gf9160p2012kn

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Typ gf · Thema 91.60 · Version 0106 · 2016-05-03

Gültig für: Typ 117, 156, 176, 242, 246

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 91 Sitze, Liegen, Rückhaltesystem › 91.60 Airbag, Fußgängerschutz — Baureihe 117 · Baureihe 156 · Baureihe 176 · Baureihe 242 · Baureihe 246

GF91.60-P-2012KN

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

03.05.2016

Typ

117, 156, 176, 242, 246

Vernetzung

Bei Fahrzeugen ab Modelljahr 2016 gibt es zwei Varianten des Fahrwerk-CAN (CAN E).

Variante 1:

Beinhaltet das Fahrzeug keinen der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist nach wie vor nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.

Variante 2:

Beinhaltet das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind ein Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1) und ein Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) vorhanden:

Code 218 (Rückfahrkamera)

Code 234 (Totwinkel-Assistent)

Code 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)

Code 475 (Reifendruckkontrolle)

Code 476 (Spurhalte-Assistent)

Code 513 (Verkehrszeichen-Assistent)

Code 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)

Code 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)

Code 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)

Code 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))

Code 622 (Intelligent Light System)

Code 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)

Code 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)

Im folgenden Text wird jeweils zwischen Variante 1 und Variante 2 unterschieden. Fahrzeuge bis Modelljahr 2016 sind der Variante 1 zuzuordnen.

Funktionsvoraussetzung allgemein

Klemme 15R Ein

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).

Supplemental Restraint System auslösen allgemein

Das Supplemental Restraint System überwacht ständig den Belegungszustand des Beifahrersitzes sowie den Status der Sicherheitsgurte vorn (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.

Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Systemüberwachung

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte vorn

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Funktionsablauf bei Frontalaufprall

Funktionsablauf bei Seitenaufprall

Funktionsablauf bei Heckaufprall

Funktionsablauf bei Überrollvorgang (Typ 117, 156 mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Crashfall

Funktionsablauf Systemüberwachung

Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:

Kontrollleuchte Supplemental Restraint System (A1e15) im Kombiinstrument (A1)

Airbag Off-Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung (N72/1e1) im Steuergerät Oberes Bedienfeld (N72/1)

Airbag On-Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung (N72/1e4) (Typ 117, 246 ab 02.06.2014, Typ 176, 242.848 ab 01.09.2015, Typ 156, 242.890 mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) oder Typ 117, 176, 242.848, 246 ab 02.06.2014 mit Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE))

Nach erfolgreichem Selbsttest (4 s) werden die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System und die Airbag Off-Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung (außer Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) und außer Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE)) ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) oder Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE) wird über die entsprechende Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung der Belegungszustand des Beifahrersitzes angezeigt.

Die Anforderung zum Einschalten der Kontrollleuchte Supplemental Restraint System sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 2 (Variante 2) an das Kombiinstrument. Die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät SAM (N10) und Batteriesensor-LIN (LIN B15) an das Steuergerät Oberes Bedienfeld, das die entsprechende Kontrollleuchte automatische Kindersitzerkennung ansteuert.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb weiterhin ständig das Supplemental Restraint System und meldet Fehler über das Multifunktions-Display (A1p13) und die Kontrollleuchte Supplemental Restraint System im Kombiinstrument an den Fahrer. Die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 2 (Variante 2) an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite wird anhand des Belegungszustandes des Beifahrersitzes angepasst.

Typ 117, 156, 176, 242, 246
außer Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung)
außer Code U18 (Automatische Kindersitzerkennung AKSE)
Der Status der Sitzbelegungserkennung hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte vorn

Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird abhängig vom Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst.

Durch die ins Gurtschloss gesteckte Gurtschlosszunge wird der Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer (S68/3) bzw. der Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Beifahrer (S68/4) betätigt. Der Status der Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss wird vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt eingelesen.

Der Status der Gurtschlösser im Fond hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:

Frontalaufprall

Seitenaufprall

Heckaufprall

Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)

Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:

Integrierte Sensoren

Sensor Sidebag links (A53)

Sensor Sidebag rechts (A54)

Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)

Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)

Drucksensor Vordertür links (B48/7)

Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)

Drucksensor Fondtür links (B48/9) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Drucksensor Fondtür rechts (B48/10) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest die Sensorsignale direkt ein.

