ar0010p1010a

Radleistung prüfen

Typ ar · Thema 00.10 · Version 0101 · 2009-09-23

Gültig für: TYP alle

Einordnung

Funktionsgruppe 0 Gesamt › 00 Gesamt-Fahrzeug › 00.10 Fahrzeug vollständig, Technische Daten, Gesetzliche Prüfungen — Baureihe 900 (Baumuster 9**) · Baureihe 902 (Baumuster 9**) · Baureihe 904 (Baumuster 918, 919, 924, 925, 938, 943, 957) · Baureihe 906 (Baumuster 917, 918, 924, 953)

EinPAS 20 Fahrwerk › 20.30 Rad/Reifen › 20.30.30 Rad/Reifen/Reserverad — Baureihe 900 (Baumuster 9**) · Baureihe 902 (Baumuster 9**) · Baureihe 904 (Baumuster 918, 919, 924, 925, 938, 943, 957) · Baureihe 906 (Baumuster 917, 918, 924, 953)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 139 ***, 254 ***, 256 ***, 272 ***, 276 ***, 282 ***, 457 9**, 541 9**, 542 9**, 608 ***, 700 4**, 700 420, 700 421, 700 422, 700 423, 715 3**, 715 5**, 722 6**, 722 9**, 724 ***, 724 0**, 724 033, 724 044, 724 045, 724 1**, 724 103, 724 114, 724 115, 724 120, 725 ***, 725 0**, 725 035, 725 037, 725 038, 725 085, 725 1**, 739 390, 739 391, 739 395, 739 396, 739 397, 739 398, 739 399, 740 698, 743 3**, 743 4**, 743 498, 746 971, 924 9**, 924 910, 925 9**, 926 9**

AR00.10-P-1010A

Radleistung prüfen

23.9.09

TYP alle

Prüfen

Gefahr!

Unfallgefahr durch selbsttätiges Anfahren bei laufendem Motor. Verletzungsgefahr durch Quetschungen und Verbrennungen bei Eingriffen während des Startvorganges oder am laufenden Motor

Fahrzeug gegen selbsttätiges Anfahren sichern.
Geschlossene und eng anliegende Arbeitskleidung tragen.
Nicht an heiße oder rotierende Teile greifen.

AS00.00-Z-0005-01A

Gefahr!

Lebensgefahr durch Einziehen an rotierenden Fahrzeugrädern und Laufrollen am Rollenprüfstand

Nicht in rotierende Teile greifen. Geschlossene und eng anliegende Arbeitskleidung tragen.
Bereiche rotierender Fahrzeugteile und Prüfstandsrollen gegen unerlaubten Zugriff sichern.

Rollenprüfstände gegen unbefugtes Benutzen sichern.

AS00.00-Z-0019-01A

Gefahr!

Verletzungsgefahr durch Klemmen oder Quetschen der Finger beim Aus-, Einbauen und Einstellarbeiten an Hauben, Türen, Deckeln und Schiebedach

Beim Bewegen von Bauteilen dürfen sich keine Körperteile oder Gliedmaßen im Bewegungsbereich befinden.

AS00.00-Z-0011-01A

Allgemeine Informationen:

Leistungsgrenze des Rollenleistungsprüfstandes beachten.

Fahrzeuge mit Allradantrieb können nur auf einem 4-Rollen-Leistungsprüfstand geprüft werden.

1

Fehlerspeicher prüfen und gegebenfalls Fehler beheben

Fahrzeuge dürfen nur in fehlerfreiem Zustand geprüft werden.

2

Kühlmittelstand prüfen

Auf Undichtigkeiten achten.

3

Äußeren Zustand und Ölstand des Motors, des Getriebes und der angetriebenen Achse(n) prüfen

Auf Undichtigkeiten und bei laufendem Motor auf eventuelle Geräusche achten.

