MOTOR | 936.9 im TYP 963 |
MOTOR | 936.9 im TYP 964 |
Stellt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) eine Störung oder einen Fehler im System bzw. an einem Systembauteil fest, dann geht es entsprechend der Schwere des Fehlers nach einem genau festgelegten Schema vor.
Verhalten bei Ausfall des Antriebs-CAN (CAN 4)
Um eine größtmögliche Ausfallsicherheit zu gewährleisten, ist die Signalleitung des Antriebs-CAN (CAN 4) doppelt ausgeführt. Die Einzelleitungen werden mit CAN-Low und CAN-High bezeichnet und mit entgegengesetzt gepolten Signalen gespeist. Störungen, die auf beiden Leitungen gleichermaßen auftreten, heben sich dadurch auf. Störungen, die nur auf einer CAN-Leitung auftreten, bringen die Datenübertragung ebenfalls nicht durcheinander, da anhand des Signals der ungestörten Leitung die Botschaft rekonstruiert werden kann, d. h. der Antriebs-CAN (CAN 4) ist eindrahtfähig. Erst wenn beide Leitungen unterbrochen sind oder einen Kurzschluss gegenüber der Batteriespannung oder gegen Masse aufweisen, fällt der Antriebs-CAN (CAN 4) aus.
Der Ausfall des Antriebs-CAN (CAN 4) wird vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) erkannt, und es geht in den Notlauf über. Liegt die Motordrehzahl zu diesem Zeitpunkt unter der Notlaufdrehzahl, dann wird die Motordrehzahl gehalten. In allen anderen Fällen, so auch nach einem Neustart, regelt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4), unabhängig von der Last, die Notlaufdrehzahl ein. Dem Fahrer ist es damit möglich, das Fahrzeug zumindest noch in die nächstgelegene Werkstatt zu fahren.
Der Notlauf wird den anderen Systemen mitgeteilt und im Kombiinstrument angezeigt. Des Weiteren erfolgt ein Eintrag im Fehlerspeicher.
Verhalten beim Ausfall des Positionssensors Nockenwelle (B601)
Fällt der Positionssensor Nockenwelle (B601) während der Fahrt aus, dann läuft der Motor unverändert weiter. Aus Motorschutzgründen wird jedoch das Maximalmoment des Motors begrenzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl einregelt. Liefert der Positionssensor Nockenwelle (B601) bereits in der Startphase keine Impulse, so wird jeweils ein Teil der Doppelbefeuerung, mit der der Motor gestartet wird, abgestellt, bis durch das Durchtauchen der Drehzahl, was dann geschieht, wenn sich ein Kolben nicht im Zünd-OT befindet, der Zünd-OT erkannt wird. Ist der Zünd-OT bekannt, dann läuft der Motor unverändert weiter. Aus Motorschutzgründen wird jedoch das Maximalmoment des Motors begrenzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl einregelt.
Verhalten beim Ausfall des Positionssensors Kurbelwelle (B600)
Wenn der Positionssensor Kurbelwelle (B600) ausfällt, dann erhält das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) immer noch die Drehzahlsignale des Positionssensors Nockenwelle (B601). Dessen Impulse kommen zwar nicht in so einem dichten Abstand wie die des Positionssensors Kurbelwelle (B600), sie reichen jedoch immer noch dazu aus, den Ansteuerungszeitpunkt des jeweiligen Kraftstoffinjektors zu bestimmen. Die Zeitbestimmung wird lediglich etwas weniger exakt sein, sodass nicht das Optimum hinsichtlich Verbrauch, Schadstoffemission usw. erreicht werden kann. Außerdem wird aus Motorschutzgründen das Maximalmoment des Motors etwa auf die Hälfte begrenzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl einregelt.
