gf0761d1000h

Europäische On-Board Diagnose (EOBD) ME Funktion

Typ gf · Thema 07.61 · Version 0102 · 2009-01-20

Gültig für: MOTOR 272.979 im TYP 906 MOTOR 272.978 im TYP 639

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.61 Benzin-Einspritz- und Zündsystem ME — Baureihe 639 · Baureihe 906

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 272 978, 272 979

GF07.61-D-1000H

Europäische On-Board Diagnose (EOBD) ME Funktion

20.1.09

MOTOR 272.979 im TYP 906

MOTOR 272.978 im TYP 639

Europäische On-Board Diagnose (EOBD) ME Funktion

D07.61-1121-05

Dargestellt am Typ 906 mit Code (JK3) Kombiinstrument high end mit Tachometer mit Km-Skala

0100 Star Diagnosis

A1 Kombiinstrument

A1e17 Kontrollleuchte EOBD

K40/9 Sicherungs-Relais-Box (SRB)

N3/23 Steuergerät ME

N73 Steuergerät EZS

X11 Diagnosesteckdose 16-polig

Europäische On-Board-Diagnose (EOBD) bedeutet:

- Abgasrelevante Bauteile und Systeme während der Fahrt überwachen

- Fehlfunktionen feststellen und speichern

- Fehlfunktionen durch eine Kontrollleuchte anzeigen

- Ermittelte Fehler in der Werkstatt an ein Diagnoseauslesegerät (z. B. Star Diagnosis) übertragen

- Gefährdete Bauteile (wie z. B. Katalysatoren) schützen

Folgende Bauteile und Systeme werden überwacht:

- Lambdasonden (Lambdasonde links im KAT (G3/17), Lambdasonde rechts im KAT (G3/18), Lambdasonde links vor KAT (G8/3) und Lambdasonde rechts vor KAT (G8/4))

- Katalysatoren (KATs)

- KAT-Aufheizung

- Sekundärlufteinblasung

- Kraftstoffsystem

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Das Steuergerät ME überprüft seine Ein- und Ausgangssignale auf Plausibilität und erkennt mögliche Fehler.

Die Erkennung der Fehler und deren Abspeicherung wird unterschieden in:

- Fehler ständig vorhanden

- Wackelkontaktfehler (nur bei Temperaturfühler Kühlmittel (B11/4) und Fahrpedalmodul (B37/3) (bei Typ 639 (B37/4))

Fahrzyklus

Nicht permanent überwachte Systeme werden erst beim Durchfahren eines Fahrzyklus überprüft.

Ein Fahrzyklus für eine Prüfung besteht aus:

- Motorstart (Kaltstart)

- Stadt-Zyklus

- Außerstädtischer Zyklus

- Abstellen des Motors

Da die erforderlichen Betriebsbedingungen nicht immer gegeben sind, werden auch nicht alle Prüfungen bei einer Fahrt absolviert.

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Fehlererkennung

Folgende Fehler und Fehlerzustände werden erkannt:

- Signale über oder unter Grenzwert (Leitungsunterbrechung, Kurzschluss, defekter Sensor)

- Häufigkeit des Fehlers

- Unlogische Kombination von Signalen

- Wirkungsketten mit Fehlern

- Fehlermeldungen aller über den Control Area Network (Datenbus/CAN Bus) (CAN) übermittelnden Systeme

- Fehlerzustände vom Generator mit LIN-Bus (G2/7) (bei Typ 639 Generator 200 A mit LIN-Bus (G2/6))

Kontrollleuchte EOBD

Tritt ein abgasrelevanter Fehler in 2 aufeinander folgenden Fahrzyklen auf, leuchtet die Kontrollleuchte EOBD im Kombiinstrument.

Bei einem KAT-schädigenden Fehler blinkt die Kontrollleuchte EOBD.

Die Kontrollleuchte EOBD erlischt nach 3 fehlerfreien aufeinander folgenden Fahrzyklen.

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Fehlerspeicherung

Erkannte Fehler werden mit den Umgebungsdaten als Fehler im Fehlerspeicher abgelegt. Bestätigt sich der Fehler im folgenden Fahrzyklus nicht, wird er gelöscht. Abgasrelevante Fehler werden immer eingetragen, da sie eine hohe Priorität haben.

Nach 40 fehlerfreien Fahrzyklen wird ein abgasrelevanter Fehler und nach 80 fehlerfreien Fahrzyklen wird ein KAT-schädigender Fehler aus dem Fehlerspeicher gelöscht.

Fehlerspeicher auslesen

Das Steuergerät ME ist über den CAN und das Steuergerät EZS mit der Diagnosesteckdose 16-polig verbunden. Die abgespeicherten Fehler können mit Star Diagnosis oder einem Standard-Auslesegerät bei Zündung "EIN" oder bei laufendem Motor über die Diagnosesteckdose 16-polig (SAE-Norm ISO 9141-2) ausgelesen und gelöscht werden.

Der Fehlerspeicher wird mit dem Abklemmen der Fahrzeugbatterie nicht gelöscht.

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Umgebungsdaten/Betriebsbedingungen

Bei Erkennung eines Fehlers werden folgende Daten gespeichert:

- Fehlercode

- Geschwindigkeit

- Motordrehzahl

- Kühlmitteltemperatur

- Ladelufttemperatur

- Ladedruck (Saugrohrdruck)

- Motorlastzustand

- Drosselklappenwinkel

- Zündwinkel

- Geschalteter Gang

- Adaptionswert der Gemischbildung

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- Zustand Lambda-Regelung

- Lambda-Regelung nicht freigegeben

- Lambda-Regelung freigegeben

- Lambda-Regelung gesperrt bei Kraftstoffabschaltung

- Lambda-Regelung gesperrt bei Fehlererkennung

- Lambda-Regelung ohne Korrektur von Lambdasonde links im KAT und Lambdasonde rechts im KAT

- Umweltbedingungen (z. B. Tankfüllstand, Fahrstrecke bei Fehlereintrag, Zählerstände für Fehlerhäufigkeit, Regenerierung oder Lufteinblasung aktiv, Notlauf aktiv)

- Generatorspannung

Notlauf

Bei Fehlererkennung werden für den Notlauf Ersatzwerte gebildet und die Kontrollleuchte EOBD leuchtet.

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Wirkungsketten

Diese sind vom Steuergerät ME ausgelöste Prüfungsabläufe für

z. B. Lufteinblasung, Regenerierung und Dichtheit der Kraftstoffverdunstungsanlage.

Folgefehler

Ist ein fehlerhaftes Signal erkannt und der entsprechende Fehlercode gespeichert, werden sämtliche Prüfungen abgebrochen, bei denen dieses Signal als Vergleichsgröße benötigt wird. Dadurch wird das Speichern von Folgefehlern verhindert.

Bereitschaftscode

Über diesen Code wird erkannt, dass Prüfungen zur Fehlererkennung ablaufen und das System somit aktiv ist.

Der Code wird gesetzt, wenn folgende Prüfungen erfolgt sind (Prüfungsergebnis unbedeutend):

- Katalysatorwirkung

- Regenerierung

- Lufteinblasung

- Lambdasonde links vor KAT und Lambdasonde rechts vor KAT, Signal

- Lambdasonde links vor KAT und Lambdasonde rechts vor KAT, Sondenheizung

Nachlauf Steuergerät ME

Nach dem Löschen von Fehlern muss der Rechnernachlauf nach dem Ausschalten der Zündung abgewartet werden.

Die Zeit ist von der Kühlmitteltemperatur abhängig und beträgt bei –30 °C ca. 150 s und bei 80 °C ca. 30 s.

Steuergerät ME Bauteilbeschreibung

GF07.61-D-6000H

Referenzierte Dokumente