P42.47-2091-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | N72/4s1 | Fahrprogrammregler | ||
A1e17 | Kontrollleuchte Anti-Blockier-System | N10 | Steuergerät SAM | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | ||
A1e41 | Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm | N15/7 | Steuergerät Verteilergetriebe (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | ||
A1e51 | Warnleuchte Bremsanlage | N28/1 | Steuergerät Anhängererkennung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung)) | N93/7 | Steuergerät Fahrwerk-Gateway (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus)) | ||
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | N128 | Steuergerät elektrische Feststellbremse | ||
A85/1s1 | Mikroschalter Vorraste Vordertür rechts | N49 | Lenkradwinkelsensor | S9/1 | Schalter Bremslicht | ||
A85s1 | Mikroschalter Vorraste Vordertür links | N51/3 | Steuergerät AIRMATIC (mit CODE 489 (AIRMATIC)) | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | ||
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | N62 | Steuergerät Einparksystem (mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent)) | S68/3 | Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer | ||
B24/15 | Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung | N62/1 | Steuergerät Radarsensoren (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus)) | S76/15 | Schalter elektrische Feststellbremse | ||
B37 | Fahrpedalsensor | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | X11/4 | Diagnosekupplung | ||
B64/1 | Bremsunterdrucksensor | N69/1 | Steuergerät Vordertür links | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung | ||
E3 | Leuchteinheit hinten links | N69/2 | Steuergerät Vordertür rechts | CAN B | Innenraum-CAN | ||
E4 | Leuchteinheit hinten rechts | N72 | Steuergerät Unteres-Bedien-Feld | CAN C | Antriebs-CAN | ||
E21 | Bremsleuchte Mitte | N72s30 | Taste Downhill Speed Regulation (außer CODE 494 (USA-Ausführung)) | CAN D | Diagnose-CAN | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N72/1 | Steuergerät Oberes Bedienfeld | CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N72/1s1 | Taste ESP OFF | CAN E2 | Fahrwerk-CAN 2 | ||
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N72/1s24 | Taste Downhill Speed Regulation (bei Typ 166.0 mit CODE 494 (USA-Ausführung) und außer CODE 489 (AIRMATIC)) | CAN H | Fahrdynamik-CAN | ||
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N72/3 | Steuergerät Offroad-Bedienfeld (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | Flex E | Fahrwerk-FlexRay | ||
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | N72/3s1 | Fahrprogrammregler Offroad-Paket (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | LIN B12 | Mittelkonsolenschalter-LIN | ||
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | N72/4 | Bedienfeld Fahrprogramme | LIN B15 | Batteriesensor-LIN |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Antriebsstrang betriebsbereit
Motor läuft
ADAPTIVE BRAKE funktionsfähig
ADAPTIVE BRAKE allgemein
ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.
Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:
Drehzahlsensor Vorderachse links
Drehzahlsensor Vorderachse rechts
Drehzahlsensor Hinterachse links
Drehzahlsensor Hinterachse rechts
Lenkradwinkelsensor
Schalter Bremslicht
ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ADAPTIVE BRAKE Basis-System (außer CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus))
ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ADAPTIVE BRAKE.
Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)
Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Funktionsablauf Torque Vectoring Brake
Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)
Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System (BAS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System PLUS (BAS PLUS) (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus))
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
Funktionsablauf Offroad-Programm
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Funktionsablauf Trockenbremsen
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Funktionsablauf ESP® passiv schalten
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))
Funktionsablauf PRE-SAFE® System
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Seitenwind-Assistent
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Funktionsablauf ESP®
ESP® verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht. Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt. Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:
Giergeschwindigkeit
Lenkradwinkel
Bremsdruck
Motordrehmoment
Getriebeschaltstufe
Querbeschleunigung
Raddrehzahl
Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.
Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:
Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet über Fahrwerk-CAN 1 ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1 und den Antriebs-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (bei Benzinmotor) an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses unterdrückt den Schaltvorgang.
Funktionsablauf EBV
Die Funktion EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung. EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird. Mit Hilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) ermittelt.
Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motordrehmoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.
Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP®, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über XENTRY Diagnostics aktiviert werden.
Funktionsablauf Torque Vectoring Brake
Torque Vectoring Brake ist die aktive Beeinflussung des Gierwinkels bzw. der Gierwinkelbeschleunigung durch Bremseingriffe an der Hinterachse. Bei Kurvenfahrten bewirkt ein kurzer Bremseingriff am kurveninneren Hinterrad ein definiertes Eindrehen des Fahrzeugs. Das Fahrzeug lenkt präziser und beherrschbarer ein und die Agilität und Fahrsicherheit werden spürbar verbessert. Torque Vectoring Brake ermöglicht stabile Kurvenfahrten ohne merkliche Beschleunigungsverluste im sportlichen Fahrbereich.
Funktionsablauf ABS
Das ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis es sich wieder dreht.
Funktionsablauf ASR, ETS
ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.
Funktionsablauf BAS
BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.
Funktionsablauf BAS PLUS (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus))
BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung des vorausfahrenden Fahrzeugs den Bremsdruck.
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal. Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest zudem den Status des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit die Position des Bremspedals.
Das Steuergerät elektrische Feststellbremse sendet den Status der elektrischen Feststellbremse über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck im Bremssystem belassen.
Nach Lösen des Bremspedals und erkanntem Anfahrwunsch wird der Bremsdruckabbau über die Momentenbilanzierung gesteuert. Sie berücksichtigt das Hangabtriebsmoment, das Gesamtbremsmoment und das verfügbare Antriebsmoment.
Herrscht ein genügend hohes Anfahrmoment, wird die Berganfahrhilfe beendet und das Fahrzeug fährt an, ohne in die ungewünschte Fahrtrichtung anzurollen.
Betätigt der Fahrer das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in der Bremsanlage abgebaut.
Die Berganfahrhilfe wird sofort abgebrochen, wenn:
der Motor abgestellt wird, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
der Fahrer den Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals abbricht
ein Gangwechsel Vorwärts-/Rückwärtsgang erfolgt
ein Gangwechsel nach Wählhebelstellung "N" erfolgt
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist
das Fahrzeug rutscht
Die Berganfahrhilfe funktioniert nicht, wenn:
auf ebener Strecke oder bergab angefahren wird
sich das Getriebe in Wählhebelstellung "N" befindet
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist
ESP® gestört ist
das Fahrzeug rutscht
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
v < 30 km/h
Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
Die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt sorgt für zusätzliche Sicherheit in steilem Gelände. Über das entsprechende Menü im Kombiinstrument kann die für die Funktion Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt relevante Setzgeschwindigkeit in einem Bereich von v = 4 km/h bis v = 18 km/h in Schritten von 2 km/h eingestellt werden.
Das System wird über die Taste Downhill Speed Regulation im Steuergerät Unteres-Bedien-Feld aktiviert. Die Aktivierung wird durch eine Leuchtdiode in der Taste Downhill Speed Regulation angezeigt. Es wird nun die entsprechend der Setzgeschwindigkeit (diese wird im Kombiinstrument dargestellt) festgelegte Fahrgeschwindigkeit eingehalten. Während der Bergabfahrt kann die Setzgeschwindigkeit variiert werden.
Die Anforderung zur Aktivierung der Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt wird vom Steuergerät Unteres-Bedien-Feld eingelesen und über Mittelkonsolenschalter-LIN zum Steuergerät SAM gesendet.
Das Steuergerät SAM legt das Signal auf den Innenraum-CAN ab. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss empfängt das Signal und sendet diese Information auf den Fahrwerk-CAN 1.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm empfängt das Signal und regelt die geforderte Geschwindigkeit durch Bremseingriffe und entsprechende Anforderungen an das Motormanagement und die Getriebesteuerung. Wird das Fahrzeug während der aktiven Funktion vom Fahrer über das Fahrpedal beschleunigt, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt passiv. Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit bei nicht betätigtem Fahrpedal v < 35 km/h, wird sie wieder aktiv auf die eingestellte Setzgeschwindigkeit geregelt.
Beschleunigt der Fahrer über das Fahrpedal das Fahrzeug während der aktiven Funktion über eine Geschwindigkeit von v > 35 km/h, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt automatisch ab und die Leuchtdiode in der Taste Downhill Speed Regulation erlischt. Zusätzlich erscheint eine Meldung im Kombiinstrument und es ertönt ein Warnton. Wird die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt über die Taste Downhill Speed Regulation manuell abgeschaltet, erscheint ebenfalls eine Meldung im Kombiinstrument. Ein Warnton ertönt hierbei nicht.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Offroad-Programm
Antriebsstrang betriebsbereit
Fahrstufe "N" aktiv
v < 30 km/h
Funktionsablauf Offroad-Programm
Der Funktionsablauf Offroad-Programm setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Aktivierung Fahrprogramm Offroad (außer CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Aktivierung Fahrprogramm Offroad (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Anpassung der Schwellwerte
Funktionsablauf Motormomentunterstützung (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Sperrenbeeinflussung (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Aktivierung Fahrprogramm Offroad (außer CODE 430 (On & Offroad Paket))
Das Fahrprogramm Offroad wird über den Fahrprogrammregler im Bedienfeld Fahrprogramme aktiviert. Der abgeschlossene Schaltvorgang wird durch die leuchtende LED angezeigt.
