gf0752s3000a

Steuergerät PMS Anordnung/Aufbau/Funktion

Typ gf · Thema 07.52 · Version 0107 · 1999-09-23

Gültig für: MOTOR 111 im TYP 638

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.52 Benzin-Einspritz- und Zündsystem PMS — Baureihe 638

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 111 ***

GF07.52-S-3000A

Steuergerät PMS Anordnung/Aufbau/Funktion

8.8.95

MOTOR 111 im TYP 638

Steuergerät PMS Anordnung/Aufbau/Funktion

S07.52-3012-06

Aufgabe

Steuert entsprechend der Auswertung von Eingangssignalen die Systeme:
– Einspritzsystem
– Zündsystem
– Leerlaufregelung
– Abgasreinigung

Überwacht Ein-/Ausgänge, prüft Plausi-bilität und speichert Fehler

Bildung von Ersatzwerten bei Signalaus-fall für ”Notlaufbetrieb”

Selbständige Erkennung des mechani-schen Endanschlages der geschlos-senen Drosselklappe

Selbstanpassung der Gemischbildung

Selbständige Erkennung der Fahrzeug-ausführung

1 Anschluß Positionsgeber Kurbelwelle

2 Elektrischer Anschluß fahrgestellseitig

3 Anschluß Leitung Saugrohr

4 Anschluß Abgleichkupplung

5 Elektrischer Anschluß motorseitig

A13 Steuergerät PMS

Funktion

Das Steuergerät PMS (A13) wird direkt von Klemme 15 und 30 mit Spannung versorgt.

Mittels eines eingebauten Drucksensors erfaßt das Steuergerät PMS (A13), zur Bestimmung der Einspritzzeit, als Hauptmeßgröße den Saugrohrdruck. Es erfaßt weitere Eingangssignale und steuert entsprechend den Betriebsbedingungen die Ausgänge an.

Eingänge:

– Fahrzeugmasse (Masse Motorraum rechts)

– Spannungsversorgung Kl. 30 (Leitungsverbinder Klemme 30)

– Spannung bei Zündung ein: Kl. 15 (Leitungsverbinder Kl. 15)

– Saugrohrdruck (Leitung zum Saugrohr)

– Temperatursignal Kühlmittel (Temperaturfühler Kühlmittel)

– Temperatursignal Ansaugluft (Temperaturfühler Ansaugluft)

– O2-Sondensignal (O2-Sonde beheizt)

– Positionsgeber Kurbelwelle (Schwungradsegmente)

– Drosselklappenstellung (Stellglied Leerlaufregelung)

– Abgleichkupplung (Anpassung Zünd- und Einspritzkennfeld)

– Geschwindigkeitssignal (Kombi-Instrument)

– Einschaltsignal Kältekompressor (Steuergerät Klimaregelung)

– Massepunkt Motorraum rechts (Erkennung mechanisches Getriebe)

– Steuergerät Automatikgetriebe (Eingriff bei Schaltvorgängen)

– Startsperrschalter (Erkennung automatisches Getriebe und Wählhebelstellung P/N)

Ausgänge:

– Relais Kraftstoffpumpe

– Ansteuerung Zündspule (Zylinder 1+4) bzw. (Zylinder 2+3)

– Masseseitige Ansteuerung der Zündspulen

– Kraftstoff-Einspritzventile (Zylinder 1+4) bzw. (Zylinder 2+3)

– O2-Sondenheizung

– Stellglied Leerlaufregelung

– Drehzahl-Signal (Prüfkupplung für Diagnose)

– Drehzahl-Signal (z. B. Drehzahlmesser, Klimaregelung)

– Regenerierventil (Gemischanreicherung)

– Umschaltventil Abgasklappe (schnelle Katalysator-Aufheizung)

– Elektronikmasse für Temperaturfühler und Stellglied Leerlaufregelung

– Informationen über Motormoment und Drosselklappenstellung an das Steuergerät Automatikgetriebe

– Fehlerspeicher-Ausgabe an die Prüfkupplung der Diagnosedose

Diagnose/Fehlerspeicherung

Sämtliche Ein-/Ausgänge werden bei Betrieb auf Plausibilität geprüft. Erkannte Fehler werden im Fehlerspeicher gespeichert. Das Steuergerät PMS (A13) unterscheidet bei der Fehleraus-gabe:

– Fehler, die aktuell vorhanden sind.

– Fehler, die über einen bestimmten Zeitraum (länger als 3 Sekunden) vorhanden waren.

– Kurzzeitige Unterbrechungen (z. B. Wackelkontakte), die während einer Fahrt mehr als 5-mal aufgetreten sind.

Die Fehler bleiben bei Zündung ”AUS” gespeichert, jedoch wer-den sie nach Abschließen der "Fahrzeugbatterie" oder Abziehen der "Steuergerätekupplung fahrzeugseitig" gelöscht.

Fehler werden automatisch im Fehlerspeicher gelöscht, wenn innerhalb 19 aufeinanderfolgender gleicher Fahrzustände derselbe Fehler nicht mehr auftritt.

Eine Fahrt ist für das Steuergerät PMS (A13) erfolgt, wenn:

– Geschwindigkeit >10 km/h

– Motordrehzahl >700/min

– Zündung ”AUS” >3 Minuten

Die gespeicherten Fehler können an der Prüfkupplung der Dia-gnosedose bei Zündung "Ein" oder bei "laufendem Motor" mit dem Hand-Held-Tester (HHT) ausgelesen und gelöscht werden.

