Funktionsvoraussetzung allgemein
Klemme 15R EIN
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Status Klemme 15 über BenutzerschnittstelleCAN (CAN HMI) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).
Supplemental Restraint System auslösen allgemein
Das Supplemental Restraint System überwacht ständig den Belegungszustand des Beifahrersitzes sowie den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.
Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Systemüberwachung
Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes
Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte
Funktionsablauf Aufprallerkennung
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Falle eines CrashEreignisses
Funktionsablauf Systemüberwachung
Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:
Kontrollleuchte Supplemental Restraint System im Kombiinstrument (A1)
Kontrollleuchte BeifahrerAirbag ON (S6/2e2) (mit Code U10 (Automatische BeifahrerairbagAbschaltung) oder Typ 222 mit Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE)) (bis ModellJ. 2018)
Kontrollleuchte BeifahrerAirbag OFF (S6/2e3) (bis ModellJ. 2018)
Anzeigefeld Instrumententafel Mitte (A40/19) (ab ModellJ. 2018)
Nach erfolgreichem Selbsttest (t = 4 s) werden die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System und die Kontrollleuchte BeifahrerAirbag OFF (Typ 222 außer Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE) und außer Code U10 (Automatische BeifahrerairbagAbschaltung)) (bis ModellJ. 2018) oder das Anzeigefeld Instrumententafel Mitte (A40/19) (ab ModellJ. 2018) ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische BeifahrerairbagAbschaltung) oder bei Typ 222 mit Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE) wird über die Kontrollleuchte BeifahrerAirbag ON oder über die Kontrollleuchte BeifahrerAirbag OFF der entsprechende Belegungszustand des Beifahrersitzes angezeigt.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der Kontrollleuchte Supplemental Restraint System über BenutzerschnittstelleCAN an das Kombiinstrument. Die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte BeifahrerAirbag sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, InnenraumCAN (CAN B), Steuergerät SAM vorn (N10/6) und InstrumententafelLIN (LIN 1) an die Tastengruppe Instrumententafel Mitte (S6/2) (bis ModellJ. 2018), die die entsprechende Kontrollleuchte BeifahrerAirbag direkt ansteuert. Ab ModellJ. 2018 wird die entsprechende Kontrollleuchte BeifahrerAirbag im Anzeigefeld Instrumententafel Mitte angezeigt, welches ebenfalls über InstrumententafelLIN angesteuert wird.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb ständig das Supplemental Restraint System und meldet Fehler über das Kombiinstrument und die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System an den Fahrer. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung über BenutzerschnittstelleCAN an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.
In dem Steuergerät Supplemental Restraint System ist ein Unfalldatenschreiber integriert, der relevante Daten vor, während und nach einem Unfall aufzeichnet. Durch die gespeicherten Daten kann der Unfallhergang rekonstruiert werden.
Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes
Das Steuergerät Supplemental Restraint System passt anhand des Belegungszustandes des Beifahrersitzes das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite an.
Der Status der Sitzbelegungserkennung hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.
Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte
Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird anhand des Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst. Durch die ins Gurtschloss gesteckte Gurtschlosszunge werden folgende Schalter betätigt:
Schalter Gurtschloss Fahrer (S68/3)
Schalter Gurtschloss Beifahrer (S68/4)
Schalter Gurtschloss Fond links (S68/11)
Schalter Gurtschloss Fond rechts (S68/12)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Gurtschloss Fahrer und den Status des Schalters Gurtschloss Beifahrer direkt ein.
Das Steuergerät SAM hinten (N10/8) liest den Status der Schalter Gurtschloss Fond direkt ein und sendet diese Informationen über InnenraumCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und BenutzerschnittstelleCAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Der Status des Schalters Gurtschloss Fond Mitte (S68/14) hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.
