gf4330w2000mp

Ansteuerung des Retarders Funktion

Typ gf · Thema 43.30 · Version 0101 · 2006-12-05

Gültig für: TYP 930, 932, 933, 934 mit CODE (BA9) Voith-Sekundär-Retarder R 115'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 43 Bremsen-Pneumatik und Zusatzbremsen › 43.30 Retarder (hydraulisch) — Baureihe 930 · Baureihe 932 · Baureihe 933 · Baureihe 934

GF43.30-W-2000MP

Ansteuerung des Retarders Funktion

5.12.06

TYP 930, 932, 933, 934 mit CODE (BA9) Voith-Sekundär-Retarder R 115

Ansteuerung des Retarders Funktion

W43.30-1101-79

1 Retarder

A3 Steuergerät Fahrregelung (FR)

A6 Steuergerät Motorregelung (MR)

A11 Steuergerät Bremssteuerung (BS)

A16 Steuergerät Gangsteuerung (GS)

A20 Steuergerät Retardersteuerung (RS)

B17 Geschwindigkeitsgeber

B57 Drehzahlsensor Getriebeausgangsdrehzahl

CAN 1 Fahrzeug-CAN

Steuergeräte-Eingangsinformationen

a Stellung des Betätigungshebels Motorregelung/Dauerbremse (S2)

b Kühlmitteltemperatur

c Retarderöltemperatur

Informationen zur Ansteuerung

d Ansteuerung des Proportionalventils Retarder (Y44)

e Ansteuerung der Kontrollleuchte Dauerbremse (P2h8)

A Fahrzeuge mit Code (GS3) Getriebeschaltung "hydraulisch"

B Fahrzeuge mit Code (GS7) Gangsteuerung II

CAN 4 Motor-CAN

CAN 5 Getriebe-CAN

P2 Instrument (INS)

P2h8 Kontrollleuchte Dauerbremse

P3 Modularer Tachograph (MTCO)

S2 Betätigungshebel Motorregelung/ Dauerbremse

Y44 Proportionalventil Retarder

Allgemeines

Der Retarder (1) wird angesteuert,

wenn die Betriebsbremse betätigt wird und das Steuergerät Bremssteuerung (BS) (A11) zur Unterstützung der Bremsleistung den Retardereinsatz anfordert

wenn der Tempomat aktiviert wurde, und zur Anpassung der Fahrzeuggeschwindigkeit eine Retarderansteuerung notwendig ist (beispielsweise bei Bergabfahrt)

durch manuelle Betätigung des Betätigungshebels Motorregelung/ Dauerbremse (S2)

-----------------------------------------------------------------------------------------

wenn der Abstandsregeltempomat (ART) aktiviert wurde, und zur Regelung des Abstands eine Retarderansteuerung notwendig ist

Nur bei Fahrzeugen mit Code (ET5) Abstandsregeltempomat.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Voraussetzungen

Antiblockiersystem (ABS) bzw. Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) sind nicht im Regelbetrieb

Spannungsversorgung aller betreffenden Steuergeräte vorhanden und Vernetzung intakt

Funktionsablauf

1 Das Steuergerät Motorregelung (MR) (A6) prüft anhand der Motordrehzahl, welches maximale Motorbremsmoment zur Verfügung steht oder umgesetzt werden kann. Diese Information wird über den Motor-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) gesendet.

2 Gleichzeitig ermittelt das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) anhand der Retarderdrehzahl, welches maximale Retarderbremsmoment umgesetzt werden kann, und sendet dies ebenfalls dem Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3).

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die zur Berechnung notwendige Retarderdrehzahl kann dabei unterschiedlich ermittelt werden:

Bei Fahrzeugen mit Code (GS3) Getriebeschaltung "hydraulisch" (A) wird die Retarderdrehzahl aus den Werten des Geschwindigkeitsgebers (B17), der getriebeabhängigen Hochtriebsübersetzung und der Übersetzung des Antriebsstrangs ermittelt.


Die Übersetzung des Antriebsstrangs ist fahrzeugspezifisch und wird beim Einschalten der Zündung ermittelt, während die Werte des Geschwindigkeitsgebers (B17) über den Modularen Tachographen (MTCO) (P3) an das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) und von dort über den Fahrzeug-CAN (CAN 1) an das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) gelangen.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Bei Fahrzeugen mit Code (GS7) Gangsteuerung II (B) nutzt das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) zur Berechnung der Retarderdrehzahl neben der getriebeabhängigen Hochtriebsübersetzung zusätzlich die Getriebeausgangsdrehzahl.

