gf8295p0004flu

Notrufsystem Funktion

Typ gf · Thema 82.95 · Version 0103 · 2012-12-04

Gültig für: TYP 212 mit CODE 359 (Notrufsystem TELE AID) außer CODE 347 (Notrufsystem Ecall Europa) außer CODE 348 (Notruf-/Assistentsystem)'

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 82 Elektrische Anlage, Aufbau › 82.95 Notrufsysteme — Baureihe 212

GF82.95-P-0004FLU

Notrufsystem Funktion

4.12.12

TYP

212

mit CODE 359 (Notrufsystem TELE AID)

außer CODE 347 (Notrufsystem Ecall Europa)

außer CODE 348 (Notruf-/Assistentsystem)

Notrufsystem Funktion

P82.95-2964-79

A1

Kombiinstrument

N10/1

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

S93/3

Taste Notrufsystem

A2/5

Antennenweiche Global Positioning System (mit Code (512) COMAND APS inkl. DVD-Wechsler oder Code (527) COMAND APS mit Single DVD Laufwerk (mit Navigation))

N10/2

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond

S93/6s1

Taste MB-Info

A2/52

Antenne Notrufsystem

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code (233) DISTRONIC PLUS)

S93/6s2

Taste Pannendienst

A28/11

Kombiantenne

N30/7

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit Code (233) DISTRONIC PLUS)

CAN A

Telematik-CAN

A40/3

Steuereinheit COMAND

N40/3

Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit Code (810) Sound-System)

CAN B

Innenraum-CAN

A40/8

Audio-/COMAND-Display

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

CAN D

Diagnose-CAN

A67b1

Mikrofon Freisprecheinrichtung

N123/4

Steuergerät Notrufsystem

CAN E

Fahrwerk-CAN

H4/27

Lautsprecher Instrumententafel Mitte

S88/8

Schalter Außenbetätigung Kofferraumdeckel (Typ 212.0)

LVDS

Low Voltage Differential Signal

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

S88/8

Schalter Außenbetätigung Heckklappe (Typ 212.2)

MOST

Media Oriented System Transport

Funktionsvoraussetzungen Notrufsystem allgemein

Klemme 30

Jeder fahrzeugnahe Dienst ist separat autorisiert

Ein für den entsprechenden fahrzeugnahen Dienst autorisiertes Kommunikationsmodul des Steuergeräts Notrufsystem ist mit der Rufnummer des entsprechenden Diensteanbieters konfiguriert

Der Fahrzeughalter ist in der Dienstzentrale registriert und autorisiert

Das Notrufsystem mit Code (359) Notrufsystem TELE AID ist bei Fahrzeugen bis 31.5.2012 verbaut. Das Steuergerät Notrufsystem wird nicht für das normale Telefonieren eingesetzt.

Notrufsystem allgemein

Mit dem Steuergerät Notrufsystem werden die folgenden fahrzeugnahen Dienste realisiert:

– Autorisierung ("Provisioning")

– Notruf manuell oder automatisch

– MB-Info-Ruf

– Pannendienst

– Benachrichtigung bei Einbruch- und Diebstahlwarnung ("Anti Theft Notification")

– Fahrzeugauffindung

– Fahrzeug-Fernentriegelung

– Fahrzeug-Fernverriegelung

– Übertragen von Navigationsdaten ("Remote Destination Feed")

Die Funktion Notrufsystem setzt sich zunächst aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Selbsttest

Anzeige des Status Notrufsystem

Auswahl der Telefonantenne

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Manueller oder automatischer Notruf

Priorisierung

Informationen zur Priorisierung der Dienste erhalten Sie am Ende dieses Dokuments.

Weitere Teilfunktionen sind in einem separaten Dokument beschrieben:

Weitere Telematikdienste Funktion

Selbsttest

Erhält das Steuergerät Notrufsystem über Diagnose-CAN die Botschaft "Klemme 15R" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss, führt das Steuergerät Notrufsystem einen Selbsttest durch (ca. 5 s). Die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst leuchten für ca. 5 s. Nach erfolgreichem Selbsttest ist das Notrufsystem betriebsbereit und die Leuchtdioden erlöschen.

