gf9160p2012fg

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Typ gf · Thema 91.60 · Version 0101 · 2016-04-21

Gültig für: Typ 213

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 91 Sitze, Liegen, Rückhaltesystem › 91.60 Airbag, Fußgängerschutz — Baureihe 213

GF91.60-P-2012FG

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

21.04.2016

Typ

213

Funktionsvoraussetzung allgemein

Klemme 15R Ein

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).

Supplemental Restraint System auslösen allgemein

Das Supplemental Restraint System überwacht den Belegungszustand des Beifahrersitzes sowie den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.

Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Systemüberwachung

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Funktionsablauf bei Frontalaufprall

Funktionsablauf bei Seitenaufprall

Funktionsablauf bei Heckaufprall

Funktionsablauf bei Überrollvorgang

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Crashfall

Funktionsablauf Systemüberwachung

Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:

Kontrollanzeige Supplemental Restraint System im Kombiinstrument (A1)

Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF (N72/1e1) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))

Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON (N72/1e2) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))

Nach erfolgreichem Selbsttest (4 s) wird die Kontrollanzeige Supplemental Restraint System ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) wird über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON oder über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF der entsprechende Status des Beifahrer-Airbags angezeigt.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der Kontrollanzeige Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung)) sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle-CAN, Headunit (A26/17), Telematik-CAN (CAN A), Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) (außer Code 446 (Touchpad only)) oder Touchpad (A105) (mit Code 446 (Touchpad only)) und UBF-LIN (LIN A3) an das Steuergerät Oberes Bedienfeld (N72/1), das die entsprechende Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag direkt ansteuert.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb weiterhin ständig das Supplemental Restraint System und meldet Fehler über das Display und die Kontrollanzeige Supplemental Restraint System im Kombiinstrument an den Fahrer. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.

Funktionsablauf Auswertung des Belegungszustandes des Beifahrersitzes

Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite wird bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) anhand des Belegungszustandes des Beifahrersitzes angepasst.

Funktionsablauf Erkennung des Status der Sicherheitsgurte

Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird anhand des Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst. Der Status des jeweiligen Sicherheitsgurtes wird über den entsprechenden Schalter Gurtschloss definiert:

Schalter Gurtschloss Fahrer (S68/3)

Schalter Gurtschloss Beifahrer (S68/4)

Schalter Gurtschloss Fond links (S68/11)

Schalter Gurtschloss Fond rechts (S68/12)

Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Gurtschloss Fahrer und den Status des Schalters Gurtschloss Beifahrer direkt ein.

Das Steuergerät SAM hinten (N10/8) liest den Status der Schalter Gurtschloss Fond direkt ein und sendet diesen über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.

Der Status des Schalters Gurtschloss Fond Mitte (S68/14) hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.

Funktionsablauf Aufprallerkennung

Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:

Frontalaufprall

Seitenaufprall

Heckaufprall

Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)

Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:

Integrierte Sensoren

Sensor Sidebag links (A53)

Sensor Sidebag rechts (A54)

Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)

Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)

Drucksensor Vordertür links (B48/7)

Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)

Drucksensor Fondtür links (B48/9) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Drucksensor Fondtür rechts (B48/10) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Die Sensorsignale werden vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt eingelesen.

Zusätzlich wird die Querbeschleunigung des Fahrzeugs ausgewertet. Diese wird von dem in das Steuergerät Supplemental Restraint System integrierten Beschleunigungssensor erfasst.

Typ 213
mit Code 239 (DISTRONIC PLUS)
Typ 213
mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket Plus)
Typ 213
mit Code 258 (COLLISION PREVENTION ASSIST)
Typ 213
mit Code P20 (Fahrassistenz-Paket)
Der Verkehrsraum vor dem Fahrzeug wird über die radargestützte Umfeldbewertung überwacht. Dadurch kann eine drohende Kollision frühzeitig erkannt werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte werden situationsbezogen angepasst. Bei Fahrzeugen mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket Plus) oder Code P20 (Fahrassistenz-Paket) wird zusätzlich der Verkehrsraum hinter dem Fahrzeug überwacht.

