TYP | 212 |
ab Modell-J. 2014 | |
mit CODE 258 (Collision Prevention Assist) |
P30.30-2490-79
A1 | Kombiinstrument | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Typ 212.074/095/098/274/298, ohne Code (233) DISTRONIC PLUS) | |
A1e52 | Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST | N30/6 | Steuergerät rekuperatives Bremssystem (Typ 212.095/098/298) | |
A1h1 | Warnsummer | N30/7 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (außer Typ 212.095/098/298, bei Code (233) DISTRONIC PLUS, Typ 212.074/274) | |
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N49 | Lenkwinkelsensor | |
A90 | Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | |
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 | |
N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | CAN E2 | Fahrwerk-CAN 2 | |
N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Die im Text angegebenen Einheiten und Werte für die Geschwindigkeit sind den möglichen Ländervarianten zuzuordnen. Die Angaben in "miles per hour (mph)" beziehen sich auf Fahrzeuge mit Meilenanzeige.
COLLISION PREVENTION ASSIST im Steuergerät SAM vorn codiert
Keine Unter- oder Überspannung
COLLISION PREVENTION ASSIST im Menü "Assistenz" des Kombiinstruments eingeschaltet
Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit
Verschmutzungs- und Funktionstest des Radarsensors in der Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST erfolgreich abgeschlossen
Fahrzeug nicht in Rückwärtsbewegung
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
COLLISION PREVENTION ASSIST allgemein
Der COLLISION PREVENTION ASSIST ist ein Abstandswarnsystem, das den Fahrer optisch und akustisch vor einer möglichen Kollision (z. B. Auffahrunfall) mit einem Hindernis oder mit einem vorausfahrenden Fahrzeug warnt. Die Ausgabe dieser Warnungen erfolgt in einem Geschwindigkeitsbereich von v = 7 km/h (v = 4 mph) bis zur Fahrzeughöchstgeschwindigkeit. Die Steuerung erfolgt durch die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
In die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST sind folgende Bauteile integriert:
Radarsensor
Steuergerät
Der COLLISION PREVENTION ASSIST beinhaltet zudem eine Gefahrenbremsfunktion. Diese unterstützt den Fahrer durch Berechnen des nötigen Bremsdrucks im hydraulischen Bremssystem, sodass im Falle einer Gefahrenbremsung, dieser sofort zur Verfügung steht. Desweiteren wird bei einer ausbleibenden Reaktion des Fahrers auf die Warnmeldungen eine autonome Notbremsung (Funktion Notbremsung bei Kollisionsgefahr) eingeleitet. Somit kann eine mögliche Kollision vermieden oder zumindest die daraus resultierenden Folgen reduziert werden.
Der COLLISION PREVENTION ASSIST unterstützt das Sicherheitssystem PRE-SAFE.
Folgende Darstellung zeigt den Erfassungsbereich des integrierten Radarsensors.
P30.30-2453-78
Prinzipdarstellung Erfassungsbereich der Radarsensorik, dargestellt bei Typ 222 |
1 | Fahrzeug, ausgerüstet mit COLLISION PREVENTION ASSIST | A | Erfassungsbereich Radar (bis s = 80 m, bei einem Erfassungswinkel von ca. = 18° +/– 8°) | |
2 | Vorausfahrendes Zielfahrzeug (Zielobjekt), erfasst durch die Radarsensorik |
Der COLLISION PREVENTION ASSIST umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Kollisionswarnung
Funktionsablauf Bremsunterstützung
Funktionsablauf Autonome Notbremsung zur Kollisionsvermeidung
Funktionsablauf COLLISION PREVENTION ASSIST
Die Freigabe der Funktion COLLISION PREVENTION ASSIST erfolgt manuell über die Bedienebene im Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet den entsprechenden Status über Fahrwerk-CAN 2, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST. Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST führt nach jedem Motorstart einen Verschmutzungs- und Funktionstest durch.
Der Funktionstest setzt ein Objekt im Erfassungsbereich des Radarsensors voraus, das von der Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST als Referenzwert verwendet wird. Wenn Fehlfunktionen festgestellt werden oder wenn kein Funktionstest möglich ist, kann die Funktion COLLISION PREVENTION ASSIST nicht aktiviert werden.
Neben den Daten des Radarsensors wertet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST folgende Einflußfaktoren aus:
Fahrtrichtung und Fahrzeuggeschwindigkeit
Lenkwinkel
Fahrtrichtung und Fahrzeuggeschwindigkeit:
Die Fahrtrichtung wird über die Raddrehrichtung der Räder definiert. Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen berechnet. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem sendet die entsprechende Information über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
Lenkwinkel:
Der Lenkwinkelsensor erfasst den Lenkwinkel. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Daten des Lenkwinkelsensors direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST errechnet den Abstand zum Hindernis und die Zeit bis zu einer möglichen Kollision. Das Abstandswarnsystem unterscheidet hierbei zwischen einer statischen (ohne Code (494) USA-Ausführung) und einer kollisionskritischen Abstandswarnung.
Statische Abstandswarnung (ohne Code (494) USA-Ausführung):
Die Ausgabe der statischen Abstandswarnung erfolgt rein optisch.
