gf2760p2002ans

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0101 · 2020-08-31

Gültig für: Getriebe 725.096 im Typ 290 bis Modell-J. 2021

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 290

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 096

GF27.60-P-2002ANS

Getriebesteuerung Funktion

31.08.2020

Getriebe

725.096 im Typ 290

bis Modell-J. 2021

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Funktionsprüfung des Steuergeräts elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Funktion des Steuergeräts elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung besteht in der Auswertung verschiedener (für die Getriebefunktion relevanter) Eingangssignale. Davon abhängig werden die elektromechanischen Hydraulikventile (Elektromagnete) angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Automatikgetriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen.

Die Elektromagnete sind auf der Elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) positioniert. Diese sorgt für die hydraulische Funktionalität.

Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Fahrwerk­FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C1) zum Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung.

Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung steuert folgende Bauteile elektronisch an:

Elektrische Zusatzölpumpe (M42)

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Elektromagnet Schmierdruck (Y3/8y12)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K81 (Y3/8y13)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K38 (Y3/8y14)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K27 (Y3/8y15)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B08 (Y3/8y16)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B05 (Y3/8y17)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B06 (Y3/8y18)

Elektromagnet Arbeitsdruck (Y3/8y19)

Elektromagnet Nasskupplung (Y3/8y22)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Drucksensor (Y3/8b5)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor Antriebsdrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur-Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Steuergerät elektronisches Zündschloss

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch­ und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Warmen Betriebszustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.

Schnelle Gaswegnahme:

Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT (N72/4s1) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole im Unteren Bedienfeld links (N72/4) befindet. Das Untere Bedienfeld links sendet das Signal über den Drive-Unit-CAN (CAN DRVU), das Steuergerät Drive Unit (N145/1) legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den Fahrwerk-FlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Informationen und sendet sie über Antriebs-CAN zum Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung

Über die Taste manueller Schaltmodus (N72/4s12) kann der "manuelle Schaltmodus" gewählt werden.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Fahrpedalbewegung

Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gewählter Fahrstufe am DIRECT SELECT INTERFACE (N150)

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Gewähltem Gang, bei Kurzzeit­M­Programm

Signalen auf dem Antriebs­CAN

Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird anhand der Raddrehzahlsignale errechnet.

Die errechnete Fahrzeuggeschwindigkeit wird vom Kombiinstrument (A1) über Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN zum Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument
Informationen zum gewählten Gang, zur Fahrstufe oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung auf den Antriebs­CAN abgelegt. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt und leitet diese über den Fahrwerk­FlexRay mit der Schnittstelle elektronisches Zündschloss über den Benutzerschnittstelle­CAN zum Kombiinstrument weiter. Dieses steuert daraufhin die entsprechende Anzeige über die folgenden Signale an:

Ganganzeige, Ansteuerung

Fahrprogrammanzeige, Ansteuerung

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Automatikgetriebes über hydraulische Elemente in der elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente (Nasskupplung, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) erfolgt über eine mit der Antriebswelle verbundene Ölpumpe (Primärpumpe) und/oder über die elektrische Zusatzölpumpe. Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung des Drucks an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick­down möglich. Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs verändert werden. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl.

Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeugausführungen.

Die elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe im unteren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors. Das Steuergerät ME (N3/10) sendet die Anforderung "Elektrische Zusatzölpumpe EIN" an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ansteuerung der elektrischen Zusatzölpumpe erfolgt direkt über das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung sendet den Status der elektrischen Zusatzölpumpe an das Steuergerät ME zurück.

Funktionsablauf Kick­down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.

Ab einem Pedalweg > 90 % des Fahrpedals wird die Funktion Kick-down aktiviert.

Das Signal "Kick­down" wird vom Steuergerät ME übermittelt, welches den Status des Motormanagements über den Antriebs-CAN an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.

Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Elektromagnete so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird durchgeführt bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle eines Defekts an einem der Elektromagnete wird der entsprechende Gang gesperrt. Dieser Gang wird nicht mehr geschaltet. Über das DIRECT SELECT INTERFACE kann der Fahrer die gewünschte Fahrstufe "P", "R", "N" oder "D" einlegen. Er kann zwischen Vor­ und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Nasskupplung und Automatikgetriebe unterbrechen.

Im Fehlerspeicher werden die Fehlercodes abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Diagnosestatus der Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs­CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose­CAN (CAN D).

Kurzzeit­M­Programm
Das Kurzzeit­M­Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug im Schubbetrieb befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit­M­Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit­M­Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge hätten, werden nicht ausgeführt.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

PE27.19-P-2061-97XBB

Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)

GF27.10-P-9992ANS

Referenzierte Dokumente