Funktionsvoraussetzungen allgemein
Keine Über- oder Unterspannung (Betriebsspannungsbereich 11,0 bis 15,5 V)
Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen.
Die Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Funktionsablauf Leuchtweitenregulierung (LWR)
Das Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1).
Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Beleuchtung (S1/2) ausgeführt. Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) liest den Status des Schalters Beleuchtung direkt ein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung
Klemme 15 EIN
Während der Abblendlichtansteuerung ist die Standlichtansteuerung aktiv, die im Dokument "Stand-/Parklichtansteuerung Funktion" beschrieben ist.
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Durch Drehen des Schalters Beleuchtung in die Stellung "Abblendlicht" wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) liest den Status des Schalters Beleuchtung direkt ein und sendet eine Anforderung zum Einschalten des Abblendlichts über Innenraum-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Frontbereich-CAN (CAN G) an das Steuergerät Scheinwerfer links (E1/1n9). Dieses steuert dann über Scheinwerfer-LIN links (LIN G1) und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn links (E1/1n7) das Abblendlicht links (Nahbereich) (E1/1e15) und das Abblendlicht links (Fernbereich) (E1/1e16) an.
Außerdem sendet das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) eine Anforderung zum Einschalten des Abblendlichts über Innenraum-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer rechts (E2/1n9). Dieses steuert dann über Scheinwerfer-LIN rechts (LIN G2) und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn rechts (E2/1n7) das Abblendlicht rechts (Nahbereich) (E2/1e15) und das Abblendlicht rechts (Fernbereich) (E2/1e16) an.
Zusätzlich sendet das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) die Anforderung "Kontrollleuchte Abblendlicht" über Innenraum-CAN, Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4) und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1/1e67) ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Fernlichtansteuerung
Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 EIN und Abblendlicht EIN
Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R EIN
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Die Fernlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Fernlicht
Funktionsablauf Lichthupe
Funktionsablauf Fernlicht
Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN (CAN E), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) sendet die Anforderung "Fernlicht EIN" über Innenraum-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts. Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert dann über Scheinwerfer-LIN links und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn links das Abblendlicht links (Fernbereich) an. Gleichzeitig steuert das Steuergerät Scheinwerfer rechts über Scheinwerfer-LIN rechts und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn rechts das Abblendlicht rechts (Fernbereich) an. Die Abblendlichter (Fernbereich) generieren daraufhin das Fernlicht. Zusätzlich werden bei Bedarf das Fernlicht links (E1/1e1) und das Fernlicht rechts (E2/1e1) zugeschaltet.
Zusätzlich sendet das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) eine Anforderung "Kontrollleuchte Fernlicht" über Innenraum-CAN, Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN und Benutzerschnittstelle-CAN an das Steuergerät Kombiinstrument (KI), das daraufhin die Kontrollleuchte Fernlicht (A1/1e3) ansteuert.
Funktionsablauf Lichthupe
Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht. Jedoch muss der Kombischalter zum Anfordern der Funktion Lichthupe nach hinten gezogen werden. Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert und die Ansteuerung des Fernlichts wird abgebrochen.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung
Funktion "Tagfahrlicht" im Steuergerät Kombiinstrument (KI) aktiviert
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h
Schalter Beleuchtung in Stellung "AUTO"
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Das Steuergerät Kombiinstrument (KI) sendet die Anforderung zum Einschalten des Tagfahrlichts über Benutzerschnittstelle-CAN, Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Das Steuergerät CDI (N3/33) oder das Steuergerät ME (N3/34) (mit Motor 274) sendet das Signal "Motor läuft" über Fahrwerk-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) wertet alle relevanten Informationen aus und sendet eine Anforderung zum Einschalten des Tagfahrlichts über Innenraum-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer links und das Steuergerät Scheinwerfer rechts.
Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert daraufhin über Scheinwerfer-LIN links und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn links das Tagfahrlicht im Park-Stand-Tagfahrlicht links (E1/1e13) an.
Das Steuergerät Scheinwerfer rechts steuert gleichzeitig über Scheinwerfer-LIN rechts und Ansteuermodul LED Außenbeleuchtung vorn rechts das Tagfahrlicht im Park-Stand-Tagfahrlicht rechts (E2/1e13) an.
