Funktionsvoraussetzung allgemein
Keine Über- oder Unterspannung
Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen.
Die Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Funktionsablauf Leuchtweitenregulierung (LWR) (außer Code 460 (Kanada Ausführung) und außer Code 494 (USA-Ausführung) und außer Typ 205 mit Code 483 (ADVANCED AGILITY-Paket) und Code 489 (AIRMATIC) und außer Typ 253 mit Code 489 (AIR BODY CONTROL))
Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Außenbeleuchtung (S1) ausgeführt. Das Steuergerät SAM vorn (N10/6) liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung
Klemme 15 Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Durch Drehen des Schalters Außenbeleuchtung in die Stellung Abblendlicht wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein und steuert das Abblendlicht links (E1e2) in der Leuchteinheit vorn links (E1) und das Abblendlicht rechts (E2e2) in der Leuchteinheit vorn rechts (E2) direkt an.
Zusätzlich sendet das Steuergerät SAM vorn die Anforderung "Abblendlicht Kontrollleuchte Ein" über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Kombiinstrument (A1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1e67) ansteuert.
Bei aktiver Abblendlichtansteuerung wird die Standlichtansteuerung in den Leuchteinheiten vorn abgeschaltet. Grund hierfür ist die unterschiedliche Lichtfarbe der Leuchtmittel.
In folgenden Ländern wird die Standlichtansteuerung nicht abgeschaltet:
Brasilien
Georgien
Kanada
Korea
Russland
Ukraine
USA
Weißrussland
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Fernlichtansteuerung
Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 und Abblendlicht Ein
Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Die Fernlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Fernlicht
Funktionsablauf Lichthupe
Funktionsablauf Fernlicht
Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn empfängt die Schalterstellung des Kombischalters und steuert das Fernlicht links (E1e1) und das Fernlicht rechts (E2e1) direkt an.
Zusätzlich sendet das Steuergerät SAM vorn den Status "Fernlicht Ein" über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument, das daraufhin die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) ansteuert.
Funktionsablauf Lichthupe
Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht.
Zum Anfordern der Funktion Lichthupe muss der Kombischalter jedoch nach hinten gezogen werden.
Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal t = 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung
Funktion "Tagfahrlicht" im Menü "Einstellungen", "Licht" im Kombiinstrument aktiviert (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung))
Klemme 15 Ein und Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt oder Klemme 15 Ein und Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO" (bei Fahrzeugen außer Code 460 (Kanada Ausführung)) oder Schalter Außenbeleuchtung in Stellung Parklicht links oder Parklicht rechts (bei Fahrzeugen mit Code 460 (Kanada Ausführung))
Typ 205, 253 mit Code 494 (USA-Ausführung), Typ 205, 253 mit Code 498 (Japan-Ausführung)
Das Kombiinstrument sendet den Menüstatus "Tagfahrlicht Ein" über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Antriebs-CAN (CAN C1), Steuergerät Antriebsstrang (N127), Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Das Steuergerät SAM vorn liest alle relevanten Informationen ein, wertet sie aus und steuert bei Fahrzeugen außer Code 498 (Japan-Ausführung) das Tagfahrlicht im Parklicht, Standlicht und Tagfahrlicht links (E1e13) und das Tagfahrlicht im Parklicht, Standlicht und Tagfahrlicht rechts (E2e13) direkt an.
Typ 205, 253 mit Code 498 (Japan-Ausführung)
Anstelle des Tagfahrlichts wird die Abblendlichtansteuerung aktiviert.
Abhängig von der Umgebungslichtsituation wird bei Dämmerung zusätzlich zur Tagfahrlichtansteuerung die Schlusslichtansteuerung (ohne Kennzeichenbeleuchtung) aktiviert. Bei weiter zunehmender Dämmerung wird die Abblendlichtansteuerung aktiviert.
In folgenden Ländern ist diese Funktion nicht verfügbar:
China
Taiwan
Japan
Indien
Typ 205, 253 mit Code 460 (Kanada Ausführung)
Die Tagfahrlichtansteuerung wird bei Fahrzeugstillstand nach Ablauf von t = 3 min abgeschaltet. Wenn das Fahrzeug dann wieder bewegt wird, aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Tagfahrlichtansteuerung automatisch.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatisches Fahrlicht
Klemme 15 Ein und Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt oder Klemme 15 Ein und Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO" (bei Fahrzeugen außer Code 460 (Kanada Ausführung)) oder Schalter Außenbeleuchtung in Stellung Parklicht links oder Parklicht rechts (bei Fahrzeugen mit Code 460 (Kanada Ausführung))
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Beim automatischen Fahrlicht wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet.
Das automatische Fahrlicht ist eine reine Komfortfunktion und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktivem automatischen Fahrlicht bei Nacht | ||
Fahrtantritt | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Klemme 15C Ein | Aus | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15 Ein | Ein nach t = 2 s | Aus |
Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h | Aus | Ein (Fernlicht zulässig) |
Fahrtende | Standlicht | Abblendlicht |
Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h | Aus | Ein (Fernlicht zulässig) |
Klemme 15R Ein | Ein nach t = 2 s | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geschlossen) | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geöffnet) | Aus | Aus |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Das Abblendlicht wird abhängig von der Umgebungshelligkeit oder abhängig von den Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- und ausgeschaltet:
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Lichtsensor (B38/2b2) im Regen- und Lichtsensor mit Zusatzfunktionen (B38/2)
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Lichtsensor im Regen- und Lichtsensor mit Zusatzfunktionen
Die Umgebungshelligkeit wird vom Lichtsensor erfasst. Der Regen- und Lichtsensor mit Zusatzfunktionen liest die Signale des Lichtsensors direkt ein, wertet diese aus und sendet die Anforderung "Abblendlicht Ein" über Regen- und Lichtsensor-LIN (LIN B16) an das Steuergerät SAM vorn, das daraufhin die Abblendlichtansteuerung aktiviert.
Bei Ausfall des Lichtsensors wird das automatische Fahrlicht erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert.
Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt das automatische Fahrlicht eingeschaltet.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Schlechtwetterlicht. Das Steuergerät SAM vorn steuert die Scheibenwischanlage.
Bei Aktivierung der Scheibenwischanlage für t 20 s mit einer Wischzykluszeit von t < 6 s aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für t 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt das automatische Fahrlicht für weitere t = 60 s aktiv.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung LWR (außer Code 460 (Kanada Ausführung) und außer Code 494 (USA-Ausführung) und außer Typ 205 mit Code 483 (ADVANCED AGILITY-Paket) und Code 489 (AIRMATIC) und außer Typ 253 mit Code 489 (AIR BODY CONTROL))
Fahrlicht Ein (Abblend-/Fernlicht)
Funktionsablauf LWR (außer Code 460 (Kanada Ausführung) und außer Code 494 (USA-Ausführung) und außer Typ 205 mit Code 483 (ADVANCED AGILITY-Paket) und Code 489 (AIRMATIC) und außer Typ 253 mit Code 489 (AIR BODY CONTROL))
Die LWR ist als passive Sicherheitsausstattung zum Schutz vor Blendung des Gegenverkehrs verbaut.
Der Neigungswinkel des Fahrlichts kann durch Betätigen des Leuchtweitereglers (S1s8) korrigiert werden.
Der Leuchtweiteregler steuert den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) und den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) direkt an.
Der Stellmotor Leuchtweitenregulierung links verstellt den Scheinwerfereinsatz in der Leuchteinheit vorn links.
Der Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts verstellt den Scheinwerfereinsatz in der Leuchteinheit vorn rechts.
Referenzierte Dokumente
- gf8210p9998rf Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung