Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein
Klemme 87 (Motormanagement) EIN
Motor läuft
Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein
Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch vom Steuergerät ME (N3/10) angereichert.
Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:
Funktionsablauf Startanreicherung
Funktionsablauf Nachstartanreicherung
Funktionsablauf Warmlaufanreicherung
Funktionsablauf Startanreicherung
Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.
Das Steuergerät ME (N3/10) berechnet die Einspritzdauer für die Startanreicherung auf Basis der Signale folgender Sensoren:
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur
Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
Schalter Zündschloss (S2), Signal Klemme 50 über Innenraum-CAN (CAN I) an das Steuergerät Sicherungs- und Relaismodul (SRM) (N50)
Das Steuergerät ME (N3/10) verlängert beim Erhalten des Signals Klemme 50 vom Schalter Zündschloss (S2) die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76).
Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird.
Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME (N3/10) berechnete Einspritzdauer.
Unter ca. 7 V Bordnetzspannung ist kein Motorstart möglich.
Funktionsablauf Nachstartanreicherung
Nach dem Kaltstart wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch Zeit weiterhin angereichert.
Die Abmagerung durch den an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.
Das Steuergerät ME (N3/10) berechnet die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) für die Nachstartanreicherung auf Basis der Kühlmitteltemperatur beim Start und der Anzahl der Verbrennungszyklen seit dem Start.
Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME (N3/10) zugeteilt.
Funktionsablauf Warmlaufanreicherung
Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert, um einen schnellen Warmlauf zu erreichen.
Das Steuergerät ME (N3/10) berechnet die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) für die Warmlaufanreicherung auf Basis der Signale folgender Sensoren:
Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15), Einlass-Nockenwellenstellung
Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16), Auslass-Nockenwellenstellung
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur
Temperatursensor nach Ladeluftkühler (B17/8), Ladelufttemperatur
Saugrohrdrucksensor (B28/15), Motorlast
Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
Korrekturprogrammierung mit XENTRY Diagnostics
Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge zugeteilt. Das Steuergerät ME (N3/10) verlängert hierzu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76). Hierbei wird ggf. auch eine vorgenommene Korrekturprogrammierung berücksichtigt.
Die Zündwinkel der Zündspulen Zylinder 1 bis 4 (T1/1 bis T1/4) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.
Über den Stellmagnet Einlassnockenwelle (Y49/4) und den Stellmagnet Auslassnockenwelle (Y49/5) bestimmt das Steuergerät ME (N3/10) durch die Ventilüberschneidung die innere Abgasrückführung. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.
Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur abhängig, bei Teil- und Volllast ist die Lastanforderung entscheidend.
Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.
Referenzierte Dokumente
- gf0770s9998d Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung