gf4015p0002ca

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0102 · 2013-03-22

Gültig für: TYP 207.3/4 bis Modell-J. 2014 mit CODE 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 207 (Baumuster 3**, 4**)

GF40.15-P-0002CA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

22.3.13

TYP

207.3/4

bis Modell-J. 2014

mit CODE 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Status "Klemme 15 EIN"

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) funktionsfähig

Fahrzeuggeschwindigkeit v > 15 km/h

Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung a < 1 m/s2

Den Klemmenstatus Klemme 15 stellt das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) auf dem Fahrwerk-CAN (CAN E) zur Verfügung.

Funktionsablauf RDW allgemein

Die RDW erkennt einen deutlichen Druckverlust an einem Reifen und gibt daraufhin eine Warnmeldung im Multifunktions-Display (A1p13) des Kombiinstruments (A1) an. Die RDW ist funktional in dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) integriert.

Die RDW setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) wertet die Signale folgender Bauteile zur Erkennung eines Reifendruckverlustes aus:

- Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung (B24/15)

- Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1)

- Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2)

- Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3)

- Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4)

Das Erkennen eines Reifendruckverlusts erfolgt über den Abrollumfang der Reifen, da dieser vom Reifenluftdruck abhängig ist. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein und wertet auftretende Drehzahlunterschiede aus. Zusätzlich werden die Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung des Fahrzeugs in die Berechnung mit einbezogen. Hierfür liest das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) die Daten des Sensors Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung ein.

In nachfolgenden Situationen ist die Funktion der RDW teilweise eingeschränkt:

- In Steilkurven oder auf Straßen mit großer Querneigung (typisch > 7°)

- Bei erkannten Hardwarefehlern (z. B. im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ohne CODE 233 (DISTRONIC PLUS)), Ausfall von Sensoren) wird die RDW stillgelegt

- Sportliche Fahrweise (hohe Kurvengeschwindigkeit, starke Beschleunigung)

- Montierte Schneeketten oder winterliche Straßenverhältnisse

- Loser Untergrund (Sand, Kies usw.)

- Bei Regeleingriffen durch das Antiblockiersystem (ABS), die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) oder das Elektronische Stabilitäts-Programm (Electronic-Stability-Program) (ESP)

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Eine Warnung erfolgt ab einem Druckverlust von ca. 30 bis 50 % an einem Rad. Die Fahrerinformationen erfolgen über das Multifunktions-Display im Kombiinstrument.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) sendet den Status der RDW über den Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument, das die entsprechende Meldung ausgibt.

Eine eventuelle Warnung ohne Positionsangabe erfolgt erst nach einigen Minuten Fahrt. In den darauffolgenden Zündungsläufen wird eine Erinnerungsmeldung angezeigt, solange die RDW nicht neu gestartet wurde. Die RDW muss über das Bedienmenü im Kombiinstrument neu gestartet werden, nachdem ein oder mehrere Reifen gewechselt oder die Reifendrücke verändert wurden. Eine anstehende Warnmeldung wird dadurch gelöscht.

Die Aktivierung erfolgt über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111). Diese Anforderung wird vom Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) eingelesen und über den Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument gesendet.

Das Kombiinstrument sendet daraufhin die Anforderung zum Neustart an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)). Nach dem Neustart erfolgt die Einlernphase. Dabei werden die relativen Abrollumfänge der Reifen in bis zu 7 verschiedenen Geschwindigkeitsintervallen (zwischen v = 15 und 250 km/h) eingelernt.

Während des Lernvorgangs ist die RDW nicht aktiv. Gleichmäßige Druckverluste an allen 4 Reifen (z. B. durch Diffusion) werden nicht erkannt. Fehlbedienungen (z. B. Neustart der RDW bei deutlich zu geringem Reifenluftdruck) werden ebenfalls nicht erkannt.

Funktionsschema Elektrik Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

PE40.15-P-2051-97EAA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Anordnung der Bauteile

GF40.15-P-0002-01CA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Blockschaltbild

GF40.15-P-0002-02CA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Fahrerinformation

GF40.15-P-0002-03CA

Übersicht Systembauteile Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

GF40.15-P-9997CA

Referenzierte Dokumente