gf0710p1007mnf

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0101 · 2017-12-18

Gültig für: Motor 176.9 im Typ 463 ab Modell-J. 2016 bis Modell-J. 2019

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 176 (Baumuster 9**) · Baureihe 463

GF07.10-P-1007MNF

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

18.12.2017

Motor

176.9 im Typ 463

ab Modell-J. 2016 bis Modell-J. 2019

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

A

Anreicherungsrate

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

P07.61-2691-01

Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Klemme 87M Ein (Motormanagement EIN)

Das Relais Klemme 87M (F58kN) wird bei Klemme 15 EIN eingeschaltet.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch vom Steuergerät ME (N3/10) angereichert.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf

Die Funktion Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf besteht aus folgenden Teilfunktionen:

Funktionsablauf Startanreicherung

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Funktionsablauf Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Startanreicherung anhand folgender Sensoren und Signale:

Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Klemme 50

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Status der Klemme 50 über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C) an das Steuergerät ME.

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Spannung Bordnetzbatterie (G1) über Klemme 30

Abstellzeit des Motors

Das Steuergerät ME verlängert die Ansteuerzeit der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 8 (Y76/1 bis Y76/8) und damit die Einspritzdauer.

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.

Die Einspritzdauer ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzdauer.

Unterhalb einer Batteriespannung von ca. 7 V ist kein Motorstart möglich.

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft. Der an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzdauer für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME anhand folgender Sensoren und Signale:

Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur beim Start

Verbrennungszyklen nach Start

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4), Wählhebelstellung

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet die Wählhebelstellung über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.

Korrekturprogrammierung über Diagnose

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff Luft Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Der an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen. Die Berechnung der Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME anhand folgender Sensoren und Signale:

Hallsensor Einlassnockenwelle links (B6/4) und Hallsensor Einlassnockenwelle rechts (B6/5), Einlassnockenwellen-Stellungen

Hallsensor Auslassnockenwelle links (B6/6) und Hallsensor Auslassnockenwelle rechts (B6/7), Auslassnockenwellen-Stellungen

Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur

Temperatursensor Ladeluft links (B17/14) und Temperatursensor Ladeluft rechts (B17/15)

Drucksensor nach Drosselklappe links (B28/22) und Drucksensor nach Drosselklappe links rechts (B28/23), Motorlast

Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

Korrekturprogrammierung über Diagnose

Dem Motor wird kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren. Die Zündwinkel der Zündspulen (Zündspule Zylinder 1 + 2 bis Zündspule Zylinder 7 + 8 (T4 bis T4/3)) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.

Das Stellmagnet Einlassnockenwelle links (Y49/4), das Stellmagnet Einlassnockenwelle rechts (Y49/5), das Stellmagnet Auslassnockenwelle links (Y49/6) und das Stellmagnet Auslassnockenwelle rechts (Y49/7) bestimmen durch die Ventilüberschneidung die Abgasrückführrate. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.

Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend. Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

PE07.10-P-2707-97ZGD

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

GF07.70-P-9998MNF

Referenzierte Dokumente