Zudem erscheint die Meldung "Offroad max. 100 km/h fahren" im Kombiinstrument.
Bei einer Geschwindigkeit von v > 100 km/h erscheint im Kombiinstrument die Meldung "langsamer fahren". Das Offroad-Programm kann nicht ausgewählt werden und das zuletzt aktive Fahrprogramm ist wieder gewählt.
Ist das Fahrprogramm Offroad aktiv und die Fahrzeuggeschwindigkeit v > 115 km/h, wechselt das Fahrzeug automatisch vom Fahrprogramm Offroad zu Comfort.
Funktionsablauf Aktivierung Offroad-Programme (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
Die Fahrprogramme Offroad und Offroad Plus werden über den Fahrprogrammregler Offroad-Paket im Steuergerät Offroad-Bedienfeld aktiviert. Der abgeschlossene Schaltvorgang wird durch die leuchtende LED angezeigt.
Zudem erscheint die Meldung "Offroad max. 100 km/h fahren" oder "Offroad Plus max. 40 km/h fahren" im Kombiinstrument.
Bei einer Geschwindigkeit von v > 100 km/h bei Fahrprogramm Offroad oder v > 40 km/h bei Fahrprogramm Offroad Plus erscheint im Kombiinstrument die Meldung "langsamer fahren". Das gewünschte Fahrprogramm kann nicht ausgewählt werden und das zuletzt aktive Fahrprogramm bleibt gewählt.
Ist das Fahrprogramm Offroad aktiv und die Fahrzeuggeschwindigkeit v > 115 km/h, wechselt das Fahrzeug automatisch vom Fahrprogramm Offroad zu Comfort.
Ist das Fahrprogramm Offroad Plus aktiv und die Fahrzeuggeschwindigkeit v > 45 km/h wechselt das Fahrzeug automatisch vom Fahrprogramm Offroad Plus zu Offroad.
Funktionsablauf Anpassung der Schwellwerte
Durch die Aktivierung der Fahrprogramme Offroad:
werden die Schwellen für einen potenziellen ESP® Eingriff ausgeweitet, d. h., ein ESP® Eingriff erfolgt erst bei stärkerer Fahrzeugdynamik.
erhält ABS längere Blockierphasen. Es wird somit z. B. bei schlechter Wegstrecke ein Blockieren der Räder zugelassen, um den Bremsweg zu reduzieren (loser Untergrund unterstützt die Bremswirkung durch entsprechenden Materialaufbau vor den Vorderrädern).
wird während einer Antriebsschlupfregelung ein Untergrund mit niedrigem Reibwert erkannt. Die ASR-Aktivierungsschwellen werden in Abhängigkeit von der Reifencharakteristik variiert, um die Traktionseigenschaften zu verbessern.
Die genannten Änderungen bzgl. ESP®, ABS und ASR sind abhängig von der Geschwindigkeit.
So gleichen sich die Schwellwerte ab einer bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeit bei aktivem Fahrprogramm Offroad denen des Onroad-Modus an.
Funktionsablauf Motormomentunterstützung (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
Ist bei aktiver Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt, aktiviertem Fahrprogramm Offroad und geöffneten Sperren an mindestens einem Rad ein Bremsmoment nicht mehr absetzbar (Rad steht aufgrund von Entlastung), wird über das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm an den Rädern mit vorhandener Traktion aktiv Bremsdruck aufgebaut.
Die Motormomentenunterstützung ist bei einer Geschwindigkeit von v = 1 km/h bis v = 18 km/h aktiv.
Funktionsablauf Sperrenbeeinflussung (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))
In folgenden Fahrsituationen werden aktivierte Sperren sofort geöffnet:
ESP® Eingriff
ABS-Regelung bei einer Geschwindigkeit von v < 15 km/h
Bremsvorgang durch den Fahrer bei einer Geschwindigkeit von v > 15 km/h
Die Anforderung zur Öffnung der Sperren erfolgt durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, welches ein entsprechendes Signal über Fahrwerk-CAN 1 und Antriebs-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) an das Steuergerät Verteilergetriebe sendet. Das Steuergerät Verteilergetriebe öffnet die aktivierte Sperre zwischen Vorder- und Hinterachse.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Fahrzeuggeschwindigkeit > 50 km/h
Verzögerung 7,5 m/s2
BAS ausgelöst
ABS regelt an beiden Vorderrädern
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Im Falle einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein entsprechendes Signal über den Fahrwerk-CAN 1 und Innenraum-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Steuergerät SAM.
