gf0710p1007mfg

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0101 · 2011-01-12

Gültig für: MOTOR 271.958 im TYP 212.041 mit CODE (924) Bivalenter Erdgasantrieb

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 212 (Baumuster 041)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 271 958

GF07.10-P-1007MFG

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

12.1.11

MOTOR 271.958 im TYP 212.041 mit CODE (924) Bivalenter Erdgasantrieb

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

P07.61-2691-01

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a Start

b Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c Beginn Warmlaufanreicherung

t Zeit

t1 Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2 Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3 Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A Anreicherungsrate

Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Klemme 87M EIN (Motorsteuerung EIN)

Motor dreht

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert.
Beim Motorstart wird kurzzeitig, auch bei voreingestelltem Gasbetrieb, in den Benzinbetrieb geschaltet. Der Benzinbetrieb wird so lange aufrecht erhalten, bis verschiedene temperaturabhängige Kenngrößen erreicht sind. Erst dann kann in den Gasbetrieb gewechselt werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Dafür verlängert das Steuergerät ME über das Steuergerät CNG (N118/2) die Einspritzzeit der Einspritzventile (Y62) bzw. die Gaseinblaszeit der Gaseinblasventile Gas (Y106).

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:

Funktionsablauf Startanreicherung

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

-----------------------------------------------------------------------------------------

Funktionsablauf Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Die Berechnung für die Verlängerung der Einspritzzeit zur Startanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmittel-Temperatursensor (B11/4)

– Positionssensor Kurbelwelle (L5) , Motordrehzahl

– Spannung Bordnetzbatterie (G1) über "Klemme 30"

– Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), "Klemme 50-Signal" über Fahrwerk-CAN (CAN E)

– Abstellzeit des Motors

Das Steuergerät ME verlängert über das Steuergerät CNG (N118/2) die Einspritzzeit der Einspritzventile (Y62).

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird.

Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzzeit.

Die Einspritzzeit ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME über das Steuergerät CNG die Einspritzzeit.

Unter ca. 7 V Batteriespannung ist kein Motorstart möglich.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft.

Der an den kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmittel-Temperatursensor, Kühlmitteltemperatur beim Start

– Verbrennungszyklen nach Start

-----------------------------------------------------------------------------------------

– Steuergerät Elektronische Getriebesteuerung (N15/3), Wählhebelstellung über Antriebs-CAN (CAN C)

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt.

Das Steuergerät ME verlängert dazu über das Steuergerät CNG die Einspritzzeit der Einspritzventile.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luftgemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert.

Der an den noch kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5), Motorlast

– Kühlmittel-Temperatursensor

– Temperatursensor Ladeluft (B17/8)

– Positionssensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt.

Das Steuergerät ME verlängert dazu über das Steuergerät CNG die Einspritzzeit der Einspritzventile.

Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzzeit hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig.

Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend.

Sobald die Lambda-Regelung freigegeben wird, überwacht diese die Einspritzzeit.

Die Zündwinkel der Zündspulen (T1) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

PE07.10-P-2707-97DAL

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem Motor-Elektronik (ME)

GF07.61-P-9997MFG

Referenzierte Dokumente