gf4635p0001lf

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

Typ gf · Thema 46.35 · Version 0102 · 2017-05-15

Gültig für: Typ 217, 222

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 46 Lenkung › 46.35 Elektrische Lenkung — Baureihe 217 · Baureihe 222

GF46.35-P-0001LF

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

15.05.2017

Typ

217, 222

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

P46.35-2085-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

N3/9

Steuergerät CDI (bei Dieselmotor)

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

A91b1

Drehmomentsensor elektrische Servolenkung

N3/10

Steuergerät ME (bei Benzinmotor)

N127

Steuergerät Antriebsstrang

A91m1

Stellmotor elektrische Servolenkung

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

X11/4

Diagnosekupplung

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

N49

Lenkradwinkelsensor

CAN C

Motor-CAN

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

N62

Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (Aktiver Park-Assistent mit PARKTRONIC) oder mit Code P44 (Park-Paket))

CAN D

Diagnose-CAN

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

N68

Steuergerät elektrische Servolenkung

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Status "Klemme 15 EIN"

Der Status "Klemme 15 EIN" wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet. Die Motordrehzahl wird dem Steuergerät elektrische Servolenkung über Fahrwerk-FlexRay vom Steuergerät Antriebsstrang übermittelt.

Elektrische Servolenkung allgemein

Die Elektrische Servolenkung besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung. Die Elektrische Servolenkung realisiert eine stufenlose geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servolenkung.

Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:

Verbessertes Lenkgefühl

Kraftstoffeinsparung

Kein Hydrauliköl notwendig

Kompakte Bauweise

Geschwindigkeitsabhängige Fremdkraftunterstützung

Lenkungsrücklauf wird unterstützt.

Diagnosefähigkeit

Die Systemdiagnose erfolgt über das Steuergerät elektronisches Zündschloss, den Diagnose-CAN und die Diagnosekupplung mit Hilfe von XENTRY Diagnostics.

Die Elektrische Servolenkung setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Servolenkung

Funktionsablauf Lenkassistenz

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Funktionsablauf Servolenkung

Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Servolenkung folgende Informationen:

Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung

Aktuelle Raddrehzahlen ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über Fahrwerk-FlexRay vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Lenkradwinkel und Lenkwinkelgeschwindigkeit, über Fahrwerk-FlexRay vom Lenkradwinkelsensor im Steuergerät Mantelrohrmodul

Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, über Fahrwerk-FlexRay und Motor-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät Antriebsstrang vom Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) bzw. Steuergerät ME (bei Benzinmotor)

Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen die einzustellende Servolenkung aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an. Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab. Die Servolenkung wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.

Bei Fahrzeugstillstand steht keine Servolenkung zur Verfügung, wenn Motor und Zündung ausgeschaltet sind. Bei der ECO Start­Stopp­Funktion steht im Stillstand eine reduzierte Servolenkung zur Verfügung, wenn der Motor über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt wurde. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die Servolenkung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Motor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven Servolenkung.

Funktionsablauf Lenkassistenz

Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.

Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:

Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug

Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen

Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst.

Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Drehmomentanforderung Lenkassistenz" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.

Beim Einparken sendet das Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (Aktiver Park-Assistent mit PARKTRONIC)) folgende Signale über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung:

aktueller Status des Steuergeräts Parksystem

Fahrzeugstoppsignal, bei dem das Fahrzeug während des Einparkvorgangs an einem Rangierpunkt anhält.

angeforderte Zahnstangenposition

Folgende Signale werden vom Steuergerät elektrische Servolenkung an das Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (Aktiver Park-Assistent mit PARKTRONIC)) gesendet:

aktueller Status des Steuergeräts elektrische Servolenkung

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Wird ein Haltemoment bei Geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.

Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Drehrate (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Die Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs ist abhängig von der Geschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Beim Einschalten der Elektrische Servolenkung (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung eine Selbstdiagnose durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die Servolenkung nicht eingeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.

Während des Fahrbetriebes prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung. Liegen diese Signale außerhalb einer definierten Ober­ oder Untergrenze, wird die Elektrische Servolenkung vom Steuergerät elektrische Servolenkung abgeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Anforderung für eine Warnmeldung über Fahrwerk-FlexRay und Benutzerschnittstelle­CAN mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Kombiinstrument. Im Kombiinstrument wird daraufhin die Warnmeldung "Lenkhilfe defekt! Werkstatt aufsuchen!" angezeigt.

Funktionsschema Elektrik elektrische Servolenkung

PE46.35-P-2050-97SEB

PE46.35-P-2050-97SEA

Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)

GF46.35-P-9997LF

Referenzierte Dokumente