Hiermit möchten wir über die Vorgehensweise bei Änderung der Rädergröße (z. B. bei einem Radwechsel für den Winterbetrieb) bei den oben genannten Fahrzeugen informieren.
Vor Einbau von Rädern anderer Größe muss geprüft werden, ob die Felgen und die Reifen für das Fahrzeug frei gegeben sind. Erweiterte Informationen zu Rad- und Reifenkombinationen siehe MercedesBenz Webseite und Betriebsanleitung unter Kapitel:
Räder und Reifen Rad-Reifen-Kombinationen Bereifung
Der Einbau von Felgen oder Reifen, die nicht von Mercedes-Benz für das Fahrzeug frei gegeben sind, kann bestimmte Eigenschaften, wie z. B. Fahrverhalten, Fahrgeräusch, Verbrauch usw. nachteilig verändern. Zusätzlich können andere Reifenmaße unter Belastung zum Anstreifen der Reifen an Karosserie und Achsbauteilen führen.
Eine Beschädigung der Reifen oder des Fahrzeuges kann die Folge sein.
Die WIS-Dokumentation zur Erneuerung der Reifen ist unbedingt zu beachten (siehe AR40.10-S-1030E).
Nach Einbau von Rädern anderer Größe muss in der "Vehicle Documentation (VeDoc)" geprüft werden, ob der richtige Code zur Radgrößengruppe des Fahrzeuges dokumentiert ist. Wenn der Code zur Radgrößengruppe nicht mit der eingebauten Rädergröße übereinstimmt, muss dieser entfernt werden und der passende Code im VeDoc nachgetragen werden. Nachfolgend die beiden aktuell möglichen Code mit den dazugehörigen Rädergrößen:
Code R21 (Radgrößengruppe 1) | Code R22 (Radgrößengruppe 2) |
195/65 R 16 C | --- |
205/65 R 16 C | --- |
225/60 R 16 C | --- |
225/55 R 17 C | --- |
225/55 R 17 RF | 225/55 R 17 RF |
245/45 R 18 RF | 245/45 R 18 RF |
--- | 245/45 R 19 RF |
Da die Ausstattungsvarianten Code R21 (Radgrößengruppe 1) und Code R22 (Radgrößengruppe 2) ab November 2015 im Werk eingeführt werden, kann es sein, dass bei Fahrzeugen vor diesem Datum kein Code zur Radgrößengruppe im VeDoc vorhanden ist. In diesem Fall muss ebenfalls nach Einbau von Rädern anderer Größen der richtige Code im VeDoc nachgetragen werden. Die Nachtragung der Ausstattungsvarianten Code R21 bzw. Code R22 ist bei allen Fahrzeugen des Typs 447 möglich! Nach Einbau von Rädern anderer Größen innerhalb einer Radgrößengruppe ist eine Codierung von Steuergeräten nicht mehr notwendig!
Nach Eintrag eines neuen Codes zur Radgrößengruppe im VeDoc muss dieser Code auf bestimmte Steuergeräte des Fahrzeuges neu codiert werden. Hierzu muss der Vorgang zur Variantencodierung der Reifengröße mit XENTRY Diagnostics durchgeführt werden. Dazu folgende Menüpunkte auswählen:
Sonderfunktionen Variantencodierung der Reifengröße
Datenkarte des Fahrzeuges mit neuem Code R21 bzw. Code R22 ausdrucken und mit Fahrzeugpapieren im Handschuhfach beilegen und den Kunden darüber informieren.
Nach Einbau von Rädern anderer Größe als die in VeDoc dokumentierte muss im VeDoc der passende Code zur Radgrößengruppe des Fahrzeuges nachgetragen werden.
Werden die Steuergeräte des Fahrzeuges nach Änderung der Zuordnung zu der Radgrößengruppe nicht neu codiert, liegt die Anzeigegenauigkeit des Tachometers und des Wegstreckenzählers außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranz. Die Fahrgeschwindigkeit kann dann höher als die vom Tachometer angezeigte Geschwindigkeit sein. Fahrsicherheits- und Fahrsysteme können bei einer Abweichung außerhalb des Toleranzbereichs in ihrer Funktion beeinträchtigt sein oder eine Störung erkennen und sich abschalten. Zusätzlich ist die Anzeigegenauigkeit der Rückfahrkamera oder der 360°-Kamera beeinträchtigt, da die Rädergröße für deren Kalibrierung wichtig ist.
Beim Reifenwechsel dem Kunden empfehlen, innerhalb einer Radgrößengruppe zu bleiben. Dadurch wird die neue Codierung der Steuergeräte vermieden. Die Änderung der Rädergröße ist eine Änderung auf Kundenwunsch und darf nicht über Gewährleistung bzw. Garantie oder Kulanz abgerechnet werden. Die Codierung von Steuergeräten ist eine Zusatzleistung und muss gesondert in Rechnung gestellt werden. Bitte geben Sie diese Information an Ihre Kunden weiter.
Die Codeänderung kann nur von einem Benutzer mit Schreibrechten durchgeführt werden.
Sollte in Ihrem Betrieb kein Änderungsberechtigter zur Verfügung stehen, müssen Sie zuerst Ihre Wholesales Ebene (MPC, Europäisches Logistik-Center (ELC) oder Logistik-Center (LC)) ansprechen.
Sollte diese aus organisatorischen Gründen keine Unterstützung leisten, dürfen Sie im Notfall die VeDoc-Hotline per Ticket im System XENTRY Support and Feedback (XSF) kontaktieren.
Um Routingfehler auszuschließen, empfiehlt es sich, das Ticket im System XENTRY Support and Feedback (XSF) aus VeDoc heraus zu erstellen.
Bitte beachten Sie in diesem Fall, dass das Ticket im System XENTRY Support und Feedback (XSF) von der zuständigen Wholesales Ebene an die VeDoc-Hotline weiter gesendet werden muss.
Beachten Sie, dass bei einem Betrieb von Taxis und Mietwagen aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Anzeigegenauigkeit des Tachometers und des Wegstreckenzählers bei Code R22 (Radgrößengruppe 2) nur die Bereifung 245/45 R 19 RF zulässig ist.
Bei Fahrzeugen mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent) muss, nach Einbau von Rädern anderer Größe als die in VeDoc dokumentierte, zusätzlich auch der Code der geänderten Bereifung in VeDoc nachgetragen werden.
Ansonsten kann der Einbau von Rädern anderer Größe oder Reifen eines anderen Herstellers eine direkte Auswirkung auf das Einparkverhalten des Fahrzeugs haben. Bei der Erkennung von Parklücken in der Vorbeifahrt und der Ausrichtung beim Einparken längs der Fahrtrichtung kann es bei der nicht korrekten Zuordnung der Radgröße und der Bereifung zu Abweichungen kommen.
Um dieses zu vermeiden muss der passende Code der Bereifung für die aktuelle Rädergröße in VeDoc hinterlegt und anschließend das Steuergerät Parktronic (PTS) (N62) neu codiert werden.
Referenzierte Dokumente
- ar4010s1030e Reifen erneuern