Verhalten beim Ausfall eines Temperatursensors
Sind die Werte eines Temperatursensors unplausibel, oder tritt an einem der Temperatursensoren eine Unterbrechung oder ein Kurzschluss auf, dann arbeitet das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) mit Ersatzwerten weiter. Da die Messwerte der einzelnen Temperatursensoren voneinander abweichen, sind für jeden Temperatursensor eigene Ersatzwerte hinterlegt. Diese können allerdings nicht allen Betriebsbedingungen gerecht werden, sodass zwangsläufig eine geringe Begrenzung des Maximalmomentes erfolgt.
Verhalten beim Ausfall einer Komponente der Abgasrückführung (AGR)
Sind die Werte des Differenzdrucksensors Frischluft (B613), des Druck- und Temperatursensors Ladeluft (B616), des Temperatursensors Ladeluft im Ladeluftgehäuse (B617) oder des Abgasrückführstellers (Y621) unplausibel, oder tritt an einem von ihnen eine Unterbrechung oder ein Kurzschluss auf, dann regelt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl ein und das Maximalmoment des Motors wird begrenzt.
Da die Notlaufstrategie herstellerseitig veränderbar ist, kann es vorkommen, dass die Motordrehzahl unverändert bleibt und nur das Maximalmoment des Motors begrenzt wird.
Verhalten beim Ausfall des Atmosphärendrucksensors im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4)
Liegt am Atmosphärendrucksensor im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) eine Störung oder ein Fehler vor, dann verwendet es, je nach Situation, unterschiedliche Ersatzwerte:
Ist der Drucksensor im Druck- und Temperatursensor Ladeluft (B616) intakt, dann verwendet das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) beim Startvorgang den Luftdruck im Ladeluftgehäuse und bei laufendem Motor in einer Ersatzkennlinie hinterlegte Werte. Der Grund dafür, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) bei laufendem Motor auf Werte einer Ersatzkennlinie zurück greift, liegt darin, dass der Luftdruck im Ladeluftgehäuse je nach Lastzustand des Motors unterschiedlich ist und daher nicht als Atmosphärendruck verwendet werden kann.
Ist der Drucksensor im Druck- und Temperatursensor Ladeluft (B616) ebenfalls defekt, dann greift das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) unter allen Betriebsbedingungen auf die Werte der eben genannten Ersatzkennlinie zurück.
Verhalten beim Ausfall des Steuergerätes Motormanagement (MCM) (A4)
Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) besitzt nur einen Hauptrechner, keinen Notlaufrechner. Bei einem Ausfall des Hauptrechners geht der Motor aus und lässt sich nicht mehr starten. Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) ist jedoch in der Lage, den Ausfall des Steuergerätes Motormanagement (MCM) (A4) durch Auslesen des Fehlerspeichers zu diagnostizieren, sodass eine Diagnose immer noch möglich ist.
Während das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) bei gravierenden Fehlern in den Notlauf geht oder bei weniger gravierenden Fehlern mit Ersatzwerten arbeitet, speichert es jeden aufgetretenen Fehler ab und teilt dies dem Fahrer durch eine entsprechende Anzeige im Kombiinstrument mit. Neben der Art des Fehlers und ggf. eines Messwertes wird außerdem gespeichert, ob der Fehler aktuell ist oder nur flüchtig bzw. sporadisch aufgetreten ist. Bei weniger gravierenden Fehlern kann der Fehlerspeicher auch selbstständig wieder gelöscht werden, wenn der gespeicherte Fehler innerhalb der nächsten 50 h nicht mehr auftritt.
Um bei der Fehlersuche falsche Schlussfolgerungen zu vermeiden, ist zu beachten, dass bestimmte Betriebszustände zu einer Begrenzung des Maximalmomentes des Motors führen können. Z. B. vermindert ein mit Staub und Schmutz zugesetzter Kühler die Kühlleistung. Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) stellt einen Anstieg der Kühlmitteltemperatur fest und begrenzt das Maximalmoment des Motors so, dass der Grenzwert der Kühlmitteltemperatur nicht überschritten wird.