Funktionsablauf bei Frontalaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)

Zündpille 1 Beifahrer-Airbag (R12/4)

Zündpille 2 Beifahrer-Airbag (R12/5) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)

Zündpille 1 Fahrer-Airbag (R12/13)

Zündpille 2 Fahrer-Airbag (R12/14)

Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25)

Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung))

Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung))

Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (R12/37) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (R12/38) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Entlüftungsventil Beifahrer-Airbag (R12/44) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Beltbag Fond links (R12/51) (Typ 213.0 mit Code 306 (Beltbag))

Zündpille Beltbag Fond rechts (R12/52) (Typ 213.0 mit Code 306 (Beltbag))

Zündpille Inertisierungsanlage (R12/69) (mit Code 2U8 (Kältemittel alternativ) und Benzinmotor)

Wenn die Zündpille Inertisierungsanlage ausgelöst wird, strömt Argonschutzgas aus dem Gasbehälter in den Motorraum aus. Dadurch wird der Luftsauerstoff im motornahen, brandgefährdeten Bereich verdrängt. Die Gefahr eines Brandes durch das Ausströmen des Kältemittels der Klimaanlage wird verhindert.

Die Zündpillen werden vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Position des Fahrersitzes (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung)):

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer (S68/19) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Fahrer-Airbags. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer direkt ein.

Position des Beifahrersitzes (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung)):

Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer (S68/20) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Beifahrer-Airbags. Dies gilt jedoch nur, wenn ein belegter Beifahrersitz erkannt worden ist. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer direkt ein.

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, werden auf der Beifahrerseite keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und der Sicherheitsgurt angelegt, wird der Beifahrer-Airbag nicht ausgelöst.

Ist der Beifahrersitz mit einer Person belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, wird auf der Beifahrerseite nur der Beifahrer-Airbag ausgelöst.

Status Gurtschloss Fahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden der Gurtstraffer, der Endbeschlagsstraffer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung)) und der Gurtkraftbegrenzer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung)) auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Funktionsablauf bei Seitenaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)

Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)

Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))

Zündpille Windowbag links (R12/22)

Zündpille Windowbag rechts (R12/23)

Die Zündpillen werden vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Belegungszustand des Beifahrersitzes:

Ist der Beifahrersitz nicht belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, werden der Gurtstraffer und der Sidebag auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.

Ist der Beifahrersitz belegt (Person oder Kindersitz) und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, wird der Gurtstraffer auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.

Status Gurtschloss Fahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der Gurtstraffer auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der jeweilige Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.

Funktionsablauf bei Heckaufprall

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Die Zündpillen werden vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.

Funktionsablauf bei Überrollvorgang

Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig vom Status der Sicherheitsgurte.

Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):

Zündpille Gurtstraffer Fahrer

Zündpille Gurtstraffer Beifahrer

Zündpille Gurtstraffer Fond links

Zündpille Gurtstraffer Fond rechts

Zündpille Windowbag links

Zündpille Windowbag rechts

Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))

Die Zündpillen werden vom Steuergerät Supplemental Restraint System direkt angesteuert.

Folgende Zustände werden berücksichtigt:

Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden der Gurtstraffer und der Endbeschlagsstraffer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung)) nicht ausgelöst.

Status Gurtschlösser im Fond:

Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der jeweilige Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.

Funktionsablauf Zusatzfunktionen im Crashfall

Die Zusatzfunktionen im Crashfall umfassen folgende Unterfunktionen:

Funktionsablauf Aktivieren der Funktion Warnblinken

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Funktionsablauf Abstellen des Motors

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage

Funktionsablauf Auslösen des pyrotechnischen Trennelements (K88) (Typ 213.050)

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 213.050)

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))

Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))

Funktionsablauf Aktivieren der Funktion Warnblinken

Um nach einem Unfall andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, wird automatisch die Funktion Warnblinken aktiviert. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn (N10/6). Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Funktion Warnblinken.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.

Funktionsablauf Einschalten der Innenbeleuchtung

Um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen nach einem Unfall die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern, wird die Innenbeleuchtung automatisch eingeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.

Funktionsablauf Öffnen der Zentralverriegelung

Nach einem Unfall werden automatisch alle Türen, der Kofferraumdeckel oder die Heckklappe und der Tankdeckel über die Zentralverriegelung entriegelt. Das Entriegeln der Türen ermöglicht es, helfenden Personen zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen. Das Entriegeln des Kofferraumdeckels oder der Heckklappe ermöglicht den Zugang zu Hilfsmaterial wie Warndreieck und Verbandskasten. Das Entriegeln des Tankdeckels ermöglicht den Zugang zu dem im Tankdeckel angebrachten QR-Code, mit dem die Rettungskräfte die entsprechende Rettungskarte für das Fahrzeug schnell ermitteln können.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:

Steuergerät SAM hinten

Steuergerät Vordertür links (N69/1)

Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)

Steuergerät Fondtür links (N69/3)

Steuergerät Fondtür rechts (N69/4)

Die Zentralverriegelung wird nach einer Wartezeit von 10 s entriegelt. Bei einem Heckaufprall wird die Zentralverriegelung sofort entriegelt.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.

