gf8295p0004gr

Notrufsystem Funktion

Typ gf · Thema 82.95 · Version 0103 · 2014-07-28

Gültig für: TYP 166 bis Modell-J. 2016 mit CODE 347 (Notrufsystem Ecall Europa) außer CODE 348 (Notruf-/Assistentsystem)'

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 82 Elektrische Anlage, Aufbau › 82.95 Notrufsysteme — Baureihe 166

GF82.95-P-0004GR

Notrufsystem Funktion

28.7.14

TYP

166

bis Modell-J. 2016

mit CODE 347 (Notrufsystem Ecall Europa)

außer CODE 348 (Notruf-/Assistentsystem)

Notrufsystem Funktion

P82.95-3020-79

A1

Kombiinstrument

A40/8

Audio-/COMAND-Display

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

A2/53

Antennenweiche Mobiltelefon und Funkfernbedienung Standheizung (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie) und mit CODE 218 (Rückfahrkamera))

A40/9

Audio/COMAND Bedieneinheit

X237/1

Kontaktplatte Mobiltelefon (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie))

A2/91

Antenne Bluetooth®

A67b1

Mikrofongruppe Freisprechanlage

CAN A

Telematik-CAN

A8/7

Fernbedienung (mit CODE 816 (Fernbedienung Entertainment) oder mit CODE 867 (SPLITVIEW))

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

CAN B

Innenraum-CAN

A28/3

Antennenverstärker / Kompensator Mobilfunk (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie))

N10

Steuergerät SAM

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

A28/11

Kombiantenne (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie))

N40/3

Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit CODE 810 (Sound-System) oder CODE 811 (Advanced Sound-System))

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

A34/1

Telefon-Modul mit Bluetooth® (SAP-Profil) (mit CODE 379 (Telefonmodul mit Bluetooth SAP))

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

LIN E1

Lenkungs-LIN

A34/7

Bluetooth® Modul (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie))

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

LVDS

Low Voltage Differential Signal

A34/15

Mobiltelefon-Aufnahmeschale (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie)) (Zubehör)

N135

Lenkradelektronik

MOST

Media Oriented System Transport

A40/3

Steuereinheit COMAND

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

Funktionsvoraussetzungen Notrufsystem allgemein

Klemme 30

Ein Mobiltelefon ist über Bluetooth® mit der Steuereinheit COMAND verbunden

Transportmodus nicht aktiv

Notrufsystem allgemein

Das Notrufsystem ermöglicht das Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs. Der Notruf wird von der Mercedes-Benz Dienstezentrale entgegengenommen. Der Nutzer wird in der Sprache angesprochen, die in den Systemeinstellungen der Steuereinheit COMAND ausgewählt ist. Bei Bedarf verständigt die Mercedes-Benz Dienstezentrale die lokalen Rettungsdienste.

Erhält die Steuereinheit COMAND über Innenraum-CAN die Botschaft "Klemme 15R" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss, überprüft die Steuereinheit COMAND die Funktionsbereitschaft des Notrufsystems.

Nach erfolgreicher Überprüfung ist das Notrufsystem betriebsbereit und es wird im Telefonmenü auf dem Audio-/COMAND-Display "SOS ready" angezeigt.

Folgende Sachverhalte werden geprüft:

Empfang des zyklischen Bereitschaftssignals ("Lebenszeichen") vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Verfügbarkeit eines über Bluetooth® mit der Steuereinheit COMAND verbundenen Mobiltelefons

Bei einem Fehler erscheint je nach Fehlerart eine Fehlermeldung auf dem Audio-/COMAND-Display und wird im Fehlerspeicher der Steuereinheit COMAND abgelegt.

Die Funktion Notrufsystem setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Statusanzeige Notrufsystem

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Mercedes-Benz Dienstezentrale

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Manueller oder automatischer Notruf

Priorisierung

Ein automatisch ausgelöster Notruf hat Vorrang gegenüber einem manuell ausgelösten Notruf.

Statusanzeige Notrufsystem

Der Status des Notrufsystems wird in folgenden Fällen durch eine Textmeldung auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt:

Notrufsystem ist betriebsbereit ("SOS ready" im Menü "Telefon")

Notruf ist ausgelöst ("activating" (Rufaufbau), "sending data" (Übermittlung des Datentelegramms), "connected" (Sprachverbindung hergestellt))

Fehler im Notrufsystem

Die Steuereinheit COMAND sendet die Displaymeldungen über eine Low Voltage Differential Signal (LVDS)-Leitung an das Audio-/COMAND-Display.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Mercedes-Benz Dienstezentrale

Manueller oder automatischer Notruf ist ausgelöst.

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Mercedes-Benz Dienstezentrale

Nach dem Auslösen des Notrufs wird eine Sprachverbindung zur Mercedes-Benz Dienstezentrale aufgebaut. Die Steuereinheit COMAND schaltet die Audioquellen stumm und unterbricht ein bestehendes Telefongespräch. Nach der Übermittlung eines Datentelegramms an die Mercedes-Benz Dienstezentrale kann der Nutzer über die Sprachverbindung mit einem Kundenbetreuer sprechen. Die Mercedes-Benz Dienstezentrale führt das Gespräch in der Sprache, die in den Systemeinstellungen der Steuereinheit COMAND ausgewählt und im Datentelegramm übermittelt wurde. Für die Spracheingabe wird die Mikrofongruppe Freisprechanlage verwendet, welche im Innenspiegel (A67) integriert ist. Die Signale der Mikrofongruppe Freisprechanlage werden über eine direkte Leitung zur Steuereinheit COMAND geleitet.

Die Steuereinheit COMAND sendet die Signale der Mikrofongruppe Freisprechanlage über die Antenne Bluetooth® an eine der folgenden Komponenten:

Mobiltelefon (außer CODE 386 (Komfort-Telefonie), außer CODE 379 (Telefonmodul mit Bluetooth SAP))

Bluetooth® Modul (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie)) (bis 12.07.2013) oder Kontaktplatte Mobiltelefon (mit CODE 386 (Komfort-Telefonie)) (ab 15.07.2013)

Telefon-Modul mit Bluetooth® (SAP-Profil) (mit CODE 379 (Telefonmodul mit Bluetooth SAP))

Bei Fahrzeugen mit CODE 386 (Komfort-Telefonie) sendet entweder das Bluetooth® Modul (bis 12.07.2013) oder die Kontaktplatte Mobiltelefon (ab 15.07.2013) die Signale auf folgendem Weg an die Mercedes-Benz Dienstezentrale:

Antennenverstärker / Kompensator Mobilfunk

Antennenweiche Mobiltelefon und Funkfernbedienung Standheizung (mit CODE 218 (Rückfahrkamera))

Kombiantenne

Bei Fahrzeugen mit CODE 379 (Telefonmodul mit Bluetooth SAP) sendet das Telefon-Modul mit Bluetooth® (SAP-Profil) die Signale auf folgendem Weg an die Mercedes-Benz Dienstezentrale:

Abhängig vom Modelljahr:

Bluetooth® Modul (bis 12.07.2013)

Kontaktplatte Mobiltelefon (ab 15.07.2013)

Antennenverstärker / Kompensator Mobilfunk

Antennenweiche Mobiltelefon und Funkfernbedienung Standheizung (mit CODE 218 (Rückfahrkamera))

Kombiantenne

Die Telefonsignale werden auf dem umgekehrten Weg empfangen.

Für die Sprachausgabe leitet die Steuereinheit COMAND bei Fahrzeugen mit CODE 810 (Sound-System) oder CODE 811 (Advanced Sound-System)die empfangenen Signale über MOST an das Steuergerät Verstärker Soundsystem weiter.

Bei Fahrzeugen außer CODE 810 (Sound-System) und CODE 811 (Advanced Sound-System)gibt die Steuereinheit COMAND die empfangenen Signale über die Lautsprecheranlage aus.

Nähere Informationen zur Lautsprecheranlage siehe im Dokument "Lautsprecherausgabe Funktion".

Das Beenden der Sprachverbindung erfolgt im Normalfall durch die Mercedes-Benz Dienstezentrale oder den Nutzer.

