gf3232p0002fg

Adaptives Dämpfungs-System (ADS) Funktion

Typ gf · Thema 32.32 · Version 0100 · 2017-07-12

Gültig für: Typ 213 mit Code 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 32 Federung › 32.32 Niveauregulierung mit adaptivem Dämpfungssystem (ADS) — Baureihe 213

GF32.32-P-0002FG

Adaptives Dämpfungs-System (ADS) Funktion

12.07.2017

Typ

213

mit Code 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)

Adaptives Dämpfungs-System (ADS) Funktion

P32.32-2277-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

N127

Steuergerät Antriebsstrang

A26/17

Headunit

Y51

Dämpfventileinheit Vorderachse links

A40/8

Audio/COMAND Display

Y51y1

Magnetventil 1, vorn links

A40/9

Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only))

Y51y2

Magnetventil 2, vorn links

A105

Touchpad (mit Code 446 (Touchpad only))

Y52

Dämpfventileinheit Vorderachse rechts

B22/7

Niveausensor hinten links

Y52y1

Magnetventil 1, vorn rechts

B22/8

Niveausensor vorn links

Y52y2

Magnetventil 2, vorn rechts

B22/9

Niveausensor vorn rechts

Y53

Dämpfventileinheit Hinterachse links

B22/10

Niveausensor hinten rechts

Y53y1

Magnetventil 1, hinten links

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

Y53y2

Magnetventil 2, hinten links

N3/9

Steuergerät CDI (Dieselmotor)

Y54

Dämpfventileinheit Hinterachse rechts

N3/10

Steuergerät ME (Benzinmotor)

Y54y1

Magnetventil 1, hinten rechts

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Y54y2

Magnetventil 2, hinten rechts

N51/5

Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System

CAN A

Telematik-CAN

N72/4

Unteres Bedienfeld links

CAN C1

Antriebs-CAN

N72/4s1

Schalter DYNAMIC SELECT (bei Automatikgetriebe)

CAN H

Fahrdynamik-CAN

N72/5

Unteres Bedienfeld rechts

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

N72/5s7

Schalter DYNAMIC SELECT (bei Schaltgetriebe)

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

LIN A3

UBF-LIN

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

HSVL

High-Speed-Video-Link

Funktionsvoraussetzung allgemein

Klemme 15 EIN

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Status Klemme 15 über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System.

Adaptives Dämpfungs-System (ADS) allgemein

Beim ADS handelt es sich um eine kontinuierliche Dämpfungsverstellung, bei der die Dämpfung radweise angepasst wird. Dadurch werden die Fahrsicherheit und der Abrollkomfort verbessert.

Die Abstimmung der Dämpfung ist von folgenden Faktoren abhängig:

Fahrweise (z. B. sportlich)

Fahrbahnbeschaffenheit (z. B. Bodenwellen)

Beladung des Fahrzeugs

Ausgewähltes Fahrprogramm (Getriebe 725)

Die Dämpfung wird je nach Fahrsituation härter oder weicher eingestellt. Registriert die Sensorik z. B. eine sportliche Fahrweise, wird die komfortable Grunddämpfung automatisch härter. Die Elektronik arbeitet stufenlos innerhalb eines weit gespreizten Dämpfungskennfelds. Die Dämpfkraft wird an jedem Rad einzeln angepasst. Somit rollt das Fahrzeug auch auf schlechter Straße sanft ab, ohne Beeinträchtigung der Fahrstabilität. Nach dem Einschalten der Zündung ist die zuletzt eingestellte Dämpfstufe aktiv.

Die Funktion ADS umfasst folgende Teilfunktionen:

Fahrprogramm auswählen

Fahrzustand erfassen

Dämpfungsverstellung

Fahrprogramm auswählen

Abhängig vom gewählten Fahrprogramm wird die Dämpfung entsprechend härter oder weicher eingestellt.

Durch Betätigen des Schalters DYNAMIC SELECT im Unteren Bedienfeld links (bei Automatikgetriebe) oder im Unteren Bedienfeld rechts (bei Schaltgetriebe) kann der Fahrer zwischen den vorkonfigurierten Fahrprogrammen oder einem Individual-Fahrprogramm wählen. Für das Fahrwerk wird je nach gewähltem Fahrprogramm eine der folgenden Einstellungen aktiviert:

Comfort

Sport

Sport Plus

Das Untere Bedienfeld links (bei Automatikgetriebe) oder das Untere Bedienfeld rechts (bei Schaltgetriebe) sendet den Status des Schalters DYNAMIC SELECT über UBF-LIN, Audio/COMAND Bedieneinheit oder Touchpad, Telematik-CAN, Headunit, Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet daraufhin die Anforderung für das gewählte Fahrprogramm über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System.

Das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System empfängt die entsprechende Anforderung und generiert die erforderlichen Ansteuersignale für die Stellglieder.