Funktionsablauf Öffnen der Seitenfenster

Bei der Auslösung der pyrotechnischen Rückhaltemittel entstehen Rauchpartikel im Fahrzeuginnenraum. Um ein schnelles Abziehen dieser Rauchpartikel zu erreichen, werden automatisch die Seitenfenster vorn von den elektrischen Fensterhebern um einen Spalt geöffnet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:

Steuergerät Vordertür links

Steuergerät Vordertür rechts

Die Steuergeräte Vordertür setzen diese Anforderung um, die Seitenfenster werden geöffnet.

Funktionsablauf Abstellen des Motors

Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird der Motor automatisch abgestellt und die Kraftstoffversorgung wird abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Motor-CAN (CAN C) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor). Dieses veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors und das Abschalten der Kraftstoffversorgung.

Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME übermittelt.

Funktionsablauf Abschalten der Klimaanlage

Um nach einem Unfall das Eindringen schädlicher Gase in den Fahrzeuginnenraum zu verhindern, schaltet das Steuergerät Klimatisierung (N22/1) die Klimaanlage ab und schließt die Umluftklappe. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Klimatisierung, das diese Anforderungen umsetzt.

Funktionsablauf Auslösen des pyrotechnischen Trennelements (Typ 213.050)

Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird die Batterieleitung durch Auslösen des pyrotechnischen Trennelements vom Bordnetz getrennt.

Supplemental Restraint System auslösen Funktion

Die Batterieleitung ist innerhalb des Gehäuses als Leitungsschiene mit Sollbruchstelle (3) ausgeführt. Nach Eintreten eines entsprechenden Crashereignisses wird das pyrotechnische Trennelement direkt vom Steuergerät Supplemental Restraint System angesteuert. Durch das Auslösen baut sich in der Kammer (1) ein Druck auf. Der Kolben (2) fährt daraufhin gegen die Sollbruchstelle und trennt somit die Leitungsschiene.
Zeitablauf:

Nach 300 μs startet die Kolbenbewegung.

Nach 450 μs ist die Trennung der Leitungsschiene beendet.

P91.60-3611-71

Funktionsablauf Abschalten der Hochvoltkomponenten (Typ 213.050)

Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, werden die Hochvoltkomponenten automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Antriebsstrang. Das Steuergerät Antriebsstrang schaltet daraufhin die Hochvoltkomponenten ab.

Redundant dazu wird die Steuerklemmenleitung (Klemme 30c) durch das Auslösen der Pyrosicherung (F63) unterbrochen. Durch diesen Spannungsabfall an den Hochvoltkomponenten wird eine Abschaltung des Hochvolt-Bordnetzes erwirkt. Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Pyrosicherung direkt an.

Funktionsablauf Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))

Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, wird die Standheizung automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Innenraum-CAN, Steuergerät Klimatisierung und Klimasteuerungs-LIN 2 (LIN B8-2) an das Steuergerät Standheizung (A6n1). Die Standheizung wird daraufhin dauerhaft abgeschaltet.

Funktionsablauf automatischer Notruf (mit Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))

Nach einem Unfall wird automatisch ein Notruf abgesetzt.

Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die Mercedes-Benz Notrufzentrale übermittelt:

GPS-Positionsdaten des Fahrzeugs

Letzte GPS-Positionsdaten der Fahrtroute

Fahrtrichtung

Fahrzeug-Identifizierungsnummer

Geschätzte Unfallschwere

Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug

Antriebsart des Fahrzeugs

Funktionsablauf Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))

Um dem Fahrer das Aussteigen bzw. den Ersthelfern das Bergen des Fahrers aus dem Fahrzeug nach einem Unfall zu erleichtern, wird nach dem Eintreten eines Crashereignisses die Lenksäule bei folgenden Aktionen automatisch nach oben in eine fest definierte Position eingestellt:

Öffnen der Fahrertür

Wechsel des Klemmenstatus Klemme 15C Ein nach Klemme 15C Aus

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Fahrersitz (N32/1), das die Funktion crashaktive Ausstiegshilfe steuert.

Funktionsschema Elektrik Supplemental Restraint System auslösen

PE91.60-P-2055-97DBA

Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System

GF91.60-P-9996FG

Referenzierte Dokumente