Bremsverhalten
Untersuchungen mit Normalfahrern im Fahrsimulator und auf der Teststrecke haben gezeigt, dass die meisten Fahrer in Notbremssituationen, vor allem in der Anfangsphase der Bremsung, das Bremspedal zwar schnell, aber nicht stark genug betätigen.
Man unterscheidet:
Zögerliche Bremsung, z. B. der Fahrer bringt in der Anfangsphase zu wenig Pedalkraft auf und steigert sie zu langsam.
Unzureichende Bremsung, z. B. der Fahrer bringt während der gesamten Bremsung zu wenig Pedalkraft auf.
Um diese Situationen zu verbessern, wurde der Brake Assist (BAS) entwickelt.
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Vorteile:
Das BAS-System mindert durch optimale Bremsverzögerung das Unfallrisiko in Gefahrensituationen und unterstützt dadurch den Fahrer erheblich.
Das BAS-System verkürzt bei zögerlicher oder unzureichender Bremsung den Bremsweg wesentlich.
Aufgabe
Das BAS-System ist Teil des aktiven Sicherheitssystems. Es wird aktiv, wenn der Fahrer in einer Notsituation sehr schnell bremst.
Anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal betätigt wird, erkennt das System, ob eine Notbremssituation vorliegt.
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Funktion
Eine Bremsung mit BAS funktioniert genauso wie ein normaler Bremsvorgang, nur dass entsprechend der Pedalgeschwindigkeit der Druckaufbau schneller durchgeführt wird. Der BAS ist vollständig in das Elektronische Stabilitäts Programm (Electronic-Stability-Program) (ESP) integriert. Die Elektronik befindet sich im Steuergerät ESP und BAS (N47-5). Der Druckaufbau während der BAS-Bremsung erfolgt über die Rückförderpumpe der Hydraulikeinheit. Nach dem Motorstart findet eine Fahrzeugidentifikation und eine Selbstkontrolle des Systems statt.
Aus der Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals und der Fahrzeuggeschwindigkeit erkennt das Steuergerät ESP und BAS (N47-5), dass die Voraussetzungen für eine Zuschaltung des BAS vorliegen. Mit Hilfe der Geschwindigkeit des Druckanstiegs im Vordrucksensor und des Gebers Fahrpedal (B37) errechnet das Steuergerät ESP und BAS (N47-5) die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals.
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Im Steuergerät ESP und BAS (N47-5) werden die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals und die Fahrzeuggeschwindigkeit erfasst. Ist die Pedalgeschwindigkeit größer als der für die jeweilige Fahrzeuggeschwindigkeit vorgegebene Schwellwert, wird die Rückförderpumpe der Hydraulikeinheit im Steuergerät ESP und BAS (N47-5) angesteuert und somit die volle Bremskraft erreicht.
Das BAS-System wird zugeschaltet, wenn folgende Bedingungen vorliegen:
Die Geschwindigkeit ist > 10 km/h.
Das Bremspedal ist betätigt.
Kein aktueller Fehler ist erkannt.
Das System ist nach einem Selbsttest freigegeben.
Die Zuschaltschwelle der Pedalgeschwindigkeit ist überschritten.
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Das BAS-System wird abgeschaltet, wenn eine der folgenden Bedingungen gegeben ist:
Der Bremspedaldruck wird vom Fahrer so weit abgesenkt, dass keine Notfallbremsung mehr erforderlich ist.
Die Geschwindigkeit ist < 3 km/h.
Ein Fehler wird erkannt, der zur Ansteuerung der Multifunktionsanzeige (A1p13) im Kombiinstrument (A1) führt.
Bei einem Defekt kommt das BAS-System nicht zum Einsatz; dies wird durch die Multifunktionsanzeige (A1p13) und die Warnleuchte ESP (A1e41) im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Die normale Funktion der Bremse wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Referenzierte Dokumente
- gf4245p4501ak Steuergerät ESP/BAS Anordnung/Aufgabe
- gf4245p4550ak Drehzahlgeber Rad Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf4245p4601ak Drehratensensor Anordnung/Aufgabe
- gf4245p4602ak Lenkwinkelsensor Anordnung/Aufgabe