Funktionsablauf Aufprallerkennung
Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:
Frontalaufprall
Seitenaufprall
Heckaufprall
Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)
Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:
Integrierte Sensoren
Sensor Sidebag links (A53)
Sensor Sidebag rechts (A54)
Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)
Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)
Drucksensor Vordertür links (B48/7)
Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)
Drucksensor Fondtür links (B48/9) (Typ 222)
Drucksensor Fondtür rechts (B48/10) (Typ 222)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest die Sensorsignale direkt ein.
Zusätzlich wertet das Steuergerät Supplemental Restraint System die Querbeschleunigung des Fahrzeugs aus. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm (N30/4) sendet die entsprechende Information über FahrwerkFlexRay (Flex E), Steuergerät elektronisches Zündschloss und BenutzerschnittstelleCAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Bei Fahrzeugen mit Code P20 (FahrassistenzPaket Plus) wird zusätzlich der Verkehrsraum vor und hinter dem Fahrzeug von verschiedenen Radarsensoren überwacht. Bei drohenden Kollisionen kann vom Fahrerassistenzsystem eine autonome Bremsung eingeleitet werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte der Rückhaltemittel werden situationsbezogen angepasst. Das Steuergerät Radarsensoren (N62/1) (bis ModellJ. 2018) oder das Steuergerät Mercedes-Benz Intelligent Drive (N62/4) (ab ModellJ. 2018) sendet das Signal "Autonome Bremsung" über FahrwerkFlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und BenutzerschnittstelleCAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)
Zündpille 1 BeifahrerAirbag (R12/4)
Zündpille 2 BeifahrerAirbag (R12/5)
Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)
Zündpille 1 FahrerAirbag (R12/13)
Zündpille 2 FahrerAirbag (R12/14)
Zündpille Kneebag Beifahrer (R12/24) (Typ 217 mit Code 494 (USAAusführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25) (mit Code 494 (USAAusführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 494 (USAAusführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 494 (USAAusführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Entlüftungsventil BeifahrerAirbag (R12/44)
Zündpille Beltbag Fond links (R12/51) (Typ 222 mit Code 306 (Beltbag))
Zündpille Beltbag Fond rechts (R12/52) (Typ 222 mit Code 306 (Beltbag))
Zündpille Cushionbag Fond links (R12/57) (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond))
Zündpille Cushionbag Fond rechts (R12/58) (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond))
Zündpille Überrollbügel links (R12/61) (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (R12/62) (Typ 217.4)
Zündpille Inertisierungsanlage (R12/69) (mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ) und Benzinmotor)
Zündpille PRESAFE® Impuls Fahrer (R46)
Zündpille PRESAFE® Impuls Beifahrer (R46/1)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Belegungszustand des Beifahrersitzes:
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung über die Unterdrückung oder die 1 oder 2stufige Auslösung des BeifahrerAirbags.
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird anstelle des Gurtstraffers, der PRESAFE® ImpulsEinheit und des Gurtkraftbegrenzers (mit Code 494 (USAAusführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) der Fahrer bzw. BeifahrerAirbag mit vorverlegtem Zündzeitpunkt ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden im Fond links bzw. rechts keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Neigung der Sitzlehnen im Fond (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond)):
Der Cushionbag wird nur ausgelöst, wenn sich der jeweilige Fondsitz in Liegeposition befindet. Die Neigung der Sitzlehne wird vom Schalter Sitzlehnenneigung Fond links (S54/5) bzw. vom Schalter Sitzlehnenneigung Fond rechts (S54/6) erfasst. Das Steuergerät SAM hinten liest den Status der Schalter Sitzlehnenneigung Fond direkt ein und sendet ab einer bestimmten Sitzlehnenneigung das Signal "Sitzlehne Fond in Schlafposition" über InnenraumCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und BenutzerschnittstelleCAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)
Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)
Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11)
Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12)
Zündpille Windowbag links (R12/22) (Typ 222, 217.3)
Zündpille Windowbag rechts (R12/23) (Typ 222, 217.3)
Zündpille Headbag links (R12/39) (Typ 217.4)
Zündpille Headbag rechts (R12/40) (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Belegungszustand des Beifahrersitzes:
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung des Beifahrersitzes über die Auslösung des Sidebags.
