Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument |
A1p13 | Multifunktions-Display |
A91b1 | Drehmomentsensor elektrische Servolenkung |
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung |
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links |
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts |
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links |
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts |
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) |
N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm |
N49 | Lenkradwinkelsensor |
N62 | Steuergerät Einparksystem (mit CODE 220 (PARKTRONIC) oder mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent)) |
N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul |
N127 | Steuergerät Antriebsstrang (bei Elektrofahrzeugen) |
X11/4 | Diagnosekupplung |
CAN D | Diagnose-CAN |
CAN E | Fahrwerk-CAN |
P46.35-2068-76
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Status "Klemme 15 EIN"
Der Status "Klemme 15 EIN" wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet. Die Motordrehzahl wird dem Steuergerät elektrische Servolenkung über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder vom Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder vom Steuergerät Antriebsstrang (bei Elektrofahrzeugen) übermittelt.
Elektrische Servolenkung (ES) allgemein
Die ES besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung.
Die ES realisiert eine stufenlose geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servolenkung.
Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:
Verbessertes Lenkgefühl
Kraftstoffeinsparung
Kein Hydrauliköl notwendig
Kompakte Bauweise
Geschwindigkeitsabhängige Fremdkraftunterstützung
Lenkungsrücklauf wird unterstützt
Diagnosefähigkeit
Die Systemdiagnose erfolgt über das Steuergerät elektronisches Zündschloss, den Diagnose-CAN und die Diagnosekupplung mit Hilfe von Xentry Diagnostics.
Bei Fahrzeugen mit CODE 213 (Direktlenkung) kommt ein Zahnstangenlenkgetriebe mit variabler Übersetzung zum Einsatz.
Die Direktlenkung besitzt die folgenden Merkmale:
Ein agileres Anlenkverhalten vor allem im Stadtverkehr, beim Rangieren oder auf kurvenreicher Strecke wird durch die Auslegung der Zahnstange und den damit verbundenen stärkeren Anstieg der Übersetzung aus der Mittellage ab ca. 6° Lenkwinkel erreicht.
Gesteigerter Komfort, vor allem beim Parken, durch die Reduzierung der Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag auf 2,5
Die ES setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Servolenkung
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Funktionsablauf Servolenkung
Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Servolenkung folgende Informationen:
Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung
Aktuelle Raddrehzahlen, ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm
Lenkradwinkel und Lenkgeschwindigkeit, über Fahrwerk-CAN vom Lenkradwinkelsensor im Steuergerät Mantelrohrmodul
Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder vom Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder vom Steuergerät Antriebsstrang (bei Elektrofahrzeugen)
Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen die einzustellende Unterstützung aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an.
Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab.
Die elektrische Servolenkung wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.
Bei Fahrzeugstillstand steht keine Servolenkung zur Verfügung, wenn Motor und Zündung ausgeschaltet sind. Bei der ECO Start-Stopp-Funktion steht im Stillstand eine reduzierte Servolenkung zur Verfügung, wenn der Motor über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt wurde. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die elektrische Servolenkung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Motor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven Servolenkung.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst.
Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Drehmomentanforderung Lenkassistenz" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Beim Einparken sendet das Steuergerät Einparksystem (mit CODE 220 (PARKTRONIC) oder mit CODE 235 (Aktiver Parkassistent)) folgende Signale über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung:
aktueller Status des Steuergeräts Einparksystem
Fahrzeugstoppsignal, bei dem das Fahrzeug während des Einparkvorgangs an einem Rangierpunkt anhält
angeforderte Zahnstangenposition
Folgende Signale werden vom Steuergerät elektrische Servolenkung an das Steuergerät Einparksystem (mit CODE 220 (PARKTRONIC) oder mit CODE 235 (Aktiver Parkassistent)) gesendet:
aktueller Status des Steuergeräts elektrische Servolenkung
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Wird ein Haltemoment bei Geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.
Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Drehrate (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs.
Die Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs ist abhängig von der Geschwindigkeit.
Funktionsablauf Notlauf
Beim Einschalten der ES (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung einen Selbsttest durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die elektrische Servolenkung nicht eingeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Während des Fahrbetriebes prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung. Liegen diese Signale außerhalb einer definierten Ober- oder Untergrenze, wird die ES vom Steuergerät elektrische Servolenkung abgeschaltet.
Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Anforderung für eine Warnmeldung über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument.
Im Multifunktions-Display des Kombiinstruments wird daraufhin die Warnmeldung "Lenkhilfe defekt! Werkstatt aufsuchen!" angezeigt.
Referenzierte Dokumente
- gf4635p9997kn Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)