Bei einem Fehler erscheint je nach Fehlerart eine Fehlermeldung im Kombiinstrument, zusätzlich werden die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst permanent angesteuert. Der Fehler wird je nach Fehlerart auch im Fehlerspeicher des Steuergeräts Notrufsystem abgelegt.

Anzeige des Status Notrufsystem

Der Status des Notrufsystems wird auf verschiedene Weise angezeigt. Zu unterscheiden sind:

Anzeige des Status durch Leuchtdioden

Anzeige des Status im Kombiinstrument

Anzeige des Status auf dem Audio-/COMAND-Display

Bei der Fahrzeug-Fernverriegelung erfolgt keine systemspezifische Statusanzeige.

Anzeige des Status durch Leuchtdioden

Die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst dienen zur Anzeige folgender Status:

– Selbsttest des Notrufsystems, Leuchtdioden leuchten für ca. 5 s

– Aktiver Dienst, jeweilige Leuchtdiode blinkt

– Fehler im Notrufsystem, Leuchtdioden leuchten permanent

– Systembereitschaft des Notrufsystems, Leuchtdioden sind aus

Das Steuergerät Notrufsystem steuert die Leuchtdioden der Taste Notrufsystem, der Taste MB-Info und der Taste Pannendienst über direkte Leitungen an.

Anzeige des Status im Kombiinstrument

Der Status des Notrufsystems wird in folgenden Fällen durch eine Textmeldung im Kombiinstrument angezeigt:

– Aktiver Dienst

– Fehler im Notrufsystem

Die Anzeige der Meldung im Kombiinstrument erfolgt vom Steuergerät Notrufsystem über folgenden Weg:

– Diagnose-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Innenraum-CAN

Anzeige des Status auf dem Audio-/COMAND-Display

Ein aktiver Dienst des Notrufsystems wird durch eine Textmeldung oder ein Pop-up (mit Bestätigungsaufforderung) auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt. Die Anzeige der Meldung oder des Pop-ups auf dem Audio-/COMAND-Display erfolgt durch das Steuergerät Notrufsystem über folgenden Weg:

– Diagnose-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Innenraum-CAN

– Steuereinheit COMAND

– LVDS-Leitung

Notrufsystem Funktion

Ansteuerung der Leuchtdioden zum Status Notrufsystem

A

Selbsttest Notrufsystem aktiviert (Leuchtdioden ein)

D

Selbsttest Notrufsystem beendet (Leuchtdioden aus, wenn fehlerfreies System)

E

Selbsttest Notrufsystem

N

Aktiver Dienst (Leuchtdioden intermittierend angesteuert)

S

Fehler im Notrufsystem (Leuchtdioden dauerhaft angesteuert)

t

Zeit in Sekunden (nach dem Einschalten)

P82.95-2676-11

Funktionsvoraussetzungen Auswahl der Telefonantenne

Defekt der Kombiantenne oder unzureichender Empfang

Auswahl der Telefonantenne

Im Normalfall sendet und empfängt das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul alle Mobilfunksignale über die Kombiantenne. Bei unzureichendem Empfang oder einemDefekt der Kombiantenne sendet und empfängt das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul die Mobilfunksignale automatisch über die Antenne Notrufsystem.

Das Steuergerät Notrufsystem überwacht die Kombiantenne über eine direkte Leitung und erkennt den Ausfall der Kombiantenne oder einen unzureichenden Empfang. Das Steuergerät Notrufsystem sendet oder empfängt daraufhin automatisch die Mobilfunksignale der jeweiligen fahrzeugnahen Dienste über eine direkte Leitung und die Antenne Notrufsystem.

Funktionsvoraussetzungen Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Einer der folgenden fahrzeugnahen Dienste ist ausgelöst:

– Manueller oder automatischer Notruf

– MB-Info-Ruf

– Pannendienst

– Fahrzeugauffindung

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Unabhängig von der Art des ausgelösten fahrzeugnahen Dienstes (z. B. MB-Info-Ruf) wird eine Sprachverbindung zur Dienstzentrale aufgebaut. Nach Rückmeldung der Dienstzentrale mittels eines speziellen Tons wird eine SMS mit den jeweiligen Daten einschließlich Fahrzeugidentifikationsnummer an dieDienstzentrale versendet. Anschließend kann der Fahrer über die noch bestehende Sprachverbindung mit einem Kundenbetreuer sprechen.

Für die Spracheingabe wird das Mikrofon Freisprecheinrichtung verwendet, das im Innenspiegel (A67) integriert ist. Die Signale des Mikrofons Freisprecheinrichtung werden über eine direkte Leitung zur Steuereinheit COMAND geleitet. In der Steuereinheit COMAND werden die Signale des Mikrofons Freisprecheinrichtung nur durchgeschleift und zu dem im Steuergerät Notrufsystem integrierten Kommunikationsmodul weitergeleitet.

Anschließend sendet das im Steuergerät Notrufsystemintegrierte Kommunikationsmodul die Signale des Mikrofons Freisprecheinrichtung an die Dienstzentrale. Das imSteuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul sendetund empfängt die Mobilfunksignale über eine direkte Leitung von der Kombiantenne.

Die Sprachausgabe erfolgt ausschließlich über den Lautsprecher Instrumententafel Mitte. Der Lautsprecher Instrumententafel Mitte wird über direkte Leitungen vom Steuergerät Notrufsystem angesteuert. Für alle anderen Anwendungen (z. B. Audiobetrieb) werden der Lautsprecher Instrumententafel Mitte undalle weiteren ausstattungsabhängig verbauten Lautsprecher stummgeschaltet. Die Stummschaltung erfolgt durch ein Mute-Signal vom Steuergerät Notrufsystem über eine direkte Leitung zum Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit Code (810) Sound-System) oder zur Steuereinheit COMAND (außer Code (810) Sound-System).

Nähere Informationen zur Lautsprecheranlage siehe im Dokument "Lautsprecherausgabe Funktion".

Das Beenden der Sprachverbindung erfolgt im Normalfall durch die Dienstzentrale oder den Fahrer.

Bei einem Notruf kann die Sprachverbindung nur durch die Dienstzentrale beendet werden.

Der Aufbau einer Sprachverbindung zur Dienstzentrale wird nach mehreren erfolglosen Anwahlversuchen durch dasim Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul abgebrochen und eine entsprechende Meldung wird im Kombiinstrument sowie auf dem Audio-/COMAND-Displayangezeigt.

Bei einem Ausfall der Kombiantenne (z. B. Defekt durch Überschlag) sendet und empfängt das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul die Mobilfunksignale automatisch über die Antenne Notrufsystem.

Standortbestimmung

Zur Standortbestimmung verwendet das Steuergerät Notrufsystem das satellitengestützte Ortungssystem Global-Positioning System (GPS). Es steht weltweit zur Verfügung. Die GPS-Satelliten senden permanent Zeit- und Positionsdaten (Längengrad und Breitengrad). Die GPS-Ortung ist nach einem Fahrzeugtransport (z.B. Zug-, Fähr-und Abschleppfahrten) unersetzlich.

Eine GPS-Neuortung (nach Unterbrechung des Satellitenempfangs) kann mehrere Minuten dauern (bei Erstinbetriebnahmedes Steuergeräts Notrufsystem bis zu t = 20 min). Die Basis-Standortbestimmung läuft parallel zur GPS-Standortbestimmung ab.

Die Funktion Standortbestimmung setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf GPS-Standortbestimmung

Funktionsablauf Basis-Standortbestimmung

Funktionsvoraussetzung GPS-Standortbestimmung

Klemme 15R EIN oder Auslösen eines autorisierten Dienstes

Funktionsablauf GPS-Standortbestimmung

Der im Steuergerät Notrufsystem integrierte GPS-Empfänger erhält die GPS-Signale über folgenden Weg:

– Kombiantenne

– Antennenweiche Global Positioning System (mit Code (512) COMAND APS inkl. DVD-Wechsler oder mit Code (527) COMAND APS mit Single DVD Laufwerk (mit Navigation))

Aus den GPS-Signalen berechnet nun das Steuergerät Notrufsystem die aktuelle Position des Fahrzeugs (Empfänger).