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig vom Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Windowbag links (Typ 222, 217.3)
Zündpille Windowbag rechts (Typ 222, 217.3)
Zündpille Headbag links (Typ 217.4)
Zündpille Headbag rechts (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Falle eines CrashEreignisses
Die Zusatzfunktionen im Falle eines CrashEreignisses umfassen folgende Unterfunktionen:
Funktionsablauf Abstellen des Motors
Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung
Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 222.004/057/104/157/163/173)
Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage
Funktionsablauf Aktivieren der Warnblinkfunktion
Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster
Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung
Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung
Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Lenksäuleneinstellung
Funktionsablauf Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRESAFE Fond))
Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (MercedesBenz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))
Funktionsablauf Abstellen des Motors
Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr der Motor abgestellt und die Kraftstoffversorgung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, FahrwerkFlexRay, Steuergerät Antriebsstrang (N127) und MotorCAN (CAN C) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor). Dieses veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors und das Abschalten der Kraftstoffversorgung.
Das CrashSignal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME übermittelt.
Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung
Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr das Pyrotechnische Trennelement (K88) ausgelöst.
Dargestellt Pyrosicherung |
P91.60-3611-71
Zeitablauf:
Nach t = 300 μs startet die Kolbenbewegung.
Nach t = 450 μs ist die Trennung der Leitungsschiene beendet.
Die Hauptleitung innerhalb des Gehäuses der Pyrosicherung ist als Leitungsschiene mit Sollbruchstelle (3) ausgeführt. Nach Eintreten eines CrashEreignisses wird die Pyrosicherung vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert. Durch das Auslösen baut sich in der Kammer (1) ein Druck auf. Der Kolben (2) fährt daraufhin gegen die Sollbruchstelle und trennt somit die Leitungsschiene.
Durch das Auslösen der Pyrosicherung werden der Starter (M1) und der Generator (G2) schnell und zuverlässig vom Bordnetz getrennt.
Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 222.004/057/104/157/163/173)
Nach einem Unfall werden zur Verringerung der Brandgefahr die Hochvoltkomponenten abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, FahrwerkFlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und HybridCAN (CAN L) an das Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2). Dieses schaltet daraufhin die Hochvoltkomponenten ab.
Das CrashSignal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät Batteriemanagementsystem übermittelt.
Redundant dazu wird die Steuerklemmenleitung (Klemme 30c) durch das Auslösen der Pyrosicherung Hochvolt (F33f51) in der Vorsicherungsdose hinten (F33) unterbrochen. Durch diesen Spannungsabfall an den Hochvoltkomponenten wird das HochvoltBordnetz abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Pyrosicherung Hochvolt direkt an.
Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr die Standheizung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät Standheizung (A6n1), das die Standheizung abschaltet.
Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage
Nach einem Unfall wird die Klimaanlage abgeschaltet und die Umluftklappe geschlossen. Dadurch wird verhindert, dass schädliche Gase in den Fahrzeuginnenraum eindringen können. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät Klimatisierung (N22/1), das diese Anforderung umsetzt.
Funktionsablauf Aktivieren der Warnblinkfunktion
Nach einem Unfall wird die Warnblinkfunktion aktiviert, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Warnblinkfunktion.
Das CrashSignal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes CrashSignal auf dem InnenraumCAN.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung öffnen der Seitenfenster
Elektrische Fensterheber normiert
Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster
Nach einem Unfall werden die vorderen Seitenfenster um einen Spalt geöffnet. Dadurch können die durch die pyrotechnischen Rückhaltemittel entstandenen Rauchpartikel schnell abziehen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät Vordertür links (N69/1)
Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)
Die Steuergeräte Vordertür setzen diese Anforderung um und die Seitenfenster werden geöffnet.
Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung
Nach einem Unfall wird die Innenbeleuchtung eingeschaltet, um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.
Das CrashSignal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes CrashSignal auf dem InnenraumCAN.
Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung
Nach einem Unfall werden alle Türen, der Kofferraumdeckel und der Tankdeckel über die Zentralverriegelung entriegelt. Das Entriegeln der Türen ermöglicht es helfenden Personen, zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen. Das Entriegeln des Kofferraumdeckels ermöglicht den Zugang zu Hilfsmaterial wie Warndreieck und Verbandskasten. Das Entriegeln des Tankdeckels ermöglicht den Zugang zu dem im Tankdeckel angebrachten QRCode, mit dem die Rettungskräfte schnell die entsprechende Rettungskarte für das Fahrzeug ermitteln können.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät SAM hinten
Steuergerät Vordertür links
Steuergerät Vordertür rechts
Steuergerät Fondtür links (N69/3) (Typ 222)
Steuergerät Fondtür rechts (N69/4) (Typ 222)
Die Zentralverriegelung wird nach einer Wartezeit von t = 8 bis 11 s entriegelt. Bei einem Heckaufprall wird die Zentralverriegelung sofort entriegelt.
Das Steuergerät SAM hinten entriegelt den Kofferraumdeckel und den Tankdeckel. Das jeweilige Steuergerät Vordertür und das jeweilige Steuergerät Fondtür (Typ 222) entriegelt die entsprechende Tür.
Das CrashSignal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes CrashSignal auf dem InnenraumCAN.
Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Lenksäuleneinstellung
Nach einem Unfall wird die Lenksäule bei folgenden Aktionen nach oben gefahren, um dem Fahrer das Aussteigen bzw. den Ersthelfern das Bergen des Fahrers aus dem Fahrzeug zu erleichtern:
Öffnen der Fahrertür
Wechsel des Status der Klemme 15C EIN nach Klemme 15C AUS
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät Fahrersitz (N32/1), das die Funktion crashaktive Lenksäuleneinstellung steuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRESAFE Fond))
Jeweilige Gurtschlosszunge in das Gurtschloss gesteckt
Fahrzeuggeschwindigkeit v = 0 km/h
Der Status der Schalter Gurtschloss Fond wird vom Steuergerät SAM hinten direkt eingelesen und über InnenraumCAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss (N2/3) gesendet.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.
Funktionsablauf Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRESAFE Fond))
Nach einem Unfall wird beim Öffnen der jeweiligen Fondtür das entsprechende aktive Gurtschloss in die Anbietposition gefahren, um den Fahrzeuginsassen bzw. den Ersthelfern die Zugänglichkeit zum Gurtschloss zu erleichtern.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das CrashSignal über BenutzerschnittstelleCAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und InnenraumCAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.
Das Steuergerät Fondtür links bzw. das Steuergerät Fondtür rechts sendet den Türstatus über InnenraumCAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.
Daraufhin steuert das Steuergerät aktives Gurtschloss die Einstellung der aktiven Gurtschlösser in die Anbietposition. Dazu wird der Motor aktives Gurtschloss Fondsitz links (M64/1) bzw. der Motor aktives Gurtschloss Fondsitz rechts (M64/2) vom Steuergerät aktives Gurtschloss entsprechend angesteuert.
Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (MercedesBenz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))
Nach einem Unfall wird ein automatischer Notruf abgesetzt.
Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die MercedesBenz Notrufzentrale übermittelt:
GPSPositionsdaten des Fahrzeugs
Letzte GPSPositionsdaten der Fahrtroute
Fahrtrichtung
FahrzeugIdentifizierungsnummer
Geschätzte Unfallschwere
Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug
Antriebsart des Fahrzeugs
Referenzierte Dokumente
- gf9160p9996lf Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System