4

Motorölwechselintervall prüfen

Das Motorölwechselintervall darf nicht überschritten sein. Andernfalls muss gegen gesonderte Berechnung ein Motoröl- und Filterwechsel durchgeführt werden.

Bei Fahrzeugen mit Wartungsintervallanzeige ist ein Motorölwechsel nur notwendig, wenn dies angezeigt wird.

5

Tankfüllstand prüfen

6

Prüfräder an die angetriebene(n) Achse(n) montieren

Zum Schutz der Fahrzeugbereifung müssen Prüfräder (keine Winterräder) montiert werden.

7

Reifendruck der Prüfräder auf vorgeschriebenen Druck einstellen

8

Wärmeempfindliche und schwere Gegenstände aus Kofferraum entfernen

9

Fahrzeug verankern

Bei leistungsstarken Fahrzeugen (> 200 kW) die Achslast um mindestens 100 kg erhöhen, z. B. mit Sandsäcken zur Achsvermessung.

Die Verankerung muss stramm sitzen, darf das Fahrzeug aber nicht herunterziehen.

Betriebsanleitung der Verankerungseinrichtungen beachten.

Verankerungseinrichtungen wie z. B. Spanngurte, Ketten oder Niederziehvorrichtungen sind als Zubehör vom Hersteller des Rollenleistungsprüfstandes erhältlich.

10

Zündung ausschalten

11

Motorhaube öffnen

Es besteht die Gefahr der Verfälschung der Messergebnisse durch unzureichende Kühlung und Belüftung.

30 bis 40 °C Ansauglufttemperatur und max. 120 °C Öltemperatur beachten.

12

Prüfanschlüsse des Rollenleistungsprüfstandes am Fahrzeug anschließen

Betriebsanleitung des Rollenleistungsprüfstandes beachten.

On Board Diagnose (OBD)-Prüfverfahren ist bei Fahrzeugen ab Modelljahr 2000 anzuwenden.

13

Einstellungen am Rollenleistungsprüfstand vornehmen

Betriebsanleitung des Rollenleistungsprüfstandes beachten.

Weitere Infos unter: z. B. www.Maha.de

Rotierende Massen sind zu berücksichtigen:

bis 17"-Räder 60 kg

17 bis 18"-Räder 70 kg

18 bis 22"-Räder 80 kg

14

Fahrzeugdaten in den Rollenleistungsprüfstand eingeben

Richtwerte aus Betriebsanleitung, PKW-Verkaufstaschenbuch oder Zulassungsdokument verwenden. Es besteht keine direkte Beziehung zu den Schwungmassenleistungswerten.

Es kann sein, dass die Nennleistung bei der Prüfung nicht erreicht wird, weil im Hintergrund Regelmechanismen zum Schutz des Motors und Antriebstranges ablaufen. Hierzu ist ein Vergleichsfahrzeug zur Bestimmung der Richtwerte heranzuziehen.

Betriebsanleitung des Rollenleistungsprüfstandes beachten.

15

Luftstrom des Kühlgebläses auf Kühler und Fahrzeugunterseite (Ölwanne, Getriebe, Achsen, Auspuff, Katalysator und Reifen) richten

Um Motorschäden zu verhindern, darauf achten, dass es zu keiner Überhitzung des Motors kommt.

Abstand von ca. 1 m zwischen Kühlgebläse (Mindestleistung 15.000 m3/h) und Fahrzeug einhalten.

Betriebsanleitung des Kühlgebläses beachten.

16

Absaugtrichter anbringen

Betriebsanleitung des Absaugtrichters beachten.

Mindestabstand einhalten, da es sonst zu einer Beschädigung der Heckschürze kommen kann.

17

Fahrdynamische Systeme (mit Eingriffsmöglichkeiten in das Motormanagement) deaktivieren

Einstellung der "Werkstattebene Funktion" im Kombiinstrument beachten.