Im Kombiinstrument wird das gewählte Fahrprogramm angezeigt. Die aktuellen Einstellungen des Fahrprogramms werden zusätzlich für eine kurze Zeit im Audio/COMAND Display angezeigt.

Das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System sendet Informationen zum gewählten Fahrprogramm über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an die Headunit und an das Kombiinstrument. Die Headunit generiert die entsprechenden Bilddaten und sendet eine Einschaltaufforderung über Telematik-CAN an das Audio/COMAND Display. Die Bilddaten werden über den High-Speed-Video-Link an das Audio/COMAND Display übertragen.

Fahrzustand erfassen

Der Fahrzustand wird durch folgende Einflussgrößen definiert:

Fahrzeugaufbaubeschleunigung (Karosseriebewegung)

Fahrzeuglängs- und -querbeschleunigung

Die Fahrzeugaufbaubeschleunigung wird von folgenden Sensoren erfasst:

Niveausensor hinten links

Niveausensor vorn links

Niveausensor vorn rechts

Niveausensor hinten rechts

Das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System liest die Signale der Niveausensoren direkt ein.

Zusätzlich sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Informationen zu den Raddrehzahlen, zum Bremsstatus und zum Bremsmoment über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System. Diese Informationen werden zur Berechnung der Fahrzeuggeschwindigkeit und der Fahrzeugaufbaubeschleunigung herangezogen.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet Informationen zur Drehrate, zur Quer- und zur Längsbeschleunigung über Fahrdynamik­CAN, Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System.

Zusätzlich empfängt das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System folgende Informationen über Fahrwerk­FlexRay, die in die Berechnung der optimalen Dämpfstufe bzw. Dämpfkraft an jedem Stoßdämpfer mit einbezogen werden:

Karosserievariante

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet Informationen zur Karosserievariante über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System.

Antriebsart

Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zur Antriebsart über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System.

Lenkradwinkel und Lenkradwinkelgeschwindigkeit

Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet Informationen zum Lenkradwinkel und zur Lenkradwinkelgeschwindigkeit über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System.

Kick-down-Status (Getriebe 725)

Das Steuergerät Antriebsstrang sendet Informationen zum Kick-down-Status über Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System.

Angezeigte Fahrzeuggeschwindigkeit (Ersatzwert)

Das Kombiinstrument sendet die angezeigte Fahrzeuggeschwindigkeit über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System.

Anforderungen Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®)

In fahrdynamisch grenzwertigen Situationen sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm die Anforderung zum Umschalten der Dämpfstufe über Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System.

Dämpfungsverstellung

Anhand der Eingangssignale (Fahrzustand) bestimmt das Steuergerät Adaptives Dämpfungs­System die jeweils optimale Dämpfstufe und steuert daraufhin folgende Bauteile direkt an:

Dämpfventileinheit Vorderachse links:

Magnetventil 1, vorn links

Magnetventil 2, vorn links

Dämpfventileinheit Vorderachse rechts:

Magnetventil 1, vorn rechts

Magnetventil 2, vorn rechts

Dämpfventileinheit Hinterachse links:

Magnetventil 1, hinten links

Magnetventil 2, hinten links

Dämpfventileinheit Hinterachse rechts:

Magnetventil 1, hinten rechts

Magnetventil 2, hinten rechts

Die Umsetzung der kontinuierlichen Dämpfungsverstellung wird mit Einrohrgasdruckdämpfern realisiert. Die Dämpfventileinheiten sind unten seitlich an den Einrohrgasdruckdämpfern angeordnet.

In den Hauptkolben und in dem Bodenventil des Einrohrgasdruckdämpfers ist jeweils ein Rückschlagventil integriert. Durch diese Rückschlagventile herrscht immer die gleiche Strömungsrichtung durch die Dämpfventileinheit sowohl in der Zug- als auch in der Druckstufe. Diese Konstruktion ermöglicht es, dass die Dämpfventileinheit eines Stoßdämpfers nur noch aus einem geregelten Proportionalventil besteht.

Der Durchflussquerschnitt in der Dämpfventileinheit ist durch Ansteuerung dieses Proportionalventils stufenlos einstellbar. Entsprechend dem eingestellten Querschnitt kann mehr oder weniger Öl durch die Dämpfventileinheit fließen. Das Dämpfungsverhalten wird dementsprechend weicher oder härter.

Bei aktiviertem ESP® wird die Dämpfung in fahrdynamisch grenzwertigen Situationen unabhängig vom Fahrerwunsch automatisch auf die harte Dämpfstufe (Sport) umgestellt, um so einen fahrdynamisch stabileren Zustand zu erreichen. Die harte Dämpfstufe bleibt so lange aktiv, wie es die Fahrsituation erfordert.

Funktionsschema Elektrik Adaptives Dämpfungs-System (ADS)

PE32.32-P-2051-97DBA

Übersicht Systembauteile Adaptives Dämpfungs-System (ADS)

GF32.32-P-9997FG

Referenzierte Dokumente