gf9160p2012lf

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Typ gf · Thema 91.60 · Version 0105 · 2017-05-19

Gültig für: Typ 217, 222

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 91 Sitze, Liegen, Rückhaltesystem › 91.60 Airbag, Fußgängerschutz — Baureihe 217 · Baureihe 222

GF91.60-P-2012LF

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

19.05.2017

Typ

217, 222

Funktionsvoraussetzung allgemein

Klemme 15R EIN

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Status Klemme 15 über Benutzerschnittstelle­CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).

Supplemental Restraint System auslösen allgemein

Das Supplemental Restraint System überwacht ständig den Belegungszustand des Beifahrersitzes sowie den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.

Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Systemüberwachung

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Frontalaufprall

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Seitenaufprall

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Heckaufprall

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Überrollvorgang

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Falle eines Crash­Ereignisses

Funktionsablauf Systemüberwachung

Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:

Kontrollleuchte Supplemental Restraint System im Kombiinstrument (A1)

Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag ON (S6/2e2) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag­Abschaltung) oder Typ 222 mit Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE)) (bis Modell­J. 2018)

Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag OFF (S6/2e3) (bis Modell­J. 2018)

Anzeigefeld Instrumententafel Mitte (A40/19) (ab Modell­J. 2018)

Nach erfolgreichem Selbsttest (t = 4 s) werden die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System und die Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag OFF (Typ 222 außer Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE) und außer Code U10 (Automatische Beifahrerairbag­Abschaltung)) (bis Modell­J. 2018) oder das Anzeigefeld Instrumententafel Mitte (A40/19) (ab Modell­J. 2018) ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag­Abschaltung) oder bei Typ 222 mit Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE) wird über die Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag ON oder über die Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag OFF der entsprechende Belegungszustand des Beifahrersitzes angezeigt.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der Kontrollleuchte Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle­CAN an das Kombiinstrument. Die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Innenraum­CAN (CAN B), Steuergerät SAM vorn (N10/6) und Instrumententafel­LIN (LIN 1) an die Tastengruppe Instrumententafel Mitte (S6/2) (bis Modell­J. 2018), die die entsprechende Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag direkt ansteuert. Ab Modell­J. 2018 wird die entsprechende Kontrollleuchte Beifahrer­Airbag im Anzeigefeld Instrumententafel Mitte angezeigt, welches ebenfalls über Instrumententafel­LIN angesteuert wird.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb ständig das Supplemental Restraint System und meldet Fehler über das Kombiinstrument und die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System an den Fahrer. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung über Benutzerschnittstelle­CAN an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.

In dem Steuergerät Supplemental Restraint System ist ein Unfalldatenschreiber integriert, der relevante Daten vor, während und nach einem Unfall aufzeichnet. Durch die gespeicherten Daten kann der Unfallhergang rekonstruiert werden.

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Das Steuergerät Supplemental Restraint System passt anhand des Belegungszustandes des Beifahrersitzes das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite an.

Der Status der Sitzbelegungserkennung hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte

Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird anhand des Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst. Durch die ins Gurtschloss gesteckte Gurtschlosszunge werden folgende Schalter betätigt:

Schalter Gurtschloss Fahrer (S68/3)

Schalter Gurtschloss Beifahrer (S68/4)

Schalter Gurtschloss Fond links (S68/11)

Schalter Gurtschloss Fond rechts (S68/12)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Gurtschloss Fahrer und den Status des Schalters Gurtschloss Beifahrer direkt ein.

Das Steuergerät SAM hinten (N10/8) liest den Status der Schalter Gurtschloss Fond direkt ein und sendet diese Informationen über Innenraum­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle­CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.

Der Status des Schalters Gurtschloss Fond Mitte (S68/14) hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:

Frontalaufprall

Seitenaufprall

Heckaufprall

Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)

Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:

Integrierte Sensoren

Sensor Sidebag links (A53)

Sensor Sidebag rechts (A54)

Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)

Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)

Drucksensor Vordertür links (B48/7)

Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)

Drucksensor Fondtür links (B48/9) (Typ 222)

Drucksensor Fondtür rechts (B48/10) (Typ 222)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest die Sensorsignale direkt ein.

