gf0830p2004fgh

Schubbetrieb Funktion

Typ gf · Thema 08.30 · Version 0101 · 2017-11-02

Gültig für: Motor 274.9 im Typ 213.050 Motor 274.920 im Typ 213.053/153 Motor 654.920 im Typ 213.016/216

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 08 Elektroantrieb, Hybridantrieb › 08.30 Hybridantriebssystem — Baureihe 213 (Baumuster 016, 050, 053, 153, 216) · Baureihe 654 (Baumuster 920)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 274 9**, 274 920

GF08.30-P-2004FGH

Schubbetrieb Funktion

02.11.2017

Motor

274.9 im Typ 213.050

Motor

274.920 im Typ 213.053/153

Motor

654.920 im Typ 213.016/216

Die Teilfunktion "Schubbetrieb Funktion" wird aus der Sicht des Hybridantriebssystems betrachtet und beschrieben.

Auf interne Signale und Funktionsabläufe des Verbrennungsmotors und des rekuperativen Bremssystems wird hier nicht näher eingegangen.

Funktionsvoraussetzungen Schubbetrieb allgemein

Hybridantriebssystem "READY"

Fahrpedal nicht betätigt

Betriebsbremse nicht betätigt

Fahrzeug rollt

Fahrstufe "D"

Schubbetrieb allgemein

Werden Brems- und Fahrpedal bei rollendem Fahrzeug nicht betätigt, dann

wird bei nicht vollem Ladezustand der Hochvoltbatterie (A100g1) Bewegungsenergie über die Elektrische Maschine (A79/1) aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt (Rekuperation).

kann zusätzlich eine Schubabschaltung des Verbrennungsmotors erfolgen.

Bei leicht betätigtem Fahrpedal unterstützt die Elektrische Maschine bei ausreichend hohem Ladezustand der Hochvoltbatterie das System, um der abfallenden Fahrzeuggeschwindigkeit entgegenzuwirken.

Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) liest im Schubbetrieb folgende Signale ein:

Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalstellung

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) über den CAN­Verbund:

Status Fahrstufe

Status Motortrennkupplung

Signal Getriebeöltemperatur

Status Elektrische Zusatzölpumpe (M42)

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), über den CAN­Verbund:

Raddrehzahl

Status Betriebsbremse

Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2) über den CAN­Verbund:

Spannung Hochvoltbatterie

Temperatur Hochvoltbatterie

Steuergerät Leistungselektronik (N129/1) über den CAN­Verbund:

Status Elektrische Maschine

Drehmoment Elektrische Maschine

Drehzahl Elektrische Maschine

Signal tolerierbare/r Ladespannung/-strom

Schubbetrieb Funktionsablauf

Das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor) berechnet in Abhängigkeit vom Ladezustand der Hochvoltbatterie und vom gewählten Fahrprogramm ein Sollschubmoment, welches das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor) mit Schubabschaltung und/oder mit Rekuperation im Schubbetrieb umsetzt.

Segelmodus ohne Fahrpedalbetätigung

Werden Brems- und Fahrpedal bei rollendem Fahrzeug nicht betätigt und es kann rekuperiert werden, wird der Verbrennungsmotor im Fahrprogramm ECO bis zu einer Geschwindigkeit < 180 km/h über das Öffnen der Motortrennkupplung vom Antrieb getrennt und abgeschaltet. Kann nicht rekuperiert werden, kann zusätzlich die Schubabschaltung des Verbrennungsmotors aktiviert werden.

Bei ausreichend hohem Ladezustand der Hochvoltbatterie und leicht betätigtem Fahrpedal unterstützt die Elektrische Maschine den Antrieb, um der abfallenden Fahrzeuggeschwindigkeit entgegenzuwirken.

Rekuperation im Schubbetrieb

Bei geringem Ladezustand der Hochvoltbatterie wird Bewegungsenergie über die Elektrische Maschine aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt (Rekuperation). Dazu fordert das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor) über Hybrid­CAN (CAN L) ein generatorisches Drehmoment beim Steuergerät Leistungselektronik an.

Dieses steuert nach der Anforderung die Elektrische Maschine entsprechend an. Durch die generatorische Ansteuerung der Elektrischen Maschine wird Wechselspannung erzeugt. Diese wird vom Steuergerät Leistungselektronik in Gleichspannung umgewandelt und der Hochvoltbatterie zugeführt.

Im Schubbetrieb > 180 km/h bzw. im Fahrprogramm Sport (S) bleibt die Motortrennkupplung geschlossen und der Verbrennungsmotor geht in die Schubabschaltung und erzeugt damit ein Schubmoment. Die Elektrische Maschine unterstützt dieses Schubmoment bei Bedarf durch ein generatorisches Drehmoment.

Im Schubbetrieb und bei aktiver Schubabschaltung erzeugt der Verbrennungsmotor ein Schubmoment, welches zusammen mit dem rekuperativen Schubmoment größer sein kann als das berechnete Sollschubmoment. In diesem Fall wird die Schubabschaltung nicht aktiviert und der Verbrennungsmotor erzeugt ein minimal ansteuerbares Drehmoment. Dieses Konzept bewirkt, dass der Antrieb sich mit und ohne Schubabschaltung für den Fahrer möglichst gleich verhält.

Der Schubbetrieb mit Schubabschaltung ist energetisch günstiger. Bei niedrigem Ladezustand der Hochvoltbatterie und geringem Sollschubmoment ist die Rekuperation im Schubbetrieb ohne Schubabschaltung jedoch sinnvoller.

Funktionsschema Elektrik Schubbetrieb

PE08.30-P-2061-97DBH

Übersicht Systembauteile Hybridantriebssystem

GF08.30-P-9999FGH

Referenzierte Dokumente