Getriebesteuerung Funktion
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Getriebesteuerung allgemein
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Funktionsablauf Kickdown
Getriebesteuerung allgemein
Die Funktion des Steuergeräts vollintegrierte Getriebesteuerung besteht in der Auswertung verschiedener (für die Getriebefunktion relevanter) Eingangssignale. Davon abhängig werden die elektromechanischen Hydraulikventile (Elektromagnete) angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Automatikgetriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen.
Die Elektromagnete sind auf der elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) positioniert. Diese sorgt für die hydraulische Funktionalität.
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für folgende Situationen:
Leeres Fahrzeug
Warmer Betriebszustand
Ebene Fahrbahn
Meereshöhe
Langsame Gaswegnahme:
Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.
Schnelle Gaswegnahme:
Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.
Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von folgenden Parametern:
Beladungszustand des Fahrzeugs
Änderung des Fahrwiderstands
Fahrpedalbewegung
Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von folgenden Parametern:
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gewählte Fahrstufe am DIRECT SELECT Wählhebel (S16/13)
Fahrpedalstellung
Fahrprogrammwahl
Gewählter Gang, bei KurzzeitMProgramm
Signale auf dem AntriebsCAN
Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird anhand der Raddrehzahlsignale errechnet. Die errechnete Fahrzeuggeschwindigkeit wird vom Kombiinstrument an das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Automatikgetriebes über hydraulische Elemente in der elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS).
Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente (hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) erfolgt über eine mit der Antriebswelle verbundenen Ölpumpe (Primärpumpe) und/oder über die elektrische Zusatzölpumpe (M42).
Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung des Drucks an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich.
Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs verändert werden. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl.
Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeugausführungen.
Die elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe im unteren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors. Die Ansteuerung der elektrischen Zusatzölpumpe erfolgt direkt über das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung.
Funktionsablauf Kick-down
Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.
Ab einem Pedalweg > 90 % des Fahrpedals wird die Funktion Kick-down aktiviert.
Das Signal "Kickdown" wird vom Steuergerät ME (N3/36) übermittelt, welches den Status des Motormanagements über den AntriebsCAN an das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.
Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Elektromagnete so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.
Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird durchgeführt bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit.
Referenzierte Dokumente
- gf2710d9992tsa Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)