gf2760p2000ahu

Schaltung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0101 · 2017-11-02

Gültig für: Getriebe 725.007/017 im Typ 213

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 213

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 007, 725 017

GF27.60-P-2000AHU

Schaltung Funktion

02.11.2017

Getriebe

725.007/017 im Typ 213

Funktionsvoraussetzungen Schaltung allgemein

Klemme 15 EIN

Verbrennungsmotor läuft und/oder Elektrische Maschine (A79/1) EIN

Motordrehzahl vom Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) bzw. Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor)

Signal Fahrzeuggeschwindigkeit

Automatikgetriebe nicht im Notlauf

Vollständige und fehlerfreie Signalübermittlung über Antriebs­CAN (CAN C1)

Schaltung allgemein

Zur Prüfung der Funktionsvoraussetzungen liest das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) über den Antriebs­CAN die folgenden Signale ein:

Klemme 15 EIN vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Fahrwerk­FlexRay (Flex E) und Steuergerät Antriebsstrang (N127)

Laufender Verbrennungsmotor vom Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI

Motordrehzahl vom Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI

Fahrzeuggeschwindigkeit vom Kombiinstrument (A1) über Benutzerschnittstelle­CAN (CAN HMI), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk­FlexRay und Steuergerät Antriebsstrang

Das Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI übermittelt über Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung den Status des Motormanagements.

Das Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI sendet über Antriebs­CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Hybrid­CAN (CAN L) die Anforderung "Reduzierung Drehmoment Elektrische Maschine" an das Steuergerät Leistungselektronik (N129/1).

Das Steuergerät Leistungselektronik sendet über Hybrid­CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN den Status der Elektrischen Maschine an das Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm (N30/4) sendet das Signal des betriebsbereiten Antriebsstrangs über Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Die Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) setzt die vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung ausgehenden elektrischen Signale in hydraulische Signale um.

Die Fahrstufen "R", "N", "D1" bis "D9" und "P" können mittels Betätigung des DIRECT SELECT­Wählhebels (S16/13) eingelegt werden.

Der DIRECT SELECT­Wählhebel übermittelt die Information zur gewählten Fahrstufe "P", "R", "N", "D1" bis "D9" über das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80), welches das Signal auf den Fahrwerk­FlexRay ablegt. Hier wird das Signal vom Steuergerät Antriebsstrang erfasst und über Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Die entsprechende Fahrstufe wird eingelegt.

Der Schaltbereich bei eingelegter Fahrstufe "D1" bis "D9" wird im Kombiinstrument angezeigt.

Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs zwar verändert werden, jedoch verhindert das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung eine Schaltung bei unzulässig hohen oder niedrigen Motordrehzahlen.

Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument

Informationen zum gewählten Gang, zur Fahrstufe oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung auf den Antriebs­CAN abgelegt. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt und leitet diese über Fahrwerk­FlexRay, elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle­CAN an das Kombiinstrument weiter. Dieses steuert daraufhin die entsprechende Anzeige über die folgenden Signale an:

Multifunktionsdisplay (A1p13)

Ganganzeige, Ansteuerung

Fahrprogrammanzeige, Ansteuerung

Folgende Bauteile werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung angesteuert:

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Elektromagnet Schmierdruck (Y3/8y12)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K81 (Y3/8y13)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K38 (Y3/8y14)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K27 (Y3/8y15)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B08 (Y3/8y16)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B05 (Y3/8y17)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B06 (Y3/8y18)

Elektromagnet Arbeitsdruck (Y3/8y19)

Elektromagnet Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y20)

Elektromagnet Motortrennkupplung K0 (Y3/8y21)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Drucksensor (Y3/8b5)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor Antriebsdrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur­Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Schaltung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Hoch­ und Zurückschalten

Funktionsablauf Schalten 1 nach 2

Funktionsablauf Hoch­ und Zurückschalten

Durch Betätigen des Schalters DYNAMIC SELECT (N72/4s1) wählt der Fahrer sein Fahrprogramm aus und erhält eine Bedienrückmeldung im Kombiinstrument sowie im Audio/COMAND Display (A40/8). Die Headunit (A26/17) generiert das Signal für die Darstellung im Audio/COMAND Display und sendet es über den High­Speed­Video­Link (HSVL).

