P46.35-2084-79
A1 | Kombiinstrument | L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | ||
A1p13 | Multifunktions-Display | N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | ||
A91b1 | Drehmomentsensor elektrische Servolenkung | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | ||
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn | X11/4 | Diagnosekupplung | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | CAN B | Innenraum-CAN | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N49 | Lenkwinkelsensor | CAN D | Diagnose-CAN | ||
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N62 | Steuergerät Einparksystem (bei CODE 230 (Exklusive Einparkhilfe)) | CAN E | Fahrwerk-CAN |
1 | Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung |
2 | Gehäuse Riementrieb |
A91b1 | Drehmomentsensor elektrische Servolenkung |
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung |
N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung |
P46.35-2050-05
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 15 EIN
Der Status der Klemme 15 EIN wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über den Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet. Die Motordrehzahl wird dem Steuergerät elektrische Servolenkung über den Fahrwerk-CAN vom Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) übermittelt.
Elektrische Servolenkung (ES) allgemein
Die ES besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung.
Die ES realisiert eine stufenlose geschwindigkeitsabhängige Regelung der Lenkkraftunterstützung.
Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:
– Verbessertes Lenkgefühl
– Kraftstoffeinsparung
– Kein Hydrauliköl notwendig
– Kompakte Bauweise
– Geschwindigkeitsabhängige Lenkkraftunterstützung
– Lenkungsrücklauf wird unterstützt
– Diagnosefähigkeit
Die ES setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Lenkkraftunterstützung
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Funktionsablauf Lenkkraftunterstützung
Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Lenkkraftunterstützung folgende Informationen:
– Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung
– Aktuelle Raddrehzahlen, ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm
– Lenkwinkel und Lenkgeschwindigkeit, über Fahrwerk-CAN vom Lenkwinkelsensor im Steuergerät Mantelrohrmodul
– Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (bei Dieselmotor)
Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen die einzustellende Lenkkraftunterstützung aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an.
Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab.
Die Lenkkraftunterstützung wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.
Bei Fahrzeugstillstand steht keine Lenkkraftunterstützung zur Verfügung, wenn Motor und Zündung ausgeschaltet sind. Wird das Fahrzeug über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt, steht im Stillstand eine reduzierte Lenkkraftunterstützung zur Verfügung. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die Lenkkraftunterstützung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Motor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven Lenkunterstützung.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen.
Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
– Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
– Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst.
Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Momentenanforderung Lenkassistenz" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Bei einem Einparkvorgang sendet das Steuergerät Einparksystem (bei CODE 230 (Exklusive Einparkhilfe)) folgende Signale an das Steuergerät elektrische Servolenkung:
– aktueller Status des Steuergeräts Einparksystem
– Fahrzeugstoppsignal, bei dem das Fahrzeug während des Einparkvorgangs an einem Rangierpunkt anhält
– angeforderte Zahnstangenposition
Folgende Signale werden vom Steuergerät elektrische Servolenkung an das Steuergerät Einparksystem (bei CODE 230 (Exklusive Einparkhilfe)) gesendet:
– aktueller Status des Steuergeräts elektrische Servolenkung
Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment
Wird ein Haltemoment bei Geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.
Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung über Fahrwerk-CAN vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Drehgeschwindigkeit (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs.
Die Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs ist abhängig von der Geschwindigkeit.
Funktionsablauf Notlauf
Beim Einschalten der ES (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung einen Selbsttest durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die Lenkkraftunterstützung nicht eingeschaltet.
Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Während des Fahrbetriebes prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung. Liegen diese Signale außerhalb der definierten Ober- oder Untergrenze, wird die ES vom Steuergerät elektrische Servolenkung abgeschaltet.
Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.
Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument
Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Anforderung für eine Warnmeldung über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument.
Im Multifunktions-Display des Kombiinstruments wird daraufhin die Warnmeldung "Lenkhilfe defekt! Werkstatt aufsuchen!" angezeigt.
Referenzierte Dokumente
- gf4635p9997ce Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)