gf0520w1002md

Nockenwellenverstellung in Stellung "früh" Funktion

Typ gf · Thema 05.20 · Version 0103 · 2012-08-01

Gültig für: MOTOR 936.9 im TYP 963 MOTOR 936.9 im TYP 964

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 05 Motorsteuerung › 05.20 Nockenwelle, Nockenwellenverstellung — Baureihe 936 (Baumuster 9**) · Baureihe 963 · Baureihe 964

GF05.20-W-1002MD

Nockenwellenverstellung in Stellung "früh" Funktion

01.08.2012

MOTOR

936.9 im TYP 963

MOTOR

936.9 im TYP 964

Nockenwellenverstellung in Stellung "früh" Funktion

W05.20-1027-79

Nockenwellensteller in Stellung "früh"

1

Verstellergehäuse

11

Kammer B

2

Antriebszahnrad

12

Kammer A

3

Impulsrad

13

Vorratsraum

4

Rücklaufsperrventil

14

Buchse

5

Auslassnockenwelle

15

Bohrung (im Rotor zu Kammer B)

6

Druckfeder

16

Bohrung (im Rotor zu Kammer A)

7

Ventilgehäuse

Pfeil X

Drehrichtung

8

Rotor

Pfeil Y

Anlage

9

Steuerkolben

A

Motoröl (unter Betriebsdruck, zugeführt in die Kammern B)

10

Druckstößel

B

Motoröl (abgeführt aus den Kammern A)

Nockenwellenverstellung in Stellung "früh" Funktion

W05.20-1052-79

Nockenwellensteller in Stellung "früh"

1

Verstellergehäuse

12

Kammer A

2

Antriebszahnrad

17

Verriegelungsbolzen

7

Ventilgehäuse

18

Längsnut

8

Rotor

Pfeil X

Drehrichtung

9

Steuerkolben

A

Motoröl (unter Betriebsdruck, zugeführt in die Kammern B)

11

Kammer B

B

Motoröl (abgeführt aus den Kammern A)

Allgemeines

Bei Motordrehzahlen mit niedrigen Abgastemperaturen wird der Nockenwellensteller in der Stellung "früh" betrieben, um die Abgastemperaturen zu erhöhen. Dies ist die Voraussetzung zur späteren aktiven Regenerierung des Dieselpartikelfilters.

Mit Erreichen der Stellung "früh" ist der Rotor (8), und damit die Auslassnockenwelle (5), um bis zu 65° Kurbelwinkel verdreht. Das Verschieben der Auslasssteuerzeit in Richtung "früh" bewirkt, dass die Auslassventile in der Abwärtsbewegung des Kolbens im Arbeitstakt früher geöffnet werden. Dadurch wird energiereicheres (wärmeres) Abgas in Richtung Abgassystem ausgestoßen. Das frühere Schließen der Auslassventile hat wiederum zur Folge, dass das Abgas im Ausstoßtakt nicht vollständig aus dem Zylinder ausgestoßen wird. Da keine Ventilüberschneidung stattfindet, wird das restliche Abgas im Zylinder verdichtet und strömt beim Öffnen des Einlassventils in das Ladeluftgehäuse. Die dabei entstehenden Resonanzgeräusche im Ladeluftgehäuse werden mit Hilfe des Resonators gedämpft.

Funktion

Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) steuert den Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) elektrisch an, sodass der Druckstößel (10) den Steuerkolben (9) gegen die Kraft der Druckfeder (6) bis zum Anschlag an das Rücklaufsperrventil (4) schiebt. Im Vorratsraum (13) zwischen dem Steuerkolben (9) und dem Ventilgehäuse (7) befindet sich Motoröl (A) unter Betriebsdruck. Das Rücklaufsperrventil (4) verhindert ein Zurückfließen des Motoröls (A), falls der Druck im Zulauf abnimmt. Der Steuerkolben (9) gibt die Bohrungen (15) im Ventilgehäuse (7) für den Zu- und Ablauf der Kammern B (11) zulaufseitig frei, sodass das Motoröl (A) aus dem Ventilgehäuse (7) durch die Bohrungen (15) im Rotor (8) in die Kammern B (11) strömt. Gleichzeitig verschließt der Steuerkolben (9) die Bohrungen (16) im Ventilgehäuse (7) für den Zu- und Ablauf der Kammern A (12) zulaufseitig, sodass kein Motoröl (A) aus dem Ventilgehäuse (7) über die Bohrungen (16) im Rotor (8) in die Kammern A (12) strömen kann. Stattdessen gelangt das Motoröl (B) aus den Kammern A (12) durch die Bohrungen (16) im Rotor (8) und die ablaufseitig freigegebenen Bohrungen in das Ventilgehäuse (7) in den Raum vor dem Steuerkolben (9).

Durch die Längsbohrung im Steuerkolben (9) strömt das Motoröl (B) aus dem Ventilgehäuse (7) nach außen in den Rücklauf ab. Über eine Längsnut im Antriebszahnrad (2) besteht eine Verbindung zwischen einer der Kammern B (11) und der Passbohrung im Antriebszahnrad (2) zur Aufnahme des Verriegelungsbolzens (17). Das Motoröl (B) in der Längsnut (18) ist hinreichend druckbeaufschlagt, sodass der Verriegelungsbolzen (17) gegen die Kraft der Druckfeder aus der Passbohrung des Antriebszahnrads (2) herausgedrückt wird. Das Antriebszahnrad (2) ist somit nicht mehr formschlüssig mit dem Rotor (8) verbunden und der Rotor (8) kann verdreht werden.

Die Kammern B (11) nehmen ihr maximales Füllvolumen ein, sobald der Rotor (8) am Verstellergehäuse (1) zur Anlage (Pfeil Y) kommt. Die mit dem Rotor (8) fest verbundene Auslassnockenwelle (5) ist jetzt maximal Richtung "früh" verdreht.

Zusammen mit der Auslassnockenwelle (5) verdreht sich das Impulsrad (3). Mit Hilfe des Positionssensors Nockenwelle (B601) erfasst das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) dessen veränderte Position.

Steuergerät Motormanagement (MCM) Bauteilbeschreibung

A4

GF07.08-W-4110MD

Positionssensor Nockenwelle Bauteilbeschreibung

B601

GF05.20-W-4105MD

Stellmagnet Nockenwellensteller Bauteilbeschreibung

Y635

GF05.20-W-2110MD

Nockenwellensteller Bauteilbeschreibung

GF05.20-W-1120MD

Referenzierte Dokumente