gf2760d2002tsa

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0100 · 2019-03-18

Gültig für: Getriebe 725.0 im Typ 907

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 907

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 0**

GF27.60-D-2002TSA

Getriebesteuerung Funktion

18.03.2019

Getriebe

725.0 im Typ 907

Getriebesteuerung Funktion

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Getriebesteuerung allgemein

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick­down

Getriebesteuerung allgemein

Die Funktion des Steuergeräts vollintegrierte Getriebesteuerung besteht in der Auswertung verschiedener (für die Getriebefunktion relevanter) Eingangssignale. Davon abhängig werden die elektromechanischen Hydraulikventile (Elektromagnete) angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Automatikgetriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen.

Die Elektromagnete sind auf der elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) positioniert. Diese sorgt für die hydraulische Funktionalität.

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für folgende Situationen:

Leeres Fahrzeug

Warmer Betriebszustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.

Schnelle Gaswegnahme:

Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von folgenden Parametern:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Fahrpedalbewegung

Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von folgenden Parametern:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gewählte Fahrstufe am DIRECT SELECT Wählhebel (S16/13)

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Gewählter Gang, bei Kurzzeit­M­Programm

Signale auf dem Antriebs­CAN

Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird anhand der Raddrehzahlsignale errechnet. Die errechnete Fahrzeuggeschwindigkeit wird vom Kombiinstrument an das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Automatikgetriebes über hydraulische Elemente in der elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS).

Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente (hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) erfolgt über eine mit der Antriebswelle verbundenen Ölpumpe (Primärpumpe) und/oder über die elektrische Zusatzölpumpe (M42).

Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung des Drucks an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich.

Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs verändert werden. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl.

Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeugausführungen.

Die elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe im unteren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors. Die Ansteuerung der elektrischen Zusatzölpumpe erfolgt direkt über das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung.

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.

Ab einem Pedalweg > 90 % des Fahrpedals wird die Funktion Kick-down aktiviert.

Das Signal "Kick­down" wird vom Steuergerät ME (N3/36) übermittelt, welches den Status des Motormanagements über den Antriebs­CAN an das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.

Das Steuergerät vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Elektromagnete so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird durchgeführt bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)

GF27.10-D-9992TSA

Referenzierte Dokumente