Fahrdynamische Systeme können z. B.

durch Aktivieren eines Prüfmodus

bei nicht vernetzten Systemen durch Trennen der Steckverbindung an der Hydraulikeinheit

deaktiviert werden.

Trotz dieser Maßnahmen kann es vorkommen, dass die Nennleistung nicht erreicht wird, weil im Hintergrund weitere Regelmechanismen zum Schutz des Motors und Antriebstranges ablaufen.

18

Abgasabsaugung starten

Betriebsanleitung der Abgasabsaugung beachten.

19

Motor starten

20

Motor, Getriebe, Antriebsachse(n) und Reifen unter Teillast (Wählhebelstellung "S" oder 3. Gang) bei ca. 25 kW warmfahren

Bei Beanstandungen in der Start- bzw. Warmlaufphase den Motor nicht auf Betriebstemperatur konditionieren, sondern beanstandungsbezogen vorgehen.

Motoröltemperatur zwischen 60 °C und 80 °C einhalten (nicht 100 °C).

21

Zusatzverbraucher ausschalten

Eingeschaltete Zusatzverbraucher (z. B. elektrische Lenkung) führen zu einer Verfälschung der Messergebnisse.

22

Radleistung prüfen

Die Volllastprüfungen sind direkt nach dem Warmfahren durchzuführen, solange die Reifentemperatur noch niedrig ist, da bei diesen Prüfungen die Temperatur am stärksten ansteigt.

Der Bedienerführung des Rollenleistungsprüfstandes folgen.

Die Prüfung nur so lange fahren, wie zum Ablesen der Instrumente und zum Speichern der Daten erforderlich.

Kühlmittel- und Motoröltemperatur beachten (max. 120 °C).

Mit zunehmender Ansauglufttemperatur verringert sich die Motorleistung, bei leistungsstarken Motoren um bis zu 20 kW.

Ansauglufttemperatur (30 bis 40 °C) über OBD-Schnittstelle einhalten. Korrekturfaktor erfolgt nur über die OBD-Schnittstelle.

Motoröltemperatur von 130 °C nicht überschreiten, da dies zu Motorschäden führen kann.

Bei Fahrzeugen mit Katalysator muss die Prüfung bei Verbrennungsstörungen sofort unterbrochen werden, da sonst Schäden am Katalysator nicht auszuschließen sind.

23

Gemessene Werte ausdrucken, speichern und bewerten

Istwerte mit den angegebenen Richtwerten in Betriebsanleitung, PKW-Verkaufstaschenbuch bzw. Zulassungsdokument oder mit den Messwerten eines Vergleichsfahrzeuges vergleichen und bewerten.

Die angegebenen Leistungsangaben im Zulassungsdokument werden nach EG-Richtlinien ermittelt und sind nicht direkt mit dem Messergebnis zu verifizieren.

Zwei Wiederholungsprüfungen nach Einstellarbeiten sind zulässig. Vor weiteren Prüfungen unbedingt eine Pause (45 min) zur Abkühlung der gesamten Aggregate einhalten.

24

Zündung ausschalten

25

Abgasabsaugung abstellen

Betriebsanleitung der Abgasabsaugung beachten.

26

Fahrdynamische Systeme (mit Eingriffsmöglichkeiten in das Motormanagement) aktivieren

Fahrdynamische Systeme können z. B.

durch Deaktivieren eines Prüfmodus, Klemme 15

durch Aufstecken der Steckverbindung an der Hydraulikeinheit

aktiviert werden.

27

Absaugtrichter entfernen

Betriebsanleitung des Absaugtrichters beachten.

28

Prüfanschlüsse des Rollenleistungsprüfstandes vom Fahrzeug abklemmen

29

Motorhaube schließen

30

Fahrzeugverankerung entfernen

Betriebsanleitung der Verankerungseinrichtungen beachten.

31

Fahrzeugräder an das Fahrzeug montieren

32

Fehlerspeicher prüfen und gegebenfalls Fehler beheben

Referenzierte Dokumente