Wenn im fließenden Verkehr der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug t = 0,8 s unterschreitet und für t > 3 s in diesem kritischen Abstand verblieben wird (z. B. bei einer Geschwindigkeit von v = 100 km/h, Abstand ca. s = 22,2 m), sendet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiistrument. Das Kombiistrument steuert daraufhin die Warnanzeige COLLISION PREVENTION ASSIST an.
Kollisionskritische Abstandswarnung:
Die Ausgabe der kollisionskritischen Abstandswarnung erfolgt optisch und akustisch.
Bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit v > 7 km/h (v > 4 mph), wenn ein fahrendes Hindernis im Erfassungsbereich der Radarsensorik als unfallkritisch eingestuft wird, sendet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiistrument, das daraufhin die Warnanzeige COLLISION PREVENTION ASSIST ansteuert. Zusätzlich steuert das Kombiistrument den externen Warnsummer (Intervallton) direkt an.
Die Warnausgabe kann nicht quittiert werden. Die Rücknahme der Warnung erfolgt erst, wenn sich die Situation entschärft hat.
Vor stehenden Hindernissen wird nur im Geschwindigkeitsbereich v 7 bis 72 km/h (v 4 bis 45 mph) rechtzeitig gewarnt.
Anzeigen im Kombiinstrument bei aktivem Abstandswarnsystem und aktuell anliegender Warnung |
A1e52 | Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST |
B | Bereitschaftsanzeige Abstandswarnung |
P30.30-2408-71
Funktionsablauf Bremsunterstützung
Reagiert der Fahrer auf die kollisionskritische Abstandswarnung mit einer Gefahrenbremsung, wird er dabei vom Bremsassistenten unterstützt, um den Bremsweg bis zum Hindernis optimal zu nutzen.
Die Gefahrenbremsung definiert sich über die Betätigungsgeschwindigkeit und die Betätigungsstärke mit der das Bremspedal getreten wird.
Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST nutzt hierzu ebenfalls die Daten des Radarsensors und berechnet unter Berücksichtigung des Abstands und der Annäherungsgeschwindigkeit zum Hindernis die notwendige Bremskraftunterstützung. Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST sendet hierzu die entsprechenden Anforderungen über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem, das den hydraulischen Bremsdruck über die Hydraulikeinheit Traktionssystem steuert. Parallel hierzu wertet die in das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem implementierte Funktion PRE-SAFE das aktuell angeforderte Bremsmoment aus und leitet gegebenfalls entsprechende Maßnahmen ein. Entfällt die Betätigung bzw. nimmt die Intensität der Betätigung des Bremspedals durch den Fahrer ab, wird die Bremskraftunterstützung auf die Fahrerbremsung reduziert und der Bremsassistent deaktiviert. Betätigt der Fahrer das Fahrpedal, wird der Bremsassistent ebenfalls deaktiviert.
Funktionsvoraussetzungen Autonome Notbremsung zur Kollisionsvermeidung
Fahrzeuggeschwindigkeit: v 30 km/h (v 19 mph) (bei stehenden Hindernissen) oder v 72 km/h (v 45 mph) (bei vorausfahrenden Fahrzeugen)
Die Systemgrenzen "Autonome Notbremsung zur Kollisionsvermeidung" befinden sich in Abstimmung mit dem entsprechenden Entwicklungsbereich.
Funktionsablauf Autonome Notbremsung zur Kollisionsvermeidung
Zur Vermeidung eines Auffahrunfalls im unteren Geschwindigkeitsbereich (Stadtverkehr, Stau) wird in kollisionskritischen Situationen (kollisionskritische Abstandswarnung aktiv) eine autonome Notbremsung eingeleitet. Hierzu bewertet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST das Verkehrsgeschehen vor dem Fahrzeug und ermittelt dabei permanent das Gefahrenpotenzial eines Auffahrunfalls. Auf die Abstandswarnung erfolgt zunächst eine Teilbremsung und falls erforderlich, eine Vollbremsung.
Reagiert der Fahrer nicht auf die kollisionskritische Abstandswarnung, erfolgt eine autonome Teilbremsung. Hierzu berechnet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST, unter Berücksichtigung folgender Informationen, das notwendige Bremsmoment:
Relativgeschwindigkeit zum Fahrzeug oder Hindernis
Abstand zum Fahrzeug oder Hindernis
Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST sendet eine entsprechende Bremsanforderung über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm oder das Steuergerät rekuperatives Bremssystem steuert daraufhin die Hydraulikeinheit Traktionssystem direkt an.
Reagiert der Fahrer auf die autonome Teilbremsung mit einer Gefahrenbremsung, wird er dabei vom Bremsassistenten unterstützt, um den Bremsweg bis zum Hindernis optimal zu nutzen.
Bei einer ausbleibenden Reaktion des Fahrers auf die autonome Teilbremsung, leitet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST eine autonome Vollbremsung ein.
Wenn eine Kollision unausweichlich ist, werden zusätzlich zum Bremseingriff, Maßnahmen für den Insassenschutz ergriffen. Detailierte Informationen zum Thema Insassenschutz, sind der Funktion PRE-SAFE zu entnehmen.
Referenzierte Dokumente
- gf5400p9998flm Übersicht Systembauteile Fahrerassistenzsysteme