Getriebe | 715.352 im Typ 956, 963, 964 |
mit Code G2B (Getriebe G 211-12/14,93-1,0) | |
Getriebe | 715.360 im Typ 963, 964 |
mit Code G2C (Getriebe G 230-12/11,7-0,78) | |
Getriebe | 715.371 im Typ 963, 964 |
mit Code G2E (Getriebe G 281-12/14,93-1,0) | |
Getriebe | 715.381 im Typ 963, 964 |
mit Code G2F (Getriebe G 330-12/11,63-0,77) |
Allgemeines
Die Mercedes-Benz 12-Gang-Getriebe mit Mercedes PowerShift 3 wurden hinsichtlich Gewicht und Ölfüllung optimiert. Im Vordergrund stand dabei die Reduzierung der Verlustleistung. So wurde die Oberfläche der Zahnflanken bei den Konstanten (K1 und K2) der Split-Gruppe mit dem neuen Superfinish-Fertigungsverfahren so optimiert, dass weniger Gleitreibung entsteht.
In der Bereichsgruppe wird statt der bisherigen Synchronisierung eine Klauenschaltung verbaut. Dies verringert vor allem den Verschleiß und senkt das Gewicht. In diesem Zusammenhang wurde die Vorgelegewellenbremse (12) ebenfalls weiterentwickelt und optimiert.
Ein neues synthetisches Getriebeöl (siehe Betriebsstoffvorschriften) mit niedriger Viskosität verringert ebenfalls die Reibleistung im Getriebe. Das Getriebeöl kann unter der Teilenummer A 002 989 11 03 09, in 20 Liter Gebinden bezogen werden. Gleichzeitig wurde die Ölfüllmenge für bestimmte Fahrzeugbaumuster um jeweils 3 Liter auf 8 bzw. ca. 11 Liter verringert. In diesem Zusammenhang wurden Ölbohrungen im Getriebegehäuse-Hinterteil (17) geändert und ein neues Ölsaugrohr (15) im Getriebegehäuse-Mittelteil (13, 14) verbaut. Unverändert sind die Wechselintervalle des Getriebeöles. Sie sind nach wie vor belastungsabhängig und erreichen maximal 600.000 km
Die optimierten Getriebe werden seit 10/2016 verbaut. Die Klauenschaltung in der Bereichsgruppe ist für vereinzelte Fahrzeugbaumuster bereits III/2016 eingeführt worden. Die neuen Getriebe sind weder über das Aggregatebaumuster, den Code oder äußerlich von den bisherigen Getrieben zu unterscheiden. Die Getriebe können über den Istwert R 204 (Bereichsgruppe mit Neutralstellung [Ja]) im Steuergerät Getriebesteuerung (TCM), identifiziert werden. Die abgesenkte Ölfüllmenge ist bei den neuen Getrieben optional und kann ebenfalls anhand eines Steuercodes Getriebeölstand optimiert (GO14) im VeDoc ausgelesen werden.
Klauenschaltung in der Bereichsgruppe
W26.10-1226-08
1 | Mitnehmerring | 5 | Synchronring | |
2 | Synchronkegel | A | Bisherige Ausführung | |
3 | Schiebemuffe mit Synchronkörper | B | Geänderte Ausführung | |
4 | Ringfeder |
Der Synchronkegel (2) und die Ringfeder (4) wurden im Zuge der Weiterentwicklung entfernt. Für das Abbauen des Synchronkörpers beim Zerlegen der Bereichsgruppe wird aktuell ein neues Sonderwerkzeug entwickelt. Die Arbeitsanleitungen im Werkstatt-Informations-System (WIS) werden anschließend aktualisiert.
7 | Kolbenstange |
8 | Kolbenstange |
A | Bisherige Ausführung |
B | Geänderte Ausführung |
A | Kerbe |
W26.10-1227-05
Die geänderte Kolbenstange (8) hat nun eine zusätzliche Kerbe (A), die zur Schaltung der Mittelstellung der Bereichsgruppe dient.
