basis kann Motoröl verarbeiten, die einen bestimmten Esteranteil als Rückstand aus dem FAME-Betrieb aufweisen. Bitte sprechen Sie ihren Altölhändler diesbezüglich an.
Der typische Geruch der FAME-Abgase, insbesondere bei langem Leerlaufbetrieb, wird gelegentlich als unangenehm empfunden. Bei verschiedenen Industrieaggregate kann durch Einbau eines Oxydationskatalysator in Eigenverantwortung des Fahrzeugs/Geräteherstellers die Geruchsbelästigung gemildert werden.
Die Daimler AG übernimmt keine Gewährleistung für Schäden, die in ursächlichem Zusammenhang mit dem Einsatz von FAME minderer Qualität oder durch Nichtbeachtung unserer Vorschriften für den FAME-Betrieb stehen. Auch daraus resultierende Unregelmäßigkeiten und Folgeschäden fallen nicht in unseren Verantwortungsbereich.
Referenzierte Dokumente
- si4720w0001a Service Information: Nachrüsten eines Kraftstoffvorfilters