Zusätzlich wertet das Steuergerät Supplemental Restraint System die Querbeschleunigung des Fahrzeugs aus. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm (N30/4) sendet die entsprechende Information über Fahrwerk­FlexRay (Flex E), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle­CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.

Bei Fahrzeugen mit Code P20 (Fahrassistenz­Paket Plus) wird zusätzlich der Verkehrsraum vor und hinter dem Fahrzeug von verschiedenen Radarsensoren überwacht. Bei drohenden Kollisionen kann vom Fahrerassistenzsystem eine autonome Bremsung eingeleitet werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte der Rückhaltemittel werden situationsbezogen angepasst. Das Steuergerät Radarsensoren (N62/1) (bis Modell­J. 2018) oder das Steuergerät Mercedes-Benz Intelligent Drive (N62/4) (ab Modell­J. 2018) sendet das Signal "Autonome Bremsung" über Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle­CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Frontalaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)

Zündpille 1 Beifahrer­Airbag (R12/4)

Zündpille 2 Beifahrer­Airbag (R12/5)

Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)

Zündpille 1 Fahrer­Airbag (R12/13)

Zündpille 2 Fahrer­Airbag (R12/14)

Zündpille Kneebag Beifahrer (R12/24) (Typ 217 mit Code 494 (USA­Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25) (mit Code 494 (USA­Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 494 (USA­Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 494 (USA­Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Zündpille Entlüftungsventil Beifahrer­Airbag (R12/44)

Zündpille Beltbag Fond links (R12/51) (Typ 222 mit Code 306 (Beltbag))

Zündpille Beltbag Fond rechts (R12/52) (Typ 222 mit Code 306 (Beltbag))

Zündpille Cushionbag Fond links (R12/57) (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond))

Zündpille Cushionbag Fond rechts (R12/58) (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond))

Zündpille Überrollbügel links (R12/61) (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel rechts (R12/62) (Typ 217.4)

Zündpille Inertisierungsanlage (R12/69) (mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ) und Benzinmotor)

Zündpille PRE­SAFE® Impuls Fahrer (R46)

Zündpille PRE­SAFE® Impuls Beifahrer (R46/1)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung über die Unterdrückung oder die 1­ oder 2­stufige Auslösung des Beifahrer­Airbags.

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird anstelle des Gurtstraffers, der PRE­SAFE® Impuls­Einheit und des Gurtkraftbegrenzers (mit Code 494 (USA­Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) der Fahrer­ bzw. Beifahrer­Airbag mit vorverlegtem Zündzeitpunkt ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden im Fond links bzw. rechts keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Neigung der Sitzlehnen im Fond (Typ 222 mit Code 453 (Liegesitze Fond)):

Der Cushionbag wird nur ausgelöst, wenn sich der jeweilige Fondsitz in Liegeposition befindet. Die Neigung der Sitzlehne wird vom Schalter Sitzlehnenneigung Fond links (S54/5) bzw. vom Schalter Sitzlehnenneigung Fond rechts (S54/6) erfasst. Das Steuergerät SAM hinten liest den Status der Schalter Sitzlehnenneigung Fond direkt ein und sendet ab einer bestimmten Sitzlehnenneigung das Signal "Sitzlehne Fond in Schlafposition" über Innenraum­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle­CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Seitenaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)

Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)

Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11)

Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12)

Zündpille Windowbag links (R12/22) (Typ 222, 217.3)

Zündpille Windowbag rechts (R12/23) (Typ 222, 217.3)

Zündpille Headbag links (R12/39) (Typ 217.4)

Zündpille Headbag rechts (R12/40) (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung des Beifahrersitzes über die Auslösung des Sidebags.

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Heckaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.