Diese wird vom Steuergerät Gangsteuerung (GS) (A16) aus den Signalen des Drehzahlsensors Getriebeausgangsdrehzahl (B57) ermittelt, und über den Getriebe-CAN (CAN 5) dem Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) zur Verfügung gestellt.

Das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) leitet sie schließlich über den Fahrzeug-CAN (CAN 1) an das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) weiter.

3 Aufgrund der Informationen über die maximal zur Verfügung stehenden Dauerbremsmomente

-----------------------------------------------------------------------------------------

teilt das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) das Sollbrensmoment auf die verschiedenen Stellungen des Betätigungshebels Motorregelung/Dauerbremse (S2) bzw. in verschiedene Stufen auf.

Je nach Anforderungsart, also ob eine Anforderung durch den Betätigungshebel Motorregelung/ Dauerbremse (S2), durch das Steuergerät Bremssteuerung (BS) (A11) oder durch Einsatz des Tempomats bzw. Abstandsregeltempomats (ART) erfolgt, sendet das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) eine entsprechende Botschaft mit dem Sollbremsmoment an das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20).

Die Stellungen des Betätigungshebels Motorregelung/ Dauerbremse (S2) werden dabei vom Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) eingelesen und über den Fahrzeug-CAN (CAN 1) an das Steuergerät Fahrregelung (FR) (A3) gesendet.

-----------------------------------------------------------------------------------------

4 Nachdem das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) die Botschaft mit dem Sollbremsmoment empfangen hat, berechnet es daraus in Verbindung mit der Retarderdrehzahl den notwendigen Ventilstrom.

Mit diesem Wert wird das Proportionalventil Retarder (Y44) angesteuert, um das Sollbremsmoment umzusetzen.

Während das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) die Ansteuerung des Proportionalventils Retarder (Y44) mit dem berechneten Ventilstrom durchführt, sendet es über den Fahrzeug-CAN (CAN 1) die Botschaft "Kontrollleuchte EIN" an das Instrument (INS) (P2).

5 Das Instrument (INS) (P2) empfängt die Botschaft "Kontrollleuchte EIN" und steuert daraufhin die Kontrollleuchte Dauerbremse (P2h8) an.

Die Ansteuerung der Kontrollleuchte Dauerbremse (P2h8) erfolgt parallel zur Ansteuerung des Proportionalventils Retarder (Y44).

6 Vom Proportionalventil Retarder (Y44) wird je nach Größe des Steuerstroms ein pneumatischer Stelldruck zum Ölsumpf des Retarders (1) ausgesteuert.

Die Höhe des Ventilstroms, und somit das Retarderbremsmoment, kann begrenzt werden, wenn das Retarderöl oder das Kühlmittel unzulässig hohe Temperaturen erreichen. Aus diesem Grund prüft das Steuergerät Retardersteuerung (RS) (A20) permanent die Kühlmittel- und Retarderöltemperatur.

Steuergerät Motorregelung (MR) Anordnung/Aufgabe

GF07.15-W-5000MP

Geschwindigkeitsgeber Anordnung/Aufgabe

GF26.19-W-4100MP

Drehzahlsensor Getriebeausgangsdrehzahl Anordnung/Aufgabe

Nur bei Getriebe 715.5 im Typ 930, 932, 933, 934 mit Code (GS7) Gangsteuerung II und Code (GE2) Elektronische Antriebssteuerung II;

Getriebe 715.3/5 im Typ 930, 934 mit Code (GS7) Gangsteuerung II und Code (GE3) Mercedes PowerShift;

Getriebe 715.5 im Typ 930, 932, 934 mit Code (GS7) Gangsteuerung II und Verteilergetriebe

GF26.19-W-4003MP

Steuergerät Gangsteuerung (GS) Anordnung/Aufgabe

Bei Fahrzeugen mit Code (GS7) Gangsteuerung II

GF26.20-W-3100MP

Betätigungshebel Motorregelung/Dauerbremse Anordnung/Aufgabe

GF30.30-W-3108MP

Steuergerät Fahrregelung (FR) Anordnung/Aufgabe

GF30.35-W-4103MP

Steuergerät Bremssteuerung (BS) Anordnung/Aufgabe

GF42.25-W-3116MP

Proportionalventil Retarder Anordnung/Aufgabe/Funktion

GF43.30-W-3110MP

Steuergerät Retardersteuerung (RS) Anordnung/Aufgabe

GF43.30-W-3113MP

Instrument (INS) Anordnung/Aufgabe

GF54.30-W-3040MP

Modularer Tachograph (MTCO) Anordnung/Aufgabe

GF54.61-W-4100MP

Referenzierte Dokumente