gf2760p2002ahn

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0102 · 2013-02-22

Gültig für: GETRIEBE 722.9 im TYP 172

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 172

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 722 9**

GF27.60-P-2002AHN

Getriebesteuerung Funktion

22.2.13

GETRIEBE

722.9 im TYP 172

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Klemme 87 (geschaltete Klemme 15) EIN

Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Getriebesteuerung steuert die Aktoren (Regelmagnetventile) elektronisch an. Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte, welche Bestandteil der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) ist und realisiert die hydraulische Funktionalität.

Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden acht elektromechanische Hydraulikventile angesteuert, die ihrerseits das Übersetzungsverhältnis des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Wandlerüberbrückung bestimmen.

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:

– Leeres Fahrzeug

– Betriebswarmer Zustand

– Ebene Fahrbahn

– Meereshöhe

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm Automatikgetriebe (S16/12) beeinflusst werden.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

– Beladungszustand des Fahrzeugs

– Änderung des Fahrwiderstands

– Fahrpedalbewegung

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

– Fahrzeuggeschwindigkeit

– Wählhebelstellung

– Fahrpedalstellung

– Fahrprogrammwahl

– Gewählter Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M" bei Code 950 (Sportpaket)

– Signalen auf dem Antriebs-CAN (CAN C)

Langsame Gaswegnahme:

– Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert

Schnelle Gaswegnahme:

– Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen

Das Fahrprogramm „M“ ist nur bei Code 950 (Sportpaket) vorhanden. Bei Fahrzeugen ohne Sportpaket entfällt das Fahrprogramm „M“. Bei diesen Fahrzeugen wird das Fahrprogramm „M“ ersetzt durch das „Kurzzeit-M Programm“.

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente, wie hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltelemente und hydraulische Getriebesteuerung, erfolgt über eine mit dem Drehmomentwandler verbundene Ölpumpe und/ oder über die Elektrische Getriebeölpumpe (M42). Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt.

Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich.

Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.

Die elektrische Getriebeölpumpe sichert bei stillstehendem Verbrennungsmotor die Ölversorgung des Hydrauliksystems. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei niedrigen Drehzahlen des Verbrennungsmotors. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzpumpe Getriebeöl (N89).

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.

Ab einem Pedalweg >90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert.

Das Signal "Kick-down" vom wird vom Steuergerät CDI (N3/9) bzw. Steuergerät ME (N3/10) über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung geleitet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld.

Die Störung wird mit dem zugeordneten Fehlercode im Fehlerspeicher abgelegt und die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über den Antriebs-CAN und den Fahrwerk-CAN (CAN E) mit der Schnittstelle Steuergerät CDI bzw. Steuergerät ME angesteuert.

Mit dem Wählhebel kann der Fahrer die gewünschten Fahrstufen "P, R, N, D" einlegen.

Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Getriebe unterbrechen.

Einführung Kurzeit M-Programm, bei Fahrzeugen ab ÄJ 13/1
Die Gangbegrenzung wird ersetzt durch die Funktion "Kurzzeit M-Programm". Das Kurzzeit M-Programm ist ein temporäres Programm welches sich bei beim Betätigen der Lenkradschalttasten oder des Wählhebels aktiviert. Das betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung sofern diese zulässig sind. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z.B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangs-Schaltprogramm gesprungen. Der Fahrer kann das Kurzzeit M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen. Wenn der Fahrer die Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) bzw. den Wählhebel in Richtung "Plus" betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Vorraussetzungen erfüllt wird wieder in das Ausgangs- Schaltprogramm gewechselt.

Bei Fahrzeugen ab ÄJ 13/1
Ab dem Änderungsjahr 13/1 wird im Kombiinstrument zusätzlich eine Schaltempfehlung angezeigt. Diese ist Bestandteil des ebenfalls integrierten Kurzzeit M-Programms.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

PE27.19-P-2061-97TAA

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992AHN

Referenzierte Dokumente