Funktionsablauf Auslöseverhalten bei Überrollvorgang

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig vom Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Windowbag links (Typ 222, 217.3)

Zündpille Windowbag rechts (Typ 222, 217.3)

Zündpille Headbag links (Typ 217.4)

Zündpille Headbag rechts (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel links (Typ 217.4)

Zündpille Überrollbügel rechts (Typ 217.4)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Falle eines Crash­Ereignisses

Die Zusatzfunktionen im Falle eines Crash­Ereignisses umfassen folgende Unterfunktionen:

Funktionsablauf Abstellen des Motors

Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 222.004/057/104/157/163/173)

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage

Funktionsablauf Aktivieren der Warnblinkfunktion

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Lenksäuleneinstellung

Funktionsablauf Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRE­SAFE Fond))

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (Mercedes­Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf­/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))

Funktionsablauf Abstellen des Motors

Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr der Motor abgestellt und die Kraftstoffversorgung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Motor­CAN (CAN C) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor). Dieses veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors und das Abschalten der Kraftstoffversorgung.

Das Crash­Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME übermittelt.

Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung

Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr das Pyrotechnische Trennelement (K88) ausgelöst.

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Dargestellt Pyrosicherung

P91.60-3611-71

Zeitablauf:

Nach t = 300 μs startet die Kolbenbewegung.

Nach t = 450 μs ist die Trennung der Leitungsschiene beendet.

Die Hauptleitung innerhalb des Gehäuses der Pyrosicherung ist als Leitungsschiene mit Sollbruchstelle (3) ausgeführt. Nach Eintreten eines Crash­Ereignisses wird die Pyrosicherung vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert. Durch das Auslösen baut sich in der Kammer (1) ein Druck auf. Der Kolben (2) fährt daraufhin gegen die Sollbruchstelle und trennt somit die Leitungsschiene.

Durch das Auslösen der Pyrosicherung werden der Starter (M1) und der Generator (G2) schnell und zuverlässig vom Bordnetz getrennt.

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 222.004/057/104/157/163/173)

Nach einem Unfall werden zur Verringerung der Brandgefahr die Hochvoltkomponenten abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Hybrid­CAN (CAN L) an das Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2). Dieses schaltet daraufhin die Hochvoltkomponenten ab.

Das Crash­Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät Batteriemanagementsystem übermittelt.

Redundant dazu wird die Steuerklemmenleitung (Klemme 30c) durch das Auslösen der Pyrosicherung Hochvolt (F33f51) in der Vorsicherungsdose hinten (F33) unterbrochen. Durch diesen Spannungsabfall an den Hochvoltkomponenten wird das Hochvolt­Bordnetz abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Pyrosicherung Hochvolt direkt an.

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr die Standheizung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät Standheizung (A6n1), das die Standheizung abschaltet.

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage

Nach einem Unfall wird die Klimaanlage abgeschaltet und die Umluftklappe geschlossen. Dadurch wird verhindert, dass schädliche Gase in den Fahrzeuginnenraum eindringen können. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät Klimatisierung (N22/1), das diese Anforderung umsetzt.

Funktionsablauf Aktivieren der Warnblinkfunktion

Nach einem Unfall wird die Warnblinkfunktion aktiviert, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Warnblinkfunktion.

Das Crash­Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash­Signal auf dem Innenraum­CAN.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung öffnen der Seitenfenster

Elektrische Fensterheber normiert

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Nach einem Unfall werden die vorderen Seitenfenster um einen Spalt geöffnet. Dadurch können die durch die pyrotechnischen Rückhaltemittel entstandenen Rauchpartikel schnell abziehen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an folgende Steuergeräte:

Steuergerät Vordertür links (N69/1)

Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)

Die Steuergeräte Vordertür setzen diese Anforderung um und die Seitenfenster werden geöffnet.

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Nach einem Unfall wird die Innenbeleuchtung eingeschaltet, um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.

Das Crash­Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash­Signal auf dem Innenraum­CAN.