Die Tagfahrlichtansteuerung wird deaktiviert, sobald der Schalter Beleuchtung in die Stellung Standlicht, manuelles Fahrlicht, Parklicht links oder Parklicht rechts gedreht wird.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatisches Fahrlicht
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h
Schalter Beleuchtung in Stellung "AUTO"
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" über Fahrwerk-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) und Innenraum-CAN an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM).
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Beim automatischen Fahrlicht wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet.
Das automatische Fahrlicht ist eine reine Komfortfunktion und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktivem automatischen Fahrlicht bei Tag | |||
Fahrtantritt | Standlicht | Tagfahrlicht | Abblendlicht |
Klemme 15R EIN | AUS | AUS | AUS |
Klemme 15 EIN | AUS | AUS | AUS |
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h | AUS | EIN | AUS |
Fahrtende | Standlicht | Tagfahrlicht | Abblendlicht |
Klemme 15R EIN | AUS | AUS | AUS |
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h | AUS | EIN | AUS |
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktivem automatischen Fahrlicht bei Nacht | ||
Fahrtantritt | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15R EIN | EIN | AUS |
Klemme 15 EIN | EIN | AUS |
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h | EIN | EIN (Fernlicht zulässig) |
Fahrtende | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15R EIN | EIN | AUS |
Signal "Motor läuft" gesetzt und Fahrzeuggeschwindigkeit > 3 km/h | EIN | EIN (Fernlicht zulässig) |
Das Abblendlicht wird abhängig von der Umgebungshelligkeit oder abhängig von den Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- oder ausgeschaltet:
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor (B38/2) (mit Code HH9 (Klimaanlage halbautomatisch geregelt, TEMPMATIC)) oder über Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor/Sonnensensor (B38/3) (mit Code HH4 (Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC))
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor (B38/2) (mit Code HH9 (Klimaanlage halbautomatisch geregelt, TEMPMATIC)) oder über Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor/Sonnensensor (B38/3) (mit Code HH4 (Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC))
Die Umgebungshelligkeit wird vom Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor oder vom Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor/Sonnensensor erfasst. Dieser sendet ein Signal über Dach-LIN (LIN B13) an das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM). Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) wertet dieses Signal aus und aktiviert die Abblendlichtansteuerung.
Bei Ausfall des Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensors oder des Feuchtesensor/Lichtsensor/Regensensor/Sonnensensors wird das automatische Fahrlicht erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert.
Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt das automatische Fahrlicht eingeschaltet.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Schlechtwetterlicht. Das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) steuert die Scheibenwischanlage.
Bei Aktivierung der Scheibenwischanlage für mehr als 20 s mit einer Wischzykluszeit von kleiner 6 s aktiviert das Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt das automatische Fahrlicht für weitere 60 s aktiv. Detaillierte Informationen zur Funktion Wischerloslaufunterdrückung sind im Dokument "Wischen Frontscheibe Funktion" enthalten.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Leuchtweitenregulierung (LWR)
Fahrlicht EIN (Abblend- oder Fernlicht)
Funktionsablauf Leuchtweitenregulierung (LWR)
Die automatische LWR korrigiert die Leuchtweite der Fahrzeugscheinwerfer entsprechend der Beladung und den fahrdynamisch bedingten Nickbewegungen des Fahrzeugs.
Das Steuergerät Scheinwerfer links liest die Signale des Niveausensors Vorderachse (B22/2) und des Niveausensors Hinterachse (B22/3) direkt ein und wertet diese aus. Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert dann den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1/1m1) und den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2/1m1) direkt an.
Bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit arbeitet die automatische LWR im "statischen Modus" mit einer geringen Einstellgeschwindigkeit. Bei Fahrzeugbeschleunigung wird der "dynamische Modus" aktiviert, in dem die Reaktionszeit der automatischen LWR deutlich verkürzt ist. Abhängig von der Geschwindigkeitsänderung und von Zusatzsignalen wie Brems- und Gaspedalstellung wird der "dynamische Modus" aktiviert.
Bei stehendem Fahrzeug erfolgt die automatische LWR im "dynamischen Modus".
Referenzierte Dokumente
- gf8210s9998tra Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung
- gf8210s9998tra