1 | Auslassnockenwelle |
2 | Antriebszahnrad |
3 | Nockenwellensteller |
A4 | Steuergerät Motormanagement (MCM) |
B601 | Positionssensor Nockenwelle |
Y635 | Stellmagnet Nockenwellensteller |
A | Eingangssignale |
B | Ausgangssignale |
W05.20-1045-76
Allgemeines
Im Motor OM 936 kommt erstmals eine elektronisch geregelte, stufenlose Verstellung der Auslassnockenwelle (1) zum Einsatz. Der Verstellbereich erstreckt sich über 65° Kurbelwinkel. Durch die Verschiebung der Steuerzeiten der Auslassnockenwelle (1) in Richtung "früh" wird erreicht, dass die Temperatur der Abgase erhöht wird, was die aktive Regeneration des Dieselpartikelfilters verbessert. Die Verstellung der Auslassnockenwelle erfolgt mit Hilfe des hydraulischen Nockenwellenstellers (3), dessen Steuerventil vom Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) über einen Stößel betätigt wird. Der Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) wird vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) abhängig vom Betriebszustand des Motors über ein eigenes Kennfeld mit entsprechenden Ausgangssignalen (B) angesteuert.
Wenn der Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) nicht elektrisch angesteuert ist, befindet sich der Nockenwellensteller (3) in der Grundstellung.
In der Grundstellung findet der normale Motorbetrieb statt (mehr als ca. 98 % der gesamten Motorbetriebszeit) und die Auslassnockenwelle (1) ist mechanisch verriegelt.
Wird der Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) angesteuert, dann wird die Verriegelung der Auslassnockenwelle (1) aufgehoben. In Abhängigkeit der elektrischen Ausgangssignale (B), die am Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) anliegen, verändert sich die Stellung der Auslassnockenwelle (1), bis hin zur Stellung "früh".
In diesem Bereich findet der regelungsrelevante Motorbetrieb statt (weniger als ca. 2 % der gesamten Motorbetriebszeit).
Funktion
Der Nockenwellensteller (3) funktioniert nach dem Flügelzellenprinzip. Als Betriebsmittel dient das Motoröl. Ein Rücklaufsperrventil im Inneren des Nockenwellenstellers (3) verhindert den Rückfluss von Motoröl bei Motorstillstand, sodass die Ölversorgung unmittelbar nach dem Motorstart gewährleistet ist. Die Kurbelwelle treibt über einige Zwischenzahnräder das Antriebszahnrad (2) der Auslassnockenwelle (1) an. Am Antriebszahnrad (2) ist das Verstellergehäuse des Nockenwellenstellers (3) befestigt und rotiert entsprechend mit. Im Inneren des Verstellergehäuses befindet sich der Rotor, der fest mit der Auslassnockenwelle (1) verbunden ist. Zwischen dem Rotor und dem Verstellergehäuse sind vier Arbeitsräume, die jeweils durch einen Flügel des Rotors in zwei Kammern unterteilt werden. Der Rotor kann gegenüber dem Verstellergehäuse verdreht werden, indem die Kammern entsprechend mit Drucköl gefüllt bzw. entleert werden. Infolge der Bauart ist der Drehwinkel festgelegt, innerhalb dessen die Auslassnockenwelle (1) gegenüber dem Antriebszahnrad (2), und damit der Kurbelwelle, verstellt werden kann. Mit Hilfe eines stufenlos regelbaren Steuerventils im Innern des Verstellergehäuses wird das Füllen und Entleeren der Kammern im Verstellergehäuse geregelt. Die mechanische Betätigung des Steuerventils erfolgt über einen Druckstößel, der vom Stellmagnet Nockenwellensteller (Y635) betätigt wird. Die Stellung der Auslassnockenwelle (1) berechnet das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) aus den Eingangssignalen (A) des Positionssensors Nockenwelle (B601).
Referenzierte Dokumente
- gf0520w1002md Nockenwellenverstellung in Stellung "früh" Funktion
- gf0520w1003md Nockenwellenverstellung in Grundstellung Funktion