gf4635p0001kj

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

Typ gf · Thema 46.35 · Version 0102 · 2016-09-19

Gültig für: Typ 453.0/3/4

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 46 Lenkung › 46.35 Elektrische Lenkung — Baureihe 453 (Baumuster 0**, 3**, 4**)

GF46.35-P-0001KJ

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

19.09.2016

Typ

453.0/3/4

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

A1

Kombiinstrument

A1e70

Warnleuchte Lenkhilfe (außer Typ 453.091/391/491 mit Code K36 (Kombiinstrument mit farbigem 8,9 cm (3,5") Display))

A1p13

Multifunktionsdisplay

A91b1

Drehmomentsensor elektrische Servolenkung

A91m1

Stellmotor elektrische Servolenkung

L5

Positionssensor Kurbelwelle (außer Typ 453.091/391/491)

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N3/10

Steuergerät ME (außer Typ 453.091/391/491)

N10/10

Steuergerät SAM Mitte

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

N49

Lenkradwinkelsensor

N68

Steuergerät elektrische Servolenkung

N127

Steuergerät Elektroantrieb (nur Typ 453.091/391/491)

X11/4

Diagnosekupplung

CAN B

Innenraum-CAN

CAN E

Fahrwerk-CAN

U091

Gültig für Typ 453.091/391/491

U092

Außer Typ 453.091/391/491

P46.35-2104-76

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Klemme 15 EIN

Die Klemme 15 wird über das Zündschloss (S2) aktiviert und über das Sicherungs- und Relaismodul Fahrzeuginnenraum (F2) an das Steuergerät elektrische Servolenkung (N68) weitergeleitet.

Elektrische Servolenkung (ES) allgemein

Die Elektrische Servolenkung (ES) besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung. Die ES realisiert eine stufenlose geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servolenkung.

Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:

Verbessertes Lenkgefühl

Kraftstoffeinsparung

Kein Hydrauliköl notwendig

Kompakte Bauweise

Geschwindigkeitsabhängige Servolenkung

Lenkungsrücklauf wird unterstützt

Diagnosefähigkeit

Die Systemdiagnose erfolgt über das Steuergerät SAM Mitte (N10/10) und die Diagnosekupplung (X11/4) mit Hilfe von XENTRY Diagnostics. Zur Funktionsrückmeldung befindet sich im Kombiinstrument die Warnleuchte Lenkhilfe, die nach dem Einschalten der Zündung (Klemme 15) kurz aufleuchtet und dann wieder erlöscht, insofern keine Fehler im Fehlerspeicher Steuergerät elektrische Servolenkung abgelegt sind.

Die ES setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Unterstützung der Lenkkraft

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Funktionsablauf Unterstützung der Lenkkraft

Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Unterstützung der Lenkkraft folgende Informationen:

Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung (A91b1)

Aktuelle Raddrehzahlen ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über Innenraum-CAN vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4)

Lenkradwinkel und Lenkgeschwindigkeit, über Fahrwerk-CAN vom Lenkradwinkelsensor (N49) und vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm auf den Innenraum-CAN gelegt

Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, ermittelt über Positionssensor Kurbelwelle und bereitgestellt über Innenraum-CAN vom Steuergerät ME (N3/10) (außer Typ 453.091/391/491)

Signal "Antriebsstrang betriebsbereit" über Innenraum-CAN vom Steuergerät Elektroantrieb (N127) (nur Typ 453.091/391/491)

Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen das einzustellende Drehmoment zur Unterstützung der Lenkkraft aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an. Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab. Das Drehmoment zur Verstärkung der Lenkkraft wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.

Bei Fahrzeugstillstand steht keine Servolenkung zur Verfügung, wenn der Verbrennungsmotor (außer Typ 453.091/391/491) oder der Antriebsstrang (nur Typ 453.091/391/491) und die Zündung ausgeschaltet sind. Bei Code B03 (ECO Start-Stopp-Funktion) steht im Stillstand eine reduzierte Unterstützung der Lenkkraft zur Verfügung, wenn der Verbrennungsmotor über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt wurde. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die Servolenkung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Verbrennungsmotor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven Unterstützung der Lenkkraft.

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Wird ein Haltemoment bei Geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.

Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Drehrate (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Eine Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs erfolgt in Abhängigkeit von der momentanen Fahrzeuggeschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Beim Einschalten der ES (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung einen Selbsttest durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die Servolenkung nicht eingeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.

Während des Fahrbetriebes prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung. Liegen diese Signale außerhalb einer definierten Ober- oder Untergrenze, so wird die Servolenkung abgeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Bei Fehlern bzw. einem Systemausfall der ES und der damit fehlenden Unterstützung der Lenkkraft, sendet das Steuergerät elektrische Servolenkung die Anforderung zum Einschalten der Warnleuchte Lenkhilfe (außer Typ 453.091/391/491) bzw. die Anforderung für die Ausgabe eine Warnmeldung über den Innenraum-CAN an das Kombiinstrument.

Daraufhin wird die Warnleuchte Lenkhilfe vom Kombiinstrument zur Information an den Fahrer angesteuert. Bei Fahrzeugen mit Code K36 (Kombiinstrument mit farbigem 8,9 cm (3,5") Display) wird zusätzlich je nach Art des vorliegenden Fehlers die Warnmeldung "Störung Lenkhilfe s. Betriebsanleitung!" oder "Störung Elektronik s. Betriebsanleitung" im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments angezeigt. Ebenfalls wird ein Warnton zeitgleich mit der Ausgabe der Warnmeldung über das Kombiinstrument ausgegeben. Beim Typ 453.091/391/491 mit Code K36 (Kombiinstrument mit farbigem 8,9 cm (3,5") Display) wird nur eine Warnmeldung ausgegeben.

Funktionsschema Elektrik elektrische Servolenkung

PE46.35-P-2050-97BBA

Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)

GF46.35-P-9997KJ

Referenzierte Dokumente