Der Aufbau einer Sprachverbindung zur Mercedes-Benz Dienstezentrale wird nach mehreren erfolglosen Anwahlversuchen abgebrochen und es wird eine entsprechende Meldung auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt.

Bei einem Ausfall der Kombiantenne (z. B. Defekt durch Überschlag) wird auch bei Fahrzeugen mit CODE 386 (Komfort-Telefonie) die Antenne des Mobiltelefons verwendet (außer CODE 379 (Telefonmodul mit Bluetooth SAP)).

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Klemme 15R EIN

Daten vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Bei einem Unfall mit Airbagauslösung wird sofort ein automatischer Notruf abgesetzt. Dabei spielt die Schwere des erkannten Unfalls keine Rolle. Die Steuereinheit COMAND erhält die Crash-Informationen, inkl. Crash-Level, auf folgendem Weg vom Steuergerät Supplemental Restraint System:

Fahrwerk-CAN 1

Steuergerät elektronisches Zündschloss

Innenraum-CAN

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet auf demselben Weg wie die Crash-Informationen zyklisch (z. B. alle 500 ms) ein Bereitschaftssignal. Damit überwacht die Steuereinheit COMAND die Kommunikation mit dem Steuergerät Supplemental Restraint System und die ordnungsgemäße Funktion der Crash-Erkennung.

Manueller oder automatischer Notruf

In einer Notsituation kann ein Kundenbetreuer der Mercedes-Benz Dienstezentrale sich mithilfe der vom Steuergerät Notrufsystem erhaltenen Daten (Sprachverbindung und Datentelegramm) einen Überblick über den Zustand im Inneren des Fahrzeugs verschaffen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten. Ein Notruf kann manuell oder automatisch ausgelöst werden. Ziel dieser Notrufe sind folgende Punkte:

Automatische Alarmierung der Rettungsdienste nach Unfall

Alarmierung der Rettungsdienste auf Knopfdruck (eigene Notsituation, beobachteter Unfall)

Verkürzen der Rettungszeiten durch schnelle Notmeldung mit Angabe des exakten Einsatzorts

Das missbräuchliche Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs ist strafbar.

Die Funktion manueller oder automatischer Notruf setzt sich aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Auslösen eines automatischen Notrufs

Funktionsablauf Auslösen eines manuellen Notrufs

Funktionsablauf Übertragung der Notrufdaten und Kommunikation mit der Mercedes-Benz Dienstezentrale

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Auslösen eines automatischen Notrufs

Zündung EIN (Kl. 15R) (bei Zündung AUS wird "Ecall not ready" auf dem Display angezeigt)

Funktionsablauf Auslösen eines automatischen Notrufs

Bei einem Unfall mit Airbagauslösung wird sofort ein automatischer Notruf abgesetzt. Dabei spielt die Schwere des erkannten Unfalls keine Rolle. Die Steuereinheit COMAND erhält die Crash-Informationen, inkl. Crash-Level, auf folgendem Weg vom Steuergerät Supplemental Restraint System:

Fahrwerk-CAN 1

Steuergerät elektronisches Zündschloss

Innenraum-CAN

Zusätzlich (redundant) wird ein automatischer Notruf ausgelöst, wenn die Steuereinheit COMAND das Signal "Zentralverriegelung Notöffnen" erhält und gleichzeitig das zyklische Bereitschaftssignal ("Lebenszeichen") des Steuergeräts Supplemental Restraint System ausbleibt.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet auf demselben Weg wie die Crash-Informationen zyklisch (z. B. alle 500 ms) ein Bereitschaftssignal. Damit überwacht die Steuereinheit COMAND die Kommunikation mit dem Steuergerät Supplemental Restraint System und die ordnungsgemäße Funktion der Crash-Erkennung.

Das Signal "Zentralverriegelung Notöffnen" erhält die Steuereinheit COMAND über den Innenraum-CAN vom Steuergerät SAM.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Auslösen eines manuellen Notrufs

Kein automatischer Notruf ist aktiv.