Darüber hinaus wird mit Hilfe der Abfolge der mit GPS berechneten Standorte die Fahrtrichtung des Fahrzeugs ermittelt.

Funktionsvoraussetzung Basis-Standortbestimmung

Klemme 15R EIN

Funktionsablauf Basis-Standortbestimmung

Zur Basis-Standortbestimmung benötigt das Steuergerät Notrufsystem folgende Informationen:

– Raddrehzahlsignale

– Daten der zurückgelegten Wegstrecke

– Daten über die Fahrtrichtung (vorwärts oder rückwärts)

Die Raddrehzahlsignale erhält das Steuergerät Notrufsystem über folgenden Weg:

– Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code (233) DISTRONIC PLUS) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit Code (233) DISTRONIC PLUS)

– Fahrwerk-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Diagnose-CAN

Die Daten der zurückgelegten Wegstrecke erhält das Steuergerät Notrufsystem vom Kombiinstrument über folgenden Weg:

– Innenraum-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Diagnose-CAN

Die Daten über die Fahrtrichtung (vorwärts oder rückwärts) erhält das Steuergerät Notrufsystem über den Diagnose-CAN vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn.

Anschließend wird im Steuergerät Notrufsystem aus der zurückgelegten Wegstrecke und unter Berücksichtigung der Fahrzeugausrichtung sowie der Fahrtrichtung die momentane Fahrzeugposition (Längengrad und Breitengrad) berechnet.

Ortungsfehler bei der Standortbestimmung: Rückwärtsrollen bei "Klemme 15 AUS" (Zündung ausgeschaltet) oder ein Transport des Fahrzeugs verfälschen die Basis-Standortbestimmung. Die Abweichung wird von dem im Steuergerät Notrufsystem integrierten Navigationsrechner bei Empfang von GPS-Daten in beiden Fällen automatisch korrigiert.

Funktionsvoraussetzungen Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Klemme 15R EIN

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Bei einem Unfall mit Airbag-Auslösung wird sofort ein automatischer Notruf (E-Call) abgesetzt. Dabei spielt die Schwere des erkannten Unfalls keine Rolle.

Das Steuergerät Notrufsystem erhält die Crashinformationen über eine direkte Leitung als digitales Crashsignal vom Steuergerät Supplemental Restraint System.

Zusätzlich (redundant) erhält das Steuergerät Notrufsystem die Crashinformationen, inkl. Crash-Level, über folgenden Weg:

– Fahrwerk-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Diagnose-CAN

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet über denselben Weg wie die Crashinformationen inkl. "Crash-Level" alle t = 500 ms ein "LIFE"-Signal ("Lebenszeichen" des Steuergeräts Supplemental Restraint System). Damit wird die Kommunikation mit dem Steuergerät Supplemental Restraint System und die ordnungsgemäße Funktion der Crasherkennung permanent vom Steuergerät Notrufsystem überwacht.

Manueller oder automatischer Notruf

Befindet sich der Fahrer in einem entlegenen Gebietin einer Notsituation, kann ein Mitarbeiter der Dienstzentrale sich mit Hilfe der vom Steuergerät Notrufsystem erhaltenen Daten (Sprachverbindung und SMS) einen Überblick über denZustand im Inneren des Fahrzeugs verschaffen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten. Ein Notruf kann manuell oder automatisch ausgelöst werden. Ziel dieser Notrufe sind folgendePunkte:

– Automatische Alarmierung der Rettungsdienste nach Unfall

– Alarmierung der Rettungskräfte auf Knopfdruck (eigene Notsituation, beobachteter Unfall)

– Verkürzen der Rettungszeiten durch schnelle Notmeldung mit Angabe des exakten Einsatzorts

Das missbräuchliche Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs ist strafbar.

Bei einem manuellen oder automatischen Notruf kann die Dienstzentrale bei Bedarf Navigationsdaten zum Fahrzeug übertragen. Die Daten werden dem Navigationsmodul der Steuereinheit COMAND (mit Code (512) COMAND APS inkl. DVD-Wechsler) zur Verfügung gestellt.