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Nach einem Unfall werden alle Türen, der Kofferraumdeckel und der Tankdeckel über die Zentralverriegelung entriegelt. Das Entriegeln der Türen ermöglicht es helfenden Personen, zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen. Das Entriegeln des Kofferraumdeckels ermöglicht den Zugang zu Hilfsmaterial wie Warndreieck und Verbandskasten. Das Entriegeln des Tankdeckels ermöglicht den Zugang zu dem im Tankdeckel angebrachten QR­Code, mit dem die Rettungskräfte schnell die entsprechende Rettungskarte für das Fahrzeug ermitteln können.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an folgende Steuergeräte:

Steuergerät SAM hinten

Steuergerät Vordertür links

Steuergerät Vordertür rechts

Steuergerät Fondtür links (N69/3) (Typ 222)

Steuergerät Fondtür rechts (N69/4) (Typ 222)

Die Zentralverriegelung wird nach einer Wartezeit von t = 8 bis 11 s entriegelt. Bei einem Heckaufprall wird die Zentralverriegelung sofort entriegelt.

Das Steuergerät SAM hinten entriegelt den Kofferraumdeckel und den Tankdeckel. Das jeweilige Steuergerät Vordertür und das jeweilige Steuergerät Fondtür (Typ 222) entriegelt die entsprechende Tür.

Das Crash­Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash­Signal auf dem Innenraum­CAN.

Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Lenksäuleneinstellung

Nach einem Unfall wird die Lenksäule bei folgenden Aktionen nach oben gefahren, um dem Fahrer das Aussteigen bzw. den Ersthelfern das Bergen des Fahrers aus dem Fahrzeug zu erleichtern:

Öffnen der Fahrertür

Wechsel des Status der Klemme 15C EIN nach Klemme 15C AUS

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät Fahrersitz (N32/1), das die Funktion crashaktive Lenksäuleneinstellung steuert.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRE­SAFE Fond))

Jeweilige Gurtschlosszunge in das Gurtschloss gesteckt

Fahrzeuggeschwindigkeit v = 0 km/h

Der Status der Schalter Gurtschloss Fond wird vom Steuergerät SAM hinten direkt eingelesen und über Innenraum­CAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss (N2/3) gesendet.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.

Funktionsablauf Aktivieren der aktiven Gurtschlösser im Fond (Typ 222 mit Code 305 (PRE­SAFE Fond))

Nach einem Unfall wird beim Öffnen der jeweiligen Fondtür das entsprechende aktive Gurtschloss in die Anbietposition gefahren, um den Fahrzeuginsassen bzw. den Ersthelfern die Zugänglichkeit zum Gurtschloss zu erleichtern.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash­Signal über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum­CAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.

Das Steuergerät Fondtür links bzw. das Steuergerät Fondtür rechts sendet den Türstatus über Innenraum­CAN an das Steuergerät aktives Gurtschloss.

Daraufhin steuert das Steuergerät aktives Gurtschloss die Einstellung der aktiven Gurtschlösser in die Anbietposition. Dazu wird der Motor aktives Gurtschloss Fondsitz links (M64/1) bzw. der Motor aktives Gurtschloss Fondsitz rechts (M64/2) vom Steuergerät aktives Gurtschloss entsprechend angesteuert.

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (Mercedes­Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf­/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))

Nach einem Unfall wird ein automatischer Notruf abgesetzt.

Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die Mercedes­Benz Notrufzentrale übermittelt:

GPS­Positionsdaten des Fahrzeugs

Letzte GPS­Positionsdaten der Fahrtroute

Fahrtrichtung

Fahrzeug­Identifizierungsnummer

Geschätzte Unfallschwere

Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug

Antriebsart des Fahrzeugs

Funktionsschema Elektrik Supplemental Restraint System auslösen

Typ 217, 222 ab Modell-J. 2018

PE91.60-P-2055-97SEB

Typ 217, 222 bis Modell-J. 2018

PE91.60-P-2055-97SEA

Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System

GF91.60-P-9996LF

Referenzierte Dokumente