Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein
Klemme 15 EIN
Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt
Getriebesteuerung allgemein
Zur Prüfung der Funktionsvoraussetzungen liest das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über den Antriebs-CAN (CAN C) folgendes Signal ein:
Klemme 15 EIN vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1) und Steuergerät ME (N3/10)
Zur Prüfung der Funktionsvoraussetzungen liest das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT (A80) über den Antriebs-CAN folgendes Signal ein:
Klemme 15 EIN vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN 1 und Steuergerät ME
Folgende Regelmagnetventile werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung angesteuert:
Regelmagnetventil Arbeitsdruck (Y3/8y1)
Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K1 (Y3/8y2)
Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K2 (Y3/8y3)
Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K3 (Y3/8y4)
Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B1 (Y3/8y5)
Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B2 (Y3/8y6)
Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B3 (Y3/8y7)
Regelmagnetventil Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y8)
Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:
Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)
Drehzahlsensor interne Getriebedrehzahl (Y3/8n2) (bei Typ 166) oder Drehzahlsensor interne Antriebsdrehzahl (Y3/8n2) (bei Typ 292)
Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)
Wählbereichssensor (Y3/8s1)
Getriebeöltemperatur-Sensor (Y3/8s2)
Die Getriebesteuerung steuert die Regelmagnetventile elektronisch an. Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität und ist Bestandteil der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8). Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden acht elektromechanische Regelmagnetventile angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Wandlerüberbrückung bestimmen.
Um die Funktion "Schalten" auszuführen, benötigt das Steuergerät ME die Information der Getriebesteuerung. Hierzu sendet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung den Status der Getriebesteuerung über den Antriebs-CAN an das Steuergerät ME. Das Steuergerät ME sendet den Status des Motormanagements an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.
Getriebesteuerung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Funktionsablauf Kick-down
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:
Leeres Fahrzeug
Betriebswarmen Zustand
Ebene Fahrbahn
Meereshöhe
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Fahrprogrammregler (N72/4s1) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole im Bedienfeld Fahrprogramme (N72/4) befindet. Der Tastenstatus wird über Mittelkonsolenschalter-LIN (LIN B12), Steuergerät SAM (N10), Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät ME und über Antriebs-CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.
Über die Taste Fahrprogramm "M" (N72s37), welche sich im Steuergerät Unteres-Bedien-Feld (N72) befindet, kann das Fahrprogramm "M" gewählt werden. Der Tastenstatus wird über Mittelkonsolenschalter-LIN, Steuergerät SAM, Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät ME und über Antriebs-CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.
Im Fahrprogramm Manuell "M" können die einzelnen Gänge "1", "2", "3", "4", "5", "6", "7" direkt über die Lenkradschalttasten zurückschalten und hochschalten geschaltet werden.
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet den Fahrprogrammstatus über den Antriebs-CAN zum Steuergerät ME und weiter über den Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Kombiinstrument (A1). Das gewählte Fahrprogramm wird dem Fahrer über das Multifunktions-Display (A1p13) im Kombiinstrument angezeigt.
Bei Fahrzeugen mit Code 550 (Anhängevorrichtung) sendet das Steuergerät Anhängererkennung (N28/1) den Status Anhängererkennung an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät ME und Antriebs-CAN.
Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:
Beladungszustand des Fahrzeugs
Änderung des Fahrwiderstands
Fahrpedalbewegung
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gangwahlschalterstellung
Fahrpedalstellung
Fahrprogrammwahl
Gewählter Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M"
Signalen auf dem Antriebs-CAN
Langsame Gaswegnahme:
Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.
Schnelle Gaswegnahme:
Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) empfängt das Signal der Radrehzahlen und errechnet daraus die Fahrzeuggeschwindigkeit. Dieses leitet das Signal der Fahrzeuggeschwindigkeit über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät ME. Das Steuergerät ME leitet das Signal über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und an das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT.
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente, wie hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder und hydraulische Getriebesteuerung, erfolgt über eine mit dem Drehmomentwandler verbundene Ölpumpe oder über die Elektrische Ölpumpe (M42) (bei Typ 166) oder Elektrische Zusatzölpumpe (M42) (bei Typ 292). Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.
Die Elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei Ausrollschaltungen im Heißleerlauf. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzpumpe Getriebeöl (N89). Das Steuergerät ME sendet die Anforderung über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Zusatzpumpe Getriebeöl. Dieses steuert die Elektrische Zusatzölpumpe bedarfsgerecht an und sendet den Status der Elektrischen Zusatzölpumpe wieder an das Steuergerät ME.
Funktionsablauf Kick-down
Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion "Kick-down" entsprochen. Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion "Kick-down" aktiviert. Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät ME empfangen und über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.
Funktionsablauf Notlauf
Um einen sicheren Fahrzustand zu gewährleisten und um Schäden am Getriebe zu vermeiden, schaltet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung bei kritischen Störungen in den Notlauf. Die Störung wird mit dem zugeordneten Fehlercode im Fehlerspeicher abgelegt und dem Steuergerät ME über den Antriebs-CAN mitgeteilt. Zusätzlich sendet das Steuergerät ME eine Kontrollleuchtenanforderung über den Fahrwerk-CAN 1 und den Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Kombiinstrument. Das Kombiinstrument aktiviert die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58).
Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld. Mit dem DIRECT SELECT-Wählhebel (S16/13) kann der Fahrer die gewünschten Fahrstufen "P", "R", "N", "D" einlegen. Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Getriebe unterbrechen. Die Wählhebelstellungen "P", "R", "N", "D" vom DIRECT SELECT-Wählhebel werden über das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) auf den Fahrwerk-CAN 1 zum Steuergerät ME übertragen. Dieses übermittelt die Informationen auf den Antriebs-CAN. Das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT leitet die Wählhebelstellungen unter Berücksichtigung verschiedener Informationen an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung weiter. Das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT verändert die Stellung des Wählbereichshebels, die mechanisch an den Wählbereichssensor weitergeleitet wird.
Im Fehlerspeicher werden die Fehler abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Diagnosestatus Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs-CAN, Steuergerät ME, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN (CAN D).
Kurzzeit-M-Programm
Das Kurzzeit-M-Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit-M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit-M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.
Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge hätten, werden nicht ausgeführt.
Referenzierte Dokumente
- gf2710p9992ann Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)