Vom Steuergerät SAM werden für die Dauer des Signals (mind. 1 s) die Leuchteinheit hinten links, die Leuchteinheit hinten rechts und die Bremsleuchte Mitte mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz angesteuert. Kommt das Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit > 70 km/h (kein Stadtverkehr) zum Stillstand, werden die Bremslichter und die Zusatzbremsleuchte wieder dauerhaft angesteuert. Zusätzlich wird die automatische Warnblinkfunktion aktiviert. Überschreitet das Fahrzeug anschließend wieder eine Geschwindigkeit von 10 km/h, wird die Warnblinkanlage automatisch wieder ausgeschaltet.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
Kein Bremseingriff durch ein Fahrerassistenzsystem
Geschwindigkeit v > 30 km/h
Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät SAM über Innenraum-CAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Funktionsablauf Trockenbremsen
Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse an der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca. 0,5 s) mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es wird eine Verkürzung des Bremsweges erreicht.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.
Um die berechnete Auslöseschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. Eingriff des ESP® möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr oder beim Anfahren am Berg. Durch zügiges Nachtreten auf das betätigte Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.
Die erfolgreiche Aktivierung der HOLD-Funktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.
Die HOLD-Funktion kann eingeschaltet werden, wenn:
das Fahrzeug steht
bei angelegtem Sicherheitsgurt oder wenn die Fahrertür geschlossen ist
sich der Wählhebel nicht in Stellung "P" befindet
der Motor läuft oder durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt ist
DISTRONIC PLUS nicht aktiv ist (bei ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus))
die elektrische Feststellbremse nicht festgestellt ist oder sich im Feststellvorgang befindet
keine Abschaltung der Stillstandskontrolle vorliegt
das Fahrzeug nicht rutscht
Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Druckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig von der Stillstandskontrolle ausgeführt.
Die HOLD-Funktion wird automatisch ausgeschaltet, wenn:
das Fahrpedal betätigt wird (außer in Stellung "N")
der Wählhebel in Stellung "P" ist (bei Automatikgetriebe)
das Bremspedal erneut mit einem bestimmten Druck betätigt wird, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist
DISTRONIC PLUS aktiviert wird
das Bremspedal betätigt ist und das Fahrzeug rutscht
Funktionsablauf ESP® passiv schalten
Die ESP® Funktion kann über die Taste ESP OFF passiv geschaltet werden. Der Status der Taste ESP OFF wird über eine direkte Leitung vom Steuergerät Oberes Bedienfeld eingelesen und die Signale werden weiter über den Batteriesensor-LIN zum Steuergerät SAM, den Innenraum-CAN an das Steuergerät elektronisches Zündschloss und über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet. Ist das System passiv geschaltet, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem System angehoben.
ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP® immer aktiv.
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))
Die ESP® Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Eine auftretende Gespanninstabilität wird anhand der Signale vom Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung erkannt. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm empfängt diese Informationen über den Fahrdynamik-CAN.
Die ESP® Anhängerstabilisierung greift sensibler ein, wenn eine Anhängevorrichtung ab Werk verbaut ist. Der Status des Steuergerätes Anhängererkennung wird über den Innenraum-CAN und den Fahrwerk-CAN 1 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet. Bei nachgerüsteten Anhängevorrichtungen ist die Stabilisierung durch den Standardeingriff sichergestellt.
Die Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Motormomentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern. Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.
Funktionsablauf PRE-SAFE® System
Das PRE-SAFE® System wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Insassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.
Das PRE-SAFE® System ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine der folgenden Situationen, wird das PRE-SAFE® System aktiviert:
Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)
Starkes Übersteuern (ausbrechendes Fahrzeug in Verbindung mit starken ESP® Regeleingriffen)
Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)
Schnelle Lenkbewegungen, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können
Wird im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine Vollbremsung oder Panik-Nachbremsung erkannt, erfolgt kein automatischer Motorstopp durch die ECO Start-Stopp-Funktion.
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Die Stillstandskontrolle überwacht die bremsenden Fahrerassistenzsysteme DISTRONIC PLUS (bei ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus)) und die HOLD-Funktion unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeugs. Die SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.
Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK von den Fahrerassistenzsystemen angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Bei Fahrzeugen mit ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 23P (Fahrassistenz-Paket Plus)) ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung der SSK ab, wird durch einen aktiven Druckaufbau der Solldruck der SSK wieder eingestellt.
Eine Sicherung des Fahrzeuges durch die SSK wird bei Eintritt folgender Ereignisse notwendig:
Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)
Motor AUS, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
Unter- und Überspannung (außer durch Unterspannung während Warmstart)
aufgrund einer Anforderung zur Sicherung des Fahrzeuges (z. B. DISTRONIC PLUS)
ESP® und CAN-Fehler, die zu einer temporären Abschaltung führen
SSK-Überwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen
nach der definierten hydraulischen Haltedauer von 10 min.
Türkontakt-Plausibilitätsprüfung
Die Plausibilitätsprüfung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Mikroschalter Vorraste Vordertür links oder Mikroschalter Vorraste Vordertür rechts (abhängig von der globalen Ländercodierung Rechts- oder Linkslenker), eingelesen vom Steuergerät Vordertür links oder Steuergerät Vordertür rechts und über Innenraum-CAN und Fahrwerk-CAN 1, mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilitätsprüfung in der SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gespeichert.
SSK-Abschaltung
Eine Abschaltung der SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und extern über Fahrwerk-CAN 1 mitgeteilt. Eine Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer SSK-Abschaltung und einem aktiven Fahrerassistenzsystem sofort die Sicherung des Fahrzeuges angefordert.
Sicherung des Fahrzeuges
Eine Sicherung des Fahrzeuges erfolgt über das Komfortsicherungssystem der elektrischen Feststellbremse, die von der SSK zum Schließen aufgefordert wird. Dazu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät elektrische Feststellbremse. Nach Umsetzung der Schließanforderung und Rückmeldung des Steuergeräts elektrische Feststellbremse an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, dass die Feststellbremse geschlossen ist, ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Wird die Schließanforderung durch die elektrische Feststellbremse nicht innerhalb einer definierten Zeit umgesetzt oder signalisiert die elektrische Feststellbremse der SSK eine Systemstörung, wird die elektrische Feststellbremse als defekt erkannt und die Sicherungsstrategie wird aktiv.
Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder Not-P-Pfad
Die Sicherungsstrategie erfolgt über das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor) und den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und einer Rückmeldung an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Signalisiert das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die Not-P-Funktion des Steuergeräts elektronisches Zündschloss die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt.
Dazu empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 und sendet selbst eine Anforderung an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung, wird der Not-P-Pfad nach Freischaltung durch das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung vom Steuergerät elektronisches Zündschloss bestromt und die Fahrstufe "P" zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen dabei, das optimale Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Lenkassistenzanforderung" über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät Fahrwerk-Gateway an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Seitenwind-Assistent
Fahrzeuggeschwindigkeit > 80 bis 220 km/h
Geradeausfahrt oder leichte Kurvenfahrt
Funktionsablauf Seitenwind-Assistent
Die Funktion Seitenwind-Assistent unterstützt den Fahrer bei starken Seitenwindböen und minimiert dabei die Gierreaktion und den Spurversatz des Fahrzeugs durch kurskorrektive Bremseingriffe. Der Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung erfasst bei stark wechselnden Windböen die Bewegungen des Fahrzeugs und sendet die Signale über den Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet außerdem den Lenkradwinkel vom Lenkradwinkelsensor, eingelesen vom Steuergerät Mantelrohrmodul, die Raddrehzahlen und die Bremsdrücke sowie die Zahnstangenposition vom Steuergerät elektrische Servolenkung.
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
Kontrollleuchte Anti-Blockier-System
Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm
Warnleuchte Bremsanlage
Meldungen im Kombiinstrument
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM eingelesen und über den Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Beim halbautomatischen Ein- und Ausparken empfängt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Informationen zum Restweg bis zum definierten Hindernis vom Steuergerät Einparksystem (mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent)) über Fahrwerk-CAN 1 und FahrwerkCAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät Fahrwerk-Gateway. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm berechnet das erforderliche Bremsmoment und steuert die Hydraulikeinheit Traktionssystem mit dem Erreichen der Rangierpunkte oder der Zielparkposition entsprechend an. Das Fahrzeug wird abgebremst.
Referenzierte Dokumente
- gf4247p9996gn Übersicht Systembauteile ADAPTIVE BRAKE