Die Funktion Notruf setzt sich aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Auslösen eines manuellen Notrufs

Funktionsablauf Auslösen eines automatischen Notrufs

Funktionsablauf Übertragung der Notrufdaten und Kommunikation mit der Dienstzentrale

Funktionsvoraussetzung Auslösen eines manuellen Notrufs

Kein höher priorisierter fahrzeugnaher Dienst (automatischer Notruf) ist aktiv

Funktionsablauf Auslösen eines manuellen Notrufs

Durch Betätigen der mit dem Aufdruck "SOS" versehenen Taste Notrufsystem für mindestens 2 s wird der manuelle Notruf ausgelöst. Die Taste Notrufsystem ist mit einer Sicherungsklappe abgedeckt. Durch Antippen der Sicherungsklappe wird diese entriegelt und öffnet sich mit Hilfe eines Federmechanismus selbstständig.

Das Steuergerät Notrufsystem liest die Taste Notrufsystem über eine direkte Leitung ein.

Funktionsablauf Auslösen eines automatischen Notrufs

Das Steuergerät Notrufsystem erhält vom SteuergerätSupplemental Restraint System ein Crash-Signal über eine direkteLeitung. Gleichzeitig empfängt das Steuergerät Notrufsystem das Crash-Signal (redundant) und den Crash-Level über folgenden Weg vom Steuergerät Supplemental Restraint System:

– Fahrwerk-CAN

– Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

– Diagnose-CAN

Funktionsablauf Übertragung der Notrufdaten und Kommunikation mit der Dienstzentrale

Nach Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs baut das Steuergerät Notrufsystem eine Sprachverbindung zur Dienstzentrale auf. Nach der Rückmeldung der Dienstzentrale mittels eines speziellen Tons sendet das Steuergerät Notrufsystem über das integrierte Kommunikationsmodul automatisch eine SMS mit folgenden Daten an die Dienstzentrale:

– Fahrzeugposition, Fahrtrichtung und Historie

– Fahrzeugdaten und Crash-Informationen

Bei einem manuellen oder automatischen Notruf werden andere fahrzeugnahe Dienste (z. B. MB-Info-Ruf (MB-Info-Call)) unterbrochen.

Das im Steuergerät Notrufsystem integrierte Kommunikationsmodul sendet und empfängt die Mobilfunksignale über die Kombiantenne.

Kommt bei einer Auslösung des automatischen Notrufs keine Verbindung mit der Dienstzentrale zustande, so wird automatisch eine Sprachverbindung mit einer Notrufnummer aufgebaut und die aufgeführten Daten müssen mündlich übermittelt werden.

Priorisierung

Damit nicht mehrere Dienste gleichzeitig vom Steuergerät Notrufsystem verwaltet werden müssen, besitzt es ein Prioritätenmanagement. Dieses legt fest, zu welchemZeitpunkt ein Dienst aktiviert wird und welcher Dienst eine höhere Priorität hat. Je nachdem, welcher Dienst aktiviert werden soll, gibtdas Steuergerät Notrufsystem entsprechend der Prioritätenliste Ressourcen frei. Ein angeforderter Dienst wird nicht aktiviert, wenn zu diesem Zeitpunkt ein höher priorisierter fahrzeugnaher Dienst aktiv ist.

Die höchste Priorität hat das Absetzen eines automatischen Notrufs.

Priorität Dienst

1 Automatischer Notruf

2 Manueller Notruf

3 Fahrzeugauffindung und Benachrichtung bei Diebstahlwarnung

4 Pannendienst

5 MB-Info

6 Autorisierung

7 Fahrzeug-Fernentriegelung oder Fahrzeug-Fernverriegelung

8 Übertragen von Navigationsdaten

Funktionsschema Elektrik Anzeige des Status Notrufsystem Funktion

PE82.95-P-2061-97DAA

Funktionsschema Elektrik Manueller oder automatischer Notruf Funktion

PE82.95-P-2066-97DAA

Funktionsschema Elektrik Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale Funktion

PE82.95-P-2069-97DAA

Funktionsschema Elektrik Standortbestimmung Funktion

PE82.95-P-2070-97DAA

Übersicht Systembauteile Telematik

GF82.85-P-9999FL

Weitere Telematikdienste Funktion

GF82.95-Q-2025FLU

Referenzierte Dokumente