gf5590w1002a

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

Typ gf · Thema 55.90 · Version 0100 · 2015-12-02

Gültig für: Typ 963, 964 mit Code A1H (Hydraulic Auxiliary Drive (HAD))

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 55 Zusatzantriebe, Hydraulik- und Gelenksysteme › 55.90 Hydrostatischer Fahrantrieb — Baureihe 963 · Baureihe 964

GF55.90-W-1002A

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

2.12.15

Typ

963, 964

mit Code A1H (Hydraulic Auxiliary Drive (HAD))

Anordnung

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

W55.90-1109-08

5

Hydraulikmotor (rechts)

6

Hydraulikmotor (links)

Der Hydraulikmotor (5) ist auf der rechten Fahrzeugseite und der Hydraulikmotor (6) ist auf der linken Fahrzeugseite, an der jeweiligen Radnabe montiert.

Aufgabe

Die Hydraulikmotoren (5, 6) treiben die Vorderräder an. Der hierfür erforderliche Volumenstrom von Hydrauliköl wird von der Hydraulikpumpe erzeugt.

Der hydrostatische Zusatzantrieb muss zuvor vom Fahrer aktiviert werden.

Aufbau

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

W55.90-1126-09

Dargestellt am linken Hydraulikmotor (6)

5

Hydraulikmotor (rechts)

10

Nockenring

15

Kolbengehäuse

6

Hydraulikmotor (links)

11

O-Ring

16

Radflansch

7

Schraube

12

Schraube

17

Achsschenkel

8

Deckel

13

Verteiler

18

Halbschalen

9

O-Ring

14

O-Ringe

Bei den Hydraulikmotoren (5, 6) handelt es sich um so genannte Radialkolbenmotoren, die als Radnabenmotor eingesetzt werden. Das Kolbengehäuse (15) ist starr über die Verzahnung mit dem Achsschenkel (17) verbunden. Der Nockenring (10) ist mit dem Radflansch (16) verschraubt und somit fest mit dem Vorderrad verbunden. Das Gehäuse des Verteilers (13) ist mit dem Achsschenkel (17) verschraubt. Der Verteiler (13) verteilt den Volumenstrom durch Ölbohrungen an die einzelnen Radialkolben im Kolbengehäuse (15). Der Radflansch (16) und der Achsschenkel (17) sind über das Radlager beweglich miteinander verbunden. Durch die hydrostatisch betätigten Radialkolben im Kolbengehäuse (15) wird die Drehung und damit ein Drehmoment am Nockenring (10) erzeugt. Diese Drehbewegung des Nockenrings (10) wird vom Radlager gestützt auf das Vorderrad übertragen.

Das Kolbengehäuse (15) dreht sich nicht, die drehende Komponente ist hier der Nockenring (10).

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

Funktion

Schaltstellung Freilauf

10

Nockenring

15

Kolbengehäuse

15.1

Radialkolben

15.2

Radialkolben

15.3

Radialkolben

15.4

Radialkolben

15.5

Radialkolben

15.6

Radialkolben

15.7

Radialkolben

15.8

Radialkolben

15.9

Radialkolben

15.10

Radialkolben

17

Achsschenkel

b1

Steuerdruck

e1

Drucklos

W55.90-1097-76

Über die Steuerleitung wird Steuerdruck (b1), durch den Achsschenkel (17), zwischen das Kolbengehäuse (15) und den Nockenring (10) geleitet. Der Steuerdruck (b1) drückt die Radialkolben (15.1 bis 15.10) in das Kolbengehäuse (15) zurück und verhindert dadurch einen Kontakt zwischen den Radialkolben (15.1 bis 15.10) und dem Nockenring (10). Über die Hochdruckleitungen wird kein Volumenstrom eingeleitet.

Diese Schaltstellung vermindert die Reibung in den Hydraulikmotoren (5, 6), wenn der hydrostatische Zusatzantrieb nicht aktiv ist.

Hydraulikmotor Bauteilbeschreibung

Schaltstellung Vorwärtsantrieb

10

Nockenring

15

Kolbengehäuse

15.1

Radialkolben

15.2

Radialkolben

15.3

Radialkolben

15.4

Radialkolben

15.5

Radialkolben

15.6

Radialkolben

15.7

Radialkolben

15.8

Radialkolben

15.9

Radialkolben

15.10

Radialkolben

17

Achsschenkel

a1

Hochdruck

b1

Steuerdruck

e1

Drucklos

W55.90-1127-76

In der Abbildung kann nur ein Zeitpunkt im Arbeitsspiel der Radialkolben (15.1 bis 15.10) dargestellt werden. Um einen gleichmäßigen Antrieb zu gewährleisten, sind immer 4 Radialkolben (15.1 bis 15.10) im Arbeitstakt. Bei einer Umdrehung des Nockenrings (10) hat jeder der Radialkolben (15.1 bis 15.10) 8-mal das komplette Arbeitsspiel durchlaufen. In der Abbildung sind die Radialkolben (15.3, 15.4, 15.8, 15.9) im Arbeitstakt, die Radialkolben (15.1, 15.2, 15.6, 15.7) sind im Ausstoßtakt und die Radialkolben (15.1 bis 15.10) sind im oberen Totpunkt. In dieser Abbildung ist keiner der Radialkolben (15.1 bis 15.10) im unteren Totpunkt.

Über die Hochdruckleitungen wird der Volumenstrom eingeleitet. Die Lochscheibe im Verteiler (13) versorgt über Bohrungen die Radialkolben (15.3, 15.4, 15.8, 15.9), deren Rollen sich auf einer abwärtsführenden Schräge im Nockenring (10) befinden, mit Hochdruck (a1). Die Radialkolben (15.3, 15.4, 15.8, 15.9) drücken mit ihren Rollen gegen die Schräge im Nockenring (10). Der Nockenring (10) dreht sich weg, überträgt die Drehbewegung auf das Vorderrad und somit auch auf den Verteiler (13).

Wenn die Rollen der Radialkolben (15.3, 15.8) das Ende der Schräge im Nockenring (10) erreichen (unterer Totpunkt), unterbricht der Verteiler (13) hier den Hochdruck (a1) und öffnet den Ölkanal Steuerdruck (b1) um das Hydrauliköl ausstoßen zu können. Gleichzeitig werden die Radialkolben (15.5, 15.10) über den Verteiler (13) mit Hochdruck (a1) beaufschlagt und so in den Arbeitstakt versetzt. Jetzt stehen die Radialkolben (15.1 und 15.6) nahe dem oberen Totpunkt und sind bereit für den Arbeitstakt, wenn die Radialkolben (15.4, 15.9) den unteren Totpunkt erreichen. Dieses Arbeitsspiel wiederholt sich bei allen Radialkolben (15.1 bis 15.10) rundum.

Im Ausstoßtakt werden durch die Drehung des Nockenrings (10) die entsprechenden Radialkolben (15.1 bis 15.10) zurückgedrückt. Das Hydrauliköl fließt aus dem Druckraum in die Rücklaufleitung. In der Abbildung sind das die Radialkolben (15.1, 15.2, 15.6, 15.7).

Der Vorwärts- oder Rückwärtsantrieb der Vorderräder wird durch die Umkehrung der Flussrichtung des Volumenstroms in der Hydraulikpumpe realisiert.

Durch den Hochdruck (a1) von ca. 420 bar wird eine Leistung von ca. 40 kW pro Hydraulikmotor (5, 6) erreicht. Das maximale Drehmoment beträgt ca. 12.000 Nm.

Die Drehzahl bzw. das Drehmoment der Vorderräder wird durch Regelung des Volumenstroms erhöht oder abgesenkt.