Hinweis zum Zündsystem

Das Steuergerät PMS (A13) überwacht bei laufendem Motor ständig den Primärspannungs- und Primärstromverlauf der Zünd-spulen und kann anhand dieser Überwachung erkennen, ob Fehler über eine Anzahl von ca. 50 Zündungen vorliegen.

– Zündspule (Überwachung Primärstrom)

– Sekundärzündkreis (Überwachung Primärspannung)

Bei einer Fehlererkennung werden gruppenweise die ent-sprechenden Kraftstoff-Einspritzventile nicht mehr angesteuert, um den Katalysator vor thermischer Überlastung zu schützen.

Tritt über eine Anzahl von ca. 255 Zündungen der Fehler nicht mehr auf, so erfolgt wieder eine Ansteuerung der Kraftstoff-Ein-spritzventile.

Bildung von Ersatzwerten bei Signalausfall für ”Notlaufbetrieb”

Das Steuergerät PMS (A13) bildet bei Ausfall von Eingangs-signalen anhand anderer Signale einen Ersatzwert, um die Funktion des Systems aufrecht zu erhalten.

Beispiel:

Bei Ausfall des Drucksensors im Steuergerät PMS (A13) wird in Abhängigkeit von Drehzahl und Drosselklappenstellung ein Last-signal gebildet und für die Bestimmung der Einspritzzeit heran-gezogen.

Selbständige Erkennung des mechanischen Endanschlages der geschlossenen Drosselklappe

Um eine störungsfreie Funktion der Leerlaufregelung zu gewähr-leisten ist es erforderlich, daß das Steuergerät PMS (A13) den mechanischen Endanschlag der geschlossenen Drosselklappe erkennt.

Die Erkennung erfolgt bei Zündung ”EIN”, Fahrpedal "nicht" betätigt (Wählhebel in P/N). Die Drosselklappe wird durch den im Stellglied Leerlaufregelung (LLR) integrierten Stellmotor auf den Endanschlag gezogen. Der mechanische Endanschlag der geschlossenen Drosselklappe wird durch das Stellglied Leer-laufregelung (LLR) erfasst und im Steuergerät abgespeichert.

Selbständige Erkennung der Fahrzeugausführung

Das Steuergerät PMS (A13) erkennt bei erstmaliger Inbetrieb-nahme des Fahrzeugs (Geschwindigkeit >10 km/h), anhand der Belegung der Eingänge, folgende Fahrzeugausführungen und speichert sie im Steuergerät PMS (A13) ab.

– Mechanik-/Automatikgetriebe

– Katalysator/ohne Katalysator

Hinweis

Die ”Erkennung Fahrzeugausführung” kann an der Prüfkupplung der Diagnosedose mit dem Hand-Held-Tester (HHT) neu aktiviert werden.
Dabei werden gleichzeitig:

– Fehlerspeicher gelöscht

– Gespeicherte Werte für die Selbstanpassung der Gemisch-bildung zurückgesetzt

– Erkennung des mechanischen Anschlages der geschlossenen Drosselklappe durchgeführt

Eine Aktivierung ”Erkennung Fahrzeugausführung” erfolgt auch, wenn das Steuergerät PMS (A13) ab- und wieder angeschlossen wird.

Selbstanpassung der Gemischbildung

Erkennt das Steuergerät PMS (A13) im Lambda-Regelbetrieb über das Signal der O2-Sonde eine Abweichung von Lambda=1 (entspricht 14,7 kg Luft zu 1 kg Kraftstoff), so wird durch Veränderung der Einspritzzeit das Gemisch solange korrigiert bis Lambda=1 wieder erreicht ist. Die Korrektur in Richtung "fett" oder "mager" beträgt jeweils max. 25%. Die Korrektur wird vom Steuergerät PMS (A13) gespeichert.

Somit ist gewährleistet, daß die Gemischzusammensetzung im Steuerbetrieb nicht zu ”fett” bzw. zu ”mager” ist.

Die Selbstanpasung wird durchgeführt im:

– Leerlauf

– Teillastbereich

Hinweis

Die abgespeicherten Werte der Selbstanpassung können an der Prüfkupplung der Diagnosedose mit dem Hand-Held-Tester (HHT) zur Anzeige gebracht werden.

Nach Reparaturarbeiten wie z. B. Tausch des Steuergerätes PMS (A13) oder des Stellglieds Leerlaufregelung (LLR), paßt sich das Steuergerät PMS (A13) erneut selbstständig an.

Eingangssignale von

Abgleichkupplung PMS

R27

GF07.52-S-1002A

Stellglied Leerlaufregelung

M33

GF07.52-S-1010A

Funktion Startsperrschalter

S75
bei automatischem Getriebe (Code G40)

GF27.19-S-3009A

Ausgangssignale an

Zündspulen PMS

R9/R39

GF07.52-S-1005A

Einspritzventile

Y16-Y19

GF07.03-S-5004AA

Stellglied Leerlaufregelung

M33

GF07.52-S-1010A

Regenerierventil

Y1

GF47.30-S-3006A

Relais Kraftstoffpumpe

K39

GF07.52-S-1008A

Referenzierte Dokumente