Funktionsablauf bei Frontalaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)

Zündpille 1 Beifahrer-Airbag (R12/4)

Zündpille 2 Beifahrer-Airbag (R12/5)

Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)

Zündpille 1 Fahrer-Airbag (R12/13)

Zündpille 2 Fahrer-Airbag (R12/14)

Zündpille Kneebag Beifahrer (R12/24) (Typ 117, 156 mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25)

Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Zündpille Entlüftungsventil Beifahrer-Airbag (R12/44) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Position des Fahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer (S68/19) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Fahrer-Airbags. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer direkt ein.

Position des Beifahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer (S68/20) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Beifahrer-Airbags. Dies gilt jedoch nur, wenn ein belegter Beifahrersitz erkannt worden ist. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer direkt ein.

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung über die Unterdrückung oder die 1- oder 2-stufige Auslösung des Beifahrer-Airbags.

Status Gurtschloss Fahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird anstelle des Gurtstraffers und des Gurtkraftbegrenzers (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) der Fahrer-Airbag mit vorverlegtem Zündzeitpunkt ausgelöst.

Status Gurtschloss Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird anstelle des Gurtstraffers und des Gurtkraftbegrenzers (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) der Beifahrer-Airbag mit vorverlegtem Zündzeitpunkt ausgelöst. Dies gilt jedoch nur, wenn ein belegter Beifahrersitz erkannt worden ist. Bei Nichtbelegung und nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden auf der Beifahrerseite keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Funktionsablauf bei Seitenaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)

Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)

Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Windowbag links (R12/16)

Zündpille Windowbag rechts (R12/17)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung des Beifahrersitzes über die Auslösung des Sidebags auf der Beifahrerseite.

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Funktionsablauf bei Heckaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgender Zustand wird berücksichtigt:

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Funktionsablauf bei Überrollvorgang (Typ 117, 156 mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Sidebag Fahrer

Zündpille Sidebag Beifahrer

Zündpille Sidebag im Fond links (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Sidebag im Fond rechts (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Windowbag links

Zündpille Windowbag rechts

Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand der aktuellen Belegung des Beifahrersitzes über die Auslösung des Sidebags auf der Beifahrerseite.

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der entsprechende Gurtstraffer nicht ausgelöst.

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Crashfall

Die Zusatzfunktionen im Crashfall umfassen folgende Unterfunktionen:

Funktionsablauf Aktivieren der Funktion Warnblinken

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Funktionsablauf Abstellen des Motors (außer Typ 242.890)

Funktionsablauf Auslösen des Inertisierungssystems (Typ 117, 156 mit Motor 133 mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ), Typ 117, 156, 176, 242, 246 mit Motor 270 mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ))

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 242.890)

Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage (ab 01.06.2013)

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (Mercedes-Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))

Funktionsablauf Aktivieren der Funktion Warnblinken

Um nach einem Unfall andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, wird automatisch die Funktion Warnblinken aktiviert. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM. Das Steuergerät SAM aktiviert daraufhin die Funktion Warnblinken.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System zum Steuergerät SAM übermittelt.

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen nach einem Unfall die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern, wird automatisch die Innenbeleuchtung eingeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM. Das Steuergerät SAM aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM übermittelt.

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Um es helfenden Personen zu ermöglichen nach einem Unfall zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen, wird automatisch die Zentralverriegelung entriegelt. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM, das diese Anforderung umsetzt.

Die Zentralverriegelung wird nach einer Wartezeit von 8 bis 11 s entriegelt.

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Bei der Auslösung der pyrotechnischen Rückhaltemittel entstehen Rauchpartikel im Fahrzeuginnenraum. Um ein schnelles Abziehen dieser Rauchpartikel zu erreichen, werden automatisch die Seitenfenster vorn um ca. 50 mm geöffnet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:

Steuergerät SAM

Steuergerät Vordertür links (N69/1)

Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)

Funktionsablauf Abstellen des Motors (außer Typ 242.890)

Um nach einem Unfall eine mögliche Brandgefahr zu vermeiden, wird automatisch der Motor abgestellt. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Motor 651) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotoren).

