gf0716w2021md

Leerlaufdrehzahlregelung Funktion

Typ gf · Thema 07.16 · Version 0102 · 2019-06-11

Gültig für: Motor 936.9 im Typ 963 mit Code V2A (Actros Modellgeneration 1) außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5) außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 963 mit Code V2E (Antos Modellgeneration 1) außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5) außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 964 mit Code V2I (Arocs Modellgeneration 1) außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5) außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 9

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.16 Dieseleinspritzsystem Common-Rail — Baureihe 936 (Baumuster 9**) · Baureihe 963 · Baureihe 964

GF07.16-W-2021MD

Leerlaufdrehzahlregelung Funktion

11.06.2019

Motor

936.9 im Typ 963

mit Code V2A (Actros Modellgeneration 1)

außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5)

außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 963

mit Code V2E (Antos Modellgeneration 1)

außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5)

außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 964

mit Code V2I (Arocs Modellgeneration 1)

außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5)

außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 964

mit Code V3K (Actros BM964 Modellgeneration 1)

außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5)

außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Leerlaufdrehzahlregelung Funktion

W07.16-1140-79

A3

Steuergerät Fahrregelung (CPC)

Y608

Kraftstoffinjektor Zylinder 1

A4

Steuergerät Motormanagement (MCM)

Y609

Kraftstoffinjektor Zylinder 2

A22

Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM)

Y610

Kraftstoffinjektor Zylinder 3

B600

Positionssensor Kurbelwelle

Y611

Kraftstoffinjektor Zylinder 4

B601

Positionssensor Nockenwelle

Y612

Kraftstoffinjektor Zylinder 5

B602

Temperatursensor Kraftstoff

Y613

Kraftstoffinjektor Zylinder 6

B604

Öldruckschalter

Y616

Magnetventil Lüfterkupplung

B606

Temperatursensor Kühlmittel Auslass

Y616 b1

Drehzahlsensor Lüfter

B613

Differenzdrucksensor Frischluft

Y621

Abgasrückführsteller

B614

Temperatursensor Ladeluft im Verdichtergehäuse (nur bei Motor 936.916)

Y627

Magnetventil Kühlmittel AdBlue® Heizung

B616

Druck- und Temperatursensor Ladeluft

Y628

Dosierventil Kraftstoff

B617

Temperatursensor Ladeluft im Ladeluftgehäuse

Y629

Absperrventil Kraftstoff

B622

Drucksensor Rail

Y634

Druckregelventil

B624

Lambdasonde

Y635

Stellmagnet Nockenwellensteller

B625

Drucksensor Kraftstoff (Ausgang)

Y643

Mengenregelventil

B626

Drucksensor Kraftstoff (Eingang)

A

Eingangssignale

CAN 3

Rahmen-CAN

B

Ausgangssignale

CAN 4

Antriebs-CAN

Die Leerlaufdrehzahl ist im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) parametriert. Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) kann jedoch eine eigene Anforderung über den Antriebs-CAN (CAN 4) senden, z. B. wenn die Leerlaufdrehzahl höher liegen soll um Nebenaggregate mit ihrer Arbeitsdrehzahl zu betreiben. Grundsätzlich wird immer die höhere Drehzahl eingeregelt. D. h.: Ist die geforderte Leerlaufdrehzahl vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) höher als die im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) parametrierte Leerlaufdrehzahl, dann wird die vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) geforderte Drehzahl eingeregelt und umgekehrt.

Die Regelung der Leerlaufdrehzahl erfolgt unmittelbar nach dem Startvorgang und wenn vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) erkannt wird, dass das Fahrpedal nicht betätigt wird. Unter Berücksichtigung der Leerlaufdrehzahlvorgabe vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) und des momentanen Betriebszustands des Motors berechnet das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) den optimalen Ansteuerungsbeginn der Kraftstoffinjektoren sowie die optimale Ansteuerungsdauer (Einspritzmenge) und veranlasst, dass der Kraftstoff durch entsprechende Ansteuerung der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 6 (Y608 bis Y613) zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge in den jeweiligen Verbrennungsraum eingespritzt wird. Durch entsprechende Ansteuerung des Mengenregelventils (Y643) wird gewährleistet, dass ausreichend Kraftstoff an der Kraftstoff-Hochdruckpumpe zur Verfügung steht. Das Druckregelventil (Y634) wird so angesteuert, dass der Druck in der Rail etwa 900 bar beträgt. Dadurch wird ein ruhigerer Motorlauf sichergestellt. Während des gesamten Leerlaufbetriebs wird die Einspritzmenge ständig dem Betriebszustand des Motors angepasst - z. B. wenn sich der Lastzustand des Motors ändert oder ein höherer Kraftstoffbedarf besteht (durch niedrige Außentemperaturen).