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole im Unteren Bedienfeld links (N72/4) befindet. Das Untere Bedienfeld links sendet das Signal über den UBF­LIN (LIN A3), die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), den Telematik­CAN (CAN A), die Headunit, den Benutzerschnittstelle­CAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den Fahrwerk­FlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Information und sendet sie über Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Es stehen die folgenden Fahrprogramme zur Verfügung:

"C" (Comfort)

"E" (Economy)

"I" (Individual)

"S" (Sport)

"S+" (Sport+)

In den Fahrprogrammen kann der Fahrer durch Betätigung der Lenkradschalttaste zurückschalten (S110/1) oder der Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) folgende Funktionen anwählen:

Durch Betätigen der Lenkradschalttasten in den Fahrprogrammen wird das Kurzzeit­M­Programm aktiviert. Dieses ermöglicht dem Fahrer, die Gänge mit Hilfe der Lenkradschalttasten zu wechseln, ohne zuvor das M­Programm gewählt zu haben. Die bisherige Funktion Gangbegrenzung/Schalten in optimalen Gang durch Betätigen der Lenkradschalttasten entfällt.

Das Kurzzeit­M­Programm wird automatisch nach einer bestimmten Zeit wieder deaktiviert. Dieses Zeitintervall beginnt nach jeder weiteren Betätigung einer Taste erneut. Des Weiteren wird die Aktivität der Funktion in Abhängigkeit von Volllast und Querbeschleunigung verlängert.

Im Fahrprogramm "E“ steht im Vergleich zu den Fahrprogrammen "S“ und "S+" ein kürzerer Schaltbereich (Schalten bei geringer Motordrehzahl) und damit ein geringeres Antriebsmoment bei Vorwärts­ und Rückwärtsfahrt zur Verfügung. Dies ermöglicht ein ökonomischeres und komfortableres Fahren, da die Gänge nicht vollständig ausgedreht werden.

Der Rückwärtsgang und die Neutralstellung können nur über den DIRECT SELECT-Wählhebel geschaltet werden. Die Parksperre (Fahrstufe "P") wird durch das Betätigen der Parksperre am DIRECT SELECT­Wählhebel aktiviert.

Der Status der Lenkradschalttaste zurückschalten und der Lenkradschalttaste hochschalten wird vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Lenkradelektronik (N135), Lenkungs­LIN (LIN E1), Steuergerät Mantelrohrmodul, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs CAN eingelesen.

Funktionsablauf Schalten 1 nach 2

Im 1. Gang sind die Lamellenbremse B05, die Lamellenbremse B06 und die Lamellenkupplung K38 geschaltet. Beim Schalten vom 1. in den 2. Gang wird die Lamellenbremse B05 abgeschaltet und die Lamellenkupplung K81 zugeschaltet.

Der Schaltvorgang wird durch das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gestartet. Dabei wird die Lamellenkupplung K81 gefüllt und stetig der Druck in der Lamellenkupplung K81 erhöht. Gleichzeitig wird der Druck in der Lamellenbremse B06 reduziert.

Es handelt sich dabei um einen fließenden Übergang. Wird das Drehmoment des 2. Gangs erreicht, muss die Motordrehzahl an das Niveau des 2. Gangs angeglichen werden (Überhöhungsphase).

Diese Drehzahlangleichung wird dadurch erreicht, dass der Druck in der Lamellenkupplung K81 erhöht wird und gegebenenfalls über das Steuergerät ME bzw. Steuergerät CDI eine Motormomentreduzierung durchgeführt wird. Beim Hybrid­Antrieb bzw. reinen Elektrobetrieb wird zusätzlich eine Anforderung zur Drehmomentreduzierung der Elektrischen Maschine an das Steuergerät Leistungselektronik gesendet.

Bei Unterdrehzahl erfolgt eine Zwangsrückschaltung und bei Überdrehzahl eine Zwangshochschaltung. Bei Stillstand des Fahrzeugs wird automatisch in den 1. Gang geschaltet. Ein Anfahren ist sowohl im 1. als auch im 2. Gang möglich.

Kurzzeit­M­Programm
Das Kurzzeit­M­Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (­) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug im Schubbetrieb befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit­M­Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit­M­Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge hätten, werden nicht ausgeführt.

Funktionsschema Elektrik Schaltung

PE27.19-P-2057-97DAV

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992AHU

Referenzierte Dokumente