W26.10-1228-08
10 | Schiebemuffe | A | Bisherige Ausführung | |
11 | Schaltgabel | B | Geänderte Ausführung |
Die Schaltgabel (11) mit den Gleitsteinen wurde ebenfalls geändert und ist nur mit der geänderten Schiebemuffe (10) verbaubar.
Vorgelegewellenbremse (12)
W26.10-1231-08
12 | Vorgelegewellenbremse | B | Geänderte Ausführung | |
A | Bisherige Ausführung |
Mit dem Einsatz der klauengeschalteten Bereichsgruppe erfolgt die Synchronisationsarbeit nicht mehr in den Synchronkegeln, sondern in der Vorgelegewellenbremse (12). Die zusätzliche Bremsenergie wird durch Lamellen abgeführt. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise müssen die Lamellen der geänderten Vorgelegewellenbremse (12) nicht mehr vor dem Einbau eingeölt werden.
Vorgelegewellenbremsen (12) (Gehäuse, Kolben, Lamellen oder nur die Lamellen) der bisherigen Ausführung (A) können durch Vorgelegewellenbremse (12) der geänderten Ausführung (B) ersetzt werden.
Reduzierung der Ölfüllmenge
W26.10-1229-08
13 | Getriebegehäuse-Mittelteil (G211-12 und G230-12) | n | Bohrung bei niedrigem Ölstand | h | Bohrung bei hohem Ölstand | ||
14 | Getriebegehäuse-Mittelteil (G281-12 und G330-12) |
13 | Getriebegehäuse-Mittelteil (G211-12 und G230-12) |
15 | Ölsaugrohr |
16 | O-Ring |
W26.10-1232-05
Die Getriebegehäuse-Mittelteile (13, 14) und Getriebegehäuse-Hinterteile (17) wurden konstruktiv geändert. In Verbindung mit einem neuen Ölsaugrohr (15) konnte der Ölstand abgesenkt werden. Die Bohrungen zum Einfüllen haben sich dadurch geringfügig geändert.
Bei einer Ersatzteilbestellung eines neuen Getriebegehäuse-Mittelteils (13, 14), wird dieses immer mit dem Ölsaugrohr (15) zusammen angeliefert.
In Verbindung mit der Einführung des Ölsaugrohrs (15) in den Getriebegehäuse-Mittelteilen (13, 14) wurden bei den Getrieben G211-12 und G230-12 auch die Ölkanäle zum Getriebegehäuse-Hinterteil (17) optimiert. Deshalb muss bei Wechsel des Getriebegehäuse-Mittelteils (13) das Getriebegehäuse-Hinterteil (17) mit ausgetauscht werden. Auch ein Verbau der kompletten „alten“ Bereichsgruppe am neuen Getriebegehäuse-Mittelteil (13) ist nicht möglich (keine Ölkanäle). Bei den Getrieben G281-12 und G330-12 können die Getriebegehäuse-Mittelteile (14) ohne das Getriebegehäuse-Hinterteil (17) gewechselt werden.
17 | Getriebegehäuse-Hinterteil |
Pfeil | Ölkanäle |
W26.10-1230-02
Im Getriebegehäuse-Hinterteil (17) wurden die Ölkanäle (Pfeil) geändert.
18 | Ölverteilerrohr |
A | Bisherige Ausführung |
B | Geänderte Ausführung |
W26.10-1233-05
Mit den optimierten Getrieben kommt ein neues Ölverteilerrohr (18) zum Einsatz, an dem zur besseren Ölverteilung statt einer Bohrung je Gang nun zwei Bohrungen je Gang angebracht sind. Der optionale Retarder wird nun ebenfalls aktiv über eine zusätzliche Ölbohrung beölt.
Ölverteilerrohre (18) der bisherigen Ausführung (A) sollen im Reparaturfall durch Ölverteilerrohre (18) der geänderten Ausführung (B) ersetzt werden.