P46.35-2122-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | ||
A91b1 | Drehmomentsensor elektrische Servolenkung | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | X11/4 | Diagnosekupplung | ||
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | N30/4 | Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm | CAN C | MotorCAN | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N49 | Lenkradwinkelsensor | CAN D | DiagnoseCAN | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N62 | Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (ParkPilot mit PARKTRONIC) oder (mit Code P44 (ParkPaket))) | CAN H | FahrdynamikCAN | ||
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | CAN HMI | BenutzerschnittstelleCAN | ||
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | Flex E | FahrwerkFlexRay | ||
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Status "Klemme 15 EIN"
Der Status Klemme 15 EIN wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über FahrwerkFlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet. Die Motordrehzahl wird dem Steuergerät elektrische Servolenkung über FahrwerkFlexRay vom Steuergerät Antriebsstrang übermittelt.
Elektrische Servolenkung (ES) allgemein
Die ES besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung. Die ES realisiert eine stufenlose, geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servolenkung.
Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:
Verbessertes Lenkgefühl
Kraftstoffeinsparung
Kein Hydrauliköl notwendig
Kompakte Bauweise
Geschwindigkeitsabhängige Fremdkraftunterstützung
Lenkungsrücklauf wird unterstützt.
Diagnosefähigkeit
Die Systemdiagnose erfolgt über das Steuergerät elektronisches Zündschloss, den DiagnoseCAN und die Diagnosekupplung mit Hilfe von XENTRY Diagnostics.
Die ES setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:
Funktionsablauf elektrische Servolenkung
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Funktionsablauf elektrische Servolenkung
Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Unterstützung folgende Informationen:
Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung
Aktuelle Raddrehzahlen ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über FahrwerkFlexRay vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm
Lenkradwinkel und Lenkwinkelgeschwindigkeit, über FahrwerkFlexRay vom Lenkradwinkelsensor im Steuergerät Mantelrohrmodul
Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, über FahrwerkFlexRay und MotorCAN mit der Schnittstelle Steuergerät Antriebsstrang vom Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (bei Benzinmotor)
Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen die einzustellende Unterstützung der elektrischen Servolenkung aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an. Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab. Die Unterstützung der elektrischen Servolenkung wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.
Bei Fahrzeugstillstand steht keine Servolenkung zur Verfügung, wenn Motor und Zündung ausgeschaltet sind. Bei der ECO StartStoppFunktion steht im Stillstand eine reduzierte Servolenkung zur Verfügung, wenn der Motor über die ECO StartStoppFunktion abgestellt wurde. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die Servolenkung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Motor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven Servolenkung.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm erfasst.
Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Drehmomentanforderung Lenkassistenz" über FahrwerkFlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Beim Einparken sendet das Steuergerät Parksystem folgende Signale über FahrwerkFlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung:
aktueller Status des Steuergeräts Parksystem
Fahrzeugstoppsignal, bei dem das Fahrzeug während des Einparkvorgangs an einem Rangierpunkt anhält.
angeforderte Zahnstangenposition
Folgende Signale werden vom Steuergerät elektrische Servolenkung an das Steuergerät Parksystem gesendet:
aktueller Status des Steuergeräts elektrische Servolenkung
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Wird ein Haltemoment bei geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.
Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung vom Steuergerät Supplemental Restraint System über FahrdynamikCAN und FahrwerkFlexRay mit der Schnittstelle Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm die Drehrate (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Die Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs ist abhängig von der Geschwindigkeit.
Funktionsablauf Notlauf
Beim Einschalten der ES (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung einen Selbsttest durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die Servolenkung nicht eingeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Während des Fahrbetriebs prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung. Liegen diese Signale außerhalb einer definierten Ober oder Untergrenze, wird die ES vom Steuergerät elektrische Servolenkung abgeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Anforderung für eine Warnmeldung über FahrwerkFlexRay und BenutzerschnittstelleCAN mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Kombiinstrument. Im Kombiinstrument wird daraufhin die Warnmeldung "Lenkhilfe defekt! Werkstatt aufsuchen!" angezeigt.
Referenzierte Dokumente
- gf4635p9997fr Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)