Bei Fahrzeugen mit Motor 607 sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebsstrang-CAN (CAN T) an das Steuergerät CDI.

Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder an das Steuergerät ME übermittelt.

Funktionsablauf Auslösen des Inertisierungssystems (Typ 117, 156 mit Motor 133 mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ), Typ 117, 156, 176, 242, 246 mit Motor 270 mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ))

Das Inertisierungssystem verhindert, dass sich austretendes Kältemittel der Klimaanlage an heißen Motorteilen entzünden kann.

Wenn das Steuergerät Supplemental Restraint System einen Frontalaufprall detektiert, steuert es die Zündpille Inertisierungsanlage (R12/69) an. Wenn die Zündpille Inertisierungsanlage ausgelöst wird, strömt Argonschutzgas aus dem Gasbehälter in den Motorraum aus. Dadurch wird der Luftsauerstoff im motornahen, brandgefährdeten Bereich verdrängt. Die Gefahr eines Brandes durch das Ausströmen des Kältemittels der Klimaanlage wird verhindert.

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 242.890)

Um nach einem Unfall eine mögliche Brandgefahr zu vermeiden, werden die Hochvoltkomponenten spannungsfrei geschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang, Fahrzeug-CAN (CAN V), Steuergerät Antriebsstrang Gateway (N93/8) und Elektroantriebs-CAN (CAN EL) an das Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2), das die Abschaltung veranlasst.

Funktionsablauf Auslösen der Pyrosicherung

Um nach einem Unfall eine mögliche Brandgefahr zu vermeiden, wird die Pyrosicherung (F39) (außer Typ 242.890) oder das Pyrotechnische Trennelement (F19/3f750) im Hochvolt-Energieverteiler (F19/3) (Typ 242.890) ausgelöst.

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Die Hauptleitung ist innerhalb des Gehäuses als Leitungsschiene mit Sollbruchstelle (3) ausgeführt. Nach Eintreten eines Crashereignisses (Frontalcrash mit zweistufiger Airbagauslösung) wird die Pyrosicherung (außer Typ 242.890) oder das Pyrotechnische Trennelement (Typ 242.890) vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert. Durch das Auslösen baut sich in der Kammer (1) ein Druck auf. Der Kolben (2) fährt daraufhin gegen die Sollbruchstelle und trennt somit die Leitungsschiene.
Zeitablauf:
Nach 300 μs startet die Kolbenbewegung.
Nach 450 μs ist die Trennung der Leitungsschiene beendet.
Typ 117, 156, 176, 242 (außer 242.890), 246
Durch das Auslösen der Pyrosicherung werden der Starter (M1) und der Generator (G2) vom Bordnetz getrennt.
Typ 242.890
Durch das Auslösen des Pyrotechnischen Trennelements werden die hochspannungsführenden Komponenten spannungsfrei geschaltet.

P91.60-3611-71

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage (ab 01.06.2013)

Um nach einem Unfall das Eindringen schädlicher Gase in den Fahrzeuginnenraum zu verhindern, wird automatisch die Klimaanlage abgeschaltet und die Umluftklappe geschlossen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik (N22/7).

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Nach einem Unfall wird zur Verringerung der Brandgefahr automatisch die Standheizung abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Standheizung (A6n1), das die Abschaltung der Standheizung veranlasst.

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 347 (Mercedes-Benz Notrufsystem) oder Code 348 (Notruf-/Assistentsystem) oder Code 350 (Notrufsystem Ecall Europa))

Nach einem Unfall wird automatisch ein Notruf abgesetzt.

Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die Mercedes-Benz Notrufzentrale übermittelt:

GPS-Positionsdaten des Fahrzeugs

Letzte GPS-Positionsdaten der Fahrtroute

Fahrtrichtung

Fahrzeug-Identifizierungsnummer

Geschätzte Unfallschwere

Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug

Antriebsart des Fahrzeugs

Funktionsschema Elektrik Supplemental Restraint System auslösen

PE91.60-P-2055-97IAA

Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System

GF91.60-P-9996KN

Referenzierte Dokumente