gf3233p0004fl

Elektronische-Hinterachs-Niveauregulierung Funktion

Typ gf · Thema 32.33 · Version 0101 · 2013-01-14

Gültig für: TYP 212.2 bis Modell-J. 2014 außer CODE 488 (Stahl-/Luftfederung) außer CODE 489 (AIRMATIC (Luftfederung mit kontinuierlicher Verstelldämpfung))'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 32 Federung › 32.33 Niveauregelung (NR/ENR) — Baureihe 212 (Baumuster 2**)

GF32.33-P-0004FL

Elektronische-Hinterachs-Niveauregulierung Funktion

14.1.13

TYP

212.2

bis Modell-J. 2014

außer CODE 488 (Stahl-/Luftfederung)

außer CODE 489 (AIRMATIC (Luftfederung mit kontinuierlicher Verstelldämpfung))

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Keine Über- oder Unterspannung

Klemme 30

System elektronische Hinterachs-Niveauregulierung allgemein

Die elektronische Hinterachs-Niveauregulierung überwacht das Hinterachsniveau und steuert ggf. die Luftfederbeine an der Hinterachse an, um Beladungseinflüsse auszugleichen.

Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf System starten

Funktionsablauf Druckluftversorgung

Funktionsablauf Niveauregulierung

Funktionsablauf Sperrstellung

Funktionsablauf System- und Warnmeldungen

Funktionsablauf System starten

Das System wird durch Wecken des Innenraum-CAN (CAN B) gestartet. Dies erfolgt durch das Entriegeln des Fahrzeugs und anschließendem Öffnen einer Fahrzeugtür, wobei die Heckklappe als Fahrzeugtür gewertet wird. Den entsprechenden Status der Vordertüren, der Fondtüren und der Heckklappe empfängt das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond (N10/2) über den Innenraum-CAN. Das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn wertet die Signale aus und sendet ein Wecksignal über den Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse (N97). Nach dem Wecken des Steuergeräts Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse wird das augenblickliche Hinterachsniveau überprüft und ggf. korrigiert. Eine Niveauregulierung erfolgt im Weckmodus (z. B. durch das Be- und Entladen des Fahrzeugs) ohne Zuschaltung des Kompressors AIRMATIC (A9/1) bei ausreichendem Füllstand des Zentralspeichers AIRMATIC.

Durch das Aktivieren des Steuergeräts Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse entsteht ein zeitlicher Vorlauf, der ggf. zur Korrektur des Hinterachsniveaus genutzt wird.

Die Wartezeit bis zum Abschluss der Niveaukorrektur wird verkürzt und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs erhöht.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Druckluftversorgung

Motor läuft, Signal (n > 300/min)

Funktionsablauf Druckluftversorgung

Das System arbeitet je nach Fahrzeugbeladung mit unterschiedlichen Drücken.

Die Druckluftversorgung wird vom Kompressor AIRMATIC sichergestellt. Dieser wird vom Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse über das Relais AIRMATIC (K67) angesteuert.

Zum Schutz vor Überlastung wird die Einschaltdauer überwacht. Nach dem Erreichen der maximalen Laufzeit wird der Kompressor AIRMATIC abgeschaltet und geht in die Abkühlphase über.

Der Druckluftüberschuss in den Federbälgen der Federbeine Hinterachse wird durch Ansteuerung des Druckablassventils AIRMATIC (A9/1y1) abgebaut. Dem Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse werden folgende Informationen zur Steuerung der Druckluftversorgung über den Fahrwerk-CAN bereitgestellt:

– Umgebungsluftdruck und Ansauglufttemperatur vom Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder vom Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor)

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Niveauregulierung

Motor läuft, Signal (n > 300/min)

Funktionsablauf Niveauregulierung

Die Niveauregulierung an der Hinterachse wird mit Hilfe von 2 Federbeinen mit integrierten Federbälgen realisiert.

Ziel der Niveauregulierung ist es, das Hinterachsniveau unabhängig vom Beladungszustand und von fahrdynamisch bedingten Nickbewegungen des Fahrzeugs nahezu konstant zu halten. Hierfür berechnet das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse das momentane Hinterachsniveau und steuert entsprechend die beiden Ventile im Niveauventil Elektronische Niveau-Regulierung (Y36/8) an.

Zur Beurteilung des augenblicklichen Fahrzustands werden dem Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse folgende Informationen auf dem Fahrwerk-CAN bereitgestellt:

– Lenkwinkel, erfasst vom Lenkwinkelsensor (N49) und vom Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) bereitgestellt

– Raddrehzahlen der Vorderräder, vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge), außer Hybrid) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge), außer Hybrid) oder vom Steuergerät rekuperatives Bremssystem (N30/6) (bei Hybrid)

Zur Berechnung des Hinterachsniveaus werden die Signale folgender Bauteile vom Steuergerät Elektronische Niveauregulierung Hinterachse direkt eingelesen:

– Niveausensor hinten links (B22/7)

– Niveausensor hinten rechts (B22/10)

Wird nun Druckluft durch Ansteuerung des Kompressors AIRMATIC und eines Ventils im Niveauventil Elektronische Niveau-Regulierung in einen Federbalg eingelassen, erhöht sich das Hinterachsniveau am betreffenden Rad. Umgekehrt verringert sich das Hinterachsniveau, wenn die Druckluft über ein entsprechendes Ventil im Niveauventil Elektronische Niveau-Regulierung bzw. über das Druckablassventil AIRMATIC abgelassen wird. Die Raddrehzahlen dienen der Berechnung der Fahrzeuggeschwindigkeit und in Kombination mit dem Lenkradwinkel der Ermittlung der Querbeschleunigung, die auf das Fahrzeug einwirkt.

Funktionsablauf Sperrstellung

Damit beim beabsichtigten Anheben des Fahrzeugs, z. B. mit einem Wagenheber, nicht dauerhaft Druckluft aus den Federbälgen abgelassen wird, um das Fahrzeug abzusenken, wird diese Radentlastung automatisch erkannt und daraus die Sperrstellung abgeleitet. Die Sperrstellung unterdrückt die Ansteuerung des Niveauventils Elektronische Niveau-Regulierung und die des Kompressors. Das Niveau der Hinterachse wird somit vom System nicht mehr verändert. Wird die Sperrstellung vom Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse erkannt, erfolgt keine Anzeige im Kombiinstrument (A1) und keine Fehlerspeicherung. Sobald das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge), außer Hybrid) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge), außer Hybrid) oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem (bei Hybrid) Informationen zu Raddrehzahlen an den vorderen Rädern zur Verfügung stellt, löscht das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse die Sperrstellung und beginnt mit der Niveauregulierung. Die Ansteuerung der Endstufen des Steuergeräts Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse über die Diagnose erfolgt unabhängig vom Sperrstellungsstatus, d. h., sie ist immer möglich.

Funktionsablauf System- und Warnmeldungen

Über das Kombiinstrument können System- und Fehlermeldungen mit Handlungshinweisen für den Fahrer ausgegeben werden.

Zur Ausgabe der Meldungen sendet das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse entsprechende Informationen über den Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument. Zusätzlich werden die Fehlercodes im Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse gespeichert.

Funktionsschema Elektrik Niveauregulierung Hinterachse

PE32.22-P-2052-97DAA

Elektronische-Hinterachs-Niveauregulierung Anordnung der Bauteile

GF32.33-P-0004-06FL

Elektronische Hinterachs-Niveauregulierung Blockschaltbild

GF32.33-P-0004-07FL

Übersicht Systembauteile Elektronische Hinterachs-Niveauregulierung

GF32.33-P-9998FL

Referenzierte Dokumente