Zur Berechnung der Einspritzmenge berücksichtigt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) daher hauptsächlich folgende Eingangsgrößen:

Motordrehzahl

Kühlmitteltemperatur

Kraftstofftemperatur

Lastanforderung (Sollmoment)

Die Rauchbegrenzung, die Laufruheregelung und die Höhenkorrektur im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) können die Einspritzmenge (Ansteuerungsdauer) sowie den Ansteuerungsbeginn der Kraftstoffinjektoren zusätzlich beeinflussen.

Rauchbegrenzung

Über ein Rauchbegrenzungskennfeld wird die Kraftstoffmenge so begrenzt, dass nahezu kein Ausstoß von Rauch auftritt.

Laufruheregelung

Die Laufruheregelung gleicht die Einspritzmengenunterschiede der einzelnen Kraftstoffinjektoren aus. Durch Toleranzen und Verschleiß der einzelnen Kraftstoffinjektoren kann sich die Momententwicklung der verschiedenen Zylinder unterscheiden. Dies führt zu einem unrunden Lauf des Motors, d. h. die Drehgeschwindigkeit der Kurbelwelle wird geringfügig schneller und langsamer. Man spürt dies besonders im Leerlauf. Die Laufruheregelung kann auf den unrunden Lauf reagieren, weil sie jeden Kraftstoffinjektor einzeln ansteuert. Sie gleicht die Drehzahlschwankungen durch geringfügig unterschiedliche Einspritzmengen der einzelnen Zylinder so lange aus, bis alle Zylinder das gleiche Moment entwickeln.

Höhenkorrektur

Die Höhenkorrektur ist in erster Linie so ausgelegt, dass das Luftverhältnis λ (Lambda) festgelegte Grenzwerte nicht über- bzw. unterschreitet. Dazu werden die Abgasrückführrate (AGR-Rate), der Ansteuerungsbeginn sowie die Ansteuerungsdauer (Einspritzmenge) der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 6 (Y608 bis Y613) angepasst.

Abgasrückführung (AGR)

Zur Verringerung des Stickoxidausstoßes, ist während des Leerlaufbetriebs für einen bestimmten Zeitraum die Abgasrückführung (AGR) aktiv (die AGR wird bei längerem Leerlaufbetrieb abgeschaltet, damit der Abgasrückführkühler nicht versottet).

Bei der Abgasrückführung (AGR) wird der angesaugten bzw. aufgeladenen Frischluft Abgas beigemischt. Was zur Folge hat, dass der Sauerstoffanteil in der angesaugten bzw. aufgeladenen Luft sinkt und deren spezifische Wärme steigt. Damit erreicht man eine niedrigere Verbrennungstemperatur und somit einen verringerten Ausstoß von Stickoxiden (NOX), deren Anteil mit steigender Verbrennungstemperatur zunimmt. Darüber hinaus wird die ausgestoßene Abgasmenge vermindert.

Lüfterregelung

Während des gesamten Motorbetriebs, so auch in der Leerlaufphase, wird die Lüfterdrehzahl in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur geregelt. Die Lüfterdrehzahl wird aus den Eingangssignalen (A) des Drehzahlsensors Lüfter (Y616 b1) ermittelt. Die Regelung erfolgt durch entsprechende Ansteuerung des Magnetventils Lüfterkupplung (Y616).

Abgasnachbehandlung

Das Abgasnachbehandlungssystem ist unmittelbar nach dem Motorstart während des gesamten Motorbetriebs aktiv. Es sorgt dafür, dass die ausgestoßenen Schadstoffemissionen im Abgas auf die für die jeweilige Abgasnorm festgelegten Grenzwerte reduziert werden. Je nach Abgasnorm kommen dabei unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz. Bei Motorausführung EURO VI erfolgt die Abgasnachbehandlung bspw. durch:

Selektive katalytische Reduktion (SCR) mit Ammoniak-Sperr-Katalysator

Dieseloxidationskatalysator (DOC)

Dieselpartikelfilter (DPF)

Nockenwellenverstellung

Durch die Verschiebung der Steuerzeiten der Auslassnockenwelle bei niedrigen Motordrehzahlen wird erreicht, dass die Temperatur der Abgase erhöht wird, was die Regeneration des Dieselpartikelfilters verbessert.

Nockenwellenverstellung Funktion

GF05.20-W-0002MD

Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion

GF07.00-W-3001MD

Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion

GF07.00-W-3002MD

Ermittlung der Kühlmitteltemperatur Funktion

GF07.16-W-4012MD

Ermittlung der Luftmasse Funktion

GF07.07-W-3001MD

Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion

GF07.04-W-3001MD

Berechnung des Motorsollmomentes Funktion

GF30.35-W-3002H

Abgasrückführung Funktion

GF14.20-W-3000MD

Abgasnachbehandlung Funktion

Fahrzeuge mit CODE M5Z (Motorausführung Euro VI)

GF14.40-W-0002MD

Kraftstoffsystem Funktion

GF47.00-W-0007MD

Referenzierte Dokumente