Das Auslösen eines manuellen Notrufs kann auch bei Zündung AUS aktiviert werden

Funktionsablauf Auslösen eines manuellen Notrufs

Ein manueller Notruf ist über den Adressbucheintrag auswählbar. Das Adressbuch der Steuereinheit COMAND kann im Menü "Telefon" geöffnet werden. Der Adressbucheintrag Notruf ("Mercedes-Benz Emergency-Call") steht an erster Stelle. Die Auswahl des fest reservierten Eintrags im Adressbuch erfolgt über eine der folgenden Bedienmöglichkeiten:

Telefontasten bzw. Tastatur am Audiogerät

Audio/COMAND Bedieneinheit

Tastengruppen Multifunktionslenkrad

Sprach-Bedien-Systems

Fernbedienung (mit CODE 816 (Fernbedienung Entertainment) oder mit CODE 867 (SPLITVIEW))

Weitere Informationen zum Verbindungsaufbau über Einträge im Adressbuch finden Sie im Dokument "Mobiltelefonanlage Funktion".

Funktionsablauf Übertragung der Notrufdaten und Kommunikation mit der Mercedes-Benz Dienstezentrale

Nach Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs baut die Steuereinheit COMAND eine Sprachverbindung zur Mercedes-Benz Dienstezentrale auf. Audioquellen werden stummgeschaltet und bestehende Telefonverbindungen unterbrochen. Der Status des Verbindungsaufbaus wird durch folgende Meldungen auf dem Audio-/COMAND-Display angezeigt:

"Activating" (Rufaufbau)

"Sending data" (Übermittlung der Notrufdaten (Datentelegramm))

"Connected" (Sprachverbindung hergestellt)

Sobald eine Verbindung zum Mobiltelefon und zum Mobilfunknetz besteht, sendet die Steuereinheit COMAND automatisch zwei SMS mittels Message Access Profile (MAP) an die Mercedes-Benz Dienstezentrale. Die SMS übermitteln folgende Daten:

Zeitstempel

Global Positioning System (GPS)-Position des Fahrzeugs

Sprache

Fahrzeug-Identifizierungsnummer

Status MB Contact (EIN oder AUS)

Nachdem die SMS gesendet sind, wird die Sprachverbindung aufgebaut. Die Steuereinheit COMAND sendet über die Sprachverbindung zunächst ein reduziertes Datentelegramm mit dem Dual Tone Multiple Frequency (DTMF)-Mehrfrequenzwahl-Verfahren. Anschließend wird der Nutzer durch einen Kundenbetreuer der Mercedes-Benz Dienstezentrale angesprochen.

Durch Drücken der Taste "END" an der Steuereinheit COMAND oder der Taste Telefongesprächsannahme und -ende (S111s3) im entsprechenden Teilfeld kann der Nutzer den Notruf beenden.

Beim automatischen Notruf sind die Taste "END" und die Taste Telefongesprächsannahme und -ende während des Verbindungsaufbaus vorübergehend in ihrer Funktion blockiert, um ein versehentliches Beenden zu vermeiden. Durch Drücken der Taste "END" oder der Taste Telefongesprächsannahme und -ende 2-mal kurz hintereinander kann der automatische Notruf abgebrochen werden.

Priorisierung

Der automatische Notruf hat Vorrang gegenüber einem manuell ausgelösten Notruf. Wird während eines manuellen Notrufs ein automatischer Notruf ausgelöst, so wird der manuelle Notruf abgebrochen.

Wird während eines automatischen Notrufs ein manueller Notruf ausgelöst, so wird dieser ignoriert. Allerdings wird – unter Beibehaltung der bestehenden Verbindung – ein Datentelegramm (SMS bzw. DTMF) mit aktualisierten Positionsdaten an die Mercedes-Benz Dienstezentrale versendet.

Funktionsschema Elektrik Manueller oder automatischer Notruf Funktion

Bis Modelljahr 2014

PE82.95-P-2066-97NAB

Ab Modelljahr 2014

PE82.95-P-2066-97NAC

Übersicht Systembauteile Telematik

GF82.85-P-9999GR

Referenzierte Dokumente