Eingangsanalyse:
Bei der Fahrzeugannahme muss das Unfallfahrzeug von qualifiziertem Fachpersonal (mit Produktschulung) auf eventuelle Beschädigungen der Hochvoltbatterie untersucht werden:
Sichtbare mechanische Beschädigung der Hochvoltbatterie (bei Karosseriedeformation im Umfeld der Hochvoltbatterie ist die Hochvoltbatterie dafür gegebenenfalls mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) auszubauen).
Elektrolytaustritt (sichtbar bzw. riechbar).
Hitzeentwicklung (Anlauffarben).
Kühlmittelaustritt aus dem Batteriegehäuse.
Wurde eines der Kriterien festgestellt, sind sofort geeignete Maßnahmen vom Fachpersonal vorzunehmen und die elektrische Sicherung der Hochvoltbatterie muss mit getragener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gezogen werden.
Siehe: AH54.10-P-0001-01A
Das Fahrzeug ist wie folgt abzustellen:
1 Fahrzeug auf einer Freifläche mit ausreichend Abstand (> 5 m) zu anderen Fahrzeugen und Gebäuden abstellen.
2 Zündschlüssel abziehen.
3 Masseleitung, der 12 V-Batterie abschließen.
4 Die Freifläche ist gegen den Zutritt durch Unbefugte zu sichern und mit lokal gültigen Warnschildern, die auf die Gefahr des Unfallfahrzeugs (Hochvolt) hinweisen, sowie dem Text "Spannungsfreiheit an der Hochvoltbatterie nicht sichergestellt", zu kennzeichnen. Bei Flüssigkeitsaustritt ist ein geeigneter Auffangbehälter zu verwenden.
Ist außerhalb der Geschäftszeiten kein qualifiziertes Fachpersonal anzutreffen, sind die Punkte (1 4) trotzdem durchzuführen (Vorsichtsmaßnahmen bzgl. Brandschutz und Fahrzeugabsicherung).
Wurde ein Reparaturauftrag für das Fahrzeug erteilt, muss zunächst eine Sichtkontrolle auf Beschädigungen der Hochvoltkomponenten und des 12VBordnetzes (blanke Leitungen, Kurzschlussgefahr) durch qualifiziertes Fachpersonal (produktgeschult) erfolgen. Sind alle Hochvoltkomponenten und Leitungen äußerlich unbeschädigt, sind die 12VBatterie sowie die elektrische Sicherung der Hochvoltbatterie wieder zu kontaktieren. Hierzu muss dabei eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen werden.
Nach einem Unfall mit Auslösen der Pyrosicherung/Airbag ist die Hochvoltbatterie zu erneuern. Hierfür ist gemäß dem im WIS dokumentierten Prozess die Spannungsfreiheit des Fahrzeugs durch qualifiziertes Fachpersonal herzustellen.
Siehe: AR54.10-S-1160EV
Wenn weitere Arbeiten am Fahrzeug erforderlich sind, ist entsprechend den Reparaturanleitungen zu verfahren. Sofern die Hochvoltbatterie mit der herkömmlichen Reparaturanleitung nicht ausgebaut werden kann, ist das zuständige MPC (Market Performance Center) oder GV (General Vertreter) zu kontaktieren.
Für den Verbleib der Hochvoltbatterie im Fahrzeug nach einem Unfall ohne Auslösung der Pyrosicherung müssen im Anschluss an die Reparaturarbeiten mindestens unten stehende Prüfungen durchgeführt werden.
Funktionsprüfung:
Fehlerspeicher im Batteriemanagementsystem zur Detektion sicherheitsrelevanter Fehler und Zustände auslesen (Isolationswiderstand, Funktion IsoWächter, Funktion Interlock, Funktion Schütze, max. bzw. min. Zellspannung, Sicherungsauslösung in der Hochvoltbatterie).
Durchführen eines Ladevorganges der Hochvoltbatterie, Dauer ca. 10 min.
Funktionskontrolle über den Ladezustand (SOC) im Kombiinstrument.
Durchführen einer Probefahrt.
Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) soll bei Arbeiten an Fahrzeugen, bei denen der Zustand des Hochvolt-Bordnetzes nicht eindeutig erkennbar ist (beispielsweise Unfallfahrzeuge), vor möglichen Gefahren des elektrischen Stroms oder eines Elektrolytaustritts schützen.
Weitere Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) sind im Dokument SI54.10-P-0047A zu finden .
Falls Sie Fragen zu dem Bestellprozess haben, wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges MPC (Market Performance Center) oder GV (General Vertreter).
Prozessablauf zum Umgang mit Hochvoltbatterie nach einem Unfall mit Airbagauslösung. Leserichtung von unten nach oben. |
Hochvoltbatterie nicht transportfähig, in Transportbehälter lagern, Info an MPC (Market Performance Center) oder GV (General Vertreter) | Hochvoltbatterie nicht transportfähig, in Transportbehälter lagern, Info an MPC (Market Performance Center) oder GV (General Vertreter) | Hochvoltbatterie nicht transportfähig, in Transportbehälter lagern, Info an MPC (Market Performance Center) oder GV (General Vertreter) | ||||||||||
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Ausgebaute Hochvoltbatterie mit Farbe markieren | Ausgebaute Hochvoltbatterie mit Farbe markieren | Hochvoltbatterie transportfähig? | ||||||||||
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Erneuern der Hochvoltbatterie | Erneuern der Hochvoltbatterie | Erneuern der Hochvoltbatterie | ||||||||||
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| Ja | Nein | ||||||||||
Sofortmaßnahmen einleiten | | Ja | Eingangsanalyse: Beschädigung der Hochvoltbatterie? | Nein | | Pyrosicherung oder Airbag ausgelöst? | Nein | | Funktionsprüfung in Ordnung? | Ja | | Verbleib der Hochvoltbatterie im Fahrzeug |
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Unfall |
Bild-Pos., etc. | Arbeits-Hinweise | ||
Gefahr | Lebensgefahr beim Arbeiten an Bauteilen und Systemen mit U >= 30 V Wechselspannung (AC) bzw. U >= 60 V Gleichspannung (DC) | Beschädigte bzw. defekte spannungsführende Bauteile und Leitungen sowie nicht isolierte elektrische Verbindungen und Leitungen nicht berühren. | |
Hinweis | Hinweise Batterie | ||
Service-Information: Persönliche Schutzausrüstung bei Arbeiten an Hochvolt-Bordnetzen | |||
| Freischaltung/Inbetriebnahme Hochvolt-System durchführen |
Referenzierte Dokumente
- ah5410p000101a Hinweise Batterie
- ah5410p000101a
- ar5410s1160ev Freischaltung/Inbetriebnahme Hochvolt-System durchführen
- as0000z003501a Lebensgefahr beim Arbeiten an Bauteilen und Systemen mit U >= 30 V Wechselspannung (AC) bzw. U >= 60 V Gleichspannung (DC)
- si5410p0047a Service-Information: Persönliche Schutzausrüstung bei Arbeiten an Hochvolt-Bordnetzen