gf0830p2004flm

Schubbetrieb Funktion

Typ gf · Thema 08.30 · Version 0100 · 2012-12-10

Gültig für: MOTOR 276.952 im TYP 212.095 ab Modell-J. 2014 MOTOR 651.924 im TYP 212.098/298 ab Modell-J. 2014

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 08 Elektroantrieb, Hybridantrieb › 08.30 Hybridantriebssystem — Baureihe 212 (Baumuster 095, 098, 298) · Baureihe 651 (Baumuster 924)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 276 952

GF08.30-P-2004FLM

Schubbetrieb Funktion

10.12.2012

MOTOR

276.952 im TYP 212.095

ab Modell-J. 2014

MOTOR

651.924 im TYP 212.098/298

ab Modell-J. 2014

Die Teilfunktion "Schubbetrieb Funktion" wird aus der Sicht des Hybrid-Systems betrachtet und beschrieben.

Auf interne Signale und Funktionsabläufe des Verbrennungsmotors wird hier nicht näher eingegangen. Diese sind in folgendem Dokument beschrieben:

Schubabschaltung Funktion

Funktionsvoraussetzungen Schubbetrieb allgemein

Hybrid-Antrieb "READY" (grün oder gelb)

Fahrpedal nicht betätigt

Betriebsbremse nicht betätigt

Fahrzeug rollt

Fahrstufe "D"

Schubbetrieb allgemein

Werden Brems- und Fahrpedal bei rollendem Fahrzeug nicht betätigt, dann:

– wird bei nicht vollem Ladezustand der Hochvolt-Batterie (A100g1) Bewegungsenergie über die Elektrische Maschine (A79/1) aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt (Rekuperation)

– kann zusätzlich eine Schubabschaltung des Verbrennungsmotors erfolgen

Bei leicht betätigtem Fahrpedal unterstützt die Elektrische Maschine bei ausreichend hohem Ladezustand der Hochvolt-Batterie den Antrieb, um der abfallenden Fahrzeuggeschwindigkeit entgegenzuwirken.

Genauere Informationen zur Schubabschaltung des Verbrennungsmotors sind in folgendem Dokument beschrieben:

Schubabschaltung Funktion

Wird das Bremspedal betätigt, erfolgt ein rekuperatives Bremsen.

Genauere Informationen sind in folgendem Dokument beschrieben:

Rekuperatives Bremsen Funktion

Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) liest im Schubbetrieb folgende Signale ein:

– Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalstellung

– Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) über Antriebs-CAN (CAN C)

– Status Fahrstufe

– Getriebeöltemperatur

– Status Elektrische Getriebeölpumpe (M42)

– Steuergerät Rekuperatives Bremssystem (N30/6), über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1)

– Raddrehzahl

– Status Betriebsbremse

– Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2) über Hybrid-CAN (CAN L)

– Spannung Hochvolt-Batterie

– Temperatur Hochvolt-Batterie

– Steuergerät Leistungselektronik (N129/1) über Hybrid-CAN

– Status Elektrische Maschine

– Drehmoment Elektrische Maschine

– Drehzahl Elektrische Maschine

Schubbetrieb Funktionsablauf

Das Steuergerät CDI oder ME berechnet in Abhängigkeit vom Ladezustand der Hochvolt-Batterie und dem gewählten Fahrprogramm ein Soll-Schubmoment, welches das Steuergerät CDI oder ME mit Schubabschaltung und / oder Schubrekuperation umsetzt.

Segel-Modus ohne Fahrpedalbetätigung

Werden Brems- und Fahrpedal bei rollendem Fahrzeug nicht betätigt und es kann rekuperiert werden, wird der Verbrennungsmotor im Fahrprogramm Economy (E) bis zu einer Geschwindigkeit < 160 km/h über das Öffnen der Nasskupplung vom Antrieb getrennt und abgeschaltet. Kann nicht rekuperiert werden, kann zusätzlich die Schubabschaltung des Verbrennungsmotors aktiviert werden.

Schubrekuperation

Bei geringem Ladezustand der Hochvolt-Batterie wird Bewegungsenergie über die Elektrische Maschine aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt (Rekuperation). Dazu fordert das Steuergerät CDI oder ME über Hybrid-CAN ein generatorisches Drehmoment beim Steuergerät Leistungselektronik an.

Dieses steuert nach der Anforderung die Elektrische Maschine entsprechend an. Durch die generatorische Ansteuerung der Elektrischen Maschine wird Wechselspannung erzeugt. Diese wird vom Steuergerät Leistungselektronik in Gleichspannung umgewandelt und der Hochvolt-Batterie zugeführt.

Im Schubbetrieb > 160 km/h bzw. im Fahrprogramm Sport (S) oder Manuell (M) bleibt die Nasskupplung geschlossen und der Verbrennungsmotor geht in die Schubabschaltung und erzeugt damit ein Schubmoment. Die Elektrische Maschine unterstützt dieses Schubmoment bei Bedarf durch ein generatorisches Drehmoment.

Im Schubbetrieb und aktiver Schubabschaltung erzeugt der Verbrennungsmotor ein Schubmoment, welches zusammen mit dem rekuperativen Schubmoment größer sein kann als das berechnete Soll-Schubmoment. In diesem Fall wird die Schubabschaltung nicht aktiviert und der Verbrennungsmotor erzeugt ein minimal ansteuerbares Drehmoment. Dieses Konzept bewirkt, dass der Antrieb sich mit und ohne Schubabschaltung für den Fahrer möglichst gleich verhält.

Der Schubbetrieb mit Schubabschaltung ist energetisch günstiger. Bei niedrigem Ladezustand der Hochvolt-Batterie und geringem Soll-Schubmoment ist die höhere Schubrekuperation ohne Schubabschaltung jedoch sinnvoller.

Funktionsschema Elektrik Schubbetrieb

PE08.30-P-2061-97DAI

Übersicht Systembauteile Hybridantriebssystem

GF08.30-P-9999FLM

Referenzierte Dokumente