Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein
Klemme 87 (geschaltete Klemme 15) EIN
Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt
Getriebesteuerung allgemein
Die Getriebesteuerung steuert die Regelmagnetventile elektronisch an. Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität und ist Bestandteil der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8). Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden acht elektromechanische Regelmagnetventile angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Wandlerüberbrückung bestimmen.
Getriebesteuerung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Funktionsablauf Kick-down
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:
Leeres Fahrzeug
Betriebswarmer Zustand
Ebene Fahrbahn
Meereshöhe
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über
Die Taste Offroad-Programm (N72s38) (bei Motor 157/276/278/642 und Motor 651 mit CODE 498 (Japan-Ausführung)), außer CODE 430 (On & Offroad Paket)
Die Taste Fahrprogramm Automatikgetriebe (N72s32) (bei Motor 651 außer CODE 498 (Japan-Ausführung)) und außer CODE 430 (On & Offroad Paket)
Den Fahrprogrammregler Offroad-Paket (N72/3s1) (bei CODE 430 (On & Offroad Paket))
beeinflusst werden.
Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:
Beladungszustand des Fahrzeugs
Änderung des Fahrwiderstands
Fahrpedalbewegung
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gangwahlschalterstellung
Fahrpedalstellung
Fahrprogrammwahl
Gewählter Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M" bei CODE 430 (On & Offroad Paket)
Signalen auf dem Antriebs-CAN (CAN C)
GETRIEBE 722.9 im TYP 166
bis Modell-J. 2016
mit CODE 430 (On & Offroad Paket)
Das Fahrprogramm "M“ ist nur bei CODE 430 (On & Offroad Paket) vorhanden. Bei Fahrzeugen ohne On & Offroad Paket entfällt das Fahrprogramm "M“. Bei diesen Fahrzeugen wird das Fahrprogramm "M“ ersetzt durch das "Kurzzeit M-Programm“.
Langsame Gaswegnahme:
Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert
Schnelle Gaswegnahme:
Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente wie hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder und hydraulische Getriebesteuerung, erfolgt über eine mit dem Drehmomentwandler verbundene Ölpumpe oder über die Elektrische Getriebeölpumpe (M42). Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.
Die Elektrische Zusatzpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei Ausrollschaltungen im Heißleerlauf. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzpumpe Getriebeöl (N89).
Funktionsablauf Kick-down
Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen. Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert. Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotoren) bzw. Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotoren) empfangen und über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.
Funktionsablauf Notlauf
Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld. Mit dem DIRECT SELECT-Wählhebel (S16/13) kann der Fahrer die gewünschten Fahrstufen "P", "R", "N", "D" einlegen. Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Getriebe unterbrechen.
GETRIEBE 722.9 im TYP 166
ab Modell-J. 2013 bis Modell-J. 2016
Einführung Kurzzeit M-Programm
Die Gangbegrenzung wird ersetzt durch die Funktion "Kurzzeit M-Programm". Das Kurzzeit M-Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig sind. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangs-Schaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangs-Schaltprogramm gewechselt.
Referenzierte